Rückblick auf den Roadtrip von Darwin nach Perth (Teil 5): Die Naturparadiese entlang der Westküste

Entlang der Westküste versammeln sich in gebührendem Abstand einige Naturparadiese, in welchen man am liebsten noch länger als geplant verweilen möchte. Ich beschreibe die Paradiese in diesem Rückblick von Norden (Exmouth) nach Süden (Perth); natürlich kann man sie auch in umgeehrter Reihenfolge besuchen.

Für die Westküste würde ich mindestens 10 Tage, besser aber 2 bis 3 Wochen einplanen. Da es so viel zu sehen und zu erleben gibt, kann man aber auch mehr als 3 Wochen an der Küste und im Outback verbringen.

Ningaloo Reef und Cape Range NP

Ganz am nördlichen Ende der Westküste, bevor sie einen Knick nach Nordosten Richtung Port Hedland und Broome (siehe Rückblick, Teil 4) macht, befindet sich rund um Exmouth das Ningaloo Reef mit einen Meeres-, Landschafts- und Nationalparks.

Ningaloo Coast World Heritage Area
Die Ningaloo Coast wurde am 24. Juni 2011 als Ort von aussergewöhnlicher natürlicher Schönheit und biologischem Reichtum in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die Ningaloo-Küste ist international bekannt für ihre vielfältigen biologischen Lebensräume und ihr vielfältiges und reiches Leben im Meer, einschliesslich saisonaler Ansammlungen mariner Megafauna wie Walhaie, Schildkröten und Buckelwale. Die einzigartige Fauna der Höhlenbewohner und eine Vielzahl von Landtieren tragen ebenso zu den Werten der Region bei wie die aussergewöhnliche Unterwasserlandschaft, die sich von den lebhaften Farben der trockenen Landlandschaft abhebt. Das Weltkulturerbe der Ningaloo-Küste erstreckt sich über eine Fläche von 6’045km². Dazu gehören die Küstenparks Muiron Islands, Bundegi und Jurabi, der Ningaloo Marine Park (der sich bis zu 22km vor der Küste erstreckt), der Cape Range National Park einschliesslich der Shothole- und Charles Knife-Schluchten und die Learmonth Air Weapons Range. Das Gebiet erstreckt sich über mehr als 300km entlang der Küste bis zu seinem südlichsten Punkt bei Red Bluff.

Das Besondere am Ningaloo Reef ist, dass es sehr nahe an der Küste liegt. Teilweise beginnt es direkt am Strand. Es ist auch noch in einem sehr guten Zustand und beeindruckt mit seiner Artenvielfalt.

Der Jurabi-Küstenpark
Das Gebiet entlang dieses Küstenabschnitts ist als Jurabi Coastal Park bekannt. Das Wort Jurabi stammt aus der einheimischen Sprache der Aborigines und bedeutet Weissbürzel-Honigfresser (Lichenostomus pencillatus), der häufig an dieser Küste vorkommt. Der Jurabi Coastal Park liegt westlich der Yardie Creek Road von der Commonwealth Defense bis zum Cape Range National Park. Die Jurabi-Küste wird gemeinsam vom Department of Parks and Wildlife und dem Shire of Exmouth verwaltet. Es ist eine bedeutende Schildkrötenkolonie und Heimat einer Vielzahl anderer Arten von Flora und Fauna. Es ist auch ein beliebter Ort für Besucher und Touristen, da es Zugang zu verschiedenen Freizeitaktivitäten bietet, darunter: Strandspaziergang, Schildkrötenbeobachtung in der Saison, Strandangeln (in geeigneten Zonen), Schwimmen, Schnorcheln, Surfen und Kite-Boarding. Die Strände an diesem Küstenabschnitt sind nach ihrer einheimischen, frühen maritimen und pastoralen Geschichte benannt. Der Jurabi Coastal Park gehört zum international anerkannten Weltkulturerbe von Ningaloo.

Das moderne und grosszügige Visitor Centre von Exmouth bietet einen guten Überblick und hilft auch gerne bei der Buchung oder Planung von Ausflügen.

Link zu dieser Karte

Man kann hier während des Winters Walhaie und Buckelwale beobachten. Während der Saison werden Schnorchel/Schwimm-Ausflüge zu den Walhaien (ein wohl einmaliges Erlebnis, mit diesen ungefährlichen Riesen zu schwimmen) und den Buckelwalen angeboten. Herausragend ist der weltweit fast einzigartige Brutstrand für eine Anzahl Schildkrötenarten (siehe Die Paarungszeit der Schildkröten an der Ningaloo Coast hat begonnen!). Zwischen Oktober und Januar legen die Schildkröten am Strand ihre Eier ab, danach schlüpfen die kleinen Schildkröten und finden ihren Weg selber in’s Meer.

Der Cape Range National Park grenzt an den Ningaloo Marine Park und bietet spektakuläre, von alten Flüssen gegrabene Felsschluchten, die an eine der unberührtesten und schönsten Küstenlinien der Welt grenzen.

Ein Höhepunkt jeder Cape Range-Erfahrung ist ein Ausflug zum Yardie Creek, der zwischen steilen Klippen fliesst. Es werden geführte Bootstouren angeboten, bei denen die Besucher die Ruhe der Schlucht geniessen und die Tierwelt in ihrer natürlichen Umgebung beobachten können.

Vom Fusse der Range erstreckt sich eine schmale Küstenebene bis zu den herrlichen Stränden, Gewässern und Korallengärten des Ningaloo Marine Park. Die Turquoise Bay ist berühmt für ihr kristallklares Wasser, das türkisblaue Meer und die weissen Sandstrände. Schwimm- und Schnorchelplätze können vom Ufer aus erreicht werden, starke Strömungen bedeuten jedoch, dass unerfahrene Schwimmer von einem erfahrenen Schwimmer oder einem lizenzierten Reiseveranstalter begleitet werden sollten.

Besucher können die zerklüftete Landschaft des Parks mit ihren spektakulären Schluchten auf Fahrspuren in den Charles Knife Canyon und den Shothole Canyon weiter erkunden.

Das Milyering Discovery Centre liegt im Norden des Parks und ist jeden Tag außer Weihnachten geöffnet. Es ist ein großartiger Ort, um anzuhalten und mehr über den Park und seine Attraktionen zu erfahren.

Die elf Campingplätze entlang der Küste der Cape Range sind von April bis Oktober sehr gefragt.

Die Yardie Creek Boat Tour (siehe Yardie Creek Boat Tour – Auch das zweite Mal ein tolles Erlebnis und Faszinierende Tierwelt im Yardie Creek) und die Glass Bottom Boat Tour (mit Schnorchel-Möglichkeit im Riff) werden jedoch fast das ganze Jahr, mit einer kurzen Pause im Sommer angeboten. Weiterhin kann man einer speziellen Erlaubnis auch am Navy Pier tauchen. Ich habe auf der letzten Reise das erste Mal in meinem Leben geschnorchelt und habe die faszinierende Tierwelt im Ningaloo Reef so aus nächster Nähe beobachten können. Das sind einfach unvergessliche Erlebnisse, wenn man direkt am Strand durch diese gigantische Vielfalft an Korallen, Fischen und Schildkröten schwimmen kann.

Ich geniesse bei jedem Besuch die vielen unterschiedlichen Strände, welche zum Schwimmen, Schnorcheln, Sonnenbaden oder einfach zum Strandwandern einladen (siehe Cape Range NP und Ningaloo Reef: Leuchtende Farben, vielfältige Tierwelt, kräftiger Südwestwind und Euro-Tränke).

Die Wanderungen durch die Schluchten von Mandu Mandu und den Badjirrajirra Loop Trail am Charles Knife Canyon werde ich bei einem nächsten Besuch ausprobieren. Es gibt also viele Möglichkeiten, die Tage zu verbringen.

Mit dem Camper kann man in den Caravan/Holiday Parks in Esperance übernachten oder früh genug einen der NP-Campgrounds fast direkt am Strand buchen. Letztere sind aber meist ziemlich ausgebucht. Und auch in Esperance kann es während den Schulferien richtig eng werden. Ich bevorzuge den Ningaloo Lighthouse Caravan Park  (der wird 2020/2021 komplett neu gebaut) und den Yardie Homestead Caravan Park, welches sich kurz vor dem Nationalpark befindet.

Wenn man dann endlich mal nach Coral Bay weiterziehen möchte, dann geht das entweder entlang der Küste mit dem 4WD (durch den tiefsandigen Yardie Creek und über die einspurige Piste via Ningaloo Station entlang der Küste, etwa 140km) oder ganz normal über den Highway (rund 180km ab Yardie Homestead).

Coral Bay ist ein kleiner, aber feiner Touristenort mit zwei (recht teuren) Camping Grounds. Der ganze Ort gehört einer Familie, habe ich gelesen. Ich hatte bei meiner letzten Reise einen wunderbar grosszügigen Platz im hinteren Teil des People’s Park Camping Ground (alle Plätze sind gleich teuer, nur Ocean Front ist teurer) und wurde dort sehr freundlich empfangen.  Weiter vorne ist es deutlich gedrängter und voller! Die Alternative dazu ist der Bayview Camping Ground: Die Preise unterscheiden sich aber nicht.

Die Geschichte von Coral Bay
Die Landung des Schoners Maud im Jahr 1884 ist die früheste nachgewiesene europäische Aktivität in der Region Coral Bay. Dieser Landeplatz etwas nördlich der heutigen Gemeinde Coral Bay wurde als Maud’s Landing bekannt. Die Gemeinde Coral Bay wurde in den 1920er Jahren als Ferienlager von Charlie French, einem örtlichen Pastoralisten und Besitzer der Cardabia Station, für seine Frau Ruby May Billie French gegründet. Damals war der Campingplatz als „Billies Bay“ bekannt, ein Name, der später in „Bill’s Bay“ geändert wurde. Das erste Gebäude in Bills Bay war eine Ferienhütte, die 1933 von Jack McKenna, dem Manager der Mia Mia Station, gebaut und als Sommerküstenresidenz genutzt wurde. In den späten 1960er Jahren errichtete der ehemalige Chemiker Ken Ryan ein Hotel am Ufer von Bill’s Bay. Das Hotel wurde in Anlehnung an das wunderschöne Korallenriff in der Bucht als Coral Bay Hotel bezeichnet. In der Folge wurde die Siedlung als Coral Bay bekannt. Der Ruf von Bill’s Bay als Heimat der möglicherweise am einfachsten zu erreichenden, unberührtesten Korallengärten des Landes hat die Entwicklung und Popularität von Coral Bay vorangetrieben und hält bis heute an.

Die Strände von Coral Bay
In Coral Bay stehen die Strände im Zentrum. Unberührt und geschützt bieten viele der atemberaubenden weissen Sandstrände in der Umgebung kristallklares Wasser mit lebendigen Korallengärten – ideal zum Schwimmen und Schnorcheln! Der Hauptstrand ist Bill’s Bay: Am Ende der Hauptstrasse durch die Coral Bay (Robinson Street) bieten die geschützten Gewässer von Bill’s Bay einen idealen Ort zum Schwimmen für Familien. Die Bill’s Bay liegt direkt vor der Haustür von Coral Bay und ist nur einen kurzen Spaziergang von jeder Unterkunft in der Stadt entfernt. Der 4 Kilometer lange Strand in Bill’s Bay ist vor den meisten Winden geschützt, sodass man fast immer ruhig schwimmen oder einfach nur sitzen und entspannen kann. Bill’s Bay ist in einer Naturschutzzone, daher ist das Angeln nicht gestattet. Schnorcheln oder ein kurzes Bad in dieser Bucht kann kaum übertroffen werden.
Nördlich und südlich folgen weitere Strände und Schnorchelreviere. Etwas weiter entfernte kann man mit 4WD-Fahrzeugen erreichen. Die gegen Norden auch zu Fuss den Strand entlang. Dazu gehört auch die Skeleton Bay, welche den Kindergarten für die Riffhaie bildet.

Coral Bay ist tatsächlich ein überaus faszinierender Ort: Man kann hier von einem Ort aus das komplette Ningaloo-Erlebnis (zu Fuss!) haben. Was für eine Wohltat nach den langen Distanzen im Nordwesten von Australien. Meine Coral Bay Erlebnisse habe ich im Blogpost „Im Kindergarten der Riffhaie in Coral Bay“ beschrieben. Das nächste Mal würde ich hier vielleicht etwas länger bleiben!

Kennedy Range NP, Mount Augustus NP

Zum nächsten Highlight, nämlich Denham oder Monkey Mia an der Shark Bay, fährt man von Coral Bay weitere 581km auf dem NW Coastal Hwy.
Wem das etwas zu eintönig ist, kann auf der Strecke einen Abstecher in den Kennedy Range NP machen. Der Park liegt rund 150km von östlich von Carnarvon in der Nähe von Gascoyne Junction. Von hier erstreckt sich auf einer Länge von 200 km der Gebirgszug der Kennedy Range in nördliche Richtung. Der Temple Gorge Campground liegt etwa 62km nördlich von Gascoyne Junction. Dieser Ort liegt 172km östlich von Carnarvon und ist über eine asphaltierten Strasse erreichbar.

Kennedy Range ist bei der lokalen Sprachgruppe der Inggarda-Aborigines als „Mundatharrda“ bekannt. Die Kennedy Range ist ein ausgedehntes, erhöhtes, in Nord-Süd-Richtung ausgerichtetes Sandsteinplateau, das zwischen 12 und 25 km breit und etwa 75 km lang ist. Die Felsen, aus denen die Range besteht, wurden ursprünglich unter dem Meer abgelagert. Im Laufe der Zeit wurden sie zu Sandstein verdichtet, dann verunstaltet, angehoben und nach Westen geneigt. Spätere Erosion hat das Plateau 80m über der umgebenden Ebene isoliert. Die Vegetation der Ebene besteht aus Akaziensträuchern (meist Mulga), die eine Fülle von jahreszeitlich bedingten Untergründen mit blühenden einjährigen Pflanzen beschatten.

Der Campingplatz Temple Gorge ist ein Buschcampingplatz. Es fallen Campinggebühren an. Toiletten sind vorhanden, aber es ist kein Wasser vorhanden. Um Besucher zu unterstützen, sind Parks and Wildlife Campground Hosts in der Regel von Mai bis September auf dem Campingplatz ansässig. Weitere Übernachtungsmöglichkeiten gibt es an der Gascoyne Junction (Junction Pub und Tourist Park) und im Mount Augustus Tourist Park.

Von Kennedy Range geht es dann weitere 375km über unbesfestigte Strassen in den Mount Augustus NP: Dieser ist der heimliche Star des Outbacks und ein sogenannter Geheimtipp.

Mit 1’105müM ist Mount Augustus der zweithöchste Berg Westaustraliens. Burringurrah, wie er in der Sprache der hier ansässigen Wadjari Aboriginals heisst, gilt als grösster „Felsen“ der Welt.
Genau genommen handelt es sich bei dem grösstenteils aus orange-braunem Sandstein bestehenden Felsen um die grösste Monoklinalfalte der Welt. Mount Augustus ist etwa acht Kilometer lang und erstreckt sich über ein 4.8ha grosses Gebiet. Mit einem geschätzten Alter von 1,7 Millionen Jahren ist er damit nicht nur zweimal so groß wie der Uluru, sondern auch deutlich älter.
Im australischen Frühling locken bunte Wildblumenteppiche, die in den schönsten Farben leuchten.
Der 49 km lange Loop Trail um Mount Augustus ermöglicht den Zugang zu allen Besucherstätten innerhalb des Parks. Der Loop Drive und alle Zufahrtsstrassen sind im Allgemeinen mit Zweiradantrieb befahrbar.
Es gibt Wanderwege für jeden Anspruch: Vom Aufstieg zum Gipfel (der 5-8 Stunden dauert und ein hohes Mass an Fitness erfordert) bis hin zu kurzen Spaziergängen auf flachem Gelände mit 300 oder 500m Länge und allem, was dazwischen liegt.

Typischerweise führt ein Roadtrip zum grössten Felsen der Welt in mehr als einer Woche von Perth über Mount Magnet und Cue bis in den Mount Augustus Nationalpark, anschliessend über Gascoyne Junction, Wooleen Station und den Coalseam Nationalpark zurück nach Perth (siehe Road to the Rock).

Will man aber zurück an die Küste, fährt man wiederum über rund 500km via Gascoyne Junction zum NW Coastal Hwy! Man kann natürlich auch einen kleinen Umweg über Murchison fahren. Auf jeden Fall hat man dann aber sehr viel Outback gesehen…

Ich habe auf diesen „Abstecher“ dieses Mal verzichtet, auch da ich mit dem Adventure Camper nicht so lange ohne Anschluss an eine Steckdose unterwegs sein konnte. Erst im Nachhinein habe ich gelesen, dass der Mout Augustus Tourist Park auch Powered Sites (sowie Benzin, Diesel, Gasflaschen-Refill und einen kleinen Shop) hat. Daher ich dieser Abstecher weiterhin auf meiner Bucket List!

Shark Bay Marine Park, François Peron NP und Dirk Hartog Island NP

Zum nächsten Highlight fährt man von Coral Bay weitere 581km auf dem NW Coastal Hwy. Dann hat man Denham oder Monkey Mia an der Shark Bay erreicht. Shark Bay ist wegen ihrer einzigartigen Natur World Heritage und umfasst auch den gleichnamigen Marine Park!  

Die Werte des Welterbes der Shark Bay

Die Stromatolithen von Hamelin Pool sind Beispiele für Naturphänomene der Superlative. Sie sind eines der weltweit besten und noch lebenden Beispiele für das Studium der Natur und der Entwicklung der Biosphäre der Erde bis zum frühen Kambrium.

Die geschützten Buchten und üppigen Seegraswiesen der Shark Bay sind ein Zufluchtsort für Tiere wie die grüne Schildkröte, eine der grössten Dugong-Populationen der Welt und wandernde Buckelwale. Es ist eines der wichtigsten Nistgebiete Australiens für die vom Aussterben bedrohte Unechte Karettschildkröte.

Die Shark Bay ist eines der wenigen Meeresgebiete der Welt, in dem Karbonate vorherrschen, die nicht mit riffbildenden Korallen in Verbindung gebracht werden. Dies hat zur Entwicklung der Wooramel Seagrass Bank geführt, die mit 103’000ha die grösste Seegrasbank der Welt ist. Mit 12 Arten von Seegras weist die Shark Bay auch die grösste Vielfalt an Seegras in einem Gebiet auf.

Die Entwicklung des hydrologischen Systems der Shark Bay und die hypersaline Umgebung des Hamelin Pool sind von grosser Bedeutung. Ein steiler Salzgehaltsgradient schafft drei biotische Zonen, die die Verteilung und die Häufigkeit von Meeresorganismen beeinflussen.

Die biologischen Prozesse der laufenden Anpassung, der Nachfolge und der Bildung von neuen Refugien sind ebenfalls von Bedeutung. Shark Bay bietet zahlreichen seltenen und bedrohten Landpflanzen und -tieren Unterschlupf. Die Inseln der Shark Bay sind das letzte Bollwerk für fünf vom Aussterben bedrohte Säugetiere, von denen vier in freier Wildbahn nirgendwo sonst auf der Erde vorkommen.

Auf dem World Heritage Drive kann man Monkey Mia, Hamelin Pool and Stromatolites und South Peron besuchen. Mit dem 4WD Fahrzeug sind der François Peron National Park, der Dirk Hartog Island National Park, das Edel Land inklusive Steep Point, die Tamala & Carrarang Stations sowie die Wooramel Coast erreichbar.

Als Basis für die Ausflüge in die Region kann man entweder einer der drei Caravan Parks in Denham (Seaside, Blue Dolphin, Shark Bay) oder den erst kürzlich neu gebauten, luxuriösen RAC Monkey Mia Dolphin Resort in Monkey Mia auswählen. Ich habe mich für letzteren entscheiden. Das erlaubte mir, den Campervan mal für ein paar Tage stehen zu lassen.

Monkey Mia ist berühmt für das strandnahe Erleben von wilden Delfinen. Aber auch die rostroten Sanddünen, die weissen Sandstränden und klare Wasser, in dem es von Wildtieren wimmelt. Neben Delphinen kann man im Wasser auch Dugongs, Haie, Rochen, Schildkröten und eine Vielzahl von Fischen sehen. Neben dem Wasser trifft man auf auch Pelikane und Emus.

Meine Erlebnisse auf zwei Katamaran-Ausflügen und bei den Fütterungen der Delfine habe ich in den Blogbeiträgen „Der allmorgendliche Strandbesuch der Delfine von Monkey Mia„, „Dugongs im Shark Bay Marine Park auf einer Katamaran Tour entdecken“ und „Meerjungfrauen“ beschrieben.

Für einen Ausflug in den François Peron NP kann man entweder einen (teuren) Tagesausflug buchen oder selber die 40-50km Sandpiste mit dem 4WD in Angriff nehmen.

Ich hatte mich für letzteres entschieden, da ich aber noch zu wenig Erfahrung im Fahren von Sandpisten hatte, bin ich kurz vor dem Ziel wieder umgekehrt (siehe „„). Das nächste Mal wüsste ich, wie es geht und würde es nochmals versuchen.

Der François Peron NP umfasst 52’000ha trockenes Buschland, flach hügelige Sandebenen und kreisförmige Vertiefungen, begrenzt durch eine spektakuläre Küstenlandschaft auf der Halbinsel Peron. Der Park liegt innerhalb der Shark Bay World Heritage Area. Seine
Küstenlandschaften und vielfältige Lebensräume für Wildtiere gehören zu den vielen Gründen für die Auflistung des Kulturerbes.
Shark Bay ist das traditionelle Land der drei Aborigines Gruppen: die Malgana, Nhanda und Yingkarta. Malgana-Sprecher haben den zentralen Teil von Shark Bay, einschliesslich der Peron-Halbinsel, während etwa 25’000 Jahren besiedelt. Wulyibidi ist der malganische Name für Peron Peninsula und Gutharraguda, was „zwei Buchten“ bedeutet, ist der Name für Shark Bay. Französische Entdecker waren die ersten Europäer, die Berichte über Malgana im frühen 19. Jahrhundert vorlegten: François Perons akribisch dokumentierte Anthropologie, Ozeanographie,
Meteorologie und Zoologie in den Jahren 1801 und 1803 der Expeditionen von Nicholas Baudin. Der Park trägt den Namen von Peron in Anerkennung seines Beitrags zur Erfassung der australischen Natur- und Sozialgeschichte.
In den späten 1880er Jahren wurde in Herald Bight ein Perlenlager gegründet: Die Perlmuttschalen liegen immer noch am Strand. Dort befand sich auch eine Konservenfabrik, deren Überreste noch heute sichtbar sind. Die ganze Peron-Halbinsel wurde als 100’000ha grosse Schaffarm geführt. Die Station existierte bis 1990: In diesem Jahr wurde sie von der Landesregierung gekauft.
Der François-Peron-Nationalpark wurde danach im Jahr 1993 offiziell gegründet.

Ganz verwegene 4WD Enthusiasten statten noch dem Dirk Hartog Island NP einen Besuch ab.

Der Dirk Hartog Island NP, im Weltnaturerbegebiet Shark Bay, hat eine immense historische Bedeutung und bietet fantastische Angelmöglichkeiten, steile Klippen und einsame Strände.
Zu den bedeutsamen Stätten, die entlang der Westküste der Insel besucht werden können, gehören der historische Bezirk Cape Inscription (einschlieslich seines Leuchtturms), die zerklüftete Landschaft von Charlies Harbour und der Mystery Beach mit seinem erstaunlichen Sand voller Strandgut aller Formen, Grössen und verschiedenster Ursprünge (die Bucht bildet eine natürliche Falle für Wracks). An der Ostküste können Geschichtsinteressierte Dampiers Landing (Sammys Well) und die interessanten Steinruinen einer Armeegarnison von 1851 in Quoin Bluff South bewundern. Dirk Hartog Island ist als einer der besten Küstenfischfangplätze Australiens bekannt.

Mit dem eigenen Geländewagen und kann man die einzigartige Tierwelt, die natürliche Schönheit und die spektakulären Landschaften der Insel Dirk Hartog perfekt erkunden. Ein als Fähre gebauter Lastkahn schippert an 364 Tagen im Jahr Fahrzeuge vom Barge Landing Beach aus zum Steep Point der Dirk Hartog Insel. Unterkunft und Verpflegung sind in der privat geführten Dirk Hartog Island Lodge verfügbar. Die Homestead Camping Grounds befinden sich an der Ostküste von Dirk Hartog Island etwa 20km nördlich des Kahnanlegeplatzes. Sie haben eine gemeinsame Camp-Küche und zwei private Strandsafari-Zelte in Homestead Bay, nur 50m vom Meer entfernt. Salty’s Homestead Campgrounds verfügt über eine gemeinsam genutzte Camp-Küche und zwei Badezimmer, jeweils mit Toilette und Dusche.
Buddy’s und Jed’s Beach Camps sind exklusive Strandcamps mit einer privaten Camp-Küche, die unter einem Safarizelt mit Holzterrasse, Tischen und Stühlen, einem Gas-Barbecue und Gaskocher, Toiletten mit Spülung, Warmwasserduschen und Trinkwasser gebaut wurde. Vom eigenen Lagerfeuer mit Blick auf die Bucht sind diese Beach Camps ein weitere perfekter Ort, um einen perfekten Sonnenuntergang zu beobachten.

Die Wiederherstellung des Zustandes von 1616

Als Dirk Hartog im Oktober 1616 auf der grössten Insel Westaustraliens landete, verfügte diese über eine intakte Vegetation und eine reiche Säugetierfauna. Seitdem haben eingeschleppte Pflanzen und Tiere die Insel degradiert und einheimische Tiere sind verschwunden. Rückkehr ins Jahr 1616 ist ein ehrgeiziges Programm zur Wiederherstellung der natürlichen Ökosysteme der Insel so, wie Dirk Hartog sie gesehen hätte. Eingeführte Tiere wurden entfernt und einheimische Säugetiere werden nach und nach wieder angesiedelt.

Dirk Hartog Island ist für meine nächste Reise ein potentielles, wenn auch etwas teures Reiseziel…

Zurück auf dem Festland der Shark Bay darf man natürlich auch nicht die Stromatholiten in Hamelin Pool sowie die extreme Anhäufung von kleinsten Herzmuscheln an Shell Beach („“ und „Weswegen wir auf dieser Erde leben können„) verpassen.

Kalbarri NP

Nach den Highlights der Shark Bay geht es weitere 375km nach Kalbarri. Kurz vor dem Kalbarri NP kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus: Anstatt der Fahrt durch trockene Wüstenlandschaften fährt man plötzlich durch riesige, goldgelbe Weizenfelder!

In Kalbarri hat man die Auswahl aus mehreren Caravan Parks: Ich war bei meinem ersten BEsuch im Kalbarri Anchorage Caravan Park und beim zweiten Besuch im Murchison River Caravan Park. Es gibt aber auch noch den Kalbarri Tudor Holiday Park und die Big River Ranch.

In Kalbarri habe ich abends ein Sonntags-Konzert des Fish-BBQ/Microbrewery Finlay’s genossen, welche vom Murchison Caravan Park durch die Büsche und am Sportplatz vorbei gut zu Fuss erreichbar ist.

Die dramatischen Landschaften des Kalbarri Nationalparks
Die spektakuläre Landschaft des Kalbarri-Nationalparks ist das Ergebnis von vielen Millionen von Jahren geologischen Erosion. Die Geologie dieser Landschaft besteht aus tiefen, horizontalen Bändern aus mehrfarbigem Sand, welche vor 400 Millionen Jahren in Schichten abgelagert wurden. Das resultierende Sedimentgestein wird Tumblagooda-Sandstein genannt. Der Murchison River hat sich seinen Weg zum Meer durch diese Formationen gebahnt und mit seiner Strömung den Sandstein durchschnitten. Dadurch sind herrlich rot-weiss gestreifte Schluchten entstanden. Diese Schluchten schlängeln sich 80km durch den 186’000ha grossen Park.
Entlang der Küste haben die unermüdlichen Prozesse der Erosion unterschiedlichste Formationen aus hoch aufragenden Meeresklippen geformt. Die farbenfrohen Ausblicke auf die Küste sind atemberaubend.

Alle Parkstrassen zur Küste und Flussschluchten sind in den letzten Jahren durchgängig asphaltiert worden. Die Einrichtungen der Ausgangspunkte der Wege zu und in die Schluchten wurden teilweise in den letzten Jahren neu gebaut und bieten viele Annehmlichkeiten. Im Park gibt es aber kein Trinkwasser. Der westliche Zugang zum Loop mit seinen beiden Skywalks wird erst anfangs 2020 fertig gestellt sein.
Sommertemperaturen können über 40°C liegen und das Wetter ist oft trocken und windig. Wintertemperaturen reichen von 10°C bis 20°C. Der meiste Regen fällt im Juni und Juli.
Kalbarri ist berühmt für seine Wildblumen, die im Juli beginnen zu wachsen und danach wunderbare Blüten zeigen. Die kühleren Monate sind die angenehmsten für die Erkundung des Parks. Die Gemeinde Kalbarri ist die touristische Basis für Besucher des Nationalpark.

Da es im Innern des Kalbarri NP tagsüber sehr heiss werden kann, sollte man die wunderschönen Wanderungen möglichst früh am Morgen starten. Ich habe dieses Jahr den und die Ruhe an den Aussichtspunkten genossen.

Schon auf meiner ersten Reise war ich von der begeistert gewesen. Dazumals waren aber die Zufahrtsstrassen zu den Schluchten nur ansatzweise asphaltiert, das hat man inzwischen luxuriös ausgebaut.

An der Küste lädt : Fantastische Ausblicke sind garantiert!

Hutt Lagoon, Port Gregory, Northampton, Geraldton

Die 157km von Kalbarri nach Geraldton sind ziemlich abwechslungsreich. Auf der Fahrt kann man ein Naturphänomen kaum verpassen, welches sogar für australische Mode-Fotoshoots als Hintergrund verwendet wurde. Es handelt sich um den sogenannten Pink Lake, mit richtigem Namen Hutt Lagoon. Rosafarbene Wolken kündigen das Farbspiel der Lagune schon von weitem an, nur den Parkplatz muss man etwas suchen.

In der Nähe der Hutt Lagoon lassen sich aber noch einige andere Orte besuchen. Port Gregory liegt in der Nähe der Mündung des Hutt River. Das beschauliche Fischerdorf ist von einem fünf Kilometer langen freiliegenden Korallenriff umgeben. Man befindet sich ja weiterhin an der Coral Coast! Auf einen Besuch von Port Gregory habe ich jedoch auf beiden meiner Reisen verzichtet: Das wird ein weiteres Ziel für eine nächste Reise. Horrocks wäre ein ähnlicher Ort an der Küste.

Dafür habe ich Northampton, der zweitältesten Stadt von West-Australien einen Besuch abgestattet. Dort sind viele historische Gebäude zu finden und man fühlt sich mit den altertümlichen, aber schön hergerichteten Läden und Restaurants fast ein halbes Jahrhundert in der Zeit zurückversetzt. Northampton liegt mitten in einem grossen Getreideanbaugebiet. Man staunt nicht schlecht, wenn man aus dem wilden Norden kommt, wo in der Halbwüste zwischen den Gestrüppen, Spinifexgras und Bäumen meist nur extensive Rinderwirtschaft betrieben wird. Und dann sieht man bis hinter den Horizont nur noch hellgelbe Getreidefelder.

Eine weitere Besonderheit könnte man die Principality of Hutt River (das Fürstentum Hutt River) besuchen. Das Fürstentum hat eine Fläche von ca. 75 km² und ist laut eigener Deklaration ein unabhängiger souveräner Staat, der sich am einundzwanzigsten April 1970 von Australien getrennt hat. Da der selbsternannte Prince Leonard nun leider verstorben ist, wird diese Skurrilität aber wohl als Touristenattraktion weiter bestehen. Die seit 2011 kaum gepflegte Website dokumentiert das ganze Sammelsurium des Fürstentums.

Auf der Fahrt von Northampton nach Geraldton lohnt es sich, den kleinen Umweg über die Scenic Route durch das Chapman Valley zu nehmen. Die Landschaft ist wirklich grandios und gegen Ende der Route lockt noch ein gemütlicher, sorgfältig und komplett ausgestatteter Picknick-Platz im Nirgendwo.

Geraldton ist die einzige Stadt an der Coral Coast und hat sich als zeitgenössischer Küstenort mit Cafés, Geschäften, Straßenkunst und Galerien etabliert. Die Strände und das sonnige Klima der Stadt machen sie zu einem Hot-Spot für Wassersportler und Besucher, die die Sonne an unberührten Stränden geniessen möchten. Die Stadt ist nur noch 4.5 Fahrstunden von Perth entfernt. Geraldton ist ein toller Ausgangspunkt zum Erkunden der Coral Coast Region.

Ein Dutzend schöne Strände befinden sich im Umland: Champion Beach empfiehlt sich mitten in der Stadt für einen entspannten Tag mit Sonnenschein und Paddeln, Separation Point zum Korallenschnorcheln und Surfen oder dann Sunset Beach, um am Ende des Tages das Eintauchen der Sonne in den Ozean zu beobachten. Geraldton ist auch als die Windsurf-Hauptstadt Australiens bekannt für seine beständigen Sommerbrisen, insbesondere an der Coronation Beach, 30km nördlich der Stadt. Sie gilt als eine der drei weltbesten Strände für diesen Sport. Mehrere Betreiber in der Stadt bieten Wind- und Kitesurfing-Ausrüstung zum Verleih an.

Die 122 wunderschönen Abrolhos-Inseln sind eine tropische Oase mit weissem Sand und Wasser. Sie liegen etwa 60km westlich der Küste und sind ein Paradies für Schnorchler, Taucher und Fischer und die Heimat von australischen Seelöwen sowie von mehr als 90 Seevogelarten. Auf den Inseln gibt es keine öffentlichen Unterkünfte, aber man kann mit einer drei- oder fünftägigen Kreuzfahrt an Bord des Luxusschiffs Eco Abrolhos die Inseln erkunden oder einen Tagesausflug mit Geraldton Air Charter oder Shine Aviation unternehmen.

Weiterhin kann man einen Tagesausflug über den 60km langen Yamaji Drive Trail machen. Er umfasst 14 Aborigine-Stätten, die besichtigt werden können. Alle sind mit Schildern versehen, die verschiedene Geschichten über das lokale Erbe der Aborigines vor und nach der Ankunft der Europäer in Australien erzählen.  Und man kann ane inem wunderschönen Wasserloch namens Ellendale Pool schwimmen!

Ich habe hier wettertechnisch leider nur einen kleinen Zwischenstopp (auf dem Geraldton Belair Gardens Caravan Park) gemacht und am Morgen beim Point Moor Leuchtturm den Strand bewundert.

Greenough, Jurien Bay Marine Park, Cervantes Sand Dunes, Nambung NP

Nach dem Stopp in Geraldton geht es durch weitere Getreidefelder und Weiden entlang den hohen Dünen der Küste des Indischen Ozeans weiter in den Süden. In Greenough lehnen sich „Schiefe Bäume“ (Leaning Trees) gegen den strammen Südwind.

Nun fährt man entlang der rauen Küste mit wenigen, sich touristisch immer mehr entwickelnden kleinen Orten (Leeman, Green Head, Jurien Bay, Cervantes). Dies ist die Küste des Jurien Bay Marine Parks: Malerische Unterwasserriffe und ausgedehnte seichte Lagunen beherbergen eine grosse Vielfalt an Meerespflanzen und -tieren und sind eine wahre Freude für Taucher. Der Park bietet ein breites Spektrum an Aktivitäten und schützt gleichzeitig einen beliebten Teil der Meeresumwelt Westaustraliens. In Jurien Bay kann man z.B. einen Bootsausflug zu den Seelöwen unternehmen. Er erstreckt sich etwa 100km von Wedge bis Green Head. Aber die Orte sind ausserhalb der Hauptsaison schon sehr einsam.

Vor dem Bezug einer Site auf teilweise renovierten RAC Cervantes Caravan Park kann man noch Lake Thetis besuchen: Auch dort sind urtümliche Bakterienlebensgemeinschaften (seit 4’500 Jahren) in unwirtlichen Bedingungen zu bewundern. Die Beschreibung habe ich dem Blog-Beitrag über Hamelin Pool angehängt. Bei meinem letzten Besuch war das Wetter aber sehr garstig: Stürmischer Wind, viel Regen und eine unangenehme Kälte. Da half die grosszügige und neue Camper’s Kitchen sehr.

In Lancelin kann man mit dem 4WD Fahrzeug durch die riesigen Sanddünen fahren oder die 45° steilen Dünen mit dem Sandboard runterdüsen! Man kann auch die rund 25km von Jurien Bay nach Cervantes mit dem 4WD über die 3 Sandünnen-Formationen, entlang des Strandes und Sandpisten sowie durch Flüsse fahren. Anspruchsvoll könnten auf dieser Strecke je nach Tiefe die überfluteten Streckenabschnitte sein. Ansonsten ist die gesamte Reise für erfahrene Fahrer wohl ziemlich einfach. In den Sanddünen kann man sie so anspruchsvoll gestalten, wie man möchte…

Südlich von Cervantes befindet sich dann eines der meistfotografierten Sujets der Westküste: Die Pinnacles im Nambung NP.

Der Nambung National Park ist nicht nur für die atemberaubende Pinnacles-Wüste bekannt, sondern auch für seine wunderschönen Strände am Kangaroo Point und in der Hangover Bay, die Küstendünensysteme und die blühenden Heideflächen. Am nördlichen Ende des Parks in der Nähe der Stadt Cervantes gibt es einen Rundweg und eine Promenade am Thetis-See, auf der man einige faszinierende Thrombolithen sehen kann.

Mich haben die Pinnacles nun schon zum zweiten Mal fasziniert. Die nach den heftigen Regengüssen haben dieses Mal besonders imponiert.

Pinnacles Desert
Tausende von riesigen Kalksteinsäulen erheben sich aus einer kahlen Landschaft mit gelbem Sand und bilden eine der faszinierendsten Landschaften Australiens. An verschiedenen Stellen entlang einer sandigen und schmalen Einbahnstrasse durch diese Wüste stehen Parkplätze zur Verfügung, an denen man anhalten und von denen aus die faszinierende Pinnacles-Wüste zu Fuss erkundet werden kann. Stellenweise erreichen die Zinnen eine Höhe von bis zu 3.5m. Einige sind gezackte, scharfkantige Säulen, die spitz zulaufen, während andere Grabsteinen ähneln.
Die Kalksteinsäulen entstanden durch Pflanzenwuchs vor etwa 500’000 bis 50’000 Jahren auf der aus Quarzsand bestehenden Wanderdüne. Deren Wurzeln drangen tief in eine ältere, sich auch verfestigende Kalksteinschicht vor. Dabei durchbrachen sie an brüchigen Stellen zunächst eine extrem harte Kalksteinkruste, welche durch nach unten sickernde Säuren (aus Humus, abgestorbenen Pflanzen und Tieren) entstanden war. Unter dieser Kruste verfestigte sich der Kalkstein besonders kompakt zwischen den eingedrungenen Pflanzenwurzeln, da diese Bereiche viel Wasser aufsogen.
Die Wanderdüne zog jährlich etwa 2.5m weiter, somit war die nun freiliegende Kalksteinschicht der Erosion ausgesetzt. Die innerhalb der letzten 20’000 Jahre abgestorbene Vegetation hinterliess Lücken, in die Quarzsand eindrang, der dann auch abgetragen wurde. Nur die extrem harten Bereiche der durch viel Wasser zementieren Kalksteinschicht waren von der Erosion nicht betroffen. Diese sehen wir heute als Pinnacles. Gelegentlich zeugen Kappen auf den Säulen noch von der Kruste.
Wo die unterirdische Vegetation vollständig vom harten, erosionsunfähigen Kalkstein umschlossen wurde, entstanden sogar versteinerte Pflanzenwurzeln.

Nach dem Besuch des Nambung NP habe mich in den starken Verkehr auf den Strassen von Perth eingefädelt.

Der Roadtrip von Darwin nach Perth könnte hier nun mit einem Besuch von Perth ein Ende finden, aber ich werde dieses Mal noch eine Rundreise durch den Südwesten anhängen!

Perth, Fremantle, Rottnest Island

Perth ist jedoch bekannt für seinen Sonnenschein (siehe Frühlingstage in Perth) und ein entspanntes Tempo.

Perth ist mit etwa 2.1 Mio Einwohnern (im Grossraum) die drittgrösste Stadt in Australien und ist 2’136km von der nächsten grossen Stadt (Adelaide), respektive 2’580km von Denpasar auf der indonesischen Insel Bali, entfernt!
Perth erhält mässige, wenn auch stark saisonale, winterliche Niederschläge. Die Sommer sind normalerweise heiss und trocken und dauern von Dezember bis März, wobei der Februar typischerweise der heisseste Monat ist. Nachmittags kühlt der sogenannte Fremantle Doctor, der Freo Doctor: Das ist der westaustralische Fachausdruck für die kühle Nachmittagsbrise, die während der Sommermonate in den südwestlichen Küstengebieten Westaustraliens auftritt. Die Winter sind mild und feucht, was Perth ein heiss-sommerliches Mittelmeerklima beschert. Perth hat durchschnittlich 8.8 Sonnenstunden pro Tag, was etwa 3’200 Sonnenstunden und 138.7 klaren Tagen im Jahr entspricht und die Stadt somit zur sonnigsten Hauptstadt Australiens macht.
Perth gilt als eine Metropole des Segel- und Wassersports. Die Wassertemperatur des Indischen Ozeans ist aufgrund einer Meeresströmung, die von der Antarktis kommt, relativ niedrig und liegt beständig bei 20 bis 22 °C.

In dieser Stadt könnte man sich permanent niederlassen…

3 Tage in Perth lassen sich einfach gestalten. Am Morgen des ersten Tages nimmt man den kostenlosen Stadtbus, bekannt als CAT (Central Area Transit), und steigt einfach bei den unzähligen Attraktionen der Stadt (Perth Cultural Center aus. Am Nachmittag kann man den Kings Park besuchen, und dann den Sonnenuntergang vom Cottesloe Beach aus geniessen und oder in Northbridge in einer der angesagten Bars chillen.

Den zweiten Tag nutzt man man zu einem Inselbesuch: Bei einem Halt in Perth darf man aber auch ein Besuch der wunderbare Rottnest Island (, Rottnest Island mit dem Fahrrad erkunden). Das geht am einfachsten mit einem Fähre-Fahrrad-Kombiticket (mit Rottnest Express oder Sealink)!

Ich kann garantieren, dass das ein unvergesslicher Tagesausflug wird. Am liebsten würde man eines der Ferienhäuschen mieten und etwas länger bleiben.

Den dritten Tag besucht man FremantleEin Rundgang durch Fremantle und Besuch des Fremantle Prison lohnt sich auf jeden Fall!

Entlang meiner Route vom  Fremantle Village Caravan Park reihen sich zuerst die Strände auf, dann folgen die Marinas und der Hafen. Im Geschäftsbezirk reihen sich sehr viele schöne, alte Häuser auf. Quer geht’s dann durch den Cappuccino-Strip (der heisst wirklich so) bis zu den Fremantle Markets, welche aber nur Freitag bis Sonntag offen sind. Dahinter erreicht man dann das Fremantle Prison, die einzige UNESCO World Heritage Site von Westaustralien. Durch das Gefängnis kann man Touren zu verschiedenen Themen (Convicts, Prisoners, Tunnels, …) buchen.

Wenn man sich durch Fremantle und South Fremantle bewegt, darf man auch die tolle Street Art nicht verpassen…

4 Gedanken zu „Rückblick auf den Roadtrip von Darwin nach Perth (Teil 5): Die Naturparadiese entlang der Westküste

  1. super Bericht Michael, well done 🙂
    Eine kleine Anmerkung hätte ich noch:
    Beim leider verstorbenen Prinz der Principality of Hutt River handelt es sich aber um Prince Leonard und nicht Leopold 😀

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