Im Kindergarten der Riffhaie in Coral Bay

152km südlich von Exmouth und 213km nördlich von Carnarvon liegt die kleine tropische Feriengemeinde Coral Bay direkt am Ufer des Ningaloo-Riffs. Ein beliebter Ferienort und ein guter Zwischenstopp auf den langen Distanzen im Nordwesten Australiens.

Unberührte Strände und aussergewöhnliches Korallenschnorcheln sind das Markenzeichen von Coral Bay. Von allen Unterkünften kann man die Strände und sogar die Korallenbänke bequem zu Fuss zu erreichen. Das Fahrzeug darf also einmal stehen bleiben. Dies macht es zum perfekten und auch sehr beliebten Ziel für einen entspannten Urlaub am Meer. Da Coral Bay eine sehr kleine Gemeinde ist, kann die Verfügbarkeit von Unterkünften an ihre Grenzen kommen, insbesondere während der Hauptbesuchsphasen von März bis November und während der Schulferien. Aus diesem Grund wird typischerweise Besuchern empfohlen, die Unterkunft frühzeitig zu buchen, um Enttäuschungen zu vermeiden. Ich bin allerdings ohne Reservation angereist und habe im Peoples Park vor dem Mittag aus drei Plätzen auswählen können und habe mich für einen riesigen Platz im hinteren Teil des Parks entschieden. Die Preise sind gepfeffert… Fast der ganze Ort soll einem Besitzer gehören, liess ich mir sagen. Monopolrendite sagen dazu die Ökonomen. Egal, es ist paradiesischer Ort. Dass alles zu Fuss erreichbar ist, trägt stark zur enstpannten Atmospäre bei.

Die Geschichte von Coral Bay

Die Landung des Schoners Maud im Jahr 1884 ist die früheste nachgewiesene europäische Aktivität in der Region Coral Bay. Dieser Landeplatz etwas nördlich der heutigen Gemeinde Coral Bay wurde als Maud’s Landing bekannt. Die Gemeinde Coral Bay wurde in den 1920er Jahren als Ferienlager von Charlie French, einem örtlichen Pastoralisten und Besitzer der Cardabia Station, für seine Frau Ruby May Billie French gegründet. Damals war der Campingplatz als „Billies Bay“ bekannt, ein Name, der später in „Bill’s Bay“ geändert wurde. Das erste Gebäude in Bills Bay war eine Ferienhütte, die 1933 von Jack McKenna, dem Manager der Mia Mia Station, gebaut und als Sommerküstenresidenz genutzt wurde. In den späten 1960er Jahren errichtete der ehemalige Chemiker Ken Ryan ein Hotel am Ufer von Bill’s Bay. Das Hotel wurde in Anlehnung an das wunderschöne Korallenriff in der Bucht als Coral Bay Hotel bezeichnet. In der Folge wurde die Siedlung als Coral Bay bekannt. Der Ruf von Bill’s Bay als Heimat der möglicherweise am einfachsten zu erreichenden, unberührtesten Korallengärten des Landes hat die Entwicklung und Popularität von Coral Bay vorangetrieben und hält bis heute an.

Die Strände von Coral Bay

In Coral Bay stehen die Strände im Zentrum. Unberührt und geschützt bieten viele der atemberaubenden weissen Sandstrände in der Umgebung kristallklares Wasser mit lebendigen Korallengärten – ideal zum Schwimmen und Schnorcheln! Der Haupstrand ist Bill’s Bay: Am Ende der Hauptstrasse durch die Coral Bay (Robinson Street) bieten die geschützten Gewässer von Bill’s Bay einen idealen Ort zum Schwimmen für Familien. Die Bill’s Bay liegt direkt vor der Haustür von Coral Bay und ist nur einen kurzen Spaziergang von jeder Unterkunft in der Stadt entfernt. Der 4 Kilometer lange Strand in Bill’s Bay ist vor den meisten Winden geschützt, sodass man fast immer ruhig schwimmen oder einfach nur sitzen und entspannen kann. Bill’s Bay ist in einer Naturschutzzone, daher ist das Angeln nicht gestattet. Schnorcheln oder ein kurzes Bad in dieser Bucht kann kaum übertroffen werden.

Nördlich und südlich folgen weitere Strände und Schnorchelreviere. Etwas weiter entfernte kann man mit 4WD-Fahrzeugen erreichen. Die gegen Norden auch zu Fuss den Strand entlang. Dazu gehört auch die Skeleton Bay, welche den Kindergarten für die Riffhaie bildet.

Den Kindergarten der Riffhaie in der Skeleton Bay wollte ich natürlich besuchen. Wie immer ging ich relativ früh los und packte gleich Maske/Schnorchel und ein Strandtuch für alle Fälle mit ein.

Skeleton Bay liegt einen kurzen und schönen Spaziergang nördlich von Bills Bay. Skeleton Bay ist ein wichtiger Teil der Maud Sanctuary Zone, da das seichte Wasser von Oktober bis März ein Aufwachsgebiet für Schwarzspitzen-Riffhaie ist. Deshalb der Name Kindergarten (Nursery). Bis zu 200 junge Riffhaie kreuzen zu diesem Zeitpunkt in den Untiefen der Skeleton Bay, in der Regel nur wenige Meter von der Küste entfernt. Diese Haie sind für den Menschen fast völlig ungefährlich, selbst wenn sie ausgewachsen sind. Daher besteht nur eine geringe Gefahr, mit ihnen zu waten oder zu schwimmen und ganz nah heranzukommen. Diese Babyhaie sind auch sehr neugierige Wesen, so dass man sogar die Chance hat, dass sie einm folgen, wenn man durch die Untiefen watet oder den Strand entlang geht.

So früh am Morgen war der Wasserstand noch tief und die Riffhaie erst etwas weiter hinten zu finden. Ich konnte ganz alleine etwa 20 Haie um mich herum schwimmen lassen. Sie hatten aber grossen Respekt und düsten bei der kleinsten Bewegung mkg einer kleinen Sandwolke weg. Es kamen mit der Zeit immer mehr Leute. Mein Versuch, ob die Haie näher kommen, wenn man schorchelt, war nicht erfolgreich. Man müsste wohl völlig regungslos im Wasser liegen.

Das Erlebnis war unglaublich berührend. Diesen schon ziemlich grossen, jungen Haien beim Spielen zuzusehen.

Skeleton Bay ist ein wunderbar friedlicher, abgeschiedener Ort, der jedoch ungeschützt vor starken Winden ist und oftmals sehr windig ist, selbst wenn der Stadtstrand von Coral Bay an der Südseite von Bill’s Bay ruhig und windstill ist. Am südlichsten Ende der Skeleton Bay umschliesst eine niedrige, gerade Felswand teilweise ein sehr flaches Becken. Dies ist als das Aquarium bekannt. Die Felswand verläuft unter Wasser in einer geraden Linie parallel zum Strand etwa auf halber Höhe der Bucht und beherbergt alle Arten von Fischarten.

Durch das Aquarium watend konnte ich viele kleinste Fische beobachten. Auch ein blaugepunkteter Rochen flog durch das flache Wasser. Die Bucht bot auch die Gelegnheit wunderbare Fotos von den Dünen, dem türkisen Wassef und von Coral Bay zu machen. In einem so friedlichen Ambiente kann man wunderbar die Seele baumeln lassen.

Da Schnorchel und Schwimm-T-Shirt schon mal nass waren, bin ich mich in Bill’s Bay gleich noch schnorcheln gegangen. Nur wenige Meter hinter der Sandbank fängt das Korallenparadies an. Im sehr klaren Wasser kann man die unterschiedlichsten Korallenarten bewundern. Es hat sehr viele kleine und grosse Fische, die von einem keine Notiz nehmen. Ein grosser Fisch hat in einer Kalkwolke Korallen abgeknabbert und hat sich von mir nicht stören lassen. Ein Kofferfisch stand ruhig im Wasser. Ohne Wellen und Strömung kann man in aller Ruhe über diese Welt schweben. Bis einem dann doch etwas kühl wird.

Zurück beim Campervan habe ich mir einen kleinen Lunch im kühlen Schatten zubereitet. Mit dem Beach Chair bin ich dann nochmals an den Strand, habe mich im Windschatten des Stuhls (bei 35°) etwas aufgewärmt. Und bin dann nochmals bei höherem Wasserstand schnorcheln gegangen. Nachmittags war aber die Sicht im Wasser leicht getrübt. Hat aber trotzdem Spass gemacht.

Nach so viel Schnorcheln sind wir dann zu Dritt (meine Nachbarn vom Yardie Homestead) in Bill’s Restaurant essen gegangen, eine der drei Gaststätten des Ortes. Hat geschmeckt und wir hatten richtig viel Spass mit der neuen, sehr hellen Taucherlampe… Wenn auf Satemlktenbildern eine Lichterscheinung auftaucht, dann waren wir das. Vielleicht aber auch nur einer der Blitze der Regenfront im Meer draussen.

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