Purnululu NP: Die beeindruckenden Schluchten und die gestreiften Bergformationen der Bungle Bungle Range erkunden und dafür 28 Bäche auf einer abenteurlichen Piste durchqueren!

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Freitag und Samstag: Zwischenstopp in Halls Creek

Um mal zwei Tage lang etwas weniger Staub zu schlucken und zu wischen, habe ich zwei Nächte (Freitag und Samstag) im Transit Camping des Kimberley Hotels gebucht. Halls Creek ist ziemlich speziell. Alle Läden, Häuser und auch das Kimberley Hotel sind sehr stark abgesichert. Ich habe als erstes vollgetankt und dann im IGA alles Notwendige für zwei Tage in Halls Creek und die drei Tage offgrid im Purnululu NP gekauft.

Zum Einchecken im Kimberley Hotel musste man das Auto draussen abstellen und dann zu Fuss an der Rezeption innerhalb des umzäunten Geländes den Badge abholen. Mit diesem konnte man dann das grosse Schiebegitter der Einfahrt in Bewegung setzen.

Gegenüber der vier Camper-Sites des Kimberley Hotels waren viele LKW geparkt und einer oder zwei wurden durch ein paar fahrende Mechs repariert. Das gab dann abends noch ein offeriertes Feierabendbier mit den Arbeitern.

Nachmittags ging ich zum Pool, aber das Wasser war kalt und die Liegen extrem unbequem. Bei Sonnenuntergang ging ich in die Sportsbar des Hotels etwas Essen und gehörte als Weisser komplett zur Minderheit. Da am Freitag ab 8pm Disco ist, warteten viele Aboriginals der Umgebung etwas aufgebretzelt auf deren Öffnung. Das war eine lustige Stimmung und ich konnte mich am langen Tisch mit 4 fahrenden Lehrern (davon drei indigen) gut unterhalten. Das Essen war sehr gut und bezahlbar (inklusive einem Glas Cola), das Pint Bier ab Zapfhahn nach dem Essen war aber mit $18 extrem teuer. Ich war schon vor 20 Uhr wieder im Camper und habe die Disco nicht miterlebt. Abends gab es dann noch ein paar wenige Feurwerkraketen und in der Ferne etwas Musik. Ansonsten war es sehr ruhig

Und am Samstagmorgen ab wahrscheinlich 4 Uhr sind wohl alle Bauarbeiterautos und Lastwagen losgefahren. Ich habe aber nur ein oder zwei Fahrzeuge gehört und ansonsten geschlafen. Ich war beim Auftstehen ganz baff, dass nur noch die Reparatur-Jungs auf dem Platz waren. Der Motor des reparierten LKW lief wieder. 

Ich war dann tagsüber an der 50km entfernten Palm Springs an der Duncan Road. Nach 20km Bitumen kommen 25km (fast fertige) Baustelle mit Gravel durch schönes Gelände. Ich fragte mich, warum die kurvige Strasse so breit ausgebaut wird. Die Projektseite sagt (siehe Box unten), dass der Grund die Erreichbarkeit der Gemeinde Yaruman, die Rinderfarmen und das Browns Range Rare Earths Project seien.

Die Duncan Road und die Gordon Downs Road sind die Hauptverbindungen zwischen Halls Creek und der Gemeinde Yaruman (Ringer Soak). Sie bieten ausserdem Zugang zu Rinderfarmen und dem Browns Range Rare Earths Project.

Die Ausbaumaßnahmen umfassen die Verbesserung der Strassenqualität und der Entwässerung, die Asphaltierung einiger Abschnitte sowie den Bau und die Abdichtung von Hochwasserentwässerungsrinnen. Dadurch sollen Strassensperrungen während der Regenzeit reduziert und die Erreichbarkeit der Gemeinde Yaruman verbessert werden.

Das Projekt wird von Main Roads in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Halls Creek geleitet.

Die Sanierungsarbeiten an der Gordon Downs Road und dem südlich der Hügel gelegenen Abschnitt der Duncan Road bis zur Einfahrt nach Yaruman (Ringer Soak) sind abgeschlossen.

Ab Mai 2026 führt die Straßenbaubehörde (Main Roads) Sanierungsarbeiten an der Duncan Road im Hügelabschnitt durch.

Die Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit umfassen:

  • Optimierung der Straßenführung im Hügelabschnitt zur Verbesserung der Sichtverhältnisse und der Verkehrssicherheit.
  • Darüber hinaus werden die Straße verbreitert, CSP-Durchlässe installiert und die Beton-Hochwasserentlastungsrinnen, darunter eine in der Nähe von Old Halls Creek, verbreitert.
  • Intensiv zu befahrende Abschnitte, einschliesslich einiger Aufbrüche, werden neu mit Fahrbahnplatten versehen.

Die Arbeiten werden voraussichtlich Ende 2026 abgeschlossen sein.

Abgeschlossene Arbeiten an der Duncan Road:

  • 60km Schotterstraße auf Schwarzerde-Ebene westlich der Gordon Downs Road wurden saniert und neu asphaltiert;
  • Durchlässe wurden installiert und Hochwasserentwässerungsrinnen abgedichtet, darunter auch grössere Bäche wie der Johnston River;
  • Viehgitter wurden installiert und Zufahrten abgedichtet; und
  • Die Beton-Hochwasserentwässerungsrinne am Black Elvire River wurde verbreitert.

Der Aufenthalt bei Palm Springs war sehr lauschig. Wieder einmal habe ich die vielen Fische gefüttert und konnte zwei kleine Schildkröten beobachten. Nach dem Lunch hatte ich auch noch etwas Zeit zum basteln und konnte etwas recherchieren, warum die Rückfahrkamera meines Campers nicht automatisch mit der Zündung ein- und ausgeschaltet wird. Den Grund kenne ich jetzt (an der 12V-Verteilerbox wird immer 0V Zündungsspannung gemessen), die Ursache aber kenne ich immer noch nicht. Dafür habe ich die Scripte der Szenen im Renogy One etwas ergänzt, sodass ich auf dem Bildschirm die Kamera einschalten kann und beim „Home“ Script die Kamera ausgeschaltet wird.

Auf dem Rückweg habe ich noch Old Halls Creek kurz besucht: Dort in der Nähe wurde am 14. Juli 1885 das erste Gold in WA gefunden. Die Überreste waren aber nicht sehr berauschend.

Die weiteren Sehenswürdigkeiten China Wall und Valentine Springs habe ich jedoch ausgelassen, es war einfach zu heiss.

Ich staune immer wieder, dass doch einige 4WD, sogar mit grossen Caravans, die Duncan Rd zwischen Halls Creek und dem Victoria Hwy nutzen. Die Tanami wird ja sowieso von vielen befahren, die ist ja bald durchgehend befestigt. Ich bin zufrieden, dass ich den langen Abstecher zum Wolfe Crater über die Tanami nicht gemacht habe.

Heute Samstag bin ich fast ganz alleine auf dem Platz, keine LKW und Arbeiter mehr. Nur ein zweiter Camper ist jetzt angekommen. Am Tor habe ich ein Schweizer Paar mit Britz Adventure Camper getroffen, die sind aber nicht auf dem Camping aufgetaucht. Die haben sich wohl mit Töfffahrern mit Schweizer VD Nummer getroffen und eine Cabin des Hotels genommen.

Am späten Nachmittag kam dann wieder die Gruppe mit dem defekten LKW an. Der eine LKW war noch immer defekt und einer der Arbeiter sagte mir, dass sie nun am Sonntag für die Reparatur nach Broome fahren würden.

Am Samstag Abend habe ich nochmals die Sportsbar besucht und mir ein Beef Curry genehmigt. Heute kriegte ich für das selbe Geld eines Cola-Glases gleich eine Literflasche Cola und ein Glas mit Eis. Das nenne ich eine nette Geste, wenn an der Bar so kundenorientiert gehandelt wird.

Sonntag: Fahrt zum Purnulu NP

Am Sonntagmorgen bin ich früh aufgestanden. Die Sonne geht ja schon um 6 Uhr auf, da Halls Creek so weit im Osten in.der WA-Zeitzone ist. Ich habe an der Tankstelle die gestern auf den 80km verbrauchten 10 Liter nachgetankt, damit der Sprit zu den Bungles und danach sicher bis zum Warnum Roadhouse reichen wird. Im Laden habe ich noch zwei Viererpack Brötchen gekauft, damit ich die nächsten 3 Tage sicher nicht verhungere.

Der Purnululu-Nationalpark gehört aus gutem Grund zum UNESCO-Welterbe! Als Besucher kann man die 350 Millionen Jahre alten, gestreiften Sandsteinkuppeln der Bungle Bungle Range bewundern oder entlang uralter Bachbetten und durch beeindruckende Schluchten wandern, die sich am späten Nachmittag in ein goldenes Paradies verwandeln.

Nur mit dem Geländewagen kann man den Park in der Trockenzeit von April bis November (wetter- und strassenabhängig) besuchen. Man kann auf einem der beiden Campingplätze im Park übernachten.
Als Alternative bieten auch einige private Anbieter Touren und Übernachtungen im Park an. Es hat mehrere private Resorts und einen Landeplatz im Park.

Das Purnululu-Besucherzentrum bietet die Möglichkeit, um mehr über den Park zu erfahren, ein Souvenir zu kaufen und den freundlichen Mitarbeitern Fragen zu sellen.

Der Park ist 304km von Kununurra und 160km von Halls Creek entfernt. Er erstreckt sich über eine Fläche von 239’723 Hektar und liegt zwischen dem Purnululu-Naturschutzgebiet und der Ord River Regeneration Reserve.

Die Bungle Bungle Range erstreckt sich über beeindruckende 45’000 Hektar und ist bekannt für ihre markanten, geschichteten Sandsteinkuppeln und dramatischen Schluchten. Es gibt 14 Wanderwege, die sich auf zwei unterschiedliche Gebiete verteilen: den nördlichen und den südlichen Teil der Bergkette. Jeder Bereich bietet eine einzigartige Landschaft und ein besonderes Erlebnis.

Im Norden erwarten den Besucher lichte Wälder und Spinifex-Hügel sowie versteckte Schluchten und hoch aufragende, mit Livistona-Palmen bewachsene Klippen. Zu den Höhepunkten dieses Gebiets zählen die Echidna Chasm, die Mini Palms Gorge und das Homestead Valley.

Im Süden befinden sich die ikonischen, bienenkorbförmigen Kuppeln sowie die beeindruckende Cathedral Gorge und der Piccaninny Creek. Dieser Teil der Bergkette präsentiert die dramatischen geologischen Formationen, die die Bungle Bungles weltberühmt gemacht haben.

Die Grösse des Parks sollte man nicht unterschätzen. Er erstreckt sich über 47km (80 Autominuten) von seinem nördlichen zum südlichen Ende. Mindestens zwei Übernachtungen sollte man einplanen, um diesen unglaublichen Ort in Ruhe zu erkunden und zu geniessen.

Die 100km bis zum Abzweiger in den Purnulu Nationalpark waren ereignislos. Am 24h Rest Stop beim Abzweiger habe ich den Reifendruck reduziert und bin dann in den berüchtigten Spring Creek Track abgebogen. Die 53km bis zum Visitor Centre gelten als die schlechteste Strasse Australiens. Die Strasse windet sich kurvig und vielfach steil und felsig über Hügel und durch Creeks inklusive 10 Bachquerungen, wovon die erste schon ganz schön felsig und zwei weitere ziemlich tief sind. Wenn es mal flach und übersichtlich wird, kann man sich nicht lange freuen, denn dann kommt meistens heftiges Wellblech. Nach gut 25km kommt der einzige kleine Rest Stop, wo ich mal etwas durchatmen und etwas Wasser trinken konnte.

Nach gut 2h bin ich beim Visitor Centre angekommen und nach weiteren 5km mit Korrugationen und einer Bachquerung bin ich im schönen Kurrajong Campground angekommen und habe mir ein schattiges Plätzchen unter den vielen Bäumen gesucht. Es waren nur wenige Plätze belegt und ich genoss den Schatten. Am späteren Nachmittag habe ich noch den kurzen Kurrjaong Trail gemacht und die sehr abwechslungsreiche Gegend im abendlichen Licht genossen. Von den Aussichtspunkten sieht man wunderschön die verschiedenen Landschaftsformen und die verschiedenen Pflanzenarten. Und auf einem Bild sieht man richtig gut, wo mein Womo in der Wildnis steht.

Der Kurrajong-Trail ist ein 1.1km langer Rundweg, der über felsiges, unebenes Gelände mit sanftem Gefälle zum Gipfel eines Kalksteinrückens führt. Informationstafeln am Wegesrand erläutern die verschiedenen Pflanzengesellschaften und ihre traditionelle Nutzung durch die Gija- und Jaru-Völker für Nahrung, Medizin und Werkzeuge. Vom Gipfel des Kalksteinrückens bietet sich ein atemberaubender Panoramablick auf die Bungle-Bungle-Bergkette und die umliegende Ebene.

Da der Trail in der Nähe des Campingplatzes liegt, ist er auch für Fotografen, die Sonnenuntergangsaufnahmen machen möchten, leicht zugänglich.

Montag: Besuch der nördlichen Schluchten Mini Palm Trees und Echidna Chasm

Am Montagmorgen bin ich früh aufgestanden, denn es sollte heute mit 34° wieder ganz schön warm werden. Ich wusste, dass ich dieses Mal sehen wollte, wie nach 11 Uhr die Sonne in die Echidna Chasm scheint.

Eine Landschaft von globaler Bedeutung

Der Purnululu-Nationalpark wurde 2003 unter zwei Kriterien in die Liste der UNESCO-Welterbe aufgenommen. Die ersten Kriterien „Bereich von aussergewöhnlicher natürlicher Schönheit und ästhetischer Bedeutung“ erfüllten die bienenstockförmigen Türme, die in ihrer Grösse, Ausdehnung, Grösse und Vielfalt überall auf der Welt konkurrenzlos sind! Die zweiten Kriterien für „herausragendes Beispiel, das wichtige Stadien in der Geschichte der Erde darstellt, wurde erfüllt, da die Bungle-Bungles mit Abstand das mit Abstand beste Beispiel für Kegelkarst in Sandstein sind.

Die Bungle Bungle-Range

Die unglaubliche natürliche Schönheit und der herausragende geologische Wert der Bungle Bungle Range begannen ihre Reise vor 360 Millionen Jahren, als Sand und Kies in das Ord-Becken abgelagert wurden. Heute, nach Jahren der erosiven Kräfte und der Erhebung des Landes, bleibt uns eine ikonische Landschaft wie keine andere auf der Welt. Am bekanntesten sind die bienenstockförmigen Kuppeln und ihre grauen und orangefarbenen Streifen. Die grauen Bänder werden von einem alten, einzelligen Organismus namens Cyanobakterien gebildet, der an Gebieten wächst, in denen sich Feuchtigkeit ansammelt. Die orangefarbenen Bänder sind Eisenoxid-Sandstein, der zu schnell trocknet, als dass die Cyanobakterien überleben können.

Pflanzen und Wildtiere

Die Bungle Bungle-Range ist nicht nur einzigartig für ihre vielfältigen Landschafts- und Sandsteinformationen, sondern auch für ihre Flora und Fauna, von denen einige im Park endemisch sind. Im Purnululu National Park wurden mehr als 600 Pflanzenarten registriert. einschließlich Bäume, Sträucher, Gräser und Farne. Der Park ist ein Biodiversitäts-Hotpot für Spinifex, der zu der höchsten Artendichte in Australien führt. Dreizehn verschiedene Arten sind im Park zu finden, von denen eine in der Region endemisch ist – Triodia Bunglensis.

Die Bungle Bungle-Range beherbergt auch mehr als 140 Vogelarten, 85 Reptilien, 32 einheimische Säugetiere, 12 Froscharten und sogar Süsswasserkrebse. Im Park sind Gouldian-Finken zusammen mit zwei seltenen Reptilienarten zu finden.

Also bin ich als erstes um 07:30 vom The Bloodwoods Parkplatz entlang des Escarpments gegangen und habe dann abwechslungsreichen Track in die Mini Palms Schlucht genommen. Zuerst geht am entalng des Bachbetts, dann unter und über einige grosse Steinblöcke in die Schlucht mit den vielen endemischen Palmen, welche gar nicht so mini sind.
Am Schluss geht es dann über eine Leiter auf eine Aussichtsplattform, welche 2015 gebaut wurde und daher bei meinem Letzten Besuch vor 7 Jahren (2019) schon da war.

Auf dem Rückweg entlang des Escarpments habe ich dann zur Abwechslung zu den Felsen und Steinen noch ein paar farbige Blüten fotogtafiert, bis ich dann wieder beim Bloodwoods Parkplatz ankam.

Der Mini Palms Trail zählt zu den anspruchsvolleren Wanderungen im Purnululu-Nationalpark. Mit Schwierigkeitsgrad 5 erfordert dieser extreme Pfad Klettern und Überwinden von Felsbrocken, bevor man über Treppen zu einer Aussichtsplattform gelangt. Von dort aus überblickt man ein Amphitheater, das von majestätischen Felswänden umgeben ist. Die Aussichtsplattform ist der Endpunkt der Wanderung, da das Begehen des Schluchtbodens für die Öffentlichkeit gesperrt ist. Betreten des Geländes könnte die winzigen Palmen beschädigen, die die heftigen Regenfälle der Regenzeit auf wundersame Weise überstehen.

Auf diesem Pfad wandern Sie durch zahlreiche Naturmerkmale, die den Park prägen, darunter hohe, elegante Livistona-Palmen, hoch aufragende Schluchtwände, Felsbrocken aus Conlomerat und felsige Bachbetten. Der erste Teil des Weges ist recht offen, daher wird empfohlen, ihn am frühen Morgen zu begehen, um die grösste Hitze und Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Danach bin ich zum Parkplatz des Echidna Chasm gegangen. Der Weg geht in die sehr schmale und hohe Echida Chasm

Nach der Kammer ist der Weg dieses Mal leider gesperrt, man kann nicht mehr über die Felsbrocken klettern und weiter in die Schlucht rein.

Da ich fast eine Stunde zu früh für den magischen Moment, wo die Sonne in den schmalen Spalt scheint, da war. Habe ich ich halt gewartet. Es war dann faszinierend zu beobachten, wie die Sonne immmer weiter runter in die Schlucht schien und am Schluss ein schmaler Lichtstreifen durch den Spalt den Boden wie bei einee Sonnenuhr durchwanderte.

Die Echidna Chasm ist eines der vielen Highlights im Weltnaturerbe Bungle Bungle Range im Purnululu-Nationalpark. Hohe Livistona-Palmen bilden eine spektakuläre Kulisse am Eingang der Schlucht. Weiter im Inneren des Gebirges ragen die Schluchtwände bis zu 200 Meter hoch, stellenweise sind sie nur einen Meter schmal.

In der Hauptkammer der Schlucht erwartet Fotografen ein wahres Paradies: Das sich ständig verändernde Licht spiegelt sich in den Felswänden. Mittags dringt die Sonne in die Schlucht ein und taucht sie in ein unglaubliches Goldgelb. Je nach Jahreszeit ist die Zeit zwischen 11 und 13 Uhr ideal zum Fotografieren.

Der Weg ist kurz, weist aber felsige Abschnitte auf, die etwas Kletterei erfordern. Hinter der Hauptkammer der Schlucht steigt der Schwierigkeitsgrad auf 5, da Felsbrocken überwunden werden müssen, die drei Kontaktpunkte erfordern.

Am Ende des Echidna Chasm Trails bin ich dann noch die kurze Strecke zum Osmand Lookout gegangen und habe nochmals die Aussicht in alle Richtungen und die sehr unterschiedlichen Landschaftsformen und Pflanzenbewuchse bewundert.

Der Aussichtspunkt Osmand Lookout ist vom Parkplatz Echidna aus nach einem kurzen, etwa 1km langen Rundweg zu erreichen. Er liegt auf einem Bergrücken mit Blick auf die uralte und zerklüftete Osmand-Bergkette und bietet einen atemberaubenden Ausblick auf die Landschaft rund um den Purnululu-Nationalpark. Die Osmand-Bergkette beherbergt einige der ältesten Gesteinsformationen der Kimberley-Region; manche der Hügel, die man von hier aus sieht, sind zwei-, drei- oder sogar viermal so alt wie die Bungle-Bungle-Bergkette.

In der Osmand-Bergkette gibt es permanente Wasserstellen, die von tiefen Quellen gespeist werden und das Gedeihen seltener Monsunregenwälder ermöglichen. So haben sich wichtige aquatische Ökosysteme entwickelt, die die Tierwelt während der Trockenzeit unterstützen, wenn im Park sonst kein Wasser zu finden ist.

Damit hatte ich, ausser dem Homestead Valley Trail und dem kompletten Escarpment Trail (welcher auch noch zu Echidna Chasm geführt hätte), alle Trails im Norden gemacht.

Der Homestead Valley Trail ist ein mittelschwerer, 4.4km langer Rundweg, der am Parkplatz Bloodwoods beginnt. Von dort ist es nur ein kurzer Fußweg bis zum Abzweig ins Homestead Valley. Der Weg führt zunächst durch lichte Wälder und folgt dann dem ausgetrockneten Bachbett tiefer ins Tal hinein.

Am Ende des Weges befindet sich ein schattiger Rastplatz mit Blick über das Homestead Valley.

Der Escarpment Trail führt Sie durch lichte Wälder und Spinifex-Haine entlang der Bungle Bungle Range im Purnululu-Nationalpark, die zum Weltnaturerbe gehört. Der Weg ist der Sonne ausgesetzt und führt über ausgetrocknete, unebene und steinige Bachbetten.

Er verläuft zwischen dem Parkplatz Echidna und dem Parkplatz The Bloodwoods und verbindet alle dazwischenliegenden Wanderwege (Echidna Chasm, Osmand Lookout, Mini Palms, Homestead Valley und The Bloodwoods). Wenn Sie alle verbundenen Wege erkunden, kann dies eine bis zu 18km lange Rundwanderung sein.

Nach diesen Erlebnissen bin ich wieder zurück auf den Kurrajong Campground gefahren, habe wieder die selbe Site bezogen und das Solarpanel aufgestellt. Die Batterie war rasch wieder auf 100% augeladen und Starlink durfte ununterbrochen laufen. Heute hatte ich hier an diesem Platz gar keine Nachbarn mehr. Nach dem Outdoor-Lunch haben mich mal wieder die kleinen Zebrafinken unterhalten. Denen schaue ich noch zu gerne zu, wie sie leise zirpend den Boden nach Samen absuchen.

Dienstag: Besuch der gestreiften Felsformationen und der Schluchten im Süden

Am nächsten Morgen bin ich nochmals sehr früh aufgestanden, denn die Fahrt vom Kurrajong Campground zum südlichen Piccaninni Parkplatz ist ziemlich lang und geht über hälftig korrugierte Piste und drei Wasserquerungen.

Ich bin somit schon um 07:30 auf dem Parkplatz angekommen.

Ich hatte mir vorgenommen alle Wege zu den POIs zu gehen, ausser den Whip Snake Gorge Trail, welcher eine zusätzliche 4km (1.5h) Wanderzeit bedeutet hätte. Das wäre mir dann zu warm und zu lang geworden.

Die Whip Snake Gorge ist mit 10km (Hin- und Rückweg) einer der längeren Wanderwege im Purnululu-Nationalpark. Diese anspruchsvolle Wanderung folgt dem sandigen und unebenen Bachbett des Piccaninny Creek. 400m hinter der Abzweigung „The Window“ befindet sich die Abzweigung zur Whip Snake Gorge. Nach dem Abbiegen nach links führt der Weg tief in die Schlucht hinein, bis man das schattige Amphitheater erreicht, das von Vegetation wie Felsenfeigen, Eukalyptusbäumen, Farnen und Moosen bewachsen ist.

Da das Bachbett entlang dieser Wanderung der Sonne ausgesetzt ist, empfiehlt es sich, früh morgens zu wandern, um die pralle Sonne über dem Piccaninny Creek zu vermeiden.

So bin ich zuerst die 3km des weitesten entfernten The Window Trails durch das ausgewaschene Bachbett des Piccaninny gegangen. Die Furchen und Pfannen des Flusses sind ganz schön beeindruckend und heizen sich schon am Morgen ziemlich auf.

The Window war dann etwas weniger beeindruckend, als ich mir vorgestellt hatte.

Der anspruchsvolle, 6km lange Rundweg „Window Trail“ beginnt am Parkplatz Piccaninny und folgt dem sonnenbeschienenen, sandigen und unebenen Bachbett des Piccaninny Creek. Die grossen Strudellöcher im Bachbett entstanden durch Steine, die über unzählige Regenzeiten in Wasserwirbeln gefangen wurden. Folgen Sie den Schildern bis zur Abzweigung, die Sie zu einer markanten Sandsteinformation mit einem natürlich entstandenen Fenster führt.

Bitte klettern Sie nicht auf das Fenster, da der Sandstein sehr empfindlich ist.

Aber ich war mir nun ganz sicher, dass ich die weiteren 4km hin und zurück in die Whip Snake Gorge definitiv nicht mehr angehen würde.

Daher ging es nun durch das imposante Bachbett ein ziemliches Stück zurück zum Abzweiger des Creek Lookout Trails. Der Pfad geht ein ziemliches Stück an den faszinierenden Felsformationen vorbei immer höher, bis der Weg mit einem Geländer um die Ecke biegt und man in der Höhe auf einem natürlichen Balkon mit Geländer steht und die Aussicht auf die Ebene mit den vielen „Bienenkörben“ geniessen kann. Hier stand ich vor sieben Jahren (2019) auch schon mal und habe die Aussicht zusammen mit einer Reisegruppe genossen. Dieses Mal konnte ich diese Aussicht ganz alleine in mich aufsaugen, ein kleines Päuschen machen und die Vögeln in den Bäumen beobachten.

Der Creek Lookout Trail beginnt am Parkplatz Piccaninny und führt dann in den Piccaninny Creek hinein. Der Pfad verläuft in der Sonne über ein unebenes und stark erodiertes Bachbett. Achten Sie auf die parallel verlaufenden Rillen im Gestein des Bachbetts. Sie sind ein eindrucksvolles Beispiel für die Erosionskraft unzähliger Monsunregen. Mit etwas Glück finden Sie in den Vertiefungen des Gesteins Wasser, das spektakuläre Spiegelungen erzeugt. Nach 200m entlang des Piccaninny Creek führt ein Abzweig nach rechts zum Aussichtspunkt, von dem aus Sie den südlichen Teil des Nationalparks überblicken können, während sich der Piccaninny Creek durch die markanten Kuppeln schlängelt.

Danach ging es wieder zurück und an der Kreuzung rechts ab zum Cathedral Gorge. Die Wegweiserschilder sind ja extra gross, damit man sich nicht verläuft. Ich bin sicher, dass diese Ende Saison demontiert werden müssen, denn sie stehen mitten im Fluss.

Es waren viele ältere Leute einer Reisegruppe in der riesigen „Kathedrale“ am Ende des Weges. Da habe ich halt etwas gewartet, bis nur noch wenige Touristen übrig blieben, um noch ein paar Bilder möglichst ohne Menschen zu machen. Allerdings sieht man erst im Vergleich mit den winzigen Menschen, wie gigantisch diese natürliche Formation ist.

Vom Parkplatz Piccaninny schlängelt sich der sandige, unebene Pfad durch die markanten Bienenkorbfelsen und führt zwischen zwei Felswänden hinab, bevor er sich zur Cathedral Gorge öffnet. Das Wasser, das hier in der Regenzeit durch die Schlucht strömt, hat ein riesiges Amphitheater aus rotem Gestein mit einem Wasserbecken in der Mitte geschaffen (ein Weitwinkelobjektiv ist ein Muss). Die Akustik ist so gut, dass hier schon Musik gespielt wurde. Auf dem Rückweg zum Parkplatz sollten Sie unbedingt die alternative Route durch die Bienenkorbfelsen nehmen, den Domes Trail.

Dann geht es wieder das ganze Stück weg zurück an die nächste Kreuzung, wo ich den Rundweg des The Domes Trail zurück zum Parkplatz folge. Der Weg führt dann noch in eine kleines Amphitheater, welches in der Trockenzeit aber nicht sehr interessant ist. Dafür führt der Weg aber nochmals zwischen den faszinierenden Felsenformationen durch.

Der Domes Trail ist ein mittelschwerer, 700 m langer Rundweg, der beeindruckende Beispiele geologischer Erosionskräfte zeigt, die zur Entstehung der einzigartigen „Bienenkorb“-Felsformationen beigetragen haben. Die klassischen Schichten bestehen aus tonartigen Bändern, die Cyanobakterien beherbergen, welche die charakteristische graue Farbe erzeugen. Die roten Bänder entstehen durch die Oxidation von Eisen im extrem fragilen Sandstein.

Ein optionaler, 350 m langer Abstecher führt zu einem kleinen Amphitheater, das sich in der Regenzeit in ein Becken mit einem rauschenden Wasserfall verwandelt.

Am Parkplatz war ich dann volle 9km in 3.25h gewandert. Da habe mir zuerst weiteres Wasser aus dem Camper geholt und dieses im Schatten getrunken. Wieder mit Wasser aufgetankt ging es die rund 14km zum Walardi Campground, wo ich wiederum ein sehr schönes, schattiges Plätzchen fand. Mit dem faltbaren Solarpanel war die Hausbatterie dann auch sehr rasch wieder auf beruhigenden 100%. Das laute Gekreische einem grossem Schwarm von Little Corellas (Nacktaugenkakadus) war aber etwas mühsam. Irgendwann sind sie aber weggeflogen und haben schönerem Vogelgezwitscher Raum gegeben.

Ich wunderte mich ein bisschen, als ein „normaler“ LKW ankam und den Fäkalientank eines der Plumpsklos leerte. Das muss mit so einem LKW noch eine abenteuerliche Fahrt sein, als mit einem normalen 4WD PKW! Ich bewundere die Truckies, welche hier in Australien bei fast jedem Wetter über fast jede Piste das ganze Land versorgen!

Mittwoch: Die Fahrt nach Kununurra

Am Abend habe ich mich dann soweit parat gemacht, dass ich am nächsten Morgen möglichst früh losfahren konnte, um einerseits die ersten 60km mit 12 Wasserdurchfahrten in 2.5h schadenfrei fahren zu können und danach noch die 2.5h Fahrt bis nach Kununurra zu bewältigen.

Und so kam es dann auch. Am Mittwoch bin ich um 05:30 aufgestanden, da ist es ja schon hell. Um 07:30 bin ich logefahren und habe möglichst gemütlich und locker die vielen Kurven, Steigungen, Wellblech und Wasserdurchfahrten genommen. Am Rastplatz in der Mitte habe ich eine kleine Trinkpause gemacht. Die Rückfahrt war ein wenig entspannter, da ich ja wusste, was mich erwartet. Die Wellen und Bachdurchwahrten meisterte ich besser und sogar bei der letzten, sehr felsigen Wasserdurchfahrt habe ich eine bessere Linie zwischen zwei Felsen gefunden. Die letzten sehr ruppigen Kilometer mussten dann halt mit 50-55km/h durchgerattert werden. Aber es war trotzdem sehr anstrengend, eine so lange Zeit so konzentriert fahren zu müssen.

Beim 24h Rastplatz am Hwy war ich dann sehr erleichtert, dass ich die Strecke ohne Panne und ohne Schaden gut absolviert habe. Ein drittes Mal werde ich aber nicht mehr in den Purnululu NP fahren! Das Aupumpen der Reifen war also ein erfolgreicher Abschluss dieses Abenteuers.

Nach gut 50km auf dem Great Northern Hwy habe ich im Warnum Roadhouse für sehr teures Geld den Tank aufgefüllt. Nach weiteren 90km war am Doon Doon Roadhouse dann schon Mittagszeit und ich habe mir in der Kühle des Roadhouses den riesigen Doon Doon Burger schmecken lassen. Das hatte ich mir verdient!

Nach weiteren 105km und mehreren Baustellen war ich dann schon in Kununurra. Nach weiterem Auftanken habe ich im Kymberleyland Waterfront Holiday Park eingecheckt und meine schattige Site auf Rasen und mit toller Sicht auf den Lake Kununurra genossen. Was für ein Kontrast ist diese Idylle! Endlich mal wieder kein Staub! Dieser Nachmittag und der Abend waren einfach zum Relaxen gedacht. Die geplante Wäsche habe ich auf meine nächste Ankunft in vier Tagen verschoben. Ich war glücklich aber ziemlich geschafft.

Was für ein Abenteuer!

Rückblickend darf ich sagen, dass ich noch vor ein paar Tagen nicht gedacht hätte, dass ich innerhalb dreier Tage 28 (!) Wasserdurchfahrten und unzählige steile Auf- und Abstiege mit meinem Camper fahren würde. Das war schon ein einmaliges Abenteuer. Und ich bin sehr zufrieden, wie mein Ranger mich mit dem 10-Gang-Automat und dem zuverlässigen und kraftvollen 4×4 über diese recht anspruchsvollen Strecken bringt. Im Consulting Sprech hätte man wohl von einem „growth mindset“ gesprochen. Die Leute staunen, was ich mit meinem Womo alleine alles erkunde und erlebe!

Die beiden Campgrounds im Purnululu NP sind auch wunderbar mit ihren schattigen Bäumen und der Nähe zur Natur. Wenn die Auslastung der Campgrounds so tief ist wie dieses Mal, hat jeder Camper ein richtig grosses, schattiges Reich für sich.

Und die vielen Gorges und Trails und die faszinierenden geologischen Formationen zu erkunden, ist schon (fast) einzigartig.

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