Rundwanderung durch’s Listland: Heide, Watt, Strand und Wanderdüne

Heute kann sich das Wetter nicht so recht entscheiden ob der Himmel bei etwa 16°C grau bleiben soll oder ob ab und zu die Sonne durch eine Wolkenlücke scheinen darf. Auf jeden Fall ist wieder einmal die (dünne, aber effektiv windabweisende) Daunenjacke angesagt! Bei solchem Wetter bietet sich als Abwechslung eine kleine Rundwanderung an, denn die tägliche Strandwanderung, so schön diese auch sind, wird langsam zur Routine.

Ich habe für heute die 10km lange Rundwanderung zwischen Lister Hafen und dem Weststrand durch das Listland (auch bekannt als WWF Tour Sylt: Listland – Heide, Watt & Wanderdüne) entschieden.

Die Wanderung startet am Parkplatz des Lister Hafens, wo man am Morgen meistens noch einen der zahlreichen kostenlosen Parkplätze ergattern kann. Um 10 Uhr war der Parkplatz fast komplett leer! Hier hat auch der Bus aus Westerland seine Endstation. Neben dem empfehlenswerten Erlebniszentrum Naturgewalten, geht man auf direkt am Meer entlang und passiert dann auch direkt am Wasser am Hotel Strand und an der Wattenmeerstation Sylt vorbei.

Danach hat man das bebaute Gebiet verlassen und es geht durch ein paar niedrige Dünen am Meer entlang. Rechterhand über das Meer sieht man in einiger Entfernung den rot-weissen Leuchtturm des Ellenbogens, links sieht man noch die Häuser von List. Nach etwa 500 Metern erreicht man den asphaltierten Deich, welcher unmittelbar am Königshafen entlang führt. Hier bläst einem der kühle Westwind entgegen; den Damm teile ich mit mehreren entgegenkommenden Gruppen von Jugendlichen aus der Jugenherberge, die in entgegengesetzter Richtung zum Hafen wollen, sowie mit ein paar weitereren Wandererpaaren. Mein Blick schweift weit über den Königshafen bis zum Ellenbogen oder nach links über ein kleines Gewässer (den Lister Koog) mit verschiedensten Vögel bis zu den grossen Dünen, welche sich immer stärker in’s Blickfeld drängen.

Nach knapp 4km führt der Weg über die Strasse (K121). Nun sieht man auch schon die recht abseits gelegenen Gebäude der Jugendherberge (ehemalige Kasernen). Auf dem Radweg geht es kurz daran vorbei, und dann schon wieder über die Strasse auf die andere Seite. Nun sieht man schon die etwa 500m entfernte Mautstation am Ellenbogen. Da der Ellenbogen in Privatbesitz ist, müssen motorisierte Fahrzeuge Eintritt bezahlen. Von der Mautstation gehe ich direkt zum hoch gelegenen Aussichtspunkt auf dem Ellenberg. Hier hat man einen fantastischen Rundumblick in alle Himmelsrichtungen.

Leider wurde die Bohlentreppe runter gerade erneuert, daher konnte ich nicht den Bohleweng runter zum grossen Parkplatz (kostenpflichtig) und zur Wonnemeyer Weststrandhalle nehmen. Dort könnte man eine erste Rast einlegen und/oder den Weg zum Weststrand nehmen. Sogar hier wird die Gästekarte beim Übergang zum Strand kontrolliert. Zurück nehme ich daher den selben Abstieg, der hinunter zur Mautstation führt. Von dort geht es dann wieder den selben Weg bis zur Jugendherberge zurück. Dort biegt man rechts in die Strasse zwischen den Häusern ein und folgt am Ende der Gebäude dem Weg links Richtung Zeltplatz und Dünen. Beim Zeltplatz führt der Weg dann rechts mitten in die Dünen. Das ist eine wunderbare Wegstrecke, von der ein Bohlenweg nach rechts in die Höhe zu einem weiteren Aussichtspunkt, dem Jensmettenberg, führt. Hier begeisterte mich trotz des kühlen Windes der Ausblick über das weite Dünental zu den grossen Wanderünen. Das Weiss der Wanderdüne hebt sich klar von der dunklen Dünenheide ab. In die andere Richtung sind wiederum List und der Ellenbogen zu sehen, noch weiter weg ist die Küstenlinie von Römö zu erkennen.

Der Bohlenweg führt nun wieder hinunter zur Strasse am Ortseingang. Da es inzwischen Mittag ist und sich ein kleiner Hunger bemerkbar macht, nehme ich die Strasse(n) nach Links durch das Wohngebiet von List zum Hafen und zu Gosch List (der nördlichsten Fischbude Deutschlands – wer die Bilder auf den beiden verlinkten Beiträgen studiert, wird ein gewisses Wachstum der „Fischbude“ erkennen…). Wer mit dem Bus zurückfahren will, kann auch rechts entlang der Strasse bis zum südlichen Ortseingang gehen: Bis zum Gebäude der Kurverwaltung mit seinem markanten Dachtürmchen und der grossen Uhr und dort nach rechts den Bohlenweg in die Dünen nehmen und dann entlang der Dünenstrasse zur Listlandstrasse, wo der Bus nach Westerland hält. Ich mache aber einen ausgedehnten Lunchbreak und gönne mir ein Schollenfilet mit Bratkartoffeln und ein grosses (alkoholfreies) Bier. Da die Sonne scheint, lasse ich mir diese Mahlzeit draussen schmecken. Das war sehr lecker, aber auch eine ziemlich ansehnliche Portion Fisch – mit einem entsprechenden Preisschild!

Der Verdauungsspaziergang zum Hafen (die Einfahrt der Syltfähre beobachten),und danach durch die alte Tonnenhalle bis zum Auto war ziemlich kurz, daher kämpfte ich etwas mit meinem zu vollen Bauch bis nach Hause…

Wer zusätzlich noch den Sylter Ellenbogen erwandern möchte, der kann das auf dieser 9km langen, grossen Ellenbogenrunde machen und dabei den nördlichsten Punkt Deutschlands erleben. Wer den Ellenbogen etwas kürzer erkunden möchte, kann dies auf der 4km langen kleinen Ellenbogenrunde tun.

Der aus Dünen bestehende nördliche Sylter Nehrungshaken mit dem weit ausladenden Listland endet im Ellenbogen. Diese einzigartige Dünenlandschaft befindet sich in Privatbesitz. Die Landschaft wird geprägt von weiten, teilweise feuchten Dünentälern und dominiert von den einzigen Wanderdünen Deutschlands. Diese bis zu 25m hohen unbewachsenen Dünen wandern jährlich bis zu 6m ostwärts. So wurde auch Alt – List im Mittelalter von Wanderdünen begraben. Im Schutze der Dünen entstanden durch Meeresablagerungen grosse Salzwiesen in der Wattenmeerbucht des Königshafens. Zum Schutz dieser weiträumigen Dünenlandschaft mit den einzigartigen Wanderdünen wurde schon 1923 das Naturschutzgebiet Nord – Sylt ausgewiesen. Der Königshafen gehört gemeinsam mit der Vogelschutzinsel Uthörn zur höchsten Schutzkategorie des Nationalparks Wattenmeer. Die Insel Uthörn ist zusammen mit der südlich liegenden Lister Nehrung ein bedeutendes Brutgebiet für gefährdete Vogelarten, wie z.B. Küsten- und Zwergseeschwalbe. Zum Schutz dieser Vögel dürfen diese Gebiete nicht betreten werden. Der Lister Koog entstand 1936 durch den Bau des Mövenbergdeiches. Hier brüten zahlreiche Wasser- und Watvogel, wie Kiebitz, Rotschenkel und Brandgans, und auch viele Zugvögel wie Ringelgans oder Pluhlschnepfe finden hier ein ideales Rast- und Nahrungsgebiet.

Die beschriebene Rundwanderung auf Komoot

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