Tannum Sands und Rules Beach: Zwei idyllische Strandparadiese zwischen Gladstone und Bundaberg

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Zwischen Gladstone und Bundaberg wollte ich zwei Campingplätze etwas abseits von den grösseren Orten und möglichst in Fussdistanz zum Strand buchen. Meine Wahl ist auf den Discovery Parks Tannum Sands in der Nähe von Gladstone und auf den abgelegenen und neuen BIG4 Rules Beach Holiday Park rund 40km vor Bundaberg gefallen. In beiden Campingplätzen hatte ich schon vor ein paar Tagen jeweils 3 Nächte gebucht.

Montag: Fahrt von Carnarvon Gorge nach Tannum Sands

Die rund 440km vom Caranarvon Gorge NP nach Tannum Sands führten mic zuerst 100km zurück nach Rolleston, wo ich den Dieseltank auffüllte. So langsam habe ich auch die diversen Rabatt-Coupons und das Punktesammeln im Griff: Mit der Verkäuferin hatte ich Spass, den Discount von G’Day einzulösen und die Flybuys einzusammeln.

Dann ging es über den sehr welligen Dawson Hwy bei sehr schönem Wetter immer weiter nach Osten. Nach weiteren 140km habe einen kurzen Stopp beim Moura Apex Park am Dawson River eingelegt. Hier pflegen Freiwillige eine komplette Infrastruktur mit BBQs, Dusche (AUD 1) und WC (gratis) und Bootsrampe in den Fluss. Die Inrastruktur nutzen auch ein paar Homeless People, was ein etwas merkwürdiges Gefühl ergibt, aber ansonsten würde sich der Ort bestens für eine Übernachtung anbieten. Die Hochwassermarken am Fluss waren auch beeindruckend!

Nun war ich im Coal Country, wo in mehreren Minen Kohle abgebaut wird und mit der Eisenbahn über die Hügel der Great Dividing Range runter nach Gladstone transportiert werden. Diese riesigen Industriekomplexe mehr oder weniger mitten im Nirgendwo sind immer wieder beeindruckend. Entlang der Strecke könnte man auch den gestauten Lake Callide oder weiter östlich den grossen, gestauten Awoonga Lake und den Castle Tower NP besuchen. Ich fuhr aber den Dawson Hwy runter in die Ebene, bog dort aber nicht Richtung Gladstone sondern nach Tannum Sands ab. Das liegt südlich von Boyne Island, wo Austrliens zweitgrösste Aluminiumschmelze und Aluminium verarbeitende Industrie befindet. Da könnte man doch glatt meinen, das kann doch keine Strandparadies sein? Aber weit gefehlt: Auf den Hügeln mit steilen Strassen befindet sich ein schönes Wohnquartier mit einem Coles und wenn man an den Strand runter fährt, fängt das Paradies mit der Millenium Esplanade schon an. Noch ein kurzes Stück entlange des Wild Cattle Creek die Strasse (Sackgasse) rauf und schon ist man im paradiesischen Campingplatz. Ich habe einen tollen Platz (mit Slab) unter zwei Palmen erhalten und wurde gleich von einem Fasan mit einem grossen Rad und viel Getöse empfangen. Mein Platz war sehr nahe am Sanitärgebäude und an der Camper’s Kitchen. Links war eine grosse Rasenfläche und die nächsten beiden Plätze waren nicht besetzt. Schöner kann man es nicht haben! Ich habe mich richtig über dieses ruhige Idyll gefreut.

Dienstag und Mittwoch: Das Strandparadies in Tannum Sands geniessen

Am Dienstagmorgen habe ich dann gleich meine Strandsachen in meinen kleinen Rucksack gepackt, bin über die Strasse und direkt an den Strand des Wild Cattle Creek. Von dort bin ich gut 3km entlang der Main Beach fast bis zur Mündung des Boyne River gegangen. Es war einfach paradiesisch! Parallell zum Strand befindet sich zuerst die sehr schöne Millenium Esplanade mit BBQ-Plätzen, WCs und Duschen und Parkplätzen. Dann folgt dem Strand ein Boardwalk und Weg bis zum Ausblick bei der Boyne Mündung und entlang des Flusses wieder zurück in den Ort. Ich ging jedoch entlang des Strandes wieder zurück.

Auf der Höhe der Esplanade habe ich mir ein schon jetzt etwas schattiges Plätzchen unter den Bäumen gesucht und musste dann einfach in das wunderbar warme Wasser. Das habe ich bis am späten Mittag genossen und bin dann auf der Esplanade zurück zum Campingplatz. Dort habe ich den Rest des schwülwarmen Nachmittags im Schatten genossen.

Abends habe ich dann nochmals die Wetterprognose gecheckt. Das Wetter wird die nächsten 7-14 Tage auch entlang der Küste sehr wechselhaft mit Regenschauern, teilweise von Sturm begleitet. Daher habe ich viel mit Mila und Reta Emails ausgetauscht, ob wir uns eventuell in Hervey Bay treffen wollten, bevor sie ihren Ausflug auf K’Gari machen. Wenn ich einen Tag früher als geplant nach Hervey Bay kommen würde, könnten wir uns nach mehreren Monaten mal wieder treffen. Das letzte Mal haben wir uns im Juli in Broome gesehen!

Am Mittwochmorgen bin ich früh raus, denn ich wollte die letzten Sonnenstunden für eventuell die nächsten zwei Wochen (!) nochmals am wundervollen Strand geniessen. So ging ich schon um 07:30 fast 4km entlang des Strandes bis zur Flussmündung und wieder zurück. Das Wetter hielt sich überraschend gut und so konnte ich an meinem Lieblingsplatz auch nochmals das warme Wasser geniessen. Und ich konnte mehrere der grossen Kohleschiffe auslaufen sowie einen Rochen aus dem Wasser springen sehen. Und ich konnte mal wieder den Mücken oder Sandflies die Gelegenheit bieten, mich etwas in Arme und Nacken zu stechen oder zu beissen…

Den Nachmittag habe ich dann wieder beim Womo genossen, die Markise brauchte ich wegen der vielen Wolken (und bei etwas stärkerem Wind) später aber nicht mehr.

Ich konnte auch nochmals gemütlich ein Dinner und den Abwasch in der grossen Camper’s Kitchen machen. Und ich habe auch mal wieder den nahen Dump Point zum Leeren der Kassette genutzt.

Donnerstag: Fahrt nach Rules Beach

In Rules Beach kann man erst um 13 Uhr einchecken, da sie das Check Out auch erst um 12 Uhr ist. So war mein Plan, vor der Abfahrt den halb leeren Wassertank aufzufüllen, an der Tankstelle Diesel zu tanken und dann im Coles mal wieder einen grossen Einkauf zu machen. Da die Sonne schon um 05:30 aufgeht war ich auch heute wieder früh auf. Mein fast leerer Kühlschrank animierte mich, diesen rasch zu enteisen. Bei der relativ hohen Luftfeuchtigkeit wächst die Eisschicht relativ rasch, sodass ich alle drei Wochen eine Enteisung machen, so wie es die Anleitung vorschlägt. Das geht immer Ruckzuck.

Kurz vor Abfahrt habe ich dann noch rasch den Wassertank gefüllt. Beim Abfahren habe bei jeder Schwelle im Womo ein unübliches Plätschern gehört. Daher habe ich gleich beim Parkplatz nach der Ausfahrt angehalten und habe hinten gleich das Malheut gesehen. Ich hatte tatsächlich zum zweiten Mal (vor vier Monaten in Exmouth, siehe hier) das Womo geflutet: Der Wasserhahn an der Spüle war etwas offen, der Stöpsel im Spülbecken drin. Beim Füllen hat es natürlich nicht nur den Tank gefüllt, sondern auch die Wasserleitungen geflutet. Zum guten Glück hat es fast nur die Spüle gefüllt, die dann übergelaufen ist. Nach etwas fluchen habe ich mit vielen Handtüchern alles trockengelegt. Als das Wasser entfernt war, bin ich auf den Parkplatz der Esplanade gefahren und habe alles ordentlicher trockengelegt. So habe ich alle Schubladen und deren Inhalt, das Innere des Küchenblocks, den Boden des Campers und das Fach mit der Elektrik unterhalb der Sitzgruppe getrocknet. Nur die Polster würden dann in Rules Beach trocken werden müssen.

Warum hatte ich überhaupt den Wasserhahn nicht ganz geschlossen? Vor der Abfahrt wird immer die Wasserpumpe abgeschaltet. Seit der in Exmouth reparierten Undichtigkeit einer Wasserleitung lasse ich dann jeweils kurz den Wasserdruck am Wasserhahn der Spüle ab. Schliesse aber natürlich den Wasserhahn wieder, damit das „Exmouth-Malheur“ nicht wieder passert.

Schlussendlich hatte die Flutung jedoch viele Vorteile:

  1. Ich habe fast eine Generalreinigung gemacht, das war auf der sowieso auf der Todo Liste
  2. Ich kann nun Schubladen aushängen und habe auch im Küchenblock drinnen geputzt.
  3. Ich weiss nun, wo der Staub in den Küchenblock reinkommt: Es ist ein wahrscheinlich undicht montiertes Blech, wo dahinter / draussen wohl die Wasserpunpe sein könnte. Das Blech könnte ich später mal, vor der nächsten längeren Piste, mit etwas Panzertape dicht kriegen. Oder eine Dichtung kaufen.
  4. Ich weiss nun, wie ich den Wasserfilter wechseln kann. Hätte allerdings ein Foto machen sollen.
  5. Ich sitze mal auf der anderen Seite der Lounge. Die Polster der Lounge müssen noch trocknen. Das abnehmbare Teil war draussen im Sturm in Rules Beach rasch trocken. Das Sitzkissen war am nächsten Morgen trocken.
  6. Ich musste nicht irgendwo 90′ warten, damit ich nicht zu früh im Rules Beach Camping war (Check-In ab 1pm).
  7. Das werde ich nicht noch ein drittes Mal machen! Stöpsel raus und Wasserhahn zu! Man wird mit der Zeit halt etwas nachlässig.

Und ich konnte am Parkplatz mit einem Wingfoiler sprechen, der natürlich eine riesige Freude am Sturmwind hatte.

Nach dem Tanken und dem Grosseinkauf fing dann auch schon der Regen an. Auf der Fahrt kam mir in den Sinn, dass ich eigentlich noch einen Föhn kaufen wollte. Hatte ich aber vergessen. Der Wind und der Regen begleiteten mich auf der ganzen Fahrt nach Rules Beach. Es ist inzwischen (wie vorausgesagt) stürmisch, grau und mit 23°C recht kühl.

Ich war wegen meiner Trockenlegungsaktion dann Punkt 13 Uhr beim Campingplatz (siehe obenstehender Punkt 6). Der ist ziemlich neu und der Besitzer weist jeden neuen Gast auf seiner Site ein. So sind alle Gäste wunderbar auf dem modernen Platz verteilt. Hier ist so einsam, dass man nichts unternehmen kann, ausser an den Strand zu gehen. Wenn das Wetter schön wäre, wäre auch das ein Paradies und ich würde es unendlich geniessen. Aber bei Sturmwind und Regen ist es halt eher das Gegenteil.

Abends habe ich dann nochmals die Wetterprognosen angeschaut. Aktuell wird das Outback von QLD von Norden her mit Gewitterstürmen und viel Regen geflutet. Die Sturmsaison im Outback beginnt dieses Jahr sehr früh. Da hatte ich mit meinem Timing ja riesiges Glück: Longreach hat gestern mit 111km/h seinen Oktoberwind-Rekord übertroffen. Grosse Teile der Ostküste werden wahrscheinlich bis Ende nächster Woche (!) von Süden her mit stürmischen Winden und Regenschauern bedient.

Ich habe deshalb abends schon am Samstag (anstatt ab Sonntag) eine dritte Nacht in Hervey Bay gebucht und werde die dritte Nacht in Rules Beach nicht nutzen. In Hervey Bay habe ich das erste Mal auf meiner Reise eine Ensuite, da diese überraschend günstig ist und fast gleich viel wie eine normale Powered Site kostet. Da kann ich mich am Samstag mit M. und R. treffen, wenn sie Lust haben. Sie haben mir dann später geschrieben, dass sie ihren ersehnten K’gari-Ausflug leider wegen des Wetters storniert haben. Da werden wir uns wohl gemütlich am Sonntag zum Lunch treffen. Sie werden sich wohl ein Airbnb buchen, da ihr Fahrzeug nicht wirklich für so stürmisches und regnerisches Wetter geeignet ist.

Den ganzen Abend und die ganze Nacht hat es dann weiter gestürmt und immer wieder geregnet. Abends bin ich beim Videoschauen fast etwas seekrank geworden bei der Schaukelei des Womo. Ich habe dann aber trotzdem gut geschlafen. Es ist überraschend ruhig in meiner windschnittigen Schlafkabine.

Freitag: Bei Regen und Sturm Blogbeiträge schreiben und sich am Strand einregnen lassen

Heute Freitag habe ich den Regen genutzt und zwei Blogbeiträge geschrieben. Am späten Nachmittag wollte ich dann jedoch schon mal den Strand sehen. Ich bin losgegangen und habe die stürmische Szenerie am Strand betrachtet. Wenn das Wasser nicht so warm wäre, könnte man denken, man sei an der Nordsee gelandet. Dann hat mich jedoch ein heftiger Regenschauer zurück in das Womo getrieben. Da der Wind von der Seeseite weht, wurde ich nur hinten nass. Die Regenjacke hatte ich ja dabei und mein kleiner Rucksack hat eine Regenhaube. Auch das wird wieder trocken.

Wenn man die Wetterstatistik des BOM anschaut, sind die Höchst- und Tiefstwerte dieses Tages aber weniger schlimm als meine Schilderung vermuten liesse:

Der Blick aus den getönten Womo-Fenstern und das Prasseln des Regens auf das Womo-Dach haben halt eine etwas übertriebene Wirkung auf die Psyche.

Und zur Statistik gehört vielleicht auch, dass sich mein Husten endlich verabschiedet hat. Darüber habe ich die letzte Zeit ja genügend gejammert.

Morgen Samstag werde ich via Bundaberg nach Hervey Bay fahren. Dort werde ich auf dam gebuchten Campingplatz mitten im Ort sein. Da kann ich auch einfach mal einen Spaziergang durch den Ort oder entlang der Promenade machen. Einen Ausflug zu den Buckelwalen (Saison ist von Juli bis Oktober) oder einen teuren Tagesausflug auf K’Gari wird es bei dem Wetter wohl eher nicht geben. Aber ich muss mir überlegen, was ich mit den noch nicht gebuchten Nächten bis 27.10. anstellen werde. Eigentlich wollte ich Brisbane und Goldcoast via Outback umfahren.

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