Ich hatte schon in ein paar Dokus von den zahlreichen riesigen Dinosaurier-Fossilien gelesen und erfahren, welche im zentralen Outback von Queensland in den letzten Jahrzehnten gefunden und aufbereitet wurden. Die Fossilien stammen alle aus der Zeit vor rund 100 Millionen Jahren, wo grosse Teiles des nun sehr trockenen Inlandes Australiens von einem seichten Meer, dem Eromanga Meer, bedeckt waren. Die Fossilien stammen aus dem Urwald rund um das Meer und aus dem Meer selbst, was eine grosse Vielfalt ergibt. Die vielen Funde und auch das grosse Engagement und Produktiotivität von Freiwilligen haben auch weltweit einiges Aufsehen in Fachkreisen erzeugt. Die von teilweise privaten Initiativen in den letzten beiden Jahrzehnten eröffneten Museen, welche inbesondere den Tourismus in diesem doch recht abgeschiedenen Gebiet fördern sollten, sind auf dem sogenannten Dinosaur Trail oder der Dinosaur Experiences Australia zusammengefasst worden. Auf meiner Bucket List standen diese Fundorte und Mussen schon länger, nur waren sie halt immer viel zu weit weg.
Zur Auswahl stehen dem Besucher (gemäss Dinosaur Experiences Austraiia und Australias Dinosaur Trail durch Hughenden – Richmond – Winton):
- Flinders Discovery Center in Hughenden
- Kronosaurus Korner in Richmond
- Australian Age of Dinosaurs und Lark Quarry Conservation Park / Dinosaur Stampede bei Winton
- Riversleigh Fossil Discovery Centre in Mt Isa
- Eromanga Natural History Museum in Eromanga
Wer total auf Dinosaurier und/oder Ausgrabungen steht, der kann an den meisten Orten selber graben oder sich als Freiwilliger bei die Aufbereitung der Fossilien betätigen! Ich denke, das ist in dieser Art einmalig auf der Welt.
Nun konnte ich jedoch drei dieser Mussen auf meiner Runde durch das zentrale Outback von Queensland besuchen!
Auf meiner Route waren Hughenden, Richmond und Winton. Mt Isa hatte ich zwar schon durchfahren, das lag dieses Mal zu weit im Westen. Eromanga war zu weit im Süden.
Eromanga-Meer
Im Mesozoikum, vor etwa 140 Millionen Jahren, entstand das Eromanga-Meer. Dieses Binnenmeer bedeckte große Teile Zentral- und Ostaustraliens. Damals durchstreiften Dinosaurier das Land, und Meeresreptilien wie Ichthyosaurier und Plesiosaurier schwammen in seinen Gewässern. Das Eromanga-Meer war kein statisches Gewässer; es dehnte sich über Millionen von Jahren aufgrund schwankender Meeresspiegel aus und zog sich wieder zusammen. Diese Dynamik trug zu dem vielfältigen Fossilienbestand bei, den wir heute finden und der uns einen Einblick in eine längst vergangene Welt gewährt.
Die Schichten aus marinen Sandsteinen bildeten sich am Grund des Eromanga-Meeres und bildeten eine begrenzende Gesteinsschicht, die im Laufe der Zeit das Grosse Artesische Becken entstehen liess.Das Gebiet ist heute, haben den vielen gefundenen Fossilien, auch berühmt für Opale. Es wurden sogar auch zahlreiche opalisierte Fossilien von Meerestieren gefunden.
Das untenstehende Bild zeigt die Ausdehnung des Grossen Artesischen Beckens, welche in etwa die Ausdehnung des Eromanga-Meeres darstellen könnte.
Namensgeber für dieses Meer ist Eromanga, Australiens am weitesten vom Meer entfernte Stadt. Der Ort lag geografisch einst auf dem Grund des flachen Meeres.Die spätere Umwandlung vom Meer zum Outback
Die Umwandlung des Ozeans in das trockene Outback wurde von gewaltigen geologischen Kräften vorangetrieben. Als der australische Kontinent nach Norden driftete, kam es zu erheblicher Hebung und Erosion. Dieser Prozess führte zur allmählichen Entwässerung der Binnenmeere und zur Entstehung riesiger Ebenen und Sedimentbecken. Die einst blühenden Meeresumwelten wichen neuen Lebensräumen, darunter üppigen Wäldern und ausgedehnten Wüsten.
Die Entstehung der Great Dividing Range und anderer Gebirgszüge beeinflusste zudem das Klima und den Wasserhaushalt der Region. Diese tektonischen Prozesse prägen den Kontinent bis heute und erinnern an die Dynamik des Planeten Erde.
Die Überreste der Urmeere sind noch heute in Form von Salzseen und ausgetrockneten Flussbetten sichtbar – Merkmale einer vergangenen Ära.
Fossilien aus dem Eromanga-Meer
Kronosaurus
Kronosaurus queenslandicus ist eine Art großer, kurzhalsiger Meeresreptil, ein Pliosaurier. Er war der größte bekannte Pliosaurier. Man schätzt, dass er 8 bis 12 Meter lang war, was etwa der Größe eines Busses entspricht. Diese riesigen Meeresfleischfresser lebten im Mesozoikum im Eromanga-Meer und jagten große Fische sowie Wirbellose wie Riesenkalmare und Ammoniten.
Ichthyosaurier
Ichthyosaurier sind Reptilien, obwohl sie Delfinen ähnelten. Sie schwammen, indem sie ihre Schwänze wie Fische hin und her bewegten und nicht wie Wale und Delfine, die Säugetiere sind, auf und ab. Im Eromanga-Meer wurden Ichthyosaurier gefunden, und den Fossilienfunden zufolge könnten sie die südlichen Ausläufer als Brutgebiet genutzt haben.
Schildkröten
Eines der häufigsten Meerestiere im Eromanga-Meer war die Schildkröte Nothochelone costata . Sie ähnelte sehr den heutigen Schildkröten und erreichte eine Länge von etwa einem Meter. Sie zählt zu den bemerkenswertesten Überlebenden jener Zeit.
Ammoniten
Ammoniten sind Kopffüsser, die mit den heutigen Tintenfischen verwandt sind. Sie traten in verschiedenen Formen und Größen auf, von dem etwa lkw-reifengroßen Tropaum imperator bis hin zu Arten von der Größe einer Gartenschnecke. Ihre Fossilien sind sehr häufig und dienen als Leitfossilien zur Datierung anderer, zusammen mit ihnen gefundener Fossilien. Ammoniten starben vor 65 Millionen Jahren zusammen mit den Dinosauriern und Meeresreptilien aus.
Belemniten
Belemniten waren tintenfischähnliche Tiere, die Sepien ähnelten und vor 65 Millionen Jahren zusammen mit den Dinosauriern ausstarben. Sie waren Fleischfresser und ernährten sich von Fischen und anderen Meerestieren. Ihre Tentakel waren mit Haken versehen, und sie konnten sich mithilfe von Rückstoßantrieb schnell fortbewegen. Vermutlich lauerten sie zwischen Algen oder Felsen und schnappten blitzschnell nach vorbeischwimmenden Fischen.
Seesterne, Muscheln und Seelilien
Seelilien, auch Crinoiden genannt, sind heute nicht mehr so häufig wie vor 100 Millionen Jahren. Wie Seesterne gehören sie zu einer großen Gruppe von Meerestieren, den Stachelhäutern.
Dienstag: Ankunft in Hughenden und Besuch des Flinders Discovery Center
Da ich in Hughenden erst ab 12 Uhr im Cravan Park einchecken konnte, habe ich gleich mal das Flinders Discovery Center besucht. Wie der Name schon andeutet, ist das moderne Discovery Center der Flinders Region gewidment. Das umfasst die touristisch interessanten Ziele, die Bioregionen und ihre Agrarwirtschaft sowie natürlich auch Fossilienfunde von vorwiegend landbasierten Dinosauriern. Das Herzstück des Discovery Centers ist die Rekonstruktion eines Muttaburrasaurus Skeletts, welches in der Nähe gefunden wurde. Das Original ist jedoch in Brisbane im Museum. Einzelheiten dazu habe ich in der untenstehenden Box zusammengestellt.
Bezüglich Agrarwirtschaft war sehr interessant zu lesen, wie viele Schafe (nämlich rund 1.5 Millionen) in der Hochzeit der Wollproduktion auf dem Land gehalten wurden. Heute wird jedoch fast nur noch Rinderzucht betrieben.
Rekonstruktion des Muttaburrasaurus
Von 5 Tonnen Gestein zu einem realistischen Reptil
1963 fand der Viehzüchter Doug Langdon diesen Muttaburrasaurus auf der Roseberry Downs Station in der Nähe von Muttaburra, Queensland. Viele Einheimische sammelten Exemplare, die jedoch auf Bitte von Dr. Alan Bartholomai, dem Direktor des Queensland Museums, zurückgegeben wurden. Das Museumsteam sammelte fünf Tonnen Gesteinsmaterial von der Fundstelle, das nach Brisbane transportiert wurde – zuerst mit dem LKW nach Longreach und dann mit dem Zug nach Süden. Es dauerte viele Jahre mühsamer Arbeit, bis die Wissenschaftler des Museums die Knochen zusammensetzen konnten. Bei seiner Entdeckung im Jahr 1963 wurde der Muttaburrasaurus zum vollständigsten Dinosaurier, der jemals in Australien gefunden wurde. Auch im Flinders Shire wurden Muttaburrasaurus-Fossilien gefunden.
Schritte der Rekonstruktion
- Das ursprüngliche Skelett des Muttaburrasaurus war nicht vollständig.
- Unvollständige und fehlende Knochen wurden anhand verwandter Dinosaurier, wie zum Beispiel des Iguanodon aus Europa, rekonstruiert
- Form und Ausdehnung der Muskeln wurden anhand der Ansatzstellen an den Knochen abgeleitet. Die Muskulatur von Krokodilen und Vögeln (den nächsten lebenden Verwandten der Dinosaurier) ist ebenfalls als Anhaltspunkt nützlich.
- Verwandte Dinosaurier wie der Iguanodon haben Hautabdrücke hinterlassen, die im Gestein erhalten geblieben sind. Diese „Abgüsse“ deuten darauf hin, dass die Tiere eine schuppige Haut hatten
Draussen befindet sich dann in einem kleinen Park noch eine Skulptur von „Mutt“ sowie ein Kunstwerk von eines fliegende Dinosauriers bestehend aus Altmetall-Fundstücken.
Mit diesen ersten Eindrücken konnte ich mich auf den Lunch von der Bakery und das Einchecken um Punkt 12 Uhr konzentrieren. Ich war sicher, dass sich das Erlebnis noch steigern lässt.
Freitag: Besuch des Kronosaurus Korner in Richmond
Eigentlich wollte ich am Donnerstag die 110km nach Richmond fahren, um dort den Kronosaurus Korner zu besuchen. Ich habe dann aber entschieden, mich am Donnerstag etwas auszuruhen, um meine nicht endend wollenden Erkältung vielleicht etwas schneller loszuwerden. Die äussert sich langsam als Husten, was wohl die letzte Phase sein wird.
So habe ich am Freitag auf der geplanten Fahrt nach Winton den Abstecher nach Richmond gemacht. Das hiess 110km nach Richmond fahren, dann die selbe Strecke wieder zurück und dann von Hughenden über die SR62 die 215km nach Winton. Das waren dann ziemlich lange 440km auf teilweise sehr welliger Strasse.
In Richmond gibt es eigentlich nichts anderes zu sehen als den Kronosaurus Korner. Der hat es aber in sich und ist die Reise auf jeden Fall wert! Rund um Richmond wurden auf den Feldern sehr viele Fossilien von im Meer lebenden Tieren gefunden. Warum das so ist, erkläre ich weiter unten. Auch hier haben Freiwillige und Touristen die letzten beiden Jahrzehnte sensationelle Funde von recht vollständigen Skeletten grosser Dinosaurier gemacht.
Als erstes konnte ich im Kino einen erklärenden Film über die geologischen Abläufe der letzten 120 Millionen Jahre und zu den damaligen Tieren im Eromanga-Meer erfahren. Dann wurde die Geschichte der Funde durch einen Farmer und die Geschichte der Funde und der Rekonstruktionen zusammengefasst. Im Museum konnte ich dann die sehr beeindruckenden Fossilien und die dazugehörenden Nachbildungen mehrerer der damaligen Meeresbewohner bestaunen. So vollständig, gross und anschaulich hatte ich mir das nicht vorgestellt. In einem Nebentrakt kann man dann die Funde einer Sammlung und die Werkstatt für die Aufbereitung der Funde von aussen besichtigen.
Ich hoffe, dass ich den Bildern die richtigen Namen zugeordnet habe. Es waren einfach zu viele verschiedene Dinosaurier ausgestellt.
Ich war sehr beeindruckt von diesem Museum und den gut aufbereiteten Fossilien! Ich habe sehr viel gelernt. Da habe ich mir im Shop gleich noch zwei T-Shirts aus einer grossen Auswahl kaufen müssen, die haben nämlich nur AUD 25 pro Stück. Da habe ich halt meine Regel gebrochen, pro Monat Reise ein zusätzliches T-Shirt zu kaufen.
Wie oben schon beschrieben, war dann die lange Fahrt nach Winton ziemlich eintönig. Nach Hughenden waren die vielen ausgeprägten Wellen in der Fahrbahn die einzige Abwechslung. Auf dem einzigen Rastplatz in Stamford habe ich eine kleine Lunchpause gemacht.
Dem interessanten und schönen Winton werde ich einen separaten Beitrag widmen. In Winton werde ich zwei Nächte bleiben. Ich hatte eigentlich vorgehabt, am Samstag die (2x) 110km zum Lark Quarry Conservation Park zu fahren. Da die Strasse aber (2x) 35km unbefestigt ist und sich mein Husten eher verschlimmer hatte, braucht ich ein Ersatzprogramm. So habe ich dann auf der Webseite von Winton gesehen, dass das lokale Unternehmen Red Dirt Tours am Samstag einen halbtägigen Bus-Transfer dahin anbot. Die Touren zur Stampede fanden an anderen Tagen statt. Erst nach einigem Nachdenken habe ich dann begriffen, dass ich ja eigentich das Australien Age of Dinosaurs Musem of Natural History besuchen wollte, welches nur 25km von Winton entfernt ist. Und die Halbtagestour von Red Dirt ging genau dorthin! Das war mal wieder ein totaler Glückstreffer. So konnte ich das Womo am Samstag stehen lassen und mich gemütlich chauffieren lassen. Und ich bin nicht sinnlos in den (für mich) weniger interessanten Lark Quarry gefahren!
Samstag: Geführter Besuch des Australian Age of Dinosaurs
Am Samstag um 8 Uhr hat uns Peter von Red Dirt Tours mit dem Bus abgeholt.Wir waren nur zu fünft und ich war wieder einmal der einzige aus Übersee. Peter hatte vor der Gründung von Red Dirt Tours durch seine Frau fünf Jahre im Museum gearbeitet und war unter anderem für die Ausbildung der Guides verantwortlich. Er konnte uns also sehr fundiert nicht nur von Winton und Umgebung, sondern auch von der Geologie und dem Dinosaurier-Zeitalter auf der rund halbstündigen Fahrt zum Museum erzählen. So erfuhr ich, weshalb auf der Ebene kaum Bäume wuchsen. Das hat mit der Schwarzerde zu tun. Diese recht dicke Schicht aus schwarzer Erde trocknet in der Trockenzeit aus, verringert somit ihr Volumen und bildet bis zu 50cm tiefe Risse. In der Regenzeit nimmt die Erde das Wasser auf und dehnt sich wieder aus. Dieser Prozess hält die ganze Erdschicht seit Jahrtausenden in Bewegeung, und zwar horizontal wie auch vertikal. So können nur die flexiblen Wurzeln der Gräser überleben. Die Wurzen von Bäumen werden über die Zeit richtiggehend zerrissen. De Bewegung der Erde sieht man auch an manchem schiefen Verkehrsschield oder der ganz schön welligen Strasse an. Bäume wachsen nur dort, wo die Kanäle des Channel Country Sand, Geröll und Steine abgelagert haben und den Pflanzen die benötigten Festigkeit des Bodens bringen.
Die Bewegung der Schwarzerde ist auch die Ursache für die Entdeckung der Fossilien. Denn diese wurden von der Schwarzerde bis an die Oberfläche transportiert. Bei einem Fundort muss man daher etwa 50cm runtergraben, um die restlichen Fossilien des Fundortes zu bergen!
Das Museum ist auf einem der weit sichtbaren Mesas (Erhebungen), des sogenannten „The Jump-Up“, in sehr ansprechender Architektur gebaut. Es hat die weltweit grössten Sammlung australischer Dinosaurierknochen. Man erfährt dort (wie ich oben schon ausgeplaudert habe), wie die Knochen in der Region Winton ausgegraben und präpariert werden und anschliessend im hochmodernen Dinosaurier-Museum ausgestellt werden. Man sieht echte Knochen und professionelle Animationen, welche die Dinosaurier zum Leben erwecken.
Das Museum bietet neben den Führungen noch sehr viele weitere Experiences für alle, die ewas lernen oder beitragen möchten, an!
In unserer Tour inbedgriffen ist die ultimative Dinosaurier-Tour, welche die vier Bereiche: Labor, Sammlungsraum, Dinosaurier-Canyon und den Marsch der Titanosaurier umfasst. Passionierten Dino-Experten des Museums führten uns durch das Gelände, und Peter als Guide von Red Dirt Tours sorgte dafür, dass wir pünktlich am richtigen Ort sind – ganz ohne Stress und Wartezeiten.
Die erste Führung durch das Labor war schon mal ein Highlight. Neben dem Lagergestell mit dem Backlog der noch aufzubereitenden Funde kriegten wir Schritt für Schritt erklärt, wie der Prozess vom Fund bis fertigen Präparation ablief. Und wir kriegten erklärt, wie die Küste und Landseite des Eromanga-Meeres hier ausgesehen haben könnte. Ein riesiger, versteinerter Baumstamm zeigt eindrücklich die Dimensionen im Küstenwald auf. Wir sahen auch erste präparierte und stablisierte Fossilien und durften drei riesige versteinerte Knochen anfassen. Im hinteren Teil war dann das Labor mit vielen Arbeitsplätzen. Diese werden fast ausschliesslich durch Freiwillige besetzt, welche in ihrer Freizeit über Wochen oder Monate hier arbeiten. Wir konnten mit den Leuten sprechen, welche gerade mit ähnlichem Werkzeug, wie es Zahnärzte nutzen, am Arbeiten waren. Das war sehr interessant und lehrreich. Durch die vielen Freiwilligen ist das Museum eines der produktivsten der ganzen Welt und bringt die Wissenschaft mit ihren Funden weiter.
Die zweite Führung fand dann im Sammlungsraum statt. Wir konnten die rund 500m zur Rezeption, Shop und Café entlang der Klippe der Mesa zu Fuss gehen. Die Aussicht auf die Ebene von hier oben war beeindruckend. Im Shop und Café stand uns etwas Zeit zur Verfügung.
Dann ging es in den Sammlungsraum, in welchem zwei der grössten Funde ausgestellt sind. Wir sahen einen Film zur geologischen Geschichte des Zeitalters der Dinosaurier und zur Geschichte der ersten Entdeckung von Fossilien bis und mit zur Gründung und Bau des Museums.
Auszug aus der Geschichte des Australien Age of Dinosaurs Musem of Natural History
Die ganz Zusammenfassung der Geschichte kann man hier nachlesen.
Die Geschichte des Museum begann 1999: Beim Zusammentreiben der Schafe auf der Belmont Station nahe Winton machte Viehzüchter David Elliott eine außergewöhnliche Entdeckung: den versteinerten Knochen des damals grössten bekannten Dinosauriers Australiens (Spitzname: Elliot). Der Knochen wurde später als Teil eines riesigen Sauropoden-Oberschenkelknochens identifiziert, der einst einem Dinosaurier gehörte, der vor etwa 95 Millionen Jahren in der Gegend um Winton lebte. 2001 wurden durch das Queensland Museum Ausgrabungen vorgenommen, was 2002 zur Idee eines Museums und der Gründung einer Non-Profit-Organisation führte. 2003 wurde in Winton ein erstes Museum eröffnet. 2005 fand David Elliot weitere Versteinerungen und die folgenden Ausgrabungen brachten 17 Palletten mir Versteinerungen hervor! So ging es weiter, bis ab 2019 das Museum auf dem Jump-Up Formen annahm und schrittweise bis 2023 zur heutigen Form erweitert wurde. David Elliott wurde 2024 zum Queensland Local Hero und Australian Local Hero ernannt und 2025 für seinen Beitrag zur Paläontologie und zum Tourismus als Queensland Great ausgezeichnet. Und so findet man heute im Museum zahlreiche grosse und auch wissenschaftlich sensationelle Fossilien.
Danach wurden uns die beiden wichtigsten Exponate der Sammlung gezeigt und erklärt. Die untenstehenden Bilder des Sammlungsraums sind etwas weniger interessant als die Geschichten und Hintergründe der ausgestellten Fossilien.



Und ich darf noch ergänzen, dass die Bauten ökologisch und in herausragender architektonischer Qualität erstellt wurden. Ich staunte über die unzähligen Details, welche man entdecken konnte. Und es gibt noch ein Observatorium, welches man separat besuchen kann.
Zum sogenannten Outpost fuhren wir dann mit dem Bus. Im Gebäude können wir den Marsch der Titanosaurier bewundern. Das Museumsteam begann 2018 mit der Ausgrabung und Freilegung der am besten erhaltenen Sauropodenfährte Australiens – einer 54 Meter langen Fundstelle, die als Snake Creek-Fährtenstelle (Snake Creek Track Site) bekannt ist – und startete einen mehrjährigen Prozess der Verlegung ins Museum, um sie vor Erosion durch einen sich verändernden Wasserlauf zu schützen. Untenstehend ist ein Foto aus der Webseite des Museums, welche die originale Fundstelle unter der Schwarzerde zeigt.
Im versteinerten Matsch konnte unser Guide Wade zeigen, wo wir die Spuren des erwachsenen Sauropoden und eines vielleicht spielenden jungen Sauropoden entdecken können und wie dieser Marsch wahrscheinlich stattgefunden hat. Das war sehr beeindruckend! Im oberen Teil konnte er uns noch Spuren eines Ur-Krokodils zeigen, so wie sie heute auch noch im Boden von heutigen Gewässern zu finden sind.
Zum Schluss konnten wir dann noch selbständig den Dinosaur Canyon mit fünf Freiluftgalerien mit Dinosaurierreplikas aus Bronze begehen. Den Kreidezeitgarten ist aktuell jedoch im Umbau. Die Aussicht war fantastisch, auch wenn es langsam ganz schön heiss wurde. Ich machte mir den Spass und liess mein inneres Kind auf den leeren Blättern des Guides die auf den Schildern des Walks dargestellten Dinosaurier mit Buntstiften abzupausen. Lustig war aber auch die echte Echse welche sich auf einem unechten Dinosaurier sonnte. Wunderbar war auch die Wasserspender, wo man nicht das leicht nach Schwefel stinkende artesische Grundwasser von Winton, sondern geruchsloses und gekühltes Regenwasser in seine Wasserflasche füllen konnte…
Und so war es dann auch fast 12:30 als uns Peter mit dem Bus wieder nach Winton fuhr und weitere gute Fakten und Geschichten zur Gegend erzählen konnte. So konnte ich in einer Rinderherde auch meine ersten beiden Kamele in Australien entdecken. Für mich war dieser Besuch, besonders auch im Rahmen des Bustransfers ein total gutes Erlebnis!
Mit den drei besuchten Museen hatte ich unendlich viel über die Zeit vor rund 100 Millionen Jahren, über Dinosaurier und über die Landschaft im zentralen Outback von Queensland gelernt. So macht Reisen und Lernen extrem viel Spass!

















































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