Am Mittwoch habe ich den eher unbekannten Porcupine Gorge Nationalpark von meiner Campingbasis in Hughenden aus besucht. Die Porcupine Schlucht ist mit 27km Länge und einer Tiefe von etwa 120m mitten in der Svannenlandschaft sehr beeindruckend. Es gibt den schönen Pyramid Campingplatz und einen Tagesbereich, von welchem aus der einzige Weg runter in die Schlucht geht, wo man die Pyramide, eine Felsformation, bewundern kann. 11km näher an Hughenden gibt es noch einen Aussichtspunkt, der aber ausser dem Parkplatz keine weitere Infrastruktur umfasst.
Porcupine Gorge Nationalpark
Die Porcupine Gorge ist eine riesige, 27km lange Schlucht in trockener Savannenlandschaft. Durch ihr Zentrum fliesst der Porcupine Creek, ein Nebenfluss des längsten Flusses von Queensland, des Flinders River. Der Bach ist das Herzstück des Lebens in der Schlucht und bietet eine ständige Wasserquelle für die Tierwelt.
Europäer siedelten sich 1864 in diesem Teil von Nordwest-Queensland an. Emst Henry gründete die Hughenden Station, die erste Rinder- und Schafstation in der Gegend, nach der die nahegelegene Stadt Hughenden benannt ist.
Die Stadt Hughenden wurde am 21. August 1877 vermessen. Viele Grundstücke entstanden schnell rund um die Stadt und in dem Gebiet, das heute den Porcupine Gorge Nationalpark bildet.
Teile der Porcupine Gorge waren einst Teil der Wongalee-Rinderstation. Im Oktober 1970 wurde die Schlucht aufgrund ihrer geologischen Bedeutung zum Nationalpark erklärt. Die restlichen 5300 Hektar des Parks wurden 1991 hinzugefügt.
Geologie am Aussichtspunkt
In der Porcupine-Schlucht wurden fast 200 Millionen Jahre Erdgeschichte freigelegt!
Vor langer Zeit hoben Kräfte in der Erdkruste diese Region über das tiefer gelegene Land im Süden. Geologisch gesehen brachen vor etwa 5,5 Millionen Jahren kleine Vulkane aus und bedeckten die erhöhte Landschaft mit Basaltlava. Als die Lava abkühlte, bildete sie eine harte Basaltkappe.
Im Laufe der Zeit grub sich der Porcupine Creek durch diese Basaltkappe in die darunter liegenden älteren Gesteine. Die älteren Gesteine sind weichere Sedimentgesteine, die es dem Bach ermöglichten, leicht und schnell eine tiefe Schlucht unter der harten Basaltkappe zu erodieren. In der schmale Rinne, in der der Bach immer noch den Sandstein abträgt, setzt der Bach diesen uralten Prozess weiter fort.
In den senkrechten Wänden der Schlucht kann man verschiedenen Schichten von Sedimentgesteinen beobachten. Zwei getrennte Flusssysteme lagerten die beiden wichtigsten Gesteinsformationen ab, die von vom Aussichtspunkt aus sichtbar sind.
An der Basis wurde vor etwa 170 Millionen Jahren zuerst der matte, braune Blantyre-Sandstein abgelagert. Darauf folgte vor etwa 145-120 Millionen Jahren die rotbraune Gilbert-River-Formation.
Über diesen dicken braunen Schichten befindet sich die dünne, weiße Wallumbilla-Formation, die vor etwa 115-110 Millionen Jahren von einem flachen Meer abgelagert wurde. Der Aussichtspunkt befindet sich auf dieser Schicht, 120 Meter über dem Grund der Schlucht.
Geologie flussaufwärts bei der Pyramiden-Felsformation
Weiter im Norden des Nationalparks bei der Pyramiden-Felsformation legt die Erosion uralte Gesteine frei. Purpurweisser Warang-Sandstein, der vor 240-235 Millionen Jahren von Flüssen gebildet wurde, ist
am Fuss der Pyramide sichtbar. Oberhalb des Flusses sind die Boonderoo-Schichten freigelegt, die vor 300 bis 290 Millionen Jahren von Gletscherflüssen abgelagert wurden. Fragmente von Schiefern und Gneisen, die möglicherweise 600 Millionen Jahre alt sind, können im Bachbett entdeckt werden, obwohl die Hauptformationen grösstenteils unzugänglich sind.
Begegnung mit den Bewohnern der Schlucht
In einer Landschaft, die karg und friedlich erscheint, beherbergt die Porcupine Gorge eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren, darunter laute Papageien und ungewöhnliche Stachelkopfgeckos. Ameisenigel und Wallabys verstecken sich zwischen bedeutenden Pflanzenarten wie Kängurugras und rosafarbenen Gidgee-Bäumen.
Vielleicht sieht man auch bunte Galahs in Eukalyptusbäumen sitzen. Ihr rosa-graues Gefieder sticht in dieser kargen Landschaft hervor.
Die Sandstein- und Basaltböden der Porcupine Gorge sind die Heimat des gefährdeten rosafarbenen Gidgee-Baumes (Acacia crombien), einer der wenigen Vorkommen dieser Akazie in ganz Australien. Ihr botanischer Name ist eine Hommage an James Crombie, einen lokalen Viehzüchter, der Ende des 19. Jahrhunderts in dieser Gegend lebte.
Rosa Akazien haben typische gelbe Blüten, aber rosa Kernholz, was dem Baum seinen gebräuchlichen Namen gibt.
Eirichtungen des Nationalparks
Toiletten, Picknicktische, ein Tagesbereich, ein Campingplatz und ein Aussichtspunkt befinden sich auf dem Campingplatz Pyramid, der 11km nördlich vom Aussichtspunkt an der Kennedy Developmental Road liegt
Wandern
Es gibt nur zwei Wanderwege im Porcupine Gorge Nationalpark. Beide Wege befindet sich auf dem Campingplatz Pyramid. Der eine Weg ermöglicht den Zugang zum Grund dieser atemberaubenden Schlucht. Der Pyramid-Weg ist steil und hat unebene Oberflächen. Für die 2,4 km lange Wanderung (1,5 Stunden hin und zurück) ist eine mittlere Kondition erforderlich.
Der andere Weg, der Gorge Rim Track, geht vom hinteren Teil des Campinglatzes eben etwa 1.4km zu einem weiteren schönen Aussichtspunkt über diesen Teil der Schlucht.
Ich bin also zuerst die 66km auf der befestigten Strasse zum Lookout gefahren und habe dort die tiefe Schlucht mit ihren steilen Wänden bewundern können. Mich erinnerte das sehr an die Schlucht des Murchison River im Kalbarri Nationalpark.
Dann bin ich die weiteren 11km zum Pyramid Campground und der Day User Area gefahren. Von dort kann man über einen mit vielen Treppenstufen gut ausgestalteten Weg über 1.2km in die rund 120m tiefe Schlucht hinuntergehen. Das ist hier möglich, da der Fluss durch eine Kurve und/oder ein Nebenfluss eine etwas eniger steile Schluchtwand geschaffen hat.
Unten in der Schlucht staune ich über das fliessende Wasser. Das ständig vorhandene Wasser ermöglicht Fischen und Süsswasserschildkröten eine dauerhafte Bleibe in diesem Ökosystem. Die schönen Felsformationen, das leise gurgelnde Wasser, die vereinzelten Vogelrufe kann man einfach nur geniessen. Ich habe mich für ein paar Minuten hingesetzt und die Szenerie in mich aufgesogen. Durch den immer noch stetig blasenden Wind war danach auch der Aufstieg über die vielen Stufen recht gut zu bewältigen.
Obwohl die Schilder nur von einem Weg berichten, weiss ich, dass es hinten am Campingplatz noch einen weiteren Weg zum Eagle Lookout gibt. Diese flachen, rund 2.8km (hin und zurück) durch eine offene Baumlandschaft bin ich dann auch noch gegangen und konnte den sehr schönen Ausblick über die Schlucht bis zum Pyramidenfelsen noch einmal geniessen und sich fast wie ein Adler fühlen.
Zurück beim Parkplatz habe ich mir dann zwei Lunch-Syndwiches zubereitet und wollte diese an einer der beiden überdachten, schattigen Pickicktische verspeisen. Beide waren jedoch besetzt, so habe ich mich gefreut, dass die Bank beim Aussichtspunkt durch einen Baum halb beschattet war. Das war damit ein noch viel besserer Platz für meinen Lunch. Und ich konnte sogar einen Keilschanzadler (Wedge-tailed Eagle) beobachten.
Auf der Rückfahrt habe ich dann noch beim Bottletree Ridge Lookout angehalten und habe von oben die Weite der Landschaft nochmals aufgesogen.
Ich finde, dieser Ausflug hat sich sehr gelohnt. Die Porcupine Gorge ist richtig beeindruckend.





















Hinterlasse einen Kommentar