Whitsunday Islands und Airlie Beach: Wahrscheinlich das perfekte Ferienparadies für Australier

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Auf die Frage, ich das Great Barrier Reef ohne Schnorcheln erleben kann, wurde mir mehrfach der Besuch der Whitsunday Islands empfohlen. Die Inseln und das Riff sei bei Airlie Beach recht nahe an der Küste und würden sich daher für einen Tagesausflug empfehlen. Daher hatte ich nach meinem, wegen des vereinbarten Service des Ford Ranger, eher technischen Aufenthalt in Townsville drei Nächte im Discovery Parks Airlie Beach gebucht. Da konnte ich den Tagesausflug auf die Whtisunday Islands entweder am Samstag oder am Sonntag machen – je nach Wetterlage. Wie ich im letzten Blogbeitrag (hier) schon geschrieben hatte, habe ich meine Whitehaven Beach & Hamilton Island Tour schon am Donnerstag von Samstag auf Sonntag umgebucht. Diese Tour fährt am Morgen zur berühmten Whitehaven Beach im Whitsunday Islands National Park und am Mittag zur Resort-Insel Hamliton Island, wo mn einen Lunch verzehren und danach auf eigene Faust das Resort erkunden kann.

Einheimische sagen, dass der September hier bekannt für seine starken Winde sei. Das gefährde manchmal die Blüte der Mangobäume, da der Wind die Blüten beschädigt. Dieses Jahr war aber die Blüte zwei Wochen zu früh, deshalb hat der starke Wind den kleinen Mangos nichts mehr antun können.

Ich bewundere aber die Touristen, welche trotz des Windes raus auf’s Riff zum Schnorcheln fahren. Ich glaube, das ist kein so tolles Erlebnis. Aber vielleicht täusche ich mich.

Freitag: Fahrt nach Airlie Beach

Ich merkte aber bald, dass mein TPMS die Sensoren nicht erkannte, obwohl das meines Erachtens im Quick Guide anders beschrieben war. Daher hielt ich nach etwa einer Stund Fahrt an und lernte mit der App die vier Sensoren an. Dann funktioniert alles bestens. Ansonsten verliefen die 273km von Townsville nach Airlie Beach recht ereignislos. Allerdings ging der Dieselverbrauch mit dem heftigen Gegenwind recht hoch. In Cannonvale habe ich bei den grossen Geschäften mit dem riesigen Parkplatz angehalten und habe Lebensmittel aufgestockt, sodass ich den Camper die nächsten zwei Tage stehen lassen kann. Denn entlang der Küste bei Airlie Beach fährt tagsüber etwa alle halbe Stunde ein Bus, der auch hier nur AUD 0.50 pro Fahrt oder maximal AUD 1.00 pro Tag kostet.

Im wegen der Schulferien recht vollen Discovery Parks habe ich dann meine Site bezogen und den Camper mit Keilen in Querrichtung gut austarieren können. Leider roch es (mindestens in diesem Teil des Campingplatzes) recht unangenehm nach vermoderndem Gras. Daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen.

Samstag: Ausflug mit dem Bus nach Airlie Beach

Am späteren Samstag Morgen habe ich den Bus (etwa 4km) nach Airlie Beach genommen. Check-In mit der Kreditkarte und schon ist die Fahrt bezahlt!

An der grossen Marina war ein grosser Markt, der die üblichen Angebote (Dinge, die man eigentlich nicht braucht) hatte. Der Ort ist eigentlich recht klein. Die Hauptstrasse geht aussenrum, die Strasse mit allen Läden (ausschliessiche touristische Angebote) ist trotzdem sehr stark befahren. Die Beach ist recht klein, aber schön. Auch hier gibt es eine grosse künstliche Lagune (gratis), viele Picknicktische und BBQs. Eine Promenade mit Cafés und Restaurants gibt es fast gar nicht, da muss man mit dem Ausblick auf die vielbefahrene Strasse vorlieb nehmen.

Ich bin auf der Promenade entlang der Beach gegangen und durch den Ort wieder zurück zum Markt an der Marina. Denn ich hatte etwas Hunger. Aber leider gab es (neben wenigen Ständen mit süssem Angebot) nur einen deutschen Hotdog-Stand, der mich nicht überzeugt. Also bin ich zurück und habe mir bei einem Imbiss Fish & Chips geholt, die ich an einer der Picknickbänke am Strand verzehrt habe.

Weitere Zeit habe ich dann auf einer Bank am anderen Ende des Strandes verbracht. Und später hat mich der Bus vom Zentrum wieder zum Campingplatz gefahren.

Sonntag: Whitehaven Beach & Hamilton Island Tour

In der Nacht auf Sonntag hat es dann wiederum sehr viel geregnet. Ich habe mir echt überlegt, ob ich mir diesen Ausflug bei dem Wetter und mit der leider andauernden Erkältung antun soll. Aber ich bin um 05:30 aufgestanden, etwa um 06:15 hat der Regen aufgehört und ich stand um 06:45 an der Strasse für meinen Bustransfer. Ich war der einzige Gast im Bus.

Am Whitehaven Terminal im Port of Airlie ging es fast wie in einem kleinen Flughafen (Check-In, Boarding) zu und her.

Nachdem wir alle im Innern des Katamarans Platz gefunden hatte, erklärte uns der Kapitän die Wetterlage. Es müsse weiter draussen mit höherem Seegang („moderate conditions“) gerechnet werden, aber nachmittags soll der Wind das erste Mal diese Woche etwas abflauen. Die Fahrt ging über 2 Stunden vie Daydream Island und Hamilton Island nach Whithaven Beach. Auf Hamilton Island kamen viele neue Gäste dazu und alle Plätze waren voll besetzt. Jetzt ging die Achterbahnfahrt auch erst richtig los. Die verteilten Kotztüten wurden eifrig gefüllt. Mir hat es, auch wegen meines Fensterplatzes, nichts ausgemacht. Allerdings konnte man bei den grauen Wolken und der vielen Gischt von den schönen tropischen Inseln fast gar nicht sehen. Ich kam mir eher vor wie in einer Waschmaschinentrommel.

Nachdem wir zwei Ausflugstruppen losgeworden waren, welche mit zwei Barges abgeholt wurden, sind wir nach einem Turn zum nördlichen Ende des Strandes und wieder zurück zum südichen Ende etwa um 09:15 an Whitehaven Beach angelaufen. So standen uns etwa 2.5 Stunden zur Verfügung, bis wir wieder zurück nach Hamilton Island fahren würden. Am Strand wurde rasch eine kleine Bar in Betrieb genommen und man konnte sogar Beach Cabanas mieten. Aber mich zog es auf den South Whitehaven Lookout. Auf dem Weg durch den Wald rauf zum Aussichtspunkt entdeckte ich am Wegrand in einem hohlen Baumstrunk eine eingerollte, grosse Python. Der Ausblick war dann wunderschön, allerdings weiterhin von vielen Wolken geprägt.

Runter beim Strand blieben dann noch etwa 45′, um den Ausblick und den Strand zu geniessen. Schön war, dass zwei grosse und schön gefärbte Monitore entlang der Bäume gingen. Das Wasser und der Strand waren natürlich genial! Nur ein paar wenige Leute genossen das Wasser.

Die Rückfahrt nach Hamilton Island um 12 Uhr war dann weiterhin von sehr viel Gischt begleitet, schien mir aber etwas ruhiger zu sein. Als wir gegen 13 Uhr in der Marina ankamen hatte ich schon ziemlich Hunger und ging gerade zur Marina Tavern, wo ich meinen Lunch-Coupon einlösen konnte. Toll war, dass man aus fast allen Gerichten (ausser den teuren) auswählen konnte. Für mich gab es ein Bier und ein Chicken Parmi tropical mit Ananas und BBQ-Sauce. Das hat sehr gut geschmeckt. Auch das Spektakel der Krähen, Elstern und Kakadus, welche alles nicht fertig gegessene Essen abräumten, war sehr lustig anzuschauen. Der intelligente Kakadu hat natürlich am meisten Feinschmeckersinn bewiesen und hat ein Papiertöpchen voll mit Sauce in die eine Kralle genommen und genüsslich ausgeleckt. Sein ganzer Schnabel war voller Mayo und die Gäste fanden es sehr lustig, wie er stolz seine Künste präsentierte.

Mit vollem Bauch ging ich dann wieder zurück zum Terminal der Marina und bei der Softice-Haltestelle auf den Bus. Auch jetzt beeindruckten mich immer noch die unzähligen Buggys, mit welchen die Gäste der Insel auf dieser rumfahren und die überall geparkt waren. Im Bus sitzend realisierte ich dann, dass ich die 500m auf die andere Seite der kleinen Insel zum Strand auch hätte zu Fuss gehen können.

Nun verstand ich, dass auf dieser Seite drei oder vier riesige Hotel- und Appartmentblöcke stehen, die durch eine Poollandschaft vom kleinen Strand mit schöner Aussicht getrennt sind. Natürlich gibt es auf der Insel schönere Ecken mit vielen Ferienhäusern und mehr Abgeschiedenheit und Frieden. Für mich war dieses zentrale Gebiet auf der Insel nun einfach nicht das tropische Paradies, das ich mir vorstellte. Und um die anderen Orte auf der Insel zu erkunden, müsste man einen Buggy mieten. Aber mir war inzwischen klar, dass ich um 17 Uhr nicht die geplante, 1h10′ dauernde Fährfahrt zum Port of Airlie inklusive Bustransfer zum Campingplatz machen werden, sondern um 16:15 die 35′ dauernde Fahrt zum Shute Harbour wählen werde. Von dort konnte ich gut 20′ später mit dem Linienbus (für $0.50) zum Camingplatz fahren. Um die Zeit zu überbücken, belegte ich eine Liege am Catseye Beach und genoss die Aussicht.

Dieses Mal ging ich zu Fuss rüber zum Marina-Terminal. Ich ging zum Schalter und liess mein Ticket umbuchen. Da ich immer noch viel zu früh da war, kaufte ich im nahegelegenden IGA (mit sehr vielen geparkten Buggys) ein Eis und genoss es am Terminal.

Auf der Rückfahrt waren dann nur ein paar Einheimische auf der Fähre. Die kurze Fahrt war wegen des nun schwachen Windes sehr angenehm. Nach den gut 20′ kam auch schon der Bus, welcher mich im üblichen Affentempo zum Campingplatz brachte. So war ich gut 45′ früher als geplant beim Camper und konnte mir nach der Dusche gemütlich ein paar Brote machen. Ich war ganz happy mit mir, dass ich diesen doch langen Ausflug trotz Erkältung so gut überstanden hatte. Mir war aber klar geworden, dass ich definitiv nicht zu den Gästen einer solchen Resort Insel werden würde und dass Bootsausflüge bei starkem Wind nicht so gut geeignet sind, um die Szenerie zu geniessen!

Ausblick: Ab ins abwechslungsreiche Outback von Central QLD!

Auf jeden Fall war mir auch klar, dass ich bald wieder in’s wärmere und trockenere Outback fahren würde. Mir schwebte immer noch der Weg nach Mackay und von dort in’s Outback vor. Als ich aber recherchierte, dass das auch ein gutes Stück schlechte, unbefestigte Piste bedeuten würde, entschloss ich mich, gleich am nächsten Morgen von Airlie Beach zurück nach Charters Towers zu fahren. Damit alles gut aufgeht und meine Ideen von Ausflügen und Shows in Longreach realisierbar sind, habe ich am Abend gleich Buchungen durchgeführt. Ab den ersten Oktobertagen ist im zentralen Outback von QLD nämlich die Saison fertig und viele Attraktionen und Shows finden gar nicht mehr statt oder haben reduzierte Öffnungszeiten. Ich hatte aber Glück und konnte noch eine der letzten Vorführungen in der Australian Stockman’s Hall of Fame und eine Sunset Cruise in Longreach buchen. Die Gorges der Porcupine und Carnarvon Nationalparks, die Dinosaurier-Museen (ohne Führungen) und die Caravan Parks sind ja nicht solchen Einschränkungen unterworfen. So habe ich jetzt ein geniales Alternativprogramm zum eher feuchten und kühlen Küstenwetter zusammengestellt und ich freue mich riesig darauf!

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