Freitag: Millstream Falls und Fahrt nach Atherton
Auf der Fahrt vom Kalkani Krater (siehe Blogbeitrag) veränderte sich die Landschaft deutlich. Sie wurde bergiger und bewaldeter. Endlich keine Savanne mehr! Mein erster Stopp zur Lunchzeit war der Parkplatz der Millstream Falls. Hier ging ein kurzer Weg runter zum Aussichtspukt des beeindruckenden Wasserfalls über Basaltfelsen in der tiefen Schlucht. Man beachte den schönen Regenbogen in der Gischt des Wsserfalls! Beim Parkplatz gab es auch einen Heritage Walk, welcher an die Camps im WW2 und deren Hinterlassenschaften erinnerte. Ich nutzte die Picknickbank in der Sonne für einen Lunch.
Danach wurde die Strasse immer kurviger und steiler und die Landschaft veränderte sich dramatisch. Ich traute meinen Augen kaum: War ich nun in der Schweiz oder auf der Nordinsel von Neuseeland gelandet? Die sehr hügelige Landschaft mit grünen Wiesen und weidenden Kühen und Rindern verwirrte mich total. Das hatte ich nicht erwartet.
Und nach den Hügeln öffnete sich die von bewaldeten Bergen und Hügeln gesäumte Hochebene mit unterschiedlichsten Kulturen, von tropischen Früchten über Zuckerrohr zu Bananen, Kaffee, Tee und vieles mehr. Die Vielfalt ist riesig und die Betriebe scheinen mir eher klein zu sein. Wenn man die Tourismus-Prospekte oder die umfangreiche Webseite der Atherton Tablelands anschaut, sieht man, dass einige Betriebe schöne Cafés oder Restaurants betreiben, um ihre qualitativ hochstehenden Produkte den Gästen oder Touristen zu präsentieren und anzubieten.
In Atherton macht ich als erstes Halt beim grossen Woolworth, musste jedoch zwei Mal um das Gebäude kurven um im hügeligen Gelände einen genügend grossen Parkplatz hinter dem Gebäude zu finden. Seit Kathrine (vor 6 Tagen) hatte ich nicht mehr eingekauft, der Kühlschrank und auch die Vorratsschubladen hatten sich schon ziemlich geleert.
Nach dem Versorgen der ganzen Lebensmittel fuhr ich den kurzen Weg zum wunderbar grünen Atherton Holiday Park und wurde dort sehr freundlich empfangen. Da hatte ich wieder einmal einen Volltreffer gelandet. Das freute mich sehr.
Am Abend bemerkte ich dann, dass nicht nur die 12V Distribution Box des Womos immer weniger funktionierte, sondern sich auch der Antrieb meiner elektrischen Schall-Zahnbürste so langsam verabschiedete. Mal schauen, wie lange die noch benutzbar ist.
Samstag: Dinner Falls, der historische Minenort Herberton und das Gallo Dairyland
Heute Morgen bin ich so gut aufgestanden, dass ich wagte, den vorgeschlagenen Reset der 12V Distribution Box zu versuchen. In Atherton gäbe es mit Sicherheit jemand, der mir bei einem Ausfall der Box helfen könnte. Dass heute Samstag ist, habe ich erst später gemerkt. Ich habe sowieso total den Überblick über die Wochentage verloren, da die Supermärkte auch am Sonntag offen haben.
Also habe ich das Solarpanel vom System getrennt, die 230V ausgesteckt und den Minuspol von der Batterie getrennt. So waren alle 12V Geräte für gut eine Viertelstunde stromlos. Das müsste für einen Reset und Neustart bei Null ausreichen. Nach dem Anschliessen des Minuspols an der Batterie starteten dann alle Systeme wieder tadellos. Sogar der Renogy One Monitor kam mit allen Konfigurationen wieder hoch. Und es wurden wieder korrekte Temperaturwerte angezeigt. Beim Einschalten der Zündung wurde auch der digitale Rückspiegel wieder eingeschaltet! WUNDERBAR! Alles läuft wieder. Das ist ja wie früher bei Windows-Programmen: Ein Restart tut immer gut! Mal schauen, wie lange das anhält. Ich habe mir den Neustart im Kalender vermerkt.
Bei meiner Zanhbürste wird das aber nicht helfen: Die hat definitiv ein mechanisches Problem.
Es war schon gegen 10 Uhr, bis ich mich auf die Fahrt zu den in der Broschüre empfohlenen Dinner Falls. Es ist einer von dreizehn Wasserfällen in den Tablelands und es gibt sogar The Waterfall Circuit als Auto-Rundstrecke, welche die wichtigsten Wasserfälle der südlichen Tablelands rund um Millaa Millaa verbindet. Die Dinner Falls liegen im Mount Hypipamee National Park und sind Teil dieser Reihe bedeutender Wasserfälle. Bei so vielen Nationalparks könnte man leicht den Überblick verlieren. Der 400m lange Weg geht vom Parkplatz zum beeindruckenden, mit Wasser gefüllten Krater des Mount Hypipamee. Eine Aussichtsplattform am Ende des Wegs durch den Regenwald bietet einen ungestörten Blick auf den verbliebenen Krater. Dieser hat einen Durchmesser von fast 70m und steile Granitwände (das Gestein, durch das die Gasexplosion ausbrach). 58m unterhalb des Kraterrandes befindet sich ein über 70m tiefer See, der von einer grünen Schicht einheimischer Wasserpflanzen bedeckt ist.
Von dort geht der Weg runter zum Fuss der Dinner Falls. Der umliegende Regenwald ist dicht und artenreich – geprägt von Feigenbäumen, „Lawyer Cane“ (einer stacheligen Kletterpalme) und den charakteristischen Geräuschen eines wahrhaft unberührten tropischen Regenwaldes. Bei geeigneten Bedingungen ist sogar das Schwimmen am Fuss der Dinner Falls möglich. Im richtigen Licht sollen der Wasserfall und das Becken eine der fotogensten Kulissen des Nationalparks. Der Fussweg rauf zum Parkplatz dauert etwa 30 bis 45 Minuten und gibt den Blick frei auf die verschiedenen Stufen der Wasserfälle.
Nach diesem beeindruckenden Wasserfall und Regenwald geht die Fahrt nach Herberton. Herberton liegt auf etwa 930m Höhe an der Westseite der Atherton Tablelands, inmitten einer trockenen, offenen Hochlandlandschaft, die sich deutlich von den regenwaldreichen Gebieten im Osten unterscheidet. Es ist eine kleine Stadt mit einer bedeutenden Geschichte: Hier wurde 1880 eines der ersten grossen Zinnvorkommen Queenslands entdeckt – ein Fund, der einen Bergbau-Boom auslöste und den wirtschaftlichen sowie sozialen Charakter der gesamten Tablelands prägte.
Ich parkte daher mein Womo beim Parkplatz des Minen-Museums. Im Museum liess ich mir vom freundlichen Herrn sehr viel über die diversen Metalle, welche in der Gegend bis in die 1980er Jahre abgebaut wurden, erklären. Das hat ihm und mir recht viel Freude gemacht. Er wollte mich nicht gehen lassen, ohne dass ich einen Rundgang durch das schöne Muesum gemacht hatte.
Dann führte mich mein Spaziergang durch die Strassen des Ortes. Die oben verlinkte Webseite beschreibt es so: „Herberton selbst die ruhige Atmosphäre einer Gemeinde aus, die auf eine lange Geschichte zurückblickt und mit sich im Reinen ist. Die umliegende Hochlandlandschaft besitzt eine ganz eigene, herbe Schönheit: offen und windig, mit weiten Ausblicken über sanfte Hügel, die sich deutlich von anderen Gegenden der Tablelands unterscheiden. Herberton ist ein Ort, an dem es sich lohnt, etwas länger zu verweilen, anstatt nur auf der Durchreise zu sein.“
Für mich schien im Ort und bei den Einwohnern irgendwie die Zeit stehen geblieben zu sein. Es war jedoch schwierig klar einzuordnen, warum. Auf jeden Fall ging ich in das Café mit einem lustigen Schild draussen (siehe Bilder) und kaufte mir bei der älteren Dame eine Pie mit Peas (für $7), welche ich auf der Bank vor dem Laden genüsslich genossen habe. Es ging natürlich nicht lange, bis ich schon Gesellschaft bekam. Das war sehr unterhaltsam.
Der Höhepunkt eines jeden Besuchs in Herberton wäre das „Herberton Historic Village“ – eine der bedeutendsten historischen Sammlungen Queenslands und, wie viele meinen, eine der besten ihrer Art in ganz Australien. Das über Jahrzehnte hinweg zusammengetragene private Freilichtmuseum umfasst rund 60 historische Gebäude, die an diesen Ort versetzt und originalgetreu eingerichtet wurden – darunter ein Gemischtwarenladen, eine Bank, ein Krankenhaus, Werkstätten, Wohnhäuser, eine Schule und mehr. Ein Rundgang durch das Dorf soll ein eindringliches Erlebnis sein, das die Welt des hohen Nordens von Queensland im späten 19. Jahrhundert auf eine Weise lebendig werden lässt, wie es keine Museumsvitrine vermag.
Ich verzichtete aber auf den Besuch des Historic Village, denn so langsam hatte ich „Heimweh“ nach meinem grünen Holiday Park.
Aber auf dem „Heimweg“ habe ich dann doch noch beim Gallo Dairyland anhalten müssen. Es ist die Heimat des berühmten „Gallo“-Gourmetkäses und handgefertigter Pralinen. Mich erwartete dort eine köstliche Käserei, ein Café-Restaurant mit Schanklizenz und feinste, handgefertigte Schokolade – alles direkt vor Ort hergestellt – leider nicht am Samstag.
Giovanni Gallo verliess mit 24 Jahren den elterlichen Bauernhof in Süditalien und segelte 52 Tage lang in ein unbekanntes Land (Australien), auf der Suche nach einem besseren Leben. Er landete 1927 in Cairns. Auf dem Atherton Tableland angekommen, bestellte er das Land und erntete Mais mit Pferd und Wagen. Nach Jahren der Landwirtschaft kaufte Giovanni 1937 seinen eigenen Bauernhof, 64 Hektar (160 Acres) am Barron River, an der Straße zwischen Atherton und Malanda. Seine Nachkommen gründeten 2007 das Gallo Dairyland.
Ich schaute Laden durch das Fenster in die Käserei und entdeckte die Käserei-Infrastruktur, welche von einer Churer Firma (in der Schweiz) hergestllt wurde. Ich kaufte Käse im Laden und Kimchi im Café und ging danach die vielen verschiedenen Tiere und den leeren Rotationsmelkstand besuchen.
Mit so vielen Erlebnissen durfte ich nun zurück zum Holiday Park fahren und dort die restlichen Strahlen der Abendsonne suchen. Es wird hier in den Tablelands abends rasch ziemlich frisch draussen.
Sonntag: Volles Programm mit majestätischem Curtain Fig Tree, Platipus-Beobachtungen im Peterson Creek, Bummeln im historischen Yungaburra, einer Enttäuschung und zwei grossen Karri Trees am Lake Barrine, dem gigantischen Cathedral Fig Tree und einem Blick auf Lake Tinaroo
Heute Sonntag wollte ich eigentlich rund und um Lake Tinaroo fahren und auf der Fahrt viele Sehenswürdigkeiten und einige Walks mitnehmen. Das hätte beduetet, dass ich zwischen Lake Barrine und Tinaroo den Danbulla State Forest Drive (unbefestigt, nur für high clearance 4WD geeignet, siehe untenstehende Box) hätte fahren sollen. Meine Erfahrungen der letzten Tage mit den Pisten durch den Regenwald haben mich aber gelehrt, dass die Äste und Lianen entlang dieser Strasse immer recht weit runterreichen, sodass mein 3.15m hohes Womo knapp oder kaum darunter durchkommt: Die Strassen sind eigentlich nur für normalhohe PKW geeignet und werden überwiegend auch nur von diesen genutzt. Da ich nicht weitere Kratzer oder sogar Schäden auf den Aufbauten einfangen wollte, habe ich darauf verzichtet. So werde ich nur bis zum Cathedral Fig Tree fahren, dort umkehren und auf derselben Route zurück zum Tinaroo Damm fahren. Manchmal muss man Gefahren und Wünsche halt abgleichen und vernünftig sein. Vielleicht hätte mich die Fahrt eines anderen belehrt, aber ich konnte ja niemanden fragen oder vorausschicken. Im Nachhinein zeigte sich dann, dass das Progamm mit der Fahrt rund um den See zu sehr überladen gewesen wäre!
Danbulla State Forest Drive
Der Danbulla State Forest Drive ist eine Rundfahrt, die in der Nähe des Lake Barrine am Gillies Highway beginnt und am Tinaroo-Staudamm endet. Von The Chambers aus ist die einfachste und direkteste Route der Gillies Highway, der Sie in nordöstlicher Richtung am Lake Barrine vorbeiführt. Die Einfahrt zum Danbulla State Forest Drive ist gut ausgeschildert und beginnt nur wenige Kilometer hinter der Abzweigung zum Lake Barrine.
Entlang der 30 km langen Strecke gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, darunter den Cathedral Fig Tree, den Mobo Creek Crater, den Lake Euramoo Arbor Walk und den Kauri Creek Walk.
Der spektakulärste Teil der Fahrt ist der erste Abschnitt, der nordöstliche Teil, der von Regenwäldern, Eukalyptuswäldern und Kiefernplantagen geprägt ist.
Cathedral Fig Tree
Der Cathedral Fig Tree (Kathedralenfeigenbaum) befindet sich etwa 5 km vom Gillies Highway entfernt.
Es handelt sich um dieselbe Baumart wie der grüne Feige (Ficus virens) in Südostasien, die jedoch aufgrund unterschiedlicher Wachstumsbedingungen eine andere Wuchsform als die gemeinhin als Würgefeige bezeichnete entwickelt hat.
Viele Tierarten suchen im und um den Cathedral Fig Tree Schutz, darunter: Papua-Froschmaul, Rosenkronenfruchttaube, Smaragdfruchttaube, Gelbbrust- und Graukopf-Rotkehlchen, Orangefuß-Buschhuhn, zahlreiche Reptilienarten, Opossums und Baumkängurus.
Mobo Creek Krater
Der Mobo Creek Krater liegt einige Kilometer vom Kathedralenfeigenbaum entfernt. Ein 600 Meter langer Regenwald-Wanderweg mit Informationstafeln erläutert die geheimnisvolle geologische Geschichte des Kraters.
Geologen und Wissenschaftler haben die geologische Geschichte dieses Ortes noch nicht vollständig erforscht.
Ein Teil des Rätsels könnte durch den Mobo Creek verursacht werden, der durch den Krater fliesst und die geologische Abfolge durch die Erosionskräfte des Wassers verändert haben könnte. Es ist eine interessante Sehenswürdigkeit.
Euramoo-See
Die Waldstraße führt Sie dann zum Euramoo-See. Dieser See liegt in einem doppelten Explosionsvulkankrater. Als eine der jüngsten geologischen Formationen im Atherton Tableland wird er auf etwas über zehntausend Jahre geschätzt.
Der Euramoo-See ist recht gross und verfügt über eine Aussichtsplattform mit Blick auf das Wasser und die Umgebung. Der Zugang zum Ufer ist jedoch nicht möglich. Eine Informationstafel gibt Ihnen grundlegende Hintergrundinformationen zur Geschichte und den heutigen Gegebenheiten des Sees.
Der Euramoo-Baumlehrpfad
Fast direkt neben der Aussichtsplattform des Euramoo-Sees befindet sich der Baumlehrpfad.
Planen Sie 20 Minuten für den Baumlehrpfad ein.
Ein Rundweg führt Sie durch den Regenwald zu den Baumarten, die hier ihre Namen tragen. Beispiele hierfür sind die Rote Zeder, die Tulpenbaum-Eiche, die Rosen-Butternuss, die Seideneiche und der Mahagonibaum.
Kauri Creek Walk
Dies ist eine der schönsten Wanderungen der Gegend. Es handelt sich um einen fünfeinhalb Kilometer langen Rundweg. Der erste Abschnitt führt Sie durch die Ufervegetation entlang des Kauri Creek. Nachdem Sie den Kauri Creek verlassen haben, steigt der Weg zunächst steil an und fällt dann wieder steil ab, um zum Bach zurückzukehren. Dabei gelangen Sie zu einer alten Forststrasse. Dieser Strasse folgen Sie grösstenteils zurück zum Parkplatz und Picknickplatz. Sobald der Weg die Strasse verlässt, führt er durch einen Bestand an Braunem Salholz.Diese Bäume haben sich auf einem Gebiet regeneriert, das zuvor als Weidefläche genutzt wurde.
Der Wanderweg ist für fortgeschrittene Wanderer geeignet. Anfänger können jedoch die Rote Zeder nach einem Kilometer besichtigen, bevor sie zum Picknickplatz zurückkehren.
Auch ambitionierten Wanderern wird die Tour empfohlen, da es viele Möglichkeiten zum Verweilen und Geniessen der Umgebung gibt.
Die Wanderung entlang des Kauri Creek führt Sie zu einigen der Naturschönheiten Nord-Queenslands. Die Ruhe und Schönheit der Gegend sollten Sie sich nicht entgehen lassen.
Tinaroo-See und -Staudamm
Der Tinaroo-See ist ein riesiger künstlicher See nordöstlich von Atherton. Er liegt am Ende des Danbulla State Forest Drive.
Der See entstand 1958 mit der Fertigstellung des Tinaroo-Staudamms. Der Stausee wird für Bewässerung und Wasserkraftnutzung verwendet, gleichzeitig sind Freizeitaktivitäten wie Angeln, Schwimmen, Wasserski und Bootfahren erlaubt.
Vögel am und auf dem See
Vogelbeobachter kommen am Tinaroo-See voll auf ihre Kosten, denn der See bietet ideale Bedingungen für Wasservögel. Der See lockt unter anderem folgende Vögel an: Haubentaucher, Australische Lappentaucher, Ibisse, Reiher, Löffler, Graureiher, Kormorane, Trauerschwäne, Australische Pelikane, verschiedene Entenarten, Schlangenhalsvögel, Grauenten, Rotrückenreiher, Hartkopfenten, Schwarzhalsreiher, Zwerggänse, Grüne Zwerggänse, Dunkle Teichhühner, Purpurhühner, Blässhühner und Raubseeschwalben.
Während des Frühlings und Sommers, wenn der Wasserstand des Sees niedrig ist, ziehen die schlammigen Ufer Watvögel wie den/die an: Weissbauchseeadler, Fischadler, Rotknie-Regenpfeifer und Schwarzstirnregenpfeifer.
Mein erstes Ziel war heute Sonntag daher der majestätische Curtain Fig Tree im gleichnamigen Nationalpark. Dieser riesigie, schräg nach oben verlaufende Feigenbaum sieht wie ein Vorhang (engl. Curtain) aus und hat sich wegen mehreren Zufällen so gebildet. Ganz normal hatte ein Vogel Samen des Feigenbaumes oben auf einem grossen Baum gekackt „gesät“. Der Feigenbaum wuchs dann über die Jahrzehnte oder Jahrhunderte auf diesem Baum so gross und schwer, dass der Wirtsbaum umkippte, aber von einem Nachbarbaum so gehalten wurde, dass der Stamm schräg nach oben lag. Auf diesem schrägen Stamm wuchs dann der Feigenbaum über weitere Jahrzehnte/Jahrhunderte zur aktuellen Form als Vorhang! Die gigantischen Ausmasse dieses Baumes kann man auf den Fotos fast nicht erfassen. Mich hat der Baum sehr beeindruckt.
Mein nächster Stopp war dann der nahe gelegene Peterson Creek bei Yungaburra. Dort soll man Platypus auch am Tag beobachten können! Dieses Bucket List Item wollte ich schon seit langem mal abhaken!
Nach der Strassenbrücke über den Fluss kommt gleich rechts eine Platypus Viewing Platform. Ich hielt auf dem gleich daneben liegenden Parkplatz von Nick’s Restauran Bar & Pizzeria, einem schweizerisch-italienischen Lokal. Wenn ich nachgefragt hätte, wäre der Schweizer Teil (Achtung: Insider Joke) fast ganz sicher aus Winterthur gekommen. Es wäre Yard Sale gewesen, aber ich bin nicht reingegangen. Auf der Plattform konnte ich dann durch die Sehschlitze tatsächlich mindestens einen Platypus beim Schwimmen und Tauchen beobachten! Wie genial ist das denn! Ich hatte mir die Tiere aber eigentlich etwas grösser vorgestellt. Ich war total begeistert.
Alle Fakten zum Platypus, dem eierlegenden Säugetier mit besonderen Sinnen und Fähigkeiten, sind auf dieser Tafel beschrieben:
Da der Weg von hier entlang des Baches gesperrt war, suchte ich mir einen Parkplatz im Ort. Da musste ich wieder einmal durch recht enge Gassen zwischen geparkten Autos und Bäumen zirkeln. Dabei habe ich das sehr lauschige Yungaburra entdeckt! Die wunderbar entspannte Atmosphäre der Läden und der alten Häuser haben mir sehr gefallen.
Ich ging dann ein ganz schön langes Stück auf dem Creek Walk entlang des Baches und der Wasserbecken fast bis zur Railway Bridge. Ich entdeckte jedoch keinen Platypus, dafür aber drei Schildkröten, die sich auf einem kleinen Stein sonnten. Ich sah auch kein Baumkänguru, welche hier recht häufig sein sollen.
Auf dem Rückweg hatten aber andere Besucher in einem Becken einen Platypus entdeckt, der gemütlich schwamm, ab- und auftauchte. Das war wieder ein wunderbares Erlebnis, dieses kleine Tier so friedlich beobachten zu können.







Wo der Weg dann den Wald verliess, standen drei belgische Touris und schauten rauf in einen Baum. Da oben befand sich tatsächlich ein Baumkänguru! Es war zwischen dem Blätterdickicht kaum zu entdecken. Das hätte ich überhaupt nicht erwartet, dass ich ein Baumkänguru sehen würde. Wer kann auf folgendem Bild das Baumkänguru entdecken (Hinweis: In der Mitte)?
Jetzt fehlt nur noch ein Kassowar!
Das nächste Ziel war dann einer der Kraterseen im Crater Lakes NP. Ich hatte mich für Lake Barrine entschieden und kriegte gerade noch einen Platz auf dem übervollen Parkplatz. Es ist Sonntag und ein Teahouse mit Aussicht auf den See belegt die einzige Uferpartie ohne Regenwald. Es wäre ein schlechtes Zeichen, wäre der Parkplatz um die Mittagszeit nicht voll! Eine einsame Bank mit Aussicht auf dem terrassierten Rasen vor dem Restaurant war dann mein Rastplatz für den mitgebrachten Lunch. Danach ging ich runter zur Bootsanlegestelle, wo ein kurzer Pfad zu zwei riesigen Karri Trees und auf einer Schleife durch den Regenwald zurück zum Parkplatz führte. Ich überholte eine Gruppe von Vogelspottern mit den langen Teleobjektiven, welche sich über mein T-Shirt vom Broome Bird Observatory freuten.
Die fahrt ging dann noch zum auch sehr beeindruckenden Cathedral Fig Tree, der sich am Anfang (oder heute für ein paar total verdreckte Crossmotorradfahrern am Ende, je nachdem) des Danbulla State Forest Drive befindet. Aber alles noch schön geteerte Strasse!
Nach den Fotos und dem Bestaunen des 500 Jahre alten Baumes ging es daher den selben Weg wieder zurück. Und dann rechts abbiegen zum Tinaroo-Staudamm. Der Aussichtspunkt war, ausser den technischen Angaben zum Staudamm, aussichtstechnisch nicht berauschend. Aber nun wusste ich dass der See der Bewässerung eines grossen Teils der Tablelands dient. Kanäle und Pipelines führen das gestaute Wasser weit in die Gegend hinaus.
Tinaroo Staudamm und See
Der 1958 durch die Aufstauung des Barron River zum Tinaroo Falls Damm entstandene riesige Stausee erstreckt sich wie ein Binnenmeer über das Atherton Tableland. Seine Arme reichen bis in versteckte Buchten und bewaldete Seearme, die Entdecker mit spannenden Entdeckungen belohnen.
Der See bedeckt bei vollem Wasserstand über 60km2. Sein Ufer, grösstenteils gesäumt von Papierrindenbäumen (Paper Bark Trees), überfluteten Bäumen und offenem Grasland, verändert sich von Bucht zu Bucht. Hausbooturlaube sind hier eine beliebte Tradition. Familien verbringen Tage damit, zwischen Ankerplätzen zu treiben, bei Sonnenuntergang vom Achterdeck zu schwimmen und im Morgengrauen den Nebel über dem Wasser zu erleben. Es ist eine herrlich entspannte Art, Nord-Queensland zu entdecken und eines der charakteristischsten Erlebnisse des Tablelands.
Angeln ist im Lake Tinaroo legendär. Barramundi erreichen in diesen warmen, nährstoffreichen Gewässern beachtliche Grössen, und die überfluteten Bäume bieten ideale Bedingungen für ambitionierte Angler. Auch Barsche, Saratoga und Russbarsche sind hier heimisch, und der See ist regelmäßig Schauplatz von Angelwettbewerben, die Teilnehmer aus ganz Queensland anziehen.
Technische Daten
- Einzugsgebiet: 545km2
- Durchschnittlicher Jahresniederschlag: 1’300mm
- Speicherkapazität: 407’000 Megaliter
- Zuverlässiger Jahresertrag für Bewässerung: 225’000 Megaliter
- Garantierter Ertrag für Stromerzeugung: 72’000 Megaliter
- Stauseefläche: 3’360ha
- Maximaler Füllstand: 670müM
- Länge des Speichers: 15km
- Länge der Uferlinie: 209km
- Höhe der Mauer: 45.1m
- Maximale Basisbreite: 35.4m
- Gesamtlänge der Krone: 533.4m aus 223’000m3 Beton
- Hochwasserzufluss (maximal): 256’000 Megaliter/Tag
- Überlaufabfluss (maximal): 106’000 Megaliter/Tag
- Bauzeit: 1953 – 1958
- Kosten: 12’666’000 $ (entsprechend dem Wert von 1958)
Ich habe dann am See angehalten und ein wenig die Aussicht vom Ufer genossen. Die Grillstellen im Park waren recht gut besucht: Es war ja immer noch Sonntag, wie wir schon wissen.
Die Fahrt ging danach wieder zurück nach Atherton in den gemütlichen Holiday Park. Dort wäre ich dann fast um etwas weniger Schatten froh gewesen, denn nur in der Sonne war es für mich angenehm warm. Ich scheine mich schon recht gut akklimatisiert zu haben…
Das war die letzte Nacht in Atherton und die Distribution Box meines Womo funktionierte immer noch. Perfekt für die geplante Ausfahrt in’s Outback!
Montag und Dienstag: Besuch von Chillagoe
Den Ausflug ins Outback nach Chillagoe und zu den Kalksteinhöhlen des Chillagoe-Mungana Caves NP habe ich in einem weiteren Blogbeitrag beschrieben.
Mittwoch: Emerald Creek Falls und Fahrt nach Mareeba
Auf dem Weg von Chillagoe zum Trinity Plains Tourist Park wollte ich schon noch einen weiteren Wasserfall besuchen! Die Emerald Creek Falls liegen an der selben Strasse wie der Tourist Park.
Dieser Wasserfall führt in einen Teil der Tablelands, den die meisten Touristen völlig übersehen. Das Wasser stürzt in ein klares, von Basaltfelsen gesäumtes Becken, das von offenem Wald umgeben ist, welcher am Nachmittag Schatten spendet – ideale Bedingungen zum Schwimmen während eines Grossteils des Jahres. Der Weg zu den Wasserfällen ist kurz und relativ einfach. Der umliegende Nationalpark schützt eine Mischung aus dichtem Lianenwald und offenem Waldgebiet; hier ist eine andere Tierwelt heimisch als in den feuchten Regenwäldern des Südens, darunter Flinkwallabys, Schnabeligel und eine Vielzahl von Waldvögeln. Zum Parkplatz führt ein unbefestiger, teilweise sehr steiler Weg. Deshalb wird das Befahren mit einem Wohnwagen nicht empfohlen.
Vom Parkplatz führt ein gut ausgebauter Weg zu einem Ausblick am oberen Ende des Wasserfalls. Der Ausblick auf den Wasserfall ist sehr beeindruckend! Ich habe endlich mal die Panorama-Funktion meines Smartphones ausprobieren können. Die Hauptattraktion scheint aber der Pool am Ende des Wasserfalls zu sein. Der Abzweiger dorthin ist auf der Hälfte des Weges. Ich nahm diesen Abzweiger, bis der Weg zwischen einem Felsen und Bäumen um diesen Felsen rum ging. Quer über diesen Weg bewegte sich aber schon langsam eine etwa 2m lange Python. Sie wollte zuerst auf den Baum rauf, kehrte auf 2m Höhe aber wieder zurück und bewegte sich wieder Richtung Felsen. Das passte ihr aber auch nicht und sie machte wieder kehrt Richtung Bäume und Gräser. Da kehrte ich um und suchte mir ein schattiges Plätzchen mit flachem Pool unten am Fluss. Auf dem Weg dorthin kamen mir viele junge Leute (Touristen und/oder Locals) entgegen, die in Badeklamotten zum Pool gingen. Hoffentlich war die Python schon verschwunden…
Nachdem ich unten am Fluss meine Füsse im Wasser gekühlt hatte und den mitgebrachten Lunch verzehrt hatte, ging ich zum Parkplatz zurück. Dort standen einige Autos mit dem „P“ Schild der Lernenden.
Beim Check-In im Trinity Plains Tourist Park war die Rezeption nicht besetzt, also rief ich an, wie auf dem Schild beschrieben. Nachdem der Besitzer angekommen war, stellte sich dann rasch heraus, dass wir Deutsch sprechen konnten. Denn die Besitzerfamilie war vor 30 Jahren nach Australien ausgewandert. Ich hatte ja schon zwei Übernachtungen gebucht und bezahlt. Es gab zwei Campgrounds und mehreren Cabins/Villen. Ich konnte mir den Platz auf dem ersten Campground aussuchen. Der war eigentlich sehr grosszügig und grün.
Da sah ich, dass vor allem Dauercamper auf diesem Platz und in den „Villen“ waren. Und einige der Behausungen waren recht schmuddelig. Das gefiel mir nicht so. Ich ging zu Fuss runter zum zweiten Campground und die Situation war dort noch ernüchternder. Ich habe dann trotzdem noch zwei Waschmaschinen gefüllt und Wäsche gewaschen. Da es nur einen Trockner gab, füllte ich diesen mit der Wäsche aus der ersten Machine und hängte die leichtere Wäsche der zweiten Maschine auf. Die trocknete aber bis kurz vor 18 Uhr in der feuchten Luft nicht ganz und so durfte diese dann auch noch für eine kurze Runde in den Trockner. Am Abend war ich dann unsicher, ob ich am nächsten Tag nach dem Ausflug nicht gleich in den Kyobi Country Park fahren soll, den ich für die übernächste Nacht schon gebucht hatte.
Donnerstag: Kuranda und mit der Skyrail in den Regenwald zum Barron Falls Lookout
Am Donnerstagmorgen war dann klar, dass ich keine weiteren Wasserfälle besuchen wollte. Mein Ziel war der von sehr vielen Touris (Kreuzfahrtschiffe!) aus Cairns mit der Kuranda Scenic Railway oder/und der Seilbahn Skyrail Rainforest Cableway besuchte Ort Kuranda. Denn dieser liegt im Regenwald und am beeindruckenden Wasserfall des Barron River. Viele Touristenläden in den diversen „Original Markets„, das Butterfly Sanctuary, die Koala Gardens (obwohl es im Regenwald keine Koalas gibt), die Birdworld sowie eine Riverboat Cruise (45′) auf dem Barron River.
Die Seilbahn wird aktuell für rund 85 Millionen AUD komplett erneuert. Das Projekt läuft in mehreren Phasen bis Ende 2027. Von Kuranda aus war aktuell nur die Teilstrecke Kuranda – Barron Falls jeweils von Mittwoch bis Sonntag in Betrieb. Die Gondeln fahren dann leer weiter nach Red Peak. Die Gondelbahn zwischen Smithfield (Cairns) und Red Peak ist nicht in Betrieb, aber man kann einen Bustransfer buchen.
Die Scenic Railway fährt vom 10. bis 20. September 2026 gar nicht!
Die genauen Daten der Schliessungen beider Bahnen findet man auf der Webseite.
Erneuerung der Skyrail Rainforest Cableway
Die Poma-Gruppe (ein französischer Seilbahnhersteller) hat die ursprüngliche Technologie und die Gondeln für die Skyrail Rainforest Cableway in Cairns geliefert, als diese 1995 eröffnet wurde. Als Bauunternehmen vor Ort war die australische Firma Baulderstone Hornibrook für die Errichtung zuständig.
Die Seilbahn wird aktuell für rund 85 Millionen AUD komplett erneuert (siehe Projektwebseite). Das Projekt läuft in mehreren Phasen bis Ende 2027. Der neue Lieferant und Partner für die umfassende Modernisierung ist die Doppelmayr Gruppe aus Österreich.
Der weltweite Marktführer Doppelmayr ersetzt die gesamte Seilbahn-Infrastruktur. Dazu gehören neue, leisere Antriebe ohne Getriebe, neue Seile, Elektronik sowie komplett neue, barrierefreie Gondeln mit einem Glasboden vom Boden bis zur Decke. Doppelmayr wurde vor allem auch wegen seiner grossen Erfahrung mit Seilbahnprojekten in extrem empfindlichen Ökosystemen und Nationalparks ausgewählt. Die bestehenden Fundamente und Turmbasen im geschützten Regenwald müssen dadurch nicht verändert werden.
- Stage 1 / Juli 2026 bis 25. Oktober 2026 – Upgrade der Smithfield Line
Nur die Strecke zwischen Kuranda und Barron Falls ist von Mittwoch bis Sonntag, 10:00 bis 15:30 in Betrieb
Die Strecke Smithfield nach Red Peak wird erneuert.- Stage 2 / 26. Oktober 2026 bis Juni 2027 – Normalbetrieb
Auf der Strecke Smithfield zu Red Peak sind die neuen Gondeln im Einsatz.- Stage 3 / Juli 2027 bis November 2027 – Upgrade der Kuranda Line
Nur die Strecke Smithfield zu Red Peak ist mit den neuen Gondeln im Einsatz.
Die Strecke Kuranda nach Red Peak wird erneuert.Alle Daten natürlich ohne Gewähr.
Als ich am späteren Vormittag in Kuranda ankam, wusste ich noch nicht so recht, was mich erwarten würde. Ich ging durch die Strassen und schaute mir die vielen Touristenläden an. Es hatte zwar viele geparkte Autos auf den Parkplätzen, aber kaum Touristen entlang der Ladenstrassen und in den diversen Märkten. Ich fand dieses Setting eher nicht so prickelnd. Ich bin in das Visitor Centre und habe mal geschaut, was ich denn so alles anschauen könnte. Die Tierparks interessierten mich nicht.
Also entschied ich mich für einen Rundweg entlang des Barron Rivers. Der führt dann auch zum Anlegeplatz der (kurzen) River Cruise und die Treppen rauf zur Bahnstation und zur Station der Seilbahn. Dort erfuhr ich, dass die Strecke zu den Barron Falls (und zurück) buchbar ist. Es war inzwischen 12 Uhr, da lag ein kleiner Ausflug noch drin. Also buchte ich diese Seilbahn-Tour online und stand schon kurz danach in der kurzen Schlange in der Talstation.
Und ich muss zugeben, dass die zehnminütige Fahrt zuerst hoch oben über den Barron River (und dem Barron River NP) und dann hoch oben über den Regenwald ein grosser Genuss war. Auf der Bergstation stiegen wir aus und die Gondeln fuhren leer weiter zu Red Peak. Am Ausgang der Bergstation empfing die Gäste schon ein sehr freundlicher Ranger, der uns zu einer 20-minütigen Rundtour durch den in den 60ern wieder aufgeforsteten Regenwald, zu den historischen Resten der Kraftwerks-Siedlung und zum Barron Falls Outlook einlud. Er hat uns einiges zum Regenwald, zu den historischen Überbleibseln des ersten komplett unterirdischen Kraftwerks Australiens und zum Barron River erzählt. Das war sehr interessant, aber auch etwas im Schnellgang. Aber unser Guide war sehr symphatisch und begeistert, das hat trotzdem Freude gemacht.
Und so ging es bald wieder zurück nach Kuranda. Da so wenig Touris unterwegs waren, hat man uns einzeln oder zu zweit in die Kabinen gelassen. So hatte ich auf dem Rückweg eine Privatkabine und konnte die Fahrt noch viel mehr geniessen. Sie hielt einmal sogar hoch über dem Urwald an, was ein spezielles Gefühl war. Das Freshie am Ufer des Barron River habe ich aber nicht entdecken können. Vielleicht sieht man es auf den Bildern?
So war ich gegen 13 Uhr wieder im Ort, konnte mich aber für keines der (fast leeren) Restaurants begeistern. Da ich noch etwas Brot kaufen wollte, habe ich im IGA in der Nähe meines Parkplatzes halt gleich noch einen Pastasalat gekauft, den ich dann im Womo gegessen habe.
Auf der Rückfahrt wollte ich dann im K-Hub (einer kleinen Version eines K-Mart) in Maareeba vorbeischauen: Ich habe online gesehen, dass sie eine billige elektrische Zahnbürste und eine digitalen Wecker haben, den ich beim Bett aufstellen wollte, damit ich nicht immer das Smartphone mitnehmen musste. Als ich Google Maps mündlich um einen Zwischenstopp beim K-Hub anfragte, wurde mir ein falsches Ziel angeboten, welches ich ablehnte. Da passierte etwas ganz komisches: Eine andere KI-Stimme belehrte die Maps-KI-Stimme, wie sie mit solchen abgelehnten Anfragen umgehen sollte und wie mögliche Alternativen angeboten werden könnten. Das war SEHR komisch, wenn ich mithören konnte, wie sich zwei KIs unterhielten. Am Schluss hat die KI es aber gecheckt, wohin ich wollte.
Im K-Hub habe ich dann nur die Preisschilder der Alarm-Clocks an den leeren Tablaren gefunden. Eine billige ($15) elektrische Zahnbürste, zumindest als Überbückung bis ich einen richtigen Nachfolger fand, konnte ich aber erstehen.
Und ich hatte auch entschieden, dass ich nochmals auf dem Trinity Plains Tourist Park übernachten würde.
Freitag: Einkaufen, Skybury Café and Rostary, Kyobi Country Park
Am Freitag stand nur die extrem kurze Fart zum Kydobi Country Park, einem weitläufigen Outback Caravan Park, an. Da es nachts etwas geregnet hatte, stand ich schon kurz nach 7 Uhr mit Eimer und Schwamm vor dem Womo, denn dieses sah nach dem Regen einfach fürchterlich aus. Mit mehreren Eimern voller Wasser konnte ich mit dem Schwamm die schlimmsten Spuren des Staubs entfernen und das Womo sah wieder einigermassen passabel aus.
So konnte ich zu Coles fahren, um meine zur Neige gegangenen Vorräte wieder aufzufüllen. Der Coles lag ja gerade gegenüber des K-Hub, daher kannte ich die Baustelle und Parkmöglichkeiten schon. Und im Coles hatten sie dann tatsächlich eine günstige Philips Sonicare Zahnbürste mit USB-Ladekabel, welche zu meinem mitgebrachten Vorrat an (teuren) Bürstenköpfen passte!
Ich wollte noch eine Kaffeeplantage besuchen. Gestern an der Strecke war Jaques Coffee geschlossen, denn sie betriebn ihre Coffe Lounge nicht mehr für „walk ins“. Eine Alternative wäre auch Coffee Works gewesen, welche selber lokalen Kaffee rösten. Mir wurde aber Skybury Café and Rostary empfohlen. Das war mein nächstes Ziel.
Auch hier war um 10 Uhr sehr wenig los. Ich wurde im Café / Laden mit einem herrlichen Ausblick auf die Tablelands sehr freundlich empfangen. Ich schaute mich um und las, dass Skybury die älteste Kaffeeplantage Australiens ist! Die aktuelle Generation hat inzwischen auch auf den Anbau von Papayas diversifiziert. Mit diesen destillieren sie auch mehrere Schnäpse. Leider wurde auf der Demonstations-Röstmaschine kein Kaffee geröstet, aber immerhin konnte man die drei Sorten gerösteten Kaffees als Filterkaffee degustieren.
Ich bestellte mir dann im Café für AUD 5 einen (doppelten) Espresso. Den genoss ich auf dem Balkon mit Ausblick. Und ich muss sagen, dass das einer der besten Espressi war, die ich je getrunken habe. Das hat in mir die Lust geweckt, mit meiner kleinen portablen Espresso-Maschine auch mal einen „richtigen“ Espresso auszuprobieren. Denn den Siebträger habe ich ja für die Maschine, welche ich bis jetzt nur mit Kapseln betrieben habe. Also habe ich gefragt, ob es eine Kaffeemühle für meinen Einsatzzweck gibt. Und sie hatten tatsächlich eine kleine, manuelle Kaffeemühle, die perfekt passte und gut einstellbar war. Für Espresso braucht es einen sehr feinen Mahlgrad, das konnte ich an ihrem gemahlenen Kaffee sehen. Also kaufte ich diese kleine Mühle (engl. Grinder) und die mittlere Röstung ihres Kaffees und hatte damit weitere AUD 60 ausgegeben.
So bin ich voller Vorfreude über meine neuen „Spielsachen“ auf dem Campground des sehr schönen Kydobi Country Park angekommen. Der liegt mitten auf einem Feld und hat an der Strasse nichtmal ein Schild. Ich suchte mir einen Platz und konnte den ganzen Nachmittag die Aussicht über die weitern Felder zu den entfernten Bergen geniessen. Ab Oktober ist der Campground übrigens wegen eines umfassenden Upgrades zu. Er öffnet nächstes Jahr nach der Regenzeit wieder.
Natürlich habe ich meine Kaffeemühle auch ausprobiert und bin sehr zufrieden mit dem Resultat. Das geht sehr einfach und erzeugt mit meiner Outin Nano Espresso-Maschine einen etwas besseren Espresso als mit den Kapseln. Die Qualität des Espressos im Skybury Café erreiche ich damit natürlich nicht. Aber auch mit der Qualität der günstigsten Kapseln war ich zufrieden. So hatte ich nun zwei Optionen!
Und auch die Zahnbürste funktionierte tadellos. Und es stellte sich sogar heraus, dass mein Philips Rasierer und die Philips Zahnbürste den selben Ladekabeltyp nutzen. Wie praktisch. So wurde die K-Hub-Zahnbürste vorläufig zum Backup degradiert.
Mein Fazit zu den Atherton Tablelands
Mir haben die Atherton Tablelands mit ihren vielfältigen und abwechslungsreichen Landschaftsformen sowie mit den zahlreichen, unterschiedlichsten Ausflusmöglichkeiten und -angeboten sehr gut gefallen! Die Anzahl der Nationalparks ist ja schon fast unüberschaubar. Und die zu fahrenden Strecken sind sehr überschaubar. Ich hätte mir nur noch ein paar zusätzliche mittellange Wanderwege (4-10km, 2-4h) gewünscht: Aber vielleicht habe ich diese einfach übersehen.
Und ich habe das sehr angenehme Wetter im September sehr genossen! Es war einfach ideal für die vielen Ausflüge.
Wenn ich nochmals in den Norden von QLD kommen sollte, werde ich dieser sehr schönen Gegend defintiv nochmals einen Besuch abstatten!
Samstag: Weiterfahrt in den Daintree NP
Am Samstag geht es dann 65km weiter fast an die Küste nach Mossman, wo ich zwei Tage bleiben werde, um den Daintree NP im Mossman Gorge und die Umgebung nördlich von Port Douglas zu erkunden. Das gibt dann den nächsten Blogbeitrag.
Und nach dem nächtlichen Regen wird die samstägliche Morgenstimmung umso schöner sein!
































































































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