Ich hatte mir überlegt, ob es Sinn macht, von den Atherton Tablelands nochmals 140km (und die selbe Strecke wieder zurück) ins Outback von Nord-QLD zu fahren, um ein paar (weitere) Kalksteinhöhlen zu besichtigen. Aber das Paket mit drei Ranger-geführten Touren interessierte mich. Und die Anfahrt von Atherton über die Burke Developmental Road soll auch nur auf den letzten 32km mehrere unbesfestigte Abschnitte haben: Aktuell sind es genau noch 2km sehr guter Qualität (perfekt mit 2WD befahrbar). Diese könnte man doch auch noch mit Bitumen decken und dann die Beschreibung und des Prospekt des Nationalparks anpassen. Die 200km von Undara über die Gulf Developmental Road, die Ootaan Road und die Burke Developmental Road sind aber überwiegend unbefestigt und aktuell in sehr schlechter Qualität (nicht mit 2WD befahrbar), haben mir die netten Nachbarn auf dem Campingplatz erzählt. Da nimmt man besser die Strasse via Atherton.
Da die beiden Campingmöglichkeiten in Chillagoe keine online-Buchungsmöglichkeit anbieten, habe ich zuerst per Email das Tour-Paket angefragt und nach Bestätigung dann die Chillagoe Observatory & Eco Lodge angerufen und eine Powered Site reserviert. Es könnte im Outback ja wieder heiss werden.
So bin ich dann am Montag von Atherton losgefahren und habe die 140km nach Chillagoe abgespult. Unterwegs konnte ich zuerst die vielen bewässerten Felder mit diversen Plantagen (Bananen, Mangos, …) bewundern und auch zwei recht idyllische Outbackdörfer (Dimbulah, Almaden) durchfahren. Und ziemlich parallel zur Burke Developmental Road führte auch eine alte Eisenbahnlinie. Deren Sinn und Zwecke wunderte mich auch etwas, aber ich sollte bei meinem Aufenthalt ja noch einiges lernen.
Montag: Registrierung im The Hub, Check-In in der Eco Lodge und die Royal Arch Tour
Als ich gegen Mittag in Chillagoe ankam, freute ich mich über das recht idyllische Outback-Dorf mit zentralem Hotel/Pub, einem gut sortierten General Store und einem Gemüse/Früchte-Laden. Es gab auch ein Gesundheitszentrum und eine Schule. Das hätte ich nun nicht so erwartet.
Wie erwartet, habe ich mit im The Hub (mit kleinem Museum), welches sich im ehemaligen Gebäude einer Bank neben der Post befindet, registriert, bezahlt (nur $65.40 für drei Touren, zwei kosten $51.95, eine kostet $32.55) und gebeten, ob ich die erste Führung schon heute Nachmittag und die anderen beiden am nächsten Morgen machen könnte. Natürlich war das möglich! Ich kriegte eine genaue Beschreibung, wohin ich heute (Royal Arch Cave, 1.30pm/1.5h, einfach/moderat) und morgen (Donna Cave 9am/1h/moderat und Trezkinn Cave 11am/45’/moderat) fahren muss. Und ich kriegte auch die anderen Sehenswürdigkeiten erklärt: Neben dem Dorf befinden sich die Ruinen der Chillagoe Smelters (Schmelzhütte) mit Aussicht, rund 17km The Archways (220m/30’/einfach) im Mungana NP, bei Donna Cave kann man noch selber den Balancing Rock (mit Aussicht) sowie die Pompeji (600m/50’/schwierig) und Bauhinia (300m/20’/schwierig) Caves besuchen und beim Weir (Damm) gibt es noch ein Swimming Hole (Badegelegenheit). Auf dem Rückweg gäbe es noch einer weitere Sektion des NP mit einer Wanderung.
Im Chillagoe-Mungana Caves NP wurde Kalkstein durch Verwitterung, Auflösung und Umformung durch Wasser zu spektakulären Höhlen und Gängen geformt, die von sekundären Ablagerungen wie Stalaktiten, Stalagmiten und Sinterterrassen geschmückt sind.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Landschaft um Chillagoe vor etwa 400 Millionen Jahren zu entstehen begann, als Kalkstein als kalkhaltiger Schlamm und Korallenriffe auf dem Grund eines flachen Meeres abgelagert wurde, wo sich heute Chillagoe befindet. Durch anschliessende Kippung, Faltung und Erosion wurde der Kalkstein freigelegt und verwittert, der sich heute über die umliegenden Ebenen erhebt. Schwankende Grundwasserstände lösten langsam einen Teil des Kalksteins auf und schufen so Höhlen und Gänge, von denen einige seither von Kalzit-Stalaktiten, Stalagmiten und Sinterterrassen geschmückt sind, die durch eindringendes Oberflächenwasser abgelagert wurden.
Mehrere Fledermausarten nisten und brüten in den dunklen Höhlen. Chillagoe ist einer von fünf bekannten Nistplätzen für die Weißbürzel-Salangane (Aerodramus terraereginae). Die Höhlen beherbergen auch gefleckte Pythons (Antaresia maculosa) sowie eine Vielzahl von Insekten und Spinnen. Fossilienknochen vieler Tiere, darunter auch die des ausgestorbenen Riesenkängurus, wurden in den Höhlen gefunden.
Malereien der Aborigines stehen im Park unter Schutz. Das Gelände der Chillagoe-Schmelzhütte bewahrt Relikte des Bergbau- und Industrieerbes des Bundesstaates aus den 1890er Jahren.
Mit all diesen Informationen bin ich den kurzen Weg, am Bahnhof vorbei, zur Eco Lodge gefahren. Bei der Einfahrt entdeckte ich schon den kleinen Pool und die schön gestaltet Einfahrt. Da war sofort klar, dass da jemand ein kleines Paradies erschaffen hat. Da es (mit mir) nur zwei oder drei Gäste auf dem Camping gab, habe ich natürlich einen grosszügigen schattigen Platz erhalten. Ich war in wenigen Schritten über die Brücke beim sehr sauberen Sanitärgebäude und hätte weiter hinten auch die rustikale Camper’s Kitchen nutzen könnten. Weiterhin hatte ich freien Blick auf das Observatorium und konnte hinter dem Hügel knapp die Gebäude der Tom Prior Ford Collection sowie in der Ferne eines der drei Kamine der Smelters begutachten. Den Schatten des Baums der Nachbarsite nutzten Wallabys und eine grosse Gruppe von Fasanen bewegten sich durch das Gelände, hatten aber Respekt vor Menschen.
Nach einem kleinen Lunch macht ich also das Womo fahrbereit und fuhr die rund 6km (davon 4.3km unbefestigt) zum Parkplat der Royal Arch Cave. Wir waren nur wenige Gäste und unsere lokale Guide (den Namen habe ich leider nicht verstanden, da sie ganz schön schnell im QLD-Outback-Dialekt sprach, ich denke es war Dana) begrüsste uns sehr nett und reichte uns die professionellen Taschenlampen. Denn diese Höhle ist nicht beleuchtet und mit 1.3km/1.5h auch eine ganz schön lange Tour. Das war ein sehr schönes Erlebnis mit tollen Erklärungen und einem etwas abenteurlichen Weg, wo wir uns einige Male ziemlich bücken oder durchzwängen mussten.
Der Weg, die Stege und Treppen waren aber top modern ausgeführt. Das musste alles draussen zusammengestellt/geschweisst werden und dann drinnen montiert werden. Denn in den den Höhlen darf wegen den Gasen nicht geschweisst werden.
Und es ist kaum vorstellbar, dass ein grosser Teil der Höhle in der Regenzeit mit klarem Wasser gefüllt ist! Man sieht den Füllstand an den Wänden durch die schwarzen Linien mit Fledermauskot.
Die Tour hat riesigen Spass gemacht. Und die verschiedensten Formationen und riesigen Kammern waren sehr beeindruckend. Die heisse Luft draussen war fast ein kleiner Schock. Aber ich freute mich schon auf die beiden anderen Touren mit Dana am nächsten Morgen.
Den Rest des Nachmittags habe ich dann im Schatten vor dem Womo verbracht und habe drinnen die Klimaanlage eingeschaltet, damit es abends und nachts etwas kühler sein wird.
Dienstag: Donna und Trezkynn Cave Touren, Balancing Rock, Smelters, Pool und leider keine Session im Observatorium
Heute war es noch etwas heisser als gestern! Es ist schon sehr interessant, wie unterschiedlich das Ooutback-Klima zum Klima der Tablelands oder der Küste ist! Dabei sind das doch nur etwa 150km Distanz! Aber die Dividing Range ist klimatisch schon sehr bestimmend.
Vor dem Besuch der nächsten Höhle kaufte ich im General Store etwas Brot und machte ein paar Fotos des Ortes. Es lag auch noch ein Besuch des Dump Points hinter dem Rodeo-Gelände drin. Und ich musste ein Foto des Strassenschildes machen, welches anzeigt, dass es nach Normanton 560km auf Gravel ohne Tankstelle sind! Da müsste ich sicherheitshalber noch zwei Kanister kaufen und mit Diesel füllen. Das BP Depot ist ja beim Ford Museum. Verrückt, oder?
Kurz vor 9 Uhr standen also wieder eine kleine Anzahl an Touris (fünf, wenn ich mich richtig erinnere) am Eingang der Donna Höhle, welche sich oben am verwitterten Riff befand. Das war also fast eine Privat-Führung. Es ging am Anfang gleich über 330 sehr steile Treppenstufen (wie eine Leiter) runter! Das war schon sehr eindrücklich, unten in dieser Höhle anzukommen und die schön belechteten Formationen zu sehen. Ein paar Details der Erklärungen wiederholten sich halt für die zwei Touris (inklusive mir), welche gestern schon auf der Tour waren. Aber das war Nebensache, denn die illuminierte Donna Höhle war schon ziemlich anders als die Royal Arch. Die namensgebende „Madonna“ habe ich in der untenstehende Gallerie extra gross reingepackt. Bei den vielen Formationen kann mit mit etwas Vorstellungskraft sehr viel erkennen. Die beleuchtenden Formationen machten einen anderen Eindruck als wenn man sie als „Entdecker“ mit der Taschenlampe anleuchtet. Mir hat diese einstündige Tour auch sehr gut gefallen.
Landschaft
Chillagoe liegt in einem etwa 5 km breiten und 45 km langen Kalksteingürtel, der sich von einem Gebiet südlich von Chillagoe in nordwestlicher Richtung bis zum Walsh River und darüber hinaus erstreckt. Weitaus ausgedehntere Gürtel finden sich bis hinauf zum Palmer River.
Der Kalkstein entstand vor etwa 400 Millionen Jahren aus Kalkschlamm und Korallenriffen am Boden eines flachen Meeres – genau dort, wo sich heute Chillagoe befindet. Durch starke Erdbewegungen wurden der Kalkstein und die dazwischenliegenden Sedimentschichten gefaltet und in eine nahezu senkrechte Position gekippt.
Über lange geologische Zeiträume hinweg wurde der oberirdische Kalkstein durch Wasser abgetragen, wodurch charakteristische Landschaftsformen – der sogenannte Karst – entstanden. Heute präsentiert sich der Kalkstein in Form markanter, zerklüfteter Felsformationen (sogenannte „Bluffs“ oder Türme), die bis zu 40 m aus der umgebenden Ebene herausragen. Es lassen sich verschiedene Formationen unterscheiden: Rillenkarren (Oberflächen mit schmalen, scharfkantigen Furchen), Kamenitzas (flache, seichte Mulden), Rinnenkarren (große, vertikale Rinnen in den Felswänden) sowie Grikes (Klüfte zwischen geradwandigen Kalksteinblöcken).
Auch der unterirdische Kalkstein wurde über lange Zeiträume hinweg langsam aufgelöst. Regenwasser verbindet sich mit Kohlendioxid aus der Luft und dem Boden zu einer schwachen Säure. Diese Säure sickerte durch Risse und Schwachstellen (sogenannte Klüfte) in den Fels, löste den Kalkstein auf und schuf unterirdische Höhlen und Tunnel, wobei sie gleichzeitig Material in Form von Höhlensinterablagerungen (Tropfsteinen) absetzte.
Die Form und Beschaffenheit dieser Ablagerungen spiegeln die Bedingungen wider, unter denen sie entstanden sind. Bei hoher Feuchtigkeit entweicht Kohlendioxid aus dem kalkhaltigen Wasser, wodurch sich der Kalk (ein cremefarbener Kalziumkarbonat-Niederschlag) in Form herrlich funkelnder Kristalle neu ablagert. Auf diese Weise entstehen Stalaktiten (die von der Decke wachsen), Stalagmiten (die vom Boden aufwachsen), Heliktiten (die seitwärts wachsen), Sinterfahnen (auch „Vorhänge“ oder „Speckstein“ genannt) sowie Sinterbecken (Gours).
Unter trockeneren Bedingungen – etwa nach der Regenzeit – und bei guter Belüftung führt die Verdunstung des Wassers zur Bildung knubbeliger Strukturen mit kreidiger Oberfläche, die als Höhlenkorallen bezeichnet werden.
Vegetation
Die Landschaft rund um den Chillagoe-Mungana Caves National Park ist von tropischen Trockenwäldern geprägt, in die sich vereinzelt Inseln aus laubabwerfendem Lianendickicht einfügen, das an den Kalksteinfelsen haftet. Die Böden sind im Allgemeinen nährstoffarm und den Großteil des Jahres über ausgetrocknet. Während der Regenzeit (Dezember bis März) können sie jedoch vernässen. Auf gut durchlässigen Böden dominieren Bloodwood-, Ironwood- und Eukalyptusbäume die offenen Wälder. Entlang von Bachläufen, wo der Boden das Wasser schlechter ableitet, sind hingegen Paperbark- und Tea-Tree-Arten (Melaleuca) anzutreffen.
Die Kalksteinfelsen bei Chillagoe sind von einer buschigen Vegetation geprägt, die zahlreiche laubabwerfende Bäume umfasst. Die Bäume in diesen dichten, oft von Schlingpflanzen durchzogenen Dickichten werfen ihr Laub ab, um während der Trockenzeit den Wasserverlust zu minimieren. Der „Bats-wing Coral Tree“ (Erythrina vespertilio) bildet einen dichten Teppich aus roten Blüten, sobald er sein Laub verloren hat. Verschiedene Kurrajong-Arten (Brachychiton spp.) sind an ihren leicht bauchigen Stämmen zu erkennen. Am Fuß der Felsformationen sieht man häufig eine einheimische Bauhinien-Art (Lysiphyllum hookeri) mit schmetterlingsflügelartigen Blättern und weißen Blüten.
Der „Ghost Gum“ (Corymbia dallachiana) wirft jährlich seine Rinde ab. Dank des lichten Blattwerks der Krone sowie der weißen und gelben frischen Rinde ist dieser Baum leicht zu identifizieren.
Verschiedene Feigenbaumarten breiten sich über die Felsen aus und ziehen zur Zeit der Fruchtbildung Vögel und Flughunde an. Ihre fleischigen Blätter und Luftwurzeln hängen oft in die Höhlen hinein oder bilden ein Geflecht um die Felsen. Selbst Pflanzen, die eher für feuchtere Gebiete typisch sind – wie etwa der „Stinging Tree“ (Dendrocnide moroides) oder Farne –, finden tief in den Felsspalten Schutz.
Tierwelt
Die grasbewachsenen Waldgebiete des Parks ziehen eine Vielzahl von Tieren an, darunter Kängurus, Wallabys, Blauwangen-Honigfresser (Entomyzon cyanotis) und Blauflügel-Jägerlieste (Dacelo leachii). Mit etwas Glück erhaschen Sie einen Blick auf das leuchtend grüne und scharlachrote Gefieder der Rotflügelsittiche (Aprosmictus erythropterus), wenn diese lautstark zu weiter entfernten Bäumen fliegen.
In den Baumkronen kann man die Rufe der Rotschwanz-Rabenkakadus (Calyptorhynchus banksii) hören. Auf niedrigen Sträuchern lauern „Tommy Roundhead“-Echsen (Diporiphora australis); aufmerksam beobachten sie den Boden und stürzen sich auf Insekten, sobald diese in ihr Blickfeld geraten.
Höhlenbewohner
Die Temperatur in Höhlen ist relativ konstant und bietet somit ein stabiles Umfeld für die Tiere, die sich an die Dunkelheit angepasst haben.
Insektenfressende Fledermäuse, englisch auch Micro Bats genannt, nutzen zur Orientierung in dunklen Höhlen hauptsächlich die Echoortung, nicht den Sehsinn. Östliche Hufeisennasenfledermäuse, Diadem-Blattnasenfledermäuse und Östliche Höhlenfledermäuse brüten in den Höhlen. Einige versammeln sich in kleinen Bereichen, um die Temperatur für ihre Aufzucht auf ein geeignetes Niveau zu bringen.
Gefleckte Pythons (Antaresia maculosa) sind wichtige Fressfeinde von Fledermäusen und spüren ihre Beute anhand ihrer Körperwärme auf. Dadurch sind sie bestens an die Dunkelheit der Höhlen angepasst. Braune Baumnattern (Boiga irregularis) jagen ebenfalls Fledermäuse, und verwilderte Hauskatzen (Felis catus) können in manchen Gebieten ein Problem darstellen.
Auf dem Chillagoe-Mungana-Kalkstein wurden 27 Arten von Landschnecken nachgewiesen. Auch zahlreiche Insekten und Spinnen wurden hier gefunden.
Wieder draussen in der Hitze holte ich mir die Wasserflasche aus dem Camper und ging die 140 Treppenstufen ganz rauf auf Kliff und genoss dort im Schatten die Aussicht und kühlte mich langsam wieder ab. Hier waren wir dann acht Teilnehmer. Hier ging es dann gleich über 230 sehr steile Treppenstufen rückwärts runter in die Höhle! Das war wieder ein etwas anderer Eindruck als in der Donna-Höhle. Das hätte ich nicht erwartet. Auch hier wunderbar illuminiert. Es ging wieder um Ecken und durch Engstellen. Das Highlight war die unglaubliche Kronleuchter-Formation (siehe Bild) wo man sich fragte, wie die Natur sowas bewerkstelligen kann. Natürlich gibt es auch hier eine Erklärung! Dana hatte auch in dieser Höhle wieder ein paar gute Geschichten und Anekdoten, welche die Tour abwechslungsreich und interessant machte.
Die äusserst interessante geologische Geschichte dieser Landschaft habe ich, auf Basis der Tafeln beim Smelters Gelände, in untenstehender Box zusammengefasst. Vielleicht interessiert es irgendjemanden.
Kupfererz- und Kalksteinhöhlen
Landschaften werden durch die Verwitterung der Gesteine geformt, aus denen das Land besteht; Gesteine entstehen durch geologische Prozesse in der Erdkruste.
Die Geschichte der Landschaft von Chillagoe begann vor langer Zeit … und tief unter der Erde …
Die Region um Chillagoe war, wie die gesamte Erdkruste, wiederkehrenden Dehnungs- und Kompressionszyklen unterworfen. Dehnung in einem Gebiet fiel mit Kompression in einem benachbarten zusammen. Bei Kompression faltet sich die Kruste ziehharmonikaartig. Die tiefe Kruste schmilzt zu Magma, die Kruste an der Oberfläche wird erodiert und Material verlagert (meist durch Wasser). Bei Dehnung senkt sich die Kruste ab, Verwerfungen entstehen, das tiefe Magma steigt zur Oberfläche auf und das Meer kann vordringen.
Uraltes Land und Meer
Die regionalen Grundgesteine sind hier 1’700 Millionen Jahre alt und lagern über noch älteren Gesteinen, die den alten australischen Kontinent bilden. In einem Zeitraum von vor 470 bis 370 Millionen Jahren wurde die Region gedehnt. Die Palmerville-Verwerfung entstand etwa 5 km südwestlich, und das Gebiet um Chillagoe sank unter den Meeresspiegel ab, wodurch das Hodgkinson-Becken entstand. Die Grundgesteine im Südwesten wurden erodiert und als Sedimente im Meeresbecken abgelagert. Basaltvulkane brachen aus, und Korallenriffe wuchsen im flachen Meer. Korallen, Muscheln und Seelilien waren zahlreich vorhanden und wurden in den Riffen als Fossilien erhalten.
FALTEN (vor 350 Millionen Jahren)
Kompression dominierte den Zeitraum von 370 bis 325 Millionen Jahren vor heute. Die horizontalen Meeresgesteine, einschließlich der aus dem Korallenriff entstandenen Kalksteine, wurden stark gefaltet – aufgerichtet, sodass sie fast senkrecht standen – wodurch die langen, schmalen Kalksteinklippen entstanden, die wir heute sehen.
SCHMELZEN (vor 310 Millionen Jahren)
Die nächste Periode, von 325 bis 280 Millionen Jahren vor heute, war von Dehnung geprägt. Magmakammern, die sich während der Kompression durch Erhitzung und lokales Schmelzen bildeten, wölbten sich zur Oberfläche hinauf. Einige kristallisierten unterirdisch als Granit, andere brachen an der Oberfläche als sehr explosive Vulkane aus. Die Hitze wandelte den Kalkstein häufig in Marmor um. Metalle wie Kupfer, Blei, Zink, Gold, Wolfram und Zinn lagerten sich aus Lösungen ab, die mit dem aufsteigenden Magma transportiert wurden. Diese Metallvorkommen bildeten die Grundlage für den Bergbau in Chillagoe.
EROSION (vor 250 Millionen Jahren)
Von 280 bis 255 Millionen Jahren vor heute war die Landschaft der Erosion ausgesetzt. Die anfängliche Entwicklung der Chillagoe-Kalksteinhöhlen hatte begonnen. Regen und Grundwasser lösten die Kalksteine entlang von Rissen und Spalten auf, die sich schließlich zu Hohlräumen erweiterten.
Das Klima von 255 bis 240 Millionen Jahren vor heute war sehr kalt. Ein kleines Grabenbruchtal am Mount Mulligan, 40 km nordöstlich von Chillagoe, enthielt Torfmoore und Wälder, die später von Sand und Kies bedeckt wurden. Der Torf wurde zu Kohle – die Grundlage der Mount-Mulligan-Kohlemine, die Teil des Chillagoe-Bergbauimperiums wurde.
EIN GROSSES BINNENMEER (vor 140 Millionen Jahren)
Die globale Erwärmung vor 140 bis 70 Millionen Jahren verursachte einen starken Meeresspiegelanstieg und bildete das Carpentaria-Becken, das sich vom Golf von Carpentaria landeinwärts bis nach Chillagoe erstreckte. Korallen, Ammoniten und Meerestiere wie Plesiosaurier und Elasmosaurier gediehen in den warmen Bedingungen dieses Binnenmeeres. Sedimente, die vom Land erodiert wurden, spülten in dieses Meer und verfestigten sich schließlich zu Sedimentgesteinen wie Sandstein.
AUFSTIEG (vor 70 Millionen Jahren)
Vor 70 bis 30 Millionen Jahren hob sich der östliche Teil des Kontinents und bildete das östliche Hochland – das Atherton Tableland und die Great Dividing Range. Das Binnenmeer zog sich nach Westen zurück, die Sandsteindecke, die die Landschaft bedeckte, begann abgetragen zu werden, und der Chillagoe-Kalkstein wurde wieder freigelegt, sodass sich Höhlen bilden konnten.
VULKANE UND EIN GROSSER SEE (vor 12’000 Jahren)
Von vor 30 Millionen Jahren bis vor etwa 10.000 Jahren brachen viele Basaltvulkane in der nahegelegenen Gegend von Undara und auf dem Atherton Tableland aus – Ereignisse, die in Legenden der Aborigines festgehalten sind. Zwischen 40.000 und 10.000 Jahren, auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit, sank der Meeresspiegel um 130m unter sein heutiges Niveau. Der Golf von Carpentaria wurde zu einem großen Süßwassersee, etwa viermal so groß wie der Lake Eyre.
Auf die Frage, welche nun die schönste Höhle war, kann ich schwer eine Antwort finden, denn alle drei sind faszinierend, unterschiedlich und schön. Mir hat das Entdecker-Erlebnis mit der Taschenlampe sehr gut gefallen! Also war Royal Arch mein bestes Erlebnis.Ich habe auf den Besuch der Pompeii Cave und der Bauhinia Cave verzichtet, finde jedoch das Angebot super, dass man mehrere Höhlen auch ohne Ranger besuchen kann. Ich fuhr also zum nahegelegenden Parkplatz des Balancing Rock Tracks und ging den Weg rauf zu genau diesem Stein, der auf dem Felsen balanciert. Auch die Wullumba Art Site habe ich angeschaut, fand diese aber nicht so beeindruckend.
Da ich nun sowieso schon durchgeschwitzt war, konnte ich in der mittäglichen Hitze gleich auch noch das Areal der ehemaligen Schmelzhütte besuchen. Die Ruinen mit den drei Kaminen sowie einer grossen Schlackenhalde und der Eisenbahnanbindung sind historisch interessant, weil sie in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts die damalige Hochtechnologie einsetzten, aber leider in ihren rund 40 Jahren des Bestehens nie einen Gewinn machten. Chillagoe ist halt einfach sehr weit weg vom Schuss.
Die Details zur dieser interessanten Industriegeschichte befindet sich in untenstehender Box.
In ihrer Blütezeit bildeten die Chillagoe-Schmelzhütten das Zentrum einer florierenden Bergbauindustrie, die der Region Chillagoe Wohlstand und Entwicklung brachte. Im Juni 1901, als die Eisenbahnlinie fertiggestellt war, hatte sich Chillagoe zu einer blühenden Stadt entwickelt. Dank der Eisenbahn konnten die Anlagen für die großen, innovativen Chillagoe-Schmelzhütten bereits im September 1901 in Betrieb genommen werden. Die Chillagoe Railway & Mining Company stattete ihre Baustellen mit modernsten Maschinen aus, und die umliegenden Minen in Mungana, Zillmanton und Redcap arbeiteten im großen Stil. Zeitweise boten die Minen, die Eisenbahn und die Schmelzhütte bis zu 1’000 Arbeitern Arbeit.
Die Chillagoe-Schmelzhütte war bis 1943 in Betrieb und verarbeitete in ihrer rund 40-jährigen Lebensdauer 1’250’000 Tonnen Erz, woraus 60’000 Tonnen Kupfer, 50’000 Tonnen Blei, 181 Tonnen Silber und 5.1 Tonnen Gold gewonnen wurden.
„… das Vermächtnis dieses grandios unfähigen Unternehmens war die Infrastruktur einer ganzen Mineralienindustrie, deren Aufbau sich der Staat niemals hätte leisten können und die über zwanzig Jahre lang im öffentlichen Interesse und mit sehr geringem Kapitalaufwand funktionierte. Sowohl unter der Führung des Unternehmens als auch des Staates schuf das Chillagoe-Projekt Tausende von Arbeitsplätzen, ermöglichte den Eisenbahntransport über enorme Entfernungen und sicherte den Betrieb von Minen und Unternehmen im gesamten Norden. Obwohl die Chillagoe-Schmelzhütten nie Gewinn erwirtschafteten, trugen die von ihnen ausgehenden Multiplikatoreffekte fast fünfzig Jahre lang massgeblich zum Wohlstand Nord-Queenslands bei. In den letzten Jahren wurden die Schmelzhütten vom Staat bewusst mit Verlust betrieben, um diese wirtschaftliche Rolle für die gesamte Region fortzuführen.“
Auch wenn die Schmelzhütte wertvolle Arbeitsplätze im Strukturschwachen Norden von QLD anbot, musste der Staat wegen den andauernden Verlusten im WW2 dann doch über die Bücher. Da hat der Staat dann aber doch beschlossen, die Schmelze zu schliessen: Mt Isa war dann der erfolgreiche Nachfolger, welcher immer noch besteht und nun mit Glencore um eine erfolgreiche Zukunft kämpft.
Ausser den paar Ruinen, den drei Kaminen und einer Schlackenhalde mit giftigem Sondermüll (der damalige Schmelzprozess war nicht sehr effizient) ist nur noch ein idyllisches, verschlafenes Outback Örtchen übrig geblieben. Und natürlich die beeindruckende Landschaft!
Gestern fuhr aber ein ganzer Convoi mit Fertiggebäuden vorbei. Und morgen werden mir weitere Roadtrains mit grossen Maschinen und vielen riesigen Reifen entgegenkommen. Die Minenaktivitäten starten vielleicht wieder…
An dem heutigen sehr heissen Tag schaltete ich die Klimaanlage im Womo an und genoss den Nachmittag im Schatten. Ich hatte bei der morgendlichen Führung meinen Nachbarn versprochen, dass ich mich auch auf die Liste der Observatioriums-Session setzen lassen würde. Auf dem Weg zum Pool bekundete ich mein Interesse an der Session. Um 18:30 wisse man, ob es genügend Interessenten und keine Wolken hat.
Nach dem sehr schön abkühlenden Bad im Pool waren dann tatsächlich zwei weitere Sites im Schatten besetzt. Bei den einem Nachbar-Paar hörte ich Schweizerdeutsch bei. Bei einem Austausch über (lange) Reisepläne und von Anekdoten stellte sich dann heraus, dass schon wieder Winterthur im Spiel war als Ort des Aufwachsens. Irgendwie verfolgt mich diese Stadt hier in Australien. Die Welt ist klein. Die beiden erzählten mir von der sehr schlechten Qualität der 4WD-Camper von Apollo und Britz und ihrem Ärger mit diesem Fahrzeugtyp. Da scheinen sie nicht die einzigen zu sein! Dass dieser grosse Anbieter die Qualität nicht in den Griff kriegt und die Mitarbeitenden ziemlich hilflos dastehen lässt, ist schon sehr traurig.
Um 18:15 habe ich dann an der Rezeption nachgefragt, ob die Observatoriums-Session stattfinden würde. Es hatte leider zu viele Wolken und zu wenig Interessenten. So fand also keine Session statt.
Mittwoch: Rückfahrt nach Mareeba
Am Mittwochmorgen hielt ich noch einen kleinen Schwatz mit meinen Schweizer Nachbarn. Ich wollte wissen, wie man Japan (6 Monate!) bereisen kann. Auf der anderen Seite der Brücke hielt ich dann noch bei meinen anderen Nachbarn und unterhielt mich mit ihnen über dieses und jenes.
Die Fahrt nach Mareeba war dann ziemlich ereignislos. Da die Emerald Creek Falls sich ganzin der Nähe meines nächsten Campingplatzes befanden, waren nur diese auf meinem touristischen Programm. Aber das werde ich im Blogpost über die Atherton Tablelands beschreiben.























































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