Litchfield NP: Zahlreiche Badeplätze in Flüssen und unterhalb von Wasserfällen bringen die ersehnten Abkühlungen bei typisch heissen Wetter

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Der von Darwin aus sehr gut mit zwei Zugangsstrassen erreichbare Litchfield Nationalpark ist für seine das ganze Jahr fliessenden Gewässer mit vielen Wasserfällen, welche mit vielen, von Krokodilen befreiten Pools zum Baden einladen. Das Hochland (Tabletop) speichert das Wasser der Regenzeit und speist damit während der Trockenzeit die Bäche und Flüsse. Bei dem häufig tropisch-heissen Wetter sind das mit 200’000 Besuchern pro Saison äusserst beliebte Ausflugsziele. Wenn man diese Pools eher für sich haben will, dann bieten sich Besuche am Morgen vor 10 Uhr und am Nachmittag nach 16 Uhr an. Dann sind die Tagestouristen schon wieder weg und vor allem Besucher aus den beiden Campgrounds bei Wangi Falls und bei Florence Falls anzutreffen. Diese Attraktionen reihen sich in nicht allzugrosser Distanz entlang der Zugangsstrasse auf und die Wanderungen zu diesen sind alle kurz bis sehr kurz. Zu den Short Walks gibt es eine Broschüre.

Der Litchfield-Nationalpark ist ein absolutes Muss für jeden Besucher des Top End.

Der Park erstreckt sich über eine Fläche von ca. 1’500km².

Er beherbergt mehrere atemberaubende Wasserfälle, die in kristallklare Becken stürzen, charakteristische magnetische Termitenhügel und Ansammlungen verwitterter Sandsteinsäulen.

Der Litchfield-Nationalpark ist eine uralte, vom Wasser geformte Landschaft. Aborigines leben seit Jahrtausenden in diesem Gebiet. Es ist von großer Bedeutung für die Aborigines-Stämme der Koongurrukun, Mak Mak Marranunggu, Werat und Warray. Ihre Ahnengeister formten die Landschaft, die Pflanzen und die Tiere und sind noch heute in der Landschaft präsent.

Es gibt jedoch zwei weitere, etwas andere Attraktionen im Litchfield NP. Die eine ist der 39km lange Tabletop Track entlang aller Sehenswürdigkeiten und mehr. Die andere sind die über den 4WD Reynolds Track erreichbaren Attraktionen und Campgrounds. Da der anspruchsvolle Reynolds Track über mehrere, etwa 50-60cm tiefe Wasserquerungen geht, ist dieser nur für 4WD-Fahrzeuge mit hoher Bodenfreiheit zugänglich. Es gibt entlang des Tracks zwei Campgrounds: Tjaynera Falls (Sandy Creek) und Surprise Creek.
Für 4WD Fans gibt es auch noch die Central Valley Campgrounds (mit je 10-12 Plätzen) östlich des Reynolds Rivers sowie die Felsformationen The Lost City, dessen 10km langer Dirt Trackje nach Jahreszeit unterschiedliche Anforderungen stellen.

Ich habe mich für die einfach erreichbaren Attraktionen entschieden und dafür schon vor ein paar Wochen eine Übernachtung auf dem Wangi Falls Campground und zwei Übernachtungen auf dem Florence Falls 2WD Campground gebucht. Ich habe die Zungansstrasse von Norden genommen, welche seit etwa 7 Jahren durchgängig befestigt ist. Da habe ich sogar das erste Mal in meinem Leben einen Dingo am Strassenrand gesehen!

Dieses Mal ist es schon Ende August mit 37° richtig schwül-heiss und die Pools werden umso begehrter sein.

Montag: Walker Creek, Cascades und Wangi Falls (mit Übernachtung)

Die Fahrt ab Dundee Beach startete nach wenigen Kilometern mit einer kleinen Überraschung: Ich habe den ersten Dingo aller meiner Australienreisen entdeckt! Vor dem Abzweiger auf die Litchfield-Zugangsstrasse hielt ich noch am Sandpalms Roadhouse and tropical Motel. Dieses könnte aus einer Filmkulisse entsprungen sein und drinnen roch es sehr verführerisch nach Ei und Speck. Ein paar Truckies warteten auf ihr Frühstück.

Der Rest der Strecke war dann ziemlich ereignisfrei. Es war schon nach 10 Uhr, als ich mir die zahlreichen Badestellen im Walker Creek angeschaut habe. Es hatte fast keine Autos, denn die diversen Picknickplätze mit der Möglichkeit, im nicht sehr tiefen, mit Steinbarrieren aufgestauten Wasser etwas Abkühlung zu suchen, ist wohl weniger attraktiv als die anderen Badestellen. Weiter oben am Flusslauf gibt es mehrere buchbare Campiermöglichkeiten, die man zu Fuss erreichen kann.

Schon nach 11 Uhr bin ich dann am Parkplatz der Cascades eingetroffen. Da habe ich zwei Sachen entschieden, die ich sonst nie mache. Da der kürzere Walk 1.2km und der längere Walk 1.7km angeschrieben war, habe ich auf die Wanderschuhe verzichtet und bin mit den Sandalen los. Und als zweites würde ich normalerweise eine solche Wanderung nicht über Mittag bei 37° machen. Aber so packte ich, wahrscheinlich von der Hitze schon nicht mehr ganz urteilsfähig, ein paar Lunchbrote, Wasser und die Badehose ein. Ich wollte ja „nur“ den einfachen Weg zu den Lower Cascades machen. Der stellte sich dann aber zwischendurch als eine ziemlich rutschige Kletterübung über grosse Steine heraus. Wenigstens verlief er im Schatten. Im Fluss entlang des Weges durfte man wegen Krokodilen noch nicht baden. Der Pool unterhalb des Wasserfalls war dann jedoch eher enttäuschend. Da ging ich die steilen Felsen neben dem Wasserfall rauf und traf auf die tatsächlichen Cascades, welche über mehrere Stufen über die Felsen flossen und Pools bildeten. Ich eroberte für mich den zweiten Pool, der einen sandigen Grund hatte und sogar im Schatten lag. Ich genoss das Wasser und packte nach dem Bad die Lunchbrote aus. Mit den Füssen im Wasser und im Schatten war das sehr angenehm. Ein paar kleine Krebse und Fische hatten auch freude an den paar Brotkrümeln, welche von meinen Sandwiches ins Wasser fielen.

Da am Ende der Cascades der andere, längere Weg zurück zum Parkplatz führte und ich nicht wieder die rutschigen Felsen mit den Sandalen queren wollte, nahm ich diesen Weg. Der führte aber in der totalen Mittagshitze und der prallen Sonne, zuerst den Hügel rauf und dann erst langsam runter zum Parkplatz. Ich muss gestehen, da kam ich leicht an meine Grenzen. Aber es gab keine Alternative. Aber ich schaffte auch das und konnte beim Womo ja wieder genügend Wasser zu mir nehmen, um die ganzen Schweissflüsse zu kompensieren. Wieder im Womo konnte ich mich mit der Klimaanlage auch wieder etwas abkühlen.

Ich fuhr noch kurz zum Ende/Anfang des 4WD des Reynolds Track um die Infotafel zu lesen. Es sind auch am Ende der Trockenzeit noch 40-50cm Wasserstand auf mehreren Abschnitten. Das hätte ich nicht gedacht.

Auf dem nahe gelegenden Wangi Falls Campground hatte ich die grosse Campsite 17 gebucht. Nachdem ich mich eingerichtet hatte, ging ich dann mal zum Plunge Pool und kühlte mich ab. Es hatte aber ziemlich viele Touris. Und am linken Einstieg sprachen die Leute davon, dass dort ein Krokodil liege. Dabei war es nur ein Wasserwaran (leider etwas unscharf auf dem Bild)! Nachdem ich zurück bei Womo war wartete ich ab, bis es gegen 16 Uhr ging. In der Zeit konnte ich mit Freude das Corella-Paar beobachten, welches am Baum neben meiner Site seine Bruthöhle hatte. Dann nahm ich die Pool Noodle nochmals unter den Arm und genoss den riesigen und tiefen Plunge Pool sehr lange. Dieses Mal mit deutlich weniger anderen Leuten. Leider wird die eine Seite mit dem Aussichtspunkt gerade neu gebaut, daher ist der Walk nach oben nur einseitig begehbar. Daher habe ich entschieden, diesen Walk am nächsten Morgen nicht zu machen. Denn oben gibt es keine weiteren Pools, sondern nur die Aussicht vom Tabletop.

Am Abend sass ich so lange wie möglich vor dem Camper und liess mein neues Thermacell neben mir auf dem Tisch verdampfen. Denn im Womo war es richtig schön heiss und die Luftfeuchtigkeit war hoch. Doch ich schlief danach trotz Hitze ohne weitere Schweissausbrüche ziemlich gut. Nur merkte ich, dass mein Womo etwas schräg stand und das Kopfende des Bettes tiefer war als das Fussende. Das zeigte sich im Verlaufe der Nacht an meinem verspannten Rücken.

Dienstag: Tolmer Falls, Buley Rockholes und Florence Falls

Und am Morgen sah ich dann an meinen Beinen und Füssen, dass ich das Thermacell das nächste Mal auf den Boden stellen muss. Man lernt nie aus.

Da es immer noch so heiss war und ich die nächsten Attraktionen alle am heutigen Tag besuchen konnte, aktivierte ich Starlink und buchte mir für morgen eine powered Site im Breeze Holiday Park in Katherine. Da war ich ja schon vor knapp zwei Wochen und ich hatte die gemütliche Atmosphäre und den Schatten genossen. Die BOM App sagte mir auch, dass in Katherine mit viel besserem Wetter zu rechnen sei: 32° bei tiefer Luftfeuchtigkeit. Das war eine Verheissung. Für die Kürzung meines Aufenthalts in Florence Falls gab es aber keine Rückerstattung mehr. Aber vielleicht hat jemand anders morgen Freude an der riesengrossen Campsite

Als erstes fuhr ich Tolmer Falls an. Dort kann man über zwei sehr kurze Wege zwei Aussichtspunkte besuchen, welche einen sehr schönen Blick auf den sehr hohen Wasserfall und auf die Ebene dahinter erlaubte. Ich genoss am frühen Morgen diese Ausblicke sehr.

Buley Rockhole und Florence Falls sind dann auf der selben Zugangsstrasse sehr nahe beieinander. Immer noch früh am Morgen besuchte ich die sehr schönen Buley Rockholes und konnte mir auch hier mein persönliches Rockhole inklusive Strömung aussuchen. Ganz persönlich war es aber nicht, da auch hier noch ein paar kleine Fische rumschwammen. Die Szenerie dieser Rockholes ist absolut genial. Das sieht man auch an den vielen Bildern unten in der Gallerie. Als ich dann genügend abgekühlt und durchgeweicht war, ging ich zurück zu Parkplatz, wo mir schon eine japanische Reisegrupper entgegen kam. Der Parkplatz war inzwischen fast voll.

Es war nun gegen 11 Uhr, also konnte ich meine Campsite 15 beziehen. Die war wirklich sehr gross und ich musste lange überlegen, wie ich denn nun das Womo hinstelle. Ich stellte es dann so, dass ich Schatten vor dem Womo hatte. Das faltbare Solarpanel konnte auch an mehreren Orten in der Sonne aufgestellt werden. Ich habe mal im Blog nachgeschaut (hier): Das letzte Mal hatte ich die viel kleinere Campsite 21 mit etwas besserer Aussicht.

Der Plan war, die 135 Treppenstufen runter zu Florence Falls wieder erst gegen 16 Uhr in Angriff zu nehmen. Die Zeit bis dahin war aber von sehr vielen Schweisstropfen geprägt. Kaum habe ich irgendwas physisches gemacht, ging es wieder los. Im Womo war es sowieso brütend heiss. Und mir kam trotz Hitze die Erleuchtung, dass mir der USB-Ventilator mit Batterie fehlt, den ich Zuhause wegen seines Gewichts zurückgelassen und entsorgt hatte. Da habe ich mir gleich den Fishing&Camping Laden in Kathrine vorgemerkt.

Gegen 16 Uhr bin ich dann gemütlich mit meiner Pool Noodle unter dem Arm die 135 Treppenstufen runter gegangen. Die vielen Vogelgesänge waren einfach wunderbar anzuhören. Ein richtiges Konzert! Unten auf dem Boden der Schlucht wurden diese Gesänge aber vom Rauschen des Wasserfalls übertönt. Es waren noch recht viele Leute da. Mit meiner Pool Noodle machte ich ein paar kleine Runden, aber die Felsen im Wasser verunsichterten mich etwas. Da suchte ich mir einen Platz zum Stehen und beobachtete die grossen Fische, welche die Badenden total ignorierten.

Als ich wieder angezogen war, tauchte am Weg ein Wildschwein mit zwei Jungen auf. Das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass die sich so nahe zu den Menschen traut. Ich machte ein paar Fotos, und als die Jungen und die Mutter alle auf der selben Seite des Weges waren, traute ich mich, an ihnen vorbei zu gehen. Man weiss ja nie, das sind wilde Tiere!

Die Treppenstufen waren dann rasch und einfach überwunden und ich genoss in der Hitze den Rest des Abends. Dieses Mal mit dem Thermacell auf dem Boden. Und die Nacht war dann noch etwas erholsamer, denn zwei Keile und den rechten Rädern des Womo stellten sicher, dass mein Kopf höher als meine Füsse lagen. Da wachte ich am Morgen ohne Rückenschmerzen auf.

Ausser Greenant Creek mit seinem 2.7km langen Weg zum Tjaetaba Falls Lookout hatte ich somit alle an der Zufahrtsstrasse gelegenen Attracktionen besucht.

Mittwoch: Fahrt nach Katherine

Nach ein paar Kilometer habe ich einen letzten Stopp im Nationalpark gemacht, um die „magnetischen“ Termitenbauten zu bewundern. Diese sind sehr schmal und alle in Nord-Süd-Richtung gebaut. Das ist eine Spezialität der hier lebenden Termiten. Im morgendlichen Licht aus Osten sieht man die Ausrichtung wunderbar.

Der früher richtig grosse Cathedral Termite Mound ist leider inzwischen zusammengebrochen und nur noch ein Haufen Elend mit einem Besichtigungssteg rundherum.

Die weitere Strecke der 270km lange Fahrt nach Katherine war wiederum ziemlich eriegnislos. Ich machte einen kurzen Zwischenstopp in Pine Creek und schaute mir die alten, verrosteten Überreste der Minen-Ära an und las die Geschichte des Uran-Abbaus in der Region des Kakadu Nationalparks. Schon hier merkte ich, dass die Luft viel trockener war und es windete recht stark.

In Katherine angekommen, suchte ich gleich den Camping & Fisching Laden auf und konnte gleich aus mehreren USB-Ventilatoren aussuchen. Ich besitze nun einn tollen Venti von Companion.

Genau im 12 Uhr habe ich im Breeze Holiday Park in Katherine eingecheckt, wo ich wiederum eine sehr schöne schattige Site erhielt. Den Nachmittag habe ich dann genutzt, um den letzten Blogbeitrag zu schreiben.

Und ich kriegte eine Email, dass meine gebuchte 4 Schluchten-Tour im Nitmiluk gekürzt werden muss. Das Schwimmen in der vierten Schlucht kann noch nicht stattfinden, da diese wegen Krokodilen immer noch nicht freigegeben wurde. Das wird wahrscheinlich erst in etwa 2 Wochen der Fall sein. Mir wurde angeboten, die Cruise zu stornieren (mit voller Rückzahlung) oder die kürzere Cruise (3 Schluchten) zu machen mit einer Teilrückzahlung, da diese Cruise auch angeboten wird und natürlich günstiger ist. Obwohl ich diese Cruise schon mal gemacht habe, habe ich das Angebot der kürzeren Cruise angenommen.

Meine Nachbarn waren dann lustigerweise ein junges Schweizer Paar aus Luzern, welches die Strecke Darwin bis Perth in 5 Wochen in einem Dachzelt-Ute bereist und vor einer Woche in Darwin gestartet war.

Donnerstag: Katherine Hot Springs

Da es in Katherine am Morgen nach langer Zeit mal wieder unter 20°C war, konnte man sich schon überlegen, die Hot Springs von Katherine zu besuchen. Das warme Wasser passt auch super zum Thema dieses Blogbeitrags.

Ich bin als über die Low Level Bridge des Katherine River gefahren und habe nach dem ersten Abzweiger auf dem leeren Parkplatz zum Upper Pool geparkt. Badehose montieren, Pool Noodle rausholen und die 350m zum Upper Pool gehen, der direkt an der heissen Quelle liegt. Das Wasser ist 25-30° warm und wird in der Tiefe rein geothermisch erwärmt. Ich war so früh am Morgen fast der einzige Badende!

Nach dem Bad im Upper Pool ging ich zu den Lower Pools und liess mich von der Strömung den Bach heruntertragen. Das war ein sehr schönes Gefühl, in diesem tropischen Paradies zu den Gesängen der vielen Vögel das warme Wasser und die Strömung zu geniessen! Und dieses Erlebnis ist sogar kostenlos! Wahrscheinlich könnte man sich bis in den Katherine River treiben lassen? Da wäre dann aber wieder das Problem mit den Krokodilen… Im Wasser der Hot Springs kann man ja höchstens mal eine Python antreffen, wie mir Mila geschrieben hat.

Beim Fotografieren des Katherine River kommen mir wieder die Bilder der Jahrhundert-Flut in diesem März in den Sinn (siehe Beitrag von ABC). Dass man davon nichts mehr sieht ist schon fast ein Wunder.

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