Zwischen den Erlebnissen in den Nationalparks des Top Ends etwas ausspannen: Beach Holidays und Shopping rund um Darwin

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Nachdem ich die Nacht nach meiner rascheren Weiterreise aus dem Kakadu Nationalpark (siehe hier) im Discovery Parks in Darwin verbracht hatte, wollte ich die nächsten vier Tage fast ohne Programm im lauschigen Lee Point nördlich von Darwin und im geschäftigeren Dundee Beach recht weit östlich von Darwin verbringen.

Donnerstag und Freitag: Lee Point Village Resort

Auf der Fahrt zum Lee Point Village Resort habe ich als erstes bei Bunnings halt gemacht und habe ich mir ein Set klebbare Gumminoppen als Ersatz für die abgefallenen an den Schranktüren meines Campers, eine zuschneidbare Plexiplatte für eine Abdeckung der beiden Fenster beim Bett und ein für die Bastelarbeit benötigte professionelle Schere gekauft. Danach bin ich zum riesengrossen Casuarina Square gefahren und habe mal wieder in einem grossen Coles eingekauft. Ein Woolworth hätte es auch gehabt.

Im Lee Point Village Resort wurde ich dann sehr freundlich empfangen und an meine schattige Site unter einem grossen Baum gefahren. Die vielen verteilten Sanitärblöcke und die Weitläufigkeit haben mir auf Anhieb sehr gefallen. Nur abends und morgends fuhren auf der Strasse zum Lee Point mehr Autos als ich dachte. Aber ich genoss auch den wiederholten Besuch des farbig schimmernden Strohhalsibis.

Nach dem Mittag habe ich die Plexiplatte mit der professionellen Schere zurchtgeschnitten. Das ging ja wie das heisse Messer durch die Butter! Jetzt werde ich mit Kopf oder Füssen die Rollos der beiden Fenster am Fuss- und Kopfende der Matraze nicht mehr so einfach zerstören können.

Am späteren Donnerstag Nachmittag habe ich mich dann mal zu Fuss auf den Weg zum Strand gemacht. Auf der anderen Strassenseite war aber das waldige Gelände grossräumig abgesperrt: Hier sollen wohl in Zukunft Behausungen für Militärangestellte gebaut werden. Das Militär ist mit mehreren Basen in der Gegen ja sehr gegenwärtig. Selbsgemalte Plakate zeugen an den Zäunen vom Protest gegen dieses Vorhaben. Etwas weiter nördlich sind aber durch den Wald viele MTB-Tracks und ein Fussweg angelegt. Ein Fussweg führt von Casuarina Beach bis zum Lee Point im Norden. Diesen Weg und später auch Lee Point habe ich dann erreicht. An Baden ist hier einerseits wegen des sich weit draussen befindlichen Wassers und wegen Krokodilgefahr nicht wirklich zu denken. Auf dem Parkplatz des Lee Point war nicht viel los. Ich fotografierte die Aussicht und das Kunstwerk, welches auf die hohe Wichtigkeit dieses Gebiets für den Vogelzug zwischen Asien und der Antarktis hinwies.

Nach diesem kleinen Ausflug konnte ich dann entspannt ein Abendessen zubereiten und mir vornehmen, morgen früh bei tieferen Temperaturen mal einen Weg zwischen dem Spital und dem abgesperrten Gebiet an den Strand zu suchen.

Am nächsten Morgen früh habe ich dann genau diesen Rundweg gemacht. Vor dem Spital bin ich durch eine Siedlung mit wunderschönen, recht neuen Einfamilienhäusern gegangen und habe dann einen direkten Weg durch den Wald und danach durch die Manroven an den Strand gefunden. Von dort bin ich den ganzen Weg am Strand bis zum Punkt kurz vor Lee Point gegangen, wo ich schon gestern durchging. In der Mitte des Weges am Strand musste ich noch eine Flussmündung durchqueren, deren Wasser mir bis hoch an den Oberschenkel ging. Am Ende der Strandwanderung ging es dann wieder den von gestern bekannten Weg zurück zum Wonhmobil.

Als ich mich da ab etwa 11 Uhr ausruhte, packte mich dann doch noch etwas der Ehrgeiz. Denn mein von aussen sehr verschmutztes Womo machte zwischen den vielen glänzenden Caravans und Autos einen schlechten Eindruck. Also fülllte ich unzählige Eimer mit Wasser und wusch den Camper von aussen mit Schwamm und Mikrofasertuch über den Scheibenreiniger. Auf dem Stuhl sehend erreichte ich knapp die Oberkannte des Womow. Das Dach (und auch das Solarpanel) blieb also weiterhin verstaubt und dreckig. Der Rest sah nach der Waschaktion wieder ziemlich schön. Fast wie neu.

Nach dem Mittag hätte mir dann einer meiner Nachbarn, der auch gerade sein Auto wusch, seine Leiter angeboten. Aber ich hatte für heute genug geschuftet und habe den Pool besucht. Das kühlende Wasser hat sehr gut getan. Wir waren nur zu weit im grossen Pool und haben über Reisepläne diskutiert.

Da habe ich wunderbare Tipps für meine Fahrt nach Queensland gekriegt. Man können den Norden von QLD, das heisst den Daintree Regenwald, noch sehr gut im September bis Oktober besuchen. Dieses Jahr war dort sowieso die kühlste und regenreichste Trockenzeitseit langem. Also werde ich von Mt. Isa rauf nach Normanton fahren und von dort die befestigte Gulf Development Road Richtung Cairns nehmen. Die ist zwar stellenweise nur einspurig mit Bitumen, erlaubt aber eine (hofffentlich) komplett „bitumisierte“ Reise nach Cairns, bzw. zum Daintree NP. Mein Gesprächspartner hat mir auch den Tipp gegeben, für den Luftweinlass der Doppeltür doch einen zuschneidbaren Filter für Klimaanlagen zu kaufen und den zwischen die beiden Türen zu klemmen. Das habe bei ihnen den Staubeintrag in den Caravan fast komplett reduziert. Das hätte mir jemand am Anfang meiner Reise sagen dürfen… Da in den AGB des Dundee Beach Park zum Thema Mücken und Midges stand, dass Einheimische sich draussen nie ohne Thermacell aufhielten, hatte ich schon zwei weitere Dinge für einen zweiten Bunnings-Besuch auf der Liste. Diese Liste erweiterte sich dann auf eine Zange und einen Engländer, als ich meinen Stuhl reparieren musste. Dort hatte sich eine Schraube unerkannt geköst und ich hatte riesiges Glück, dass ich die Mutter, die Unterlagsscheibe und das Distanzstück aus Plastik noch im Gras vor dem Camper fand. Nur mit Hilfe einer Zange eines Nachbars konnte ich das wieder reparieren.

Samstag und Sonntag: Dundee Beach Holiday Park

Auf der Fahrt zum 170km entfernten Dundee Beach Holiday Park habe ich deshalb zuerst wiederum im Casuarina Square eingekauft, um für die nächsten 5-6 Tage in Dundee und im Litchfield ausgerüstet zu sein. Danach hielt ich nochmals im Bunnings an und kaufte ein Thermacell, eine Filtermatte sowie eine Zange und einen Engländer.

Die Fahrt nach Dundee Beach ging dann eriegnislos über die Bühne. Der Holiday Park wurd wohl vor wenigen Jahren komplett renoviert. Ich kam um 12 Uhr an und erhielt mit meinem kleinen Womo eine Site mit einem schön grossen Baum. Der Campground ist modern gemäss G’Day Standard. Top!Mein Womo passte genau noch auf die Site und der Baum spendete hervorragend Schatten. Das war ein ziemlich grosser Unterschied zu Lee Point. Einerseits war Wochenende und andererseits waren hier sehr viele Leute und Familien aus Darwin, welche hier (Wochenend-) Urlaub machten. Es ist ein sehr beliebter Spot zum Angeln, daher gab es sehr viele Boote und es war sehr viel los. Die Caravans standen fast Seite an Seite. Ich hatte mit meiner Site an der Ecke jedoch herrlich viel Platz.

Am späteren Nachmittag bin ich dann mal an den Strand gegangen und habe das Spektakel mit den vielen Anglern und Booten beobachtet. Um die Ecke herum konnte ich jedoch ein sehr schönes Strandparadies entdecken, wo es sogar einige (free?) Sites für Camper gab, die das „richtige“ Australienfeeling suchen.

Schon im Lee Point hatte ich gestern Abend beobachtet, dass sich das Wetter recht stark verändert. Es kommen immer mehr Wolken und die Luftfeuchtigkeit steigt (Taupunkt steigt auf 22°). Da konnten nachmittags sogar mal einzelne Regentropfen aus den dicken Wolken fallen! Gut konnte ich jeweils am Nachmittag den Camper mit der Klimaanlage innen etwas abkühlen, sodass ich abends auch gemütlich drinnen sitzen konnte. Es herrscht meist ein sehr angenehmer Wind, sonst wäre es recht düppig. Auch der Schatten der Wolken hilft etwas.

Wenigstens sind am Sonntag die Corellas im Baum über mir vernünftiger als gestern. Aber die lauten Klimaanlagen der Nachbarcaravans waren nachts etwas mühsam. Ich könnte beim Lärm der eigenen Klimaanlage gar nicht mehr schlafen.

Am Sonntagmorgen habe ich dann als erstes Wäsche gemacht. Also mit den vorhandenen Münzen die erste von zwei Waschmaschinenladungen starten und für die zweite Ladung um 9 Uhr weitere Münzen an der Rezeption holen. Dort bestätigte man mir meine Vermutung des dieses Jahr sehr früh startenden Build-Ups mit der hohen Luftfeuchtigkeit.
Nach der ersten abgeschlossenen Ladung sah ich dann, dass dieser Campinplatz nur sehr wenige Wäscheleinen besass. Die waren alle voll. Da bin ich halt nochmals zur Rezeption und habe mir weitere Münzen für den Wäschetrockner gekauft. Ich kriegte sogar Rabatt, das war sehr nett. Also die zweite Waschmaschinenladung gestartet und die erste in den Dryer. Danach noch die zweite Ladung in den Dryer. Im Nachhinein war ich sehr froh, für AUD 7 meine ganze Wäsche getrocknet zu haben: Denn das Aufhängen und Abhängen der Wäsche hätte bei der schwülen Hitze unendlich viel Schweiss gekostet.

Die Dundee Beach Region scheint DIE Ferien/Weekend Destination von Darwin zu sein: Grosse und viele Fischerboote, sehr viele Ferienhäuser/Villen, um 10 Uhr 7 Helilandungen, viele Familien, sehr schöner Strand (der nicht genutzt wird oder werden kann), sehr geschäftig. Die Leute scheinen Geld zu haben. Und ich habe mal wieder nicht daran gedacht, dass Wochenende ist.

In Lee Point genau das Gegenteil: Viel Platz für alle, fast nur graue Nomaden. Älterer, sehr gepflegter Platz mit riesigen Bäumen, sehr relaxed. Nebenan ein dazugehörendes Resort-Hotel.

Am späten Nachmittag bin ich nochmals an den Strand gegangen und habe mir dann auf dem Rückweg zum Womo in der Beach Tavern nach der vielen morgendlichen Arbeit noch ein Bier gegönnt. Auf dem Weg zum Womo konnte ich dann nochmals die dunklen Wolken des Build-Ups fotografieren. Abends konnte ich dann in der Kühle der Klimaanalage das Bett beziehen und die Wäsche versorgen.

Diese Nacht war weniger von den Geräuschen der Klimaanlagen geprägt.

Am Montag Morgen geht es dann in den Litchfield Nationalpark. Die nördliche Accessroad zu Litchfield zweigt in der Nähe ab.

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