Boab Trees (Affenbrotbäume): Eines der Wahrzeichen des Kimberley auf einem Walk der Birdwood Downs Station bewundern und kennenlernen

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Vor der Fahrt von Broome zur Windjana Gorge habe ich zuerst nochmals bei Allvolts angehalten und habe mich professionell für die beste Verkabelung meines Solar Controllers und des faltbaren Solarpanels beraten lassen. Jetzt habe ich ein weiteres 4.5m Anderson-Kabel (mit ich das Solarpanel – mit dem zweiten 4.5m Kabel –  bis 9m entfernt betreiben kann) und ein 1.5m langes Kabel vom Controller zum Anderson-Stecker des Womo. Das war ein super Service, vielen Dank!

Auf der langen Strecke habe einen Zwischenstopp auf der Birdwood Downs Station eingeplant. Sie liegt nach 20km fast direkt an der berühmten Gibb River Road, deren erste 100km auf der westlichen Seite, bis zum Abzweiger zur Windjana Gorge, befestigt ist.

Auf dem Weg habe ich nach den beeindruckenden, einspurigen Brücken über den Wilare Fluss am Wilare Bridge Roadhouse angehalten und aufgetankt. So sollte der Diesel bis zu Fitzroy Bridge reichen.

Beim Abzweiger zur berühmten Gibb River Road musste ich dann natürlich auch einige der die Schilder fotografieren.

Zwischenhalt auf der Birdwood Downs Station

Birdwood ist im Besitz der Familie Burton und wird gemeinsam mit der Mt Elizabeth Station an der Gibb River Road, dem Willare Roadhouse und der Kilto Station bei Broome betrieben. Auf Birdwood betreiben sie eine kleine Rinderzucht und haben das Gelände für Touristen geöffnet.

Als ich gegen Mittag ankam, wurde ich sehr freundlich empfangen und ich habe auch direkt noch einen Burger für die Burger Night bestellt. Man kann sich auf dem Campingareal frei seinen Platz aussuchen und ich habe so früh am Tag einen wundervoll schattigen Platz erobert, wo ich auch gleich mein neues faltbares Solarpane ausprobieren konnte.

Das Gelände ist sehr lauschig, allerdings sind im ziemlich abgerockten Sanitärgebäude nur je zwei Duschen und zwei Toiletten für Männlein und Weiblein in Betrieb. Aber alles andere ist sehr gemütlich. Und die vielen Vögel in den Bäumen garantieren für ein vielstimmiges Konzert und etwas Action.

Am Abend wird das grosse Lagerfeuer angezündet, und sehr viele Aussies reden dann wild durcheinander rund um das Lagerfeuer. Das war nichts für mich. Die Burger Night fand im grossen Shed statt, wo zwei lange Tische standen und die Gäste sich an der kleinen Bar Getränke kaufen konnten. Die Burger waren aber ziemlich minimalistisch (Auswahl an Sauchen, Käse, Beetroot, Ananas und Salatblatt, Brötchenhälften nicht angegerillt) und meine „Serie“ auch mehr als durch und schon schwarz angebrannt. Für $18 knapp in Ordnung. Ich ass den Burger dann im Camper mit einem Bier und einem Salat.

Boab Walk

Aber ich greife etwas vor: Denn am späteren Nachmittag war für mich klar, dass ich den Boab Walk über die Weiden der Station machen wollte. An den Rindern vorbei konnte ich auf diesem Walk sehr viele äusserst beeindruckende Boabs (Affenbrotbäume) bewundern. Der mit geschätzt 6m breiteste Baum war 2’500 Jahre alt! In einem anderen Baum hatten sich wilde Bienen eingenistet, von denen man Abstand halten sollte. Die Rinder haben mich auf dem Weg etwas doof angegeuckt, aber immer schön Platz gemacht. Schilder und Pfeile wiesen mir den Weg und erklärten vieles über die ikonischen Bäume der Kimberley. Da es sehr viele, gut genutzte Wallaby-Tracks gab, waren die Pfeile recht hilfreich, dass man sich nicht verirrte.

Das letzte Bild habe ich von der Birdwood Downs Webseite kopiert, damit man sich einen Eindruck von einem Boab mit Blättern während der Regenzeit machen kann. Ich würde die Boabs gerne mal so sehen!

Und untenstehend habe ich die Fakten der Schilder in der Box zusammengefasst.

Boab – der „umgedrehte“ Baum

Oft wird er wegen seiner kräftigen, ausladenden Äste, die Wurzeln ähneln, die zum Himmel zeigen, als „umgedrehter“ Baum bezeichnet.

Einige Traumzeitgeschichten erzählen, dass der Affenbrotbaum einst zu stolz und arrogant war und mit seiner Schönheit prahlte. Zur Strafe wurde er kopfüber wieder eingepflanzt, in der Hoffnung, den Baum zu demütigen.

Alterung

Der Stamm des Affenbrotbaums ist ein massives Faserreservoir, das bis zu 100.000 Liter Wasser speichern kann und es ihm ermöglicht, viele Jahre lang rauen, trockenen Bedingungen standzuhalten.

Affenbrotbäume können bis zu 3000 Jahre alt werden. Einige Arten (wie z. B. Adansonia digitata) können eine Höhe von 25 Metern und einen Durchmesser von bis zu 15 Metern erreichen.

Robuste Bäume bis zum Schluss

Um Wasser zu sparen, ist der Affenbrotbaum laubabwerfend und verliert seine Blätter während der Trockenzeit. Ein Affenbrotbaum kann bis zu 9 Monate lang blattlos sein, um den Wasserverlust zu begrenzen.

Wenn er entwurzelt oder beschädigt wird, kann der Affenbrotbaum neue Wurzeln bilden und weiterwachsen.

Wenn ein Affenbrotbaum stirbt, bricht er von innen zusammen und verrottet, wodurch oft die Illusion entsteht, dass er einfach verschwunden ist.

Arten und Lebensraum

Es gibt 9 verschiedene Arten von Affenbrotbäumen. 6 in Madagaskar, 2 in Afrika und 1 in Australien (Adansonia gregorri). Der australische Affenbrotbaum kann bis zu 15 Meter hoch werden.

Sie haben eine dicke, korkartige, feuerbeständige und regenerierbare Rinde. Affenbrotbäume gedeihen in heißen, halbtrockenen, subtropischen Regionen und bevorzugen gut durchlässige Böden, einschliesslich sandigem und felsigem Gelände.

Früchte & Blüten

Die Frucht ist als „Superfrucht“ bekannt und reich an Vitamin C, Kalzium und Eisen. Junge Blätter werden wie Spinat gegessen.

Während der Regenzeit blühen grosse, cremeweisse, duftende Blüten. Sie blühen nachts und halten nur etwa 24 Stunden, bevor sie zu Boden fallen. Die meisten Blüten erscheinen zwischen November und Februar. Die Blüten werden hauptsächlich von Flughunden bestäubt.

Boab Prison Tree

Kurz vor dem Abzweiger zur Gibb River Road konnte ich auch nochmals (2019) den Boab Prison Tree von Derby besuchen. Die Geschichte dieses beeindruckenden Baumes ist leider ziemlich traurig. Ich habe sie in der untenstehenden Box zusammengefasst.

Boab Prison Tree

Bevor Derby 1883 gegründet wurde, wurden Aborigines aus dem West Kimberley entführt. Die Entführer, bekannt als Blackbirders, waren Siedler, die mit der Perlenindustrie verbunden waren. Sie brauchten Taucher und Arbeiter für die Perlenboote. Sie trieben daher indigene Menschen zusammen, legten sie in Ketten und marschierten mit ihnen zur Küste.

Einige hielten ihre Gefangenen wahrscheinlich am Boab Prison Tree fest, während sie auf ein Boot warteten.

Frühe Viehzüchter halfen den Blackbirders, weil sie glaubten, dass die Entfernung der jungen Männer friedliches Verhalten der zurückgebliebenen Älteren garantieren würde. Die Aborigines leisteten Widerstand. Im Dezember 1882 wurde dann ein Siedler namens Anthony Cornish getötet . Die Polizei kam danach aus Roebourne und nahm weitere Menschen mit.

Bis 1887 hatte die Regierung in Derby (in der Nähe des heutigen Numbala Nunga-Geländes) etwa fünf Kilometer vom Prison Tree entfernt ein Gefängnis gebaut. In den folgenden Jahrzehnten wurden Hunderte von Aborigines im ursprünglichen Gefängnis und in einem weiteren, das 1906 näher am Anleger errichtet wurde, festgehalten. Die meisten von ihnen waren wegen der Tötung und des Verzehrs von Vieh angeklagt worden. Informationen im Old Derby Gaol erzählen die Geschichte dieses Ortes

Die Gefangenen, die über den Boab Prison Tree nach Derby gebracht wurden, kamen aus so weit entfernten Orten wie Fitzroy Crossing und Christmas Creek. Sie legten in der Regel täglich 24 bis 48 Kilometer in Ketten zurück und lagerten über Nacht an Stationen, Wasserlöchern oder Brunnen. Die letzte Nacht der Reise verbrachten sie meist an der Yeeda Station oder am Nobby’s Well. Einige ruhten sich am nächsten Tag am Boab Prison Tree aus. Andere Gefangene kamen aus dem Norden. Sie wurden von der Polizei aus den Polizeilagern von Barrier, Isdell, Lennard River, Lillmaloora, Oobagooma und Robinson River gebracht.

Bedeutung der Affenbrotbäume und der Termitenhügel im indigenen Leben

Affenbrotbäume (Larrkardly) und Termitenhügel (Jilkarr) haben natürlich auch eine besondere Bedeutung im Leben und der Mythologie der idigenen Einwohnern In der folgenden Box habe ich diese Bedeutung zusammengefasst.

Larrkardiy und Jilkarr im indigenen Leben

Larrkardiy, Affenbrotbäume, und Jilkarr, Termitenhügel, sind herausragende und beständige Merkmale des indigenen religiösen Glaubens und der indigenen Praxis in der Kimberley-Region.

Der Derby Boab Prison Tree ist einer von mehreren Larrkardiy in der Umgebung von Derby, die von den indigenen Völkern als mit besonderen mystischen Kräften erfüllt angesehen werden. Diese Larrkardiy, die in eine Kategorie namens Malaji fallen, wurden gemäß dem Aboriginal Herdage Act von 1972 als bedeutende Stätten erfasst. Nach Ngarrangkani oder traditionellem Recht setzen sich Menschen, die einen Malaji verletzen oder ohne Befugnis in einen eindringen, der Aussicht auf Vergeltung durch diese Kräfte aus.

Überall in der Kimberley-Region sind weitere Larrkardiy verstreut, von denen man glaubt, dass sie extrem starke und mächtige Kräfte besitzen. Diese Kräfte können von erfahrenen Ritualisten angerufen werden, um Menschen zu bestrafen, die Ngarrangkani verletzen. In vielen Fällen ist das Aussehen der Larrkardiy sehr beeindruckend.

Jilkarr-Termitenhügel werden in der Kimberley-Region mit Ehrfurcht und Respekt behandelt. In früheren Bestattungsritualen wurden die Überreste Verstorbener in aktiven Hügeln beigesetzt. Innerhalb kurzer Zeit verschlossen die Termiten den Eingang in der Höhle wieder, die geschaffen wurde, um die Überreste aufzunehmen.

Neben religiösen Überzeugungen und Praktiken tragen Larrkardiy und Jilkarr auf unterschiedliche Weise zur Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden bei.

Das zusammengesetzte Material von Jilkarr kann gemahlen, mit Wasser vermischt und als Stärkungsmittel eingenommen werden, um die Genesung von Durchfall zu fördern

Die Frucht der Larrkardiy ist eine Vitamin-C-Quelle. Einige indigene Völker erinnern sich mit grosser Freude daran, als Kinder das Gel der Npening-Frucht, vermischt mit dem Honig der Ikaja, der einheimischen Biene, gegessen zu haben.

Larrkardiy sind auch ein Zeichen von Schutz. Grosse Exemplare können der Mittelpunkt indigener Wohngebiete sein. Für indigene Völker sind diese Wohngebiete ein greifbarer Beweis für den Anspruch auf traditionelle Clan-Ländereien, Landrechte und den Zugang zu Ressourcen.

Ich kann diese mythische Kraft sehr gut nachvollziehen!

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