Boab Prison Tree bei Derby

Nachdem ich die letzten 100, meist asphaltierten, Kilometer der Gibb River Road bis Derby absolviert hatte, ging es gleich weiter nach Broome, um dort nochmals um eine Reparatur oder einen Austausch der Kühlbox zu bitten. Beim Telefonat mit der Helpline hatte ich schon erfahren, dass meine Idee, dass die Zusatzbatterie während der Fahrt geladen würde, nur meiner Fantasie entspringt. So weit haben die Konstrukteure dieses Campers nicht gedacht.

Nach der Abbiegung Richtung Broome kommt bald ein Hinweisschild zum „Boab Prison Tree“, dessen fürchterliche Geschichte ich hier erläutern möchte.

Noch bevor Derby 1883 gegründet war, wurden Aboriginals aus den West Kimberley gekidnappt. Die Kidnapper war als Blackbirder bekannt. Sie waren Siedler, welche mit der Perlenindustrie verbunden waren. Die Industrie benötigte Taucher und Arbeiter für die Perlenbote. Sie sammelten die Leute ein, setzen sie in Ketten und verschleppten sie an die Küste. Einige hielten wohl ihre Gefangenen im Boab Tree Prison (Gefängnis) während sie auf ein Boot warteten.

rühe Pastoralisten halfen den Blackbirders geholfen, denn sie dachten, dass die Entfernung der jungen Männer ein friedliches Verhalten der älteren Männer fördern würde. Aber sie irrten sich, die Aboriginal wehrten sich. Dabei würde ein Siedler namens Anthony Cornish im Dezember 1882 getötet. Da kam die Polizei aus Roebourne und hat noch mehr Leute weggesperrt.

1980 hat die Verwaltung von Derby ein Gefängnis gebaut, nur etwa 5km vom Prison Tree entfernt. Während der folgenden Jahrzehnte wurden hunderte Aboriginals in diesem Gefängnis eingesperrt; auch in einem neueren Gefängnis, welches 1906 in der Nähe des Piers gebaut wurde. Den meisten wurde das Töten und Essen von Vieh vorgeworfen.

Die Insassen des Boab Prison Tree kamen sogar von Fitzroy Crossing und Christmas Creek. Das bedeutete, dass sie täglich 24 bis 48km, in Ketten, gehen mussten und in Farmhäusern, bei Wasserlöchern oder Brunnen übernachten müssten. Andere Insassen kamen aus dem Nordosten, von Barrier, Isdell, Lennard River, Lillmaloora, Oobagooma sowie aus den Robinson River Polizeistationen.

Zuerst denkt man, was für eine verrückte Idee ist es doch, einen Affenbrotbaum als Gefängnis zu nutzen. Aber wenn man dann die Geschichte dahinter liest, weicht die skurrile Freude einer Nachdenklichkeit. Solche Geschichten regen doch schon sehr stark zum Nachdenken an, oder?

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