Fleurieu Peninsula und Deep Creek National Park

Die Fleurieu Peninsula darf ich bei dauernd wechselndem, schon fast herbstlichem Wetter erkunden. Am Montag bin ich in Goolwa losgefahren und habe zuerst in Victor Harbor eingekauft. Da es schon wieder anfing zu nieseln, habe ich die Zeit genutzt und dem Friseur einen Besuch abgestattet. Das war ein gutes Gespräch mit dem Italo-Briten, welcher wegen des britischen Wetters vor 6 Monaten nach Australien ausgewandert ist. Scheinbar hatte er auch Freude an unserem Gespräch, denn der Haarschnitt hat deutlich weniger gekostet als auf dem Preisaushang stand.

Im Zentrum von Victor Harbor habe ich dann wieder einmal die Arkadengänge schätzen gelernt, denn plötzlich ging mal wieder Regenguss nieder. Eine der Attraktionen ist aber das von Pferden gezogene Tram, welches auf Granite Island führt. Wenn es nicht so gruseliges Nieselwetter gewesen wäre, hätte ich der Insel einen Besuch abgestattet. So blieb es aber bei ein paar Fotos und einem Besuch bei Scotty, dem zweiten Pferd, das heute das Tram ziehen soll. Scotty ist mit 9 Jahren das jüngste Clydesdale Pferd in der Truppe. Auf der Webseite wird die Pflege, Haltung und der Einsatz der Pferde sehr unterhaltsam beschrieben, sogar jedes Pferd hat seine eigene Seite.

Nachdem ich genug „eingedrizzled“ war, habe ich mich auf den Weg zum Talisker Conservation Park gemacht, um dort in einem weiteren Short Walk von SA die Ruinen der Talisker Silber-Blei Mine zu besichtigen. Und ich hatte richtiges Wetterglück, denn der Regen hatte sich verzogen und die Sonne schien. Den intensiven Duft eines Eukalyptus-Waldes nach etwas Regen mag ich sehr. Das waren perfekte Bedingungen, um den teilweise steilen Weg rund und durch die Mine zu bewältigen. Diese Wanderung mit Erläuterungen führt durch einen Bergbau- und Erzverarbeitungsbetrieb aus dem 19. Jahrhundert. Man erfährt auf den Schautafeln einiges über den Erfindungsreichtum der Bergleute aus Cornwall und ihrer Familien. Und gleichzeitig wandert man durch natürlich regenerierendes Buschland und kann vom Aussichtspunkt aus den Blick bis zu Kangaroo Island geniessen. Auf dem Hügel blies der Wind aber kalt und heftig, da ass ich meine Lunch-Banane lieber im Windschatten beim Parkplatz.

Meine Übernachtung habe ich im Stringybark Campground des Deep Creek NP gebucht. Dorthin kam ich auf den super ausgebauten Gravelroads. Der Campground bietet für jede Site sehr viel Platz und hat in der Mitte neben Spültoiletten sogar warme Duschen und warmes Wasser zum Abwaschen. Viel mehr Komfort kann man nicht verlangen – allerdings kostet die Übernachtung auch gleich viel wie auf einem kommerziellen Campingplatz.

Der Deep Creek National Park umfasst den grössten Teil der verbleibenden natürlichen Vegetation auf der Fleurieu-Halbinsel und beherbergt eine Reihe einheimischer Wildtiere wie Westliche Graue Riesenkängurus, Kurzschnabeligel und 100 Vogelarten, die man bei einem Spaziergang im Park hören und sehen kann.

Deep Creek ist auch der einzige Nationalpark im Umkreis von 100 km von Adelaide, der Buschcamping anbietet. Vier Campingplätze sind mit 2WD erreichbar und einer ist nur zum Wandern geeignet und liegt am Heysen Trail (einem berühmten Fernwanderweg).

Die 15 Wanderwege im Park bieten spektakuläre Ausblicke zur Backstairs Passage, auf Kangaroo Island und in das schroffe Deep Creek Valley.

Wegen des kalten Windes habe ich mir keinen weiteren Walk vorgenommen, sondern ich habe ganz einfach die Sonnenstrahlen durch das Blätterdach der Stringybarks genossen und dem Rauschen des Sturmwindes in den Kronen gelauscht. Auch hier roch es immer noch herrlich! Ein Kookaburra hat später von oben ganz genau beobachtet, was ich mir zum Dinner zubereitet habe. Ich wusste anhand des fehlenden Roo Poos, dass es hier keine Kängurus hat. Nachts bin ich aber mal mit dem Headlight raus um zu schauen, wie viele Opossums ich entdecken kann. Aber es strahlte aus der Ferne nur ein Augenpaar in Bodennähe zurück, welches ich jedoch keiner Tierart zuordnen konnte.

Im Deep Creek NP empfehlen die Ranger die folgenden Unternehmungen:

  • Die Aussicht auf Kan­ga­roo Island von der Cob­bler Hill Pic­nic Area geniessen.
  • An einem Nachmittag die Wanderung zum Deep Creek Water­fall Hike vom Tapanap­pa Lookout erleben.
  • Bei Dämmerung den Kängurus beim Fressen bei der Tapanap­pa Ridge oder entlang des Aaron Creek Hik­ing Trail zu beobachten.
  • Lunchen beim Stringy­bark Walk oder bei der Aaron Creek Pic­nic Area.
  • In den Wintermonaten den Walen bei der Migration nach Osten zuschauen.

Ich habe mich dann am Morgen entschlossen, Richtung Blowhole Beach zu fahren um zu schauen, ob ich irgendwo auch am Morgen Kängurus antreffen werden. Beim Cobbler Hill Parkplatz vor der steilen 4WD-Abfahrt zur Blowhole Beach habe ich angehalten und im eisig-kalten Wind, aber bei Sonnenschein, die Aussicht zu geniessen. Und ich bewegte mich mitten in einer Horde von grasenden und ausruhenden Kängurus, die nur wenig Notiz von mir nahmen. Es war aber so eisig kalt (gefühlt etwa 8°C), dass es mich nicht wirklich zu einer Wanderung animierte. Auch der Sonnenschein war schon wieder vorbei und neue dunkle Wolken mit Nieselregen näherten sich.

Da bin ich weitergehfahren, habe im Nieselregen noch den Aussichtspunkt auf das Myponga Reservoir besucht. Da ich wieder in den Vororten der Grossstadt Adelaide war, habe ich in Noarlunga kurz BCF und Autobarn besucht, um meine Ausrüstung für’s Outback (Kompressor und Nottoilette) zu komplettieren und bin dann wieder zurück zum BIG4 Port Willunga Tourist Park gefahren, wo ich die nächsten drei Nächte in der Ruhe der Randlage verbringen werde. Zur Halbzeit meiner Reise wollte ich mal wieder zwei Tage ohne Autofahren verbringen. Der erste Tag war wieder mal ein „Domestic Day“ (Wäsche – die war mittags vor dem nächsten Nieselregen tatsächlich trocken, Camper-Innnenreinigung) inklusive einem nachmittäglichem Strandspaziergang mit warmer Jacke. Die Farben der Klippen sind echt faszinierend.

Der Nachmittag des zweiten Tages war dann endlich mal wieder wärmer und sonniger, sodass ich den Strand etwas ausgiebiger und sogar im Strand-Outfit besuchen konnte. Der Strandabschnitt Maslin Beach, ein paar hundert Meter vom Campingplatz entfernt und zu Fuss gu zu erreichen, ist übrigens lustigerweise die älteste „unclad / clothing optional beach“ von Australien. Ein sehr grosses Schild mitten auf dem Strand zeigt an, ab wo man wieder angezogen sein muss; oder umgekehrt ab wo man „unclad“ sich auf dem Strand bewegen darf. Bei diesen Temperaturen aber wohl eher weniger das Thema…

Und wie man merkt, habe ich die Zeit auch genutzt, um ein paar Blogbeiträge zu erstellen.

Ab morgen geht es dann mit zwei Zwischenstopps im Para Wirra Conservation Park und in Jamestown für einige Tage in den Flinders Ikara National Park! Das Wetter wird ab Morgen wieder sehr sommerlich sein – endlich!

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