Besuch der Altstadt von Poreč am frühen Morgen

Der Tourismus in und um Poreč ist schon lange sehr wichtig: Schon 1886 liessen es sich Adlige der österreichisch-ungarischen Monarchie hier gut gehen.

Die Riviera von Poreč zwischen Tar-Vabriga und dem Limski-Kanal bei Vrsar ist inzwischen Westistriens grösstes Feriengebiet und mit gut 750’000 Feriengästen pro Jahr. Es ist das bedeutendste touristische Zentrum von Kroatien. Trotzdem gibt es auch hier (mindestens in der Nebensaison) noch einige Ecken, in der man die Ruhe oder etwas kleiner dimensionierten Tourismus geniessen kann.

Diese Woche wird es durchgängig sehr heiss, und meist wohl ziemlich schwül; heute Morgen war der Taupunkt bei 20°. Aber die Kroaten scheinen Frühaufsteher zu sein. Um 6 Uhr morgens läutet die Kirche von Kaštelir (wo mein Ferienhaus steht) den Tag ein und draussen beginnt die Arbeit (der Bauern). Ein Sonntag (Pfingsten) macht da keine Ausnahme.

So stehe ich halt auch früh auf und mache mich in der Wärme des Morgens (26° um 8 Uhr) auf in das nahe gelegene Poreč. Auf dem grossen Parkplatz vor der Altstadt (mit Autonummer-Erkennung, daher automatische Ausfahrt nach dem Bezahlen!) besetze ich einen der wenigen freien Parkplätze.

Die Lage der Altstadt auf einer kleinen Landzunge gestaltet bis heute den Grundriss der Stadt. Die Römer bauten zwei Haupt-Strassenachsen, welche bis heute bestehen. Entlang der Uferpromenade kann man noch die Reste der Stadtmauer besichtigen; 3 Türme sind noch erhalten geblieben.

Die ganze Altstadt ist eine Fussgängerzone, somit kann man die vielen Häuser aus unterschiedlichsten Epochen ganz ungestört von Autos erkunden. Kurz vor 9 Uhr beginnen alle Ladeninhaber mit dem Putzen der Strasse vor der Geschäft und die Tische der Cafés und Restaurants werden hergerichtet.

Als erstes erreiche ich den modernen und weitläufigen Platz Trg. Slobade mit der den Platz dominierenden Kirche Crkva Gospe od Anđela. Von dort gehe ich in eine der beiden Hauptachsen: Decumanus.

Zum UNESCO Kulturerbe gehört die Eufrasius-Basilika: Sie ist das bedeutendste Monument byzantinische Sakralbaukunst in Kroatien (Eintritt 50kn). Ein Besuch ist sehr zu empfehlen, heute verzichte ich aber darauf.

Weiter geht’s entlang der malerischen Gassen.

Das Forum Romanum war der zentrale Platz in der römischen Antike, gelegen am Ende der Hauptachse Decumanus. Hier kann man stellenweise noch das alte Pflaster bewundern, sowie ein romanisches, dreistöckiges Haus aus dem 13. Jh. mit umlaufenden Holzbalkon bestaunen. Auch in der Fülle der interessanten Häuser aus vielen Jahrhunderten sticht dieses Gebäude schon heraus. Man kann sich schon fast das Leben im 13. Jahrhundert auf diesem Platz lebhaft vorstellen.

Unmittelbar hinter dem Forum befinden sich noch die Überreste eines römischen Neptun-Tempels sowie eines grossen Tempels aus dem 1. Jahrhundert. Letzterer war wohl damals der grösste Tempel in Istrien.

Aber ich merke langsam, dass die schwül-heisse, stehende Luft nicht so ideal für eine ausgedehnte Stadtwanderung ist.

Als Rückweg bieten sich daher die beiden Uferpromenaden an: Im Südosten die geschäftige Seite mit den Ausflugsbooten und Restaurants, im Nordwesten die ruhige Seite für einen gemütlichen Spaziergang und Halt auf einer der (wenigen) Bänke.

Wie genial ist es denn, wenn man fast die ganze Altstadt für sich alleine hat und in Ruhe ein paar Fotos machen darf? Ich kann mir fast nicht vorstellen, wie sich all diese (noch leeren) Lokale am Abend füllen. Da wird nur schon der Anmarsch vom recht weit entfernten Parkplatz ziemlich anstrengend…

Ich war beim kleinen Rundgang durch Altstadt schon ziemlich in’s Schwitzen gekommen und habe mich im lauen Lüftchen an der Nordwest-Promenade auf einer Bank wieder etwas abgekühlt und abgetrocknet. Heute war wohl mehr ein Strand- als ein Besichtigungstag…

Da es ja inzwischen immer noch recht früh am Vormittag war, habe ich mich für den Rest des Tages auf den Fels-/Steinstrand bei Santa Marina (Vabriga) unter den Schatten eines Baumes gelegt und zwischendurch das kühlende Wasser aufgesucht.

Mir gefällt übrigens auch der Strand an der gegenüberliegenden Seite der Bucht bei Červar-Porat sehr gut. Ein langer Kieselstrand mit schattigen Plätzen unter Bäumen, auch auf der dahinterliegenden Wiese. Duschen, Umkleidekabinen und bei der Marina zwei Restaurants sowie eine Menge Gratisparkplätze sind in der Nebensaison schon fast ein Geheimtipp. Der Ort und seine Infrastruktur scheinen jedoch ziemlich in die Jahre gekommen zu sein und machen einen etwas abgewirtschafteten Eindruck. Aber besonders in Vabriga kann man den etwas familiäreren, qualitativ stimmigen Tourismus geniessen. Die kleine Ortschaft mit einigen neuen und renovierten Häusern konnte für gemütlichen Urlaub stehen. Das sieht in der Hochsaison aber vielleicht wieder anders aus.

Mit dem Auto zurück zu meinem Ferienhaus sind es dann wiederum nur 8-10km. Auch dort lädt etwas Schatten und ein Pool zum Verweilen ein. Dazu gibt es auch ein Eis aus dem Gefrierfach und gekühlte Getränke aus dem Kühlschrank zum Geniessen.

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