Tosendes Hochwasser an den Krka Wasserfällen

Endlich Sonnenschein! Nur ein frischer Wind bläst weiterhin. Diesen Wetterausblick wollte ich nun doch noch zu einem Besuch der berühmten Krka Wasserfälle im Krka Nationalpark nutzen. Da sehr viele Besucher zu erwarten sind, wollte ich früh dort sein. Die starken Regenfälle der letzten Tage liessen ein Spektakel erwarten.

Ich startete um 9 Uhr im Ferienhaus und machte mich auf den Weg nach Lozovac. Die Fahrt über Nebenstrassen machte Spass. Um 10 Uhr traf ich in Lozovac ein und ergatterte im noch ziemlichen leeren Parkplatz weit vorne einen Platz. Vom Gratisparkplatz kann man nach dem Begleichen des Krka NP Eintrittsgelds (100kn, CHF 15) mit dem Bus runter zu den Skradinski buk (Wasserfällen) fahren. Oder man geht die steilen 875m zu Fuss. Ich entschied mich für den Bus. Unten angekommen führen Kies- und Bohlenwege rund um die Wasserfälle.

Da die Krka tatsächlich Hochwasser führte, fuhren heute keine Ausflugsboote nach Visovac und Roški slap. Da würde ich nach dem Rundgang noch per Auto hinfahren dürfen. Das Ticket gilt auch an den anderen Orten im Nationalpark.

Es waren doch schon ziemlich viele Leute unterwegs. Da Einbahnverkehr herrscht, kann man mit etwas Abwarten immer mal eine Lücke mit wenigen Leuten finden, um den Weg und das Naturschauspiel zu erleben.

Das Wasser rauschte mit gigantischer Wucht und Geschwindigkeit knapp unter den Bohlen des Weges durch. Pflanzen und Bäume standen mitten im tosenden Wasser. Fische suchten Zuflucht in ruhigeren Becken. Ich fragte mich, wie lange die auf Stelzen stehenden Bohlenwege wohl der Kraft des Wasser widerstehen können? Auf jeden Fall durften wir Touristen ohne Einschränkung den Weg nutzen.

Unten an den Wasserfällen laden dann viele schattige Bänke, Restaurants und Verpflegungsstände zu einer Rast ein. Gut war es schon 11:30, sodass ich mir ein grosses alkoholfreies Bier und das kroatische Nationalgericht Ćevapi (aka Ćevapčići) mit Pommes genossen. So gestärkt kann ich etwas ausholen und die genauen Daten der Wasserfälle auflisten.

Die Quelle der Krka befindet sich beim Wasserfall Topoljski buk. Der Fluss hat acht grosse Wasserfälle, sieben davon innerhalb des Nationalparks Krka. Von Knin flussabwärts sind dies:

  • Bilušića buk (22,4 m)
  • Ćorića buk oder Brljan (15,5 m)
  • Manojlovački slapovi (Reihe von Wasserfällen mit einer Gesamthöhe von 59,6 m und einer Hauptstufe von 32 m)
  • Sondovjel oder Rošnjak (8,4 m)
  • Miljačka slap (23,8 m)
  • Roški slap (26 m)
  • Skradinski buk (17 Stufen mit einer Gesamthöhe von 45,7 m)

Der Skradinski buk setzt sich aus Rauwackenbarrieren, Inseln und Seen zusammen, die von einem Netz von Pfaden und Brücken für Wanderer durchzogen werden.

Von den 17 Stufen, den Rauwackenbarrieren und Inseln hat man eigentlich nichts mehr gesehen.

Wie im obenstehenden Bild der Tourismusorganisation sähen die Fälle normalerweise aus.

Heute hat sich aber folgendes, beeindruckendes Spektakel dargeboten: Wahnsinnige Wassermassen trösten über 3 grosse Wasserfälle hinunter. An den Seiten liefen überall kleinere Wasserfälle die Hänge hinab. Was für ein Schauspiel!

Nachdem der Bus wieder zum Parkplatz gefahren war, nahm ich die schöne Nebenstrasse nach Visovac. Wegen des Hochwassers war aber das letzte Stück der Strasse und der Parkplatz (wenn es überhaupt einen gab) überflutet.

Nach ein paar Fotos an einem malerischen Platz ging es weiter nach Roški Slap. Ich ergatterte einen der letzten Parkplätze an der Strasse und machte mich auf den Rundweg um die die Reihe kleiner Kaskaden (im Volk „Halsketten“ genannt. Davon war aber natürlich nichts mehr zu sehen; nur ein schnell fliessender Fluss. Das nahm den Reiz dieses Wasserfälle natürlich komplett. Dafür schwirrten, respektive flatternten oder tanzten, überall blaue Libellen herum.

Der 15m hohe Fall in den Visovacer See war aber wieder eindrücklich bei diesen Wassermassen.

Zurück ging es wieder über 70km Nebenstrassen. Dieses Mal versuchte das Navi nicht, mich auf die Autobahn zu lotsen. Das ist doch viel entspannter, wenn man das weite Hinterland auf sich wirken lassen kann. Heute waren auf der Landstrasse viele Schlangen zu beobachten: Einige schon tot, aber andere schlängelten sich über die Strasse. Ich habe jedenfalls keine überfahren: Sie schlängelten sich auch noch im Rückspiegel. Trotz diversen Strassenschildern, welche vor Wild und Wildschweinen warnen, habe ich nur einen Fuchs gesehen.

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