Olivengärten von Lun (Insel Pag)

Heute hat die Wetterprognose Sonne und Sturm versprochen, daher setzte ich mich schon nach dem Frühstück in das Auto und macht mich auf den 120km langen Weg an die Nordspitze der langgezogenen Insel Pag. Auf dem Weg regneten die letzten Wolken ab und in Lun angekommen, kam die Sonne immer mehr durch.

Wenn man durch die karge bis wüstenartige Landschaft der Insel fährt, überrascht in Lun ein natürlicher Garten mit Olivenbäumen.

In einem von der EU unterstützten Projekt umfasst der Olivengarten ein geschütztes Areal von rund 24 Hektar, wo mehr als 80.000 wilde Ölbäume versammelt sind. Das Areal ist eines der sehr wenigen, wo Olivenbäume wild wachsen. Die wilden Bäume werden seit Jahrhunderten mit kultivierten Sorten gepropft, damit sie eine bessere Qualität von Oliven erzeugen. Etwa 1500 der Bäume haben ein geschätztes Alter von mindestens 1.200 Jahren. Der älteste Baum ist vermutlich sogar 1600 Jahre alt. Seine Höhe beträgt zwölf Meter, sein Stamm misst im Umfang acht Meter. Die hohe Zahl tausendjähriger Bäume dicht nebeneinander ist auf der Erde einzigartig.

Nach 20kn Eintrittsgeld darf man als Besucher diese Wunderwelt erwandern. Staunend und schon fast ehrfürchtig bin ich den mit Hinweistafeln versehenen Schotterwegen gefolgt. Sie durchziehen das Terrain und sind häufig von Trockenmauern gesäumt. Dabei eröffnen die Wege immer wieder wunderschöne Ausblicke auf das tiefblaue Meer. Nach rund 2.5km und der Besichtigung der ältesten und dicksten beiden Bäume bin ich den Weg entlang der Küste zurück zum Südeingang gegangen.

Dabei kommt man auch an einer der zwei einsamen und romantischen Kieselbuchten vorbei. Wer noch etwas weiter als 5km gehen möchte, kann natürlich bis zum Ort Tovarnele (mit Restaurants, weiteren Buchten und einem Leuchtturm) am nördlichen Ende des Gartens gehen.

Ich wollte aber auf dem Rückweg meines Ausflugs noch ein paar Stopps einlegen und habe daher beim Parkplatz nur zwei Bananen und viel Wasser als Lunch verspeist. Nach 20km Fahrt erreiche ich den zweitgrössten Ort der Insel, Novalja mit 2500 Einwohnern.

Der Ort Novalja ist berühmt durch seinen 22-3 Uhr Party-Strand Zrće auf der Ostseite des Ortes. Dieses verlängerte Wochenende findet gerade die „Spring Break“ Party statt; genügend junge Leute hatte es auf jeden Fall schon mal im Ort…

Nach Novalja kommt in südwestlicher Richtung der schöne Straško Wald mit Aleppokiefern: Wie an vielen Orten an der Küste sind die schönsten Gebiete und Strände allerdings von Campingplätzen (dieser mit 58ha) belegt. Ich persönlich finde das etwas schade; die unzähligen Camper freut es…

Auf der anderen Seite der Insel kann auf mehreren Stichstrassen ein kilometerlanger Strand besucht werden. Ich habe eine der steile Stichstrassen und bin auf (vor einem Campingplatz) mutterseelenalleine an einem schönen Strand vom Sturm fast weggeblasen worden.

Die Stadt Pag ist geprägt von einer gigantischen Saline. Die kleine Altstadt mit hoher Bogenbrücke habe ich nicht besucht. Es stürmte immer noch ein kalter Wind. Die Bilder von Pag von der Strasse oberhalb der Stadt musste ich auf einen Felsen gestützt aufnehmen, da mich der Wind total durchgeschüttelt hat. Da hätte wohl auch eine ultrakurze Belichtungszeit nichts genützt.

Dafür konnte ich dann am kahlen Südende der Insel ein paar faszinierende Bilder von der Brücke und den fast surrealen Wolkengebilde über dem gewaltigen Velebit-Gebirge, welches sich von Osten über den Gebirgskamm drängte, ein paar Fotos machen.

Obwohl die Insel sehr karg ist, könnte man bei genauerem Hinsehen viel Leben in den Schilfgrasgürteln der Ufer und der Karstseen entdecken: Viele Wasservögel und auch einige Schildkröten nutzen diese Ufer intensiv.

Auf dem Rückweg habe ich natürlich wieder dern schönen Küstenweg nach Novigrad genommen und konnte auch von dort das blaue Wasser und die Wolken über dem Velebit-Gebirge nochmals bestauenen.

Um 16 Uhr bin ich dann wieder in Kruševo angekommen. Dort habe ich auf der windgeschützten Seite des Hauses noch 2 Stunden die lange herbeigesehnte Sonne geniessen könne. Im Sturmwind war es aber weiterhin sehr ungemütlich…

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