Unzählige Kirchen und Kapellen in der Altstadt von Šibenik

Immer noch bestimmt die Wetterprognose die Tagesplanung: Diese verspricht heute nochmals eine Regenpause am Nachmittag. Daher habe ich mich auf den Weg nach Šibenik gemacht. Bei schönem Wetter könnte ich von dort aus noch die Krka Wasserfälle besuchen.

Und das Wetter hat tatsächlich mitgemacht. Auf der 70km weiten Fahrt hat es noch geregnet, aber in Šibenik angekommen, verdampfte das Wasser gerade im Sonnenschein. Aus dunklen Gewitterwolken grummelte es aber immer noch. Daher habe ich auch auf dem grossen Parkplatz am Fährhafen auch die Regenjacke eingepackt.

Šibenik wurde im 11. Jahrhundert das erste Mal erwähnt. Unter der Herrschaft der Venezianer (ab 15. Jh.) blühte die Stadt auf, viele der Prachtbauten entstanden. Unter der Österreichern ging die Stadt eher vergessen. Während des Bürgerkriegs in den 1990ern wurde die Stadt vor grösseren Schäden verschont. Die Altstadt ist inzwischen UNESCO Weltkulturerbe.

Über die vom gerade erst abgezogenen Gewitterregen glänzende Promenade machte ich mich auf in die malerische Altstadt.

Diese beeindruckt zuerst mit dem zentralen Punkt, dem Trg Republike Hrvatske. Mit seinem Pflaster aus polierten Steinplatten zählt er zu den schönsten Stadtplätzen von Kroatien. Das beeindruckende Gebäude mit den grossen Bögen und Fenstern war Stadtloggia und Rathaus. Vom Balkon aus konnten damals die Venezianer dem Volk ihre Politik und Entscheide bekanntgeben.

Zwischen dem Platz und der Uferpromenade befindet sich das Wahrzeichen der Stadt: Die Kathedrale Sv Jakov. Sie ist der bedeutendste Sakralbau der dalmatischen Frührenaissance. Der Bau wurde 1433 begonnen und 1536 abgeschlossen. Der komplette Bau ist aus Stein und ohne Mörtel gefertigt, auch die Dachkonstruktion! Eine wahre Meisterleistung des damaligen Architekten Fiorentino.

Eine sehr grosse Schülergruppe sowie ein paar asiatische Reisegruppen machten das Fotografieren dieser Sehenswürdigkeiten nicht gerade einfach. Ich folgte einer dieser Reisegruppen in etwas Abstand durch die steilen Gassen zum mittelalterlichen Garten SV Lovre. Zahllose Kirchen und Kapellen (Sv Marja, Sv Duh, Sv Ivan, Sv Barbara) und viele prächtige Bürgerhäuser lassen den Streifzug durch die Quartiere nicht langweilig werden.

Wer möchte, kann auch noch die Festung Sv Ana (respektive Sv Mihovil) besichtigen: Sie befindet sich oberhalb der Altstadt und diente den Venzianern als Verteidigungsanlage gegen die Türken (im 16. Jahrhundert). Heute erlaubt sie wundervolle Ausblicke bis zu den Krka-Seen.

Der erwartete mittägliche Hunger meldete sich aber immer stärker, so entschloss mich gegen die Eroberung der Festung und ging zurück zur Promenade, wo ich mir eine warme Mahlzeit genehmigte.

Gesättigt und zufrieden machte ich mich zuerst auf den Weg zum Parkplatz und dann in den Krka Nationalpark, um die Wasserfälle zu besichtigen. Wegen Bauarbeiten war der Weg aus der Stadt gar nicht so einfach: Gut half mir das Navi. Im Nationalpark angekommen hat mich das Auto- und Busgewimmel etwas abgeschreckt. Da das gewittrige Wetter auch weiterhin nicht gerade vertrauenserweckend war, habe ich diesen Besuch auf ein anderes Mal verschoben und mich auf den Heimweg nach Kruševo gemacht. Ich glaube, da muss ich mal an einem Morgen hinfahren.

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