Côte Sauvage – Heute überhaupt nicht wild

Nachdem die Alignements de Carnac auf mich gewirkt hatten, sucht ich mir einen schönen Platz für ein kleines Picknick. In Plouharnel habe ich mir Sandwiches und auch einen Sonnenschirm für den Strand (für €10.95) gekauft. Dann bog ich zur Presqu’Île de Quiberon ab.

Schon am Ende des 19. Jh. wurde auf der bekannten Halbinsel Presqu’Île de Quiberon überwiegend mit dem Tourismus Geld verdient. Von Plouharnel kommt man über eine sehr schmale Landzunge, gesäumt auf beiden Seiten von Sandstränden, auf die Halbinsel nach Penthièvre. Hier ist die schmalsten Stelle mit dem Fort de Penthièvre aus dem 18. Jahrhundert, welches erweitert und immer noch vom Militär betrieben wird. Danach folgt dann Saint-Pierre-Quiberon und Quiberon.

Die 14km lange und 2km breite Halbinsel ist heutzutage ziemlich überlaufen: 4’600 ständige Einwohner treffen auf 80’000 Touristen. Entlang der Ost- und Südküste reihen sich viele Sandstrände, allerdings vielfach gesäumt von Ferienhaussiedlungen und Hotels.

Die West Küste, die sogenannte Côte Sauvage (Wilde Küste), beeindruckt aber durch ihre zerklüfteten Felsformationen. An diesen bricht sich die Dünung des Atlantiks. Auf dieser Seite der Halbinsel lassen die winterlichen Stürme keine höhere Vegetation als Heide und Gras stehen. Was für ein Kontrast zum stark überbauten Rest der Halbinsel!

Ich biege daher bei Penthièvre nach Portivy ab: Dort beginnt die 8km lange Küstenstrasse, die sich entlang der Klippen schlängelt. Man kann vielerorts anhalten und entlang der Klippen wandern oder radfahren.

Ich habe beim ersten Felskap, dem Beg an Aud, angehalten und bin zur Spitze des Felskaps gegangen, um dort in Ruhe meine Sandwiches zu essen. Eine Möwe leistete mir Gesellschaft. Ein kleiner Spaziergang zwischen Beg-en-Aud und Pointe du Percho gab ein paar Einblicke in die zerklüftete Küste. Die Tide war fast auf dem Höchststand und es war herrlich zu sehen, wie die zerklüfteten Klippen unterhalb des Wasserspiegels weiter gingen.

Interessant war ein eingezäuntes Loch etwa 20-30m hinter der Kliffkante, aus welchem man das leise Donnern der Wellen hören konnte. Eine der vielen Höhlen und Brüche an der Küste!

Von der „wilden Küste“ war ausser den sehr eindrücklichen Felsformationen aber nicht viel zu spüren. Blauer Himmel, 30° und recht wenig Wind erzeugten keine Dünung. Allerdings könnte ein Sturmtief auf dem Atlantik auch bei schönem Wetter hohe Wellen an die Küste branden lassen. Wegen den tückischen Strömungen der Tide ist das Gewässer sowieso anspruchsvoll. Das Baden in den kleinen Buchten der Côte Sauvage ist deshalb untersagt.

Die karge Landschaft lässt erahnen, was hier bei einem Sturm los ist! Noch ein paar hundert Meter weiter ins Innere der Insel findet man Überreste (Algen, Krustentiere) aus dem Meer.

Im Süden erreicht man dann den Beg-er-Lan. Danach ist es nicht mehr weit, und die Zivilisation empfängt einem vollständig wieder im Fährhafen Port-Maria von Quiberon.

Heute waren auf der Strasse nach Quiberon viele Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht unterwegs. Ein Stadteil von Quiberon war durch die Polizei abgesperrt. Abends habe ich dann im Internet gelesen, dass nachts um zwei Uhr ein Geschäftsgebäude durch eine immensen Gasexplosion in Brand geraden ist. Auf dem Foto hat das Haus wie nach einem Bombeneinschlag im Krieg ausgesehen!

Ich habe mich dann aber auf den Weg nach Erdeven gemacht, um am späten Nachmittag bis zum Abend (20 Uhr) nochmals den heissen Strand und das kühle Atlantikwasser zu geniessen. Bei den aktuell herrschenenden Temperaturen, wird es ab 18 Uhr am angenehmsten am Strand…

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