La Pointe du Raz – In einer Regenpause am Ende der Welt („Finistère“)

Heute Quere ein Tief mit Unwettern die Bretagne. Schon in der Nacht regnete es tüchtig, am Morgen schüttete es wie aus Kübeln. Nachdem ich die Wetterprognose konsultiert hatte, dachte ich positiv und machte mich zu einer Fahrt rund um die etwa 40km entfernte Halbinsel Sizun auf.

Leider regnete es fast durchgehend. Da hatte ich keine Lust auszustellen. So blieb schlussendlich nur ein Ort übrig, wo ich die einzige Regenpause nutzen konnte, die gerade zum richtigen Zeitpunkt eintraf.

La Pointe du Raz, welche zum Pflichtprogramm aller Bretagnereisenden gehört. Der Parkplatz wurde wegen des Besucherandrangs 1.5km in’s Inland verlegt und pro Auto wird eine Parkgebühr von €6.5 verlangt. Wenigstens fliesst das Geld in einen Topf für den Landschaftsschutz der Pointe du Raz und der Pointe du Van.

Auch hat man neu ein Halbrund an Souvenirgeschäften und ein paar kleine Restaurants hingebaut. Eine Ausstellung gibt es auch noch. Es war aber extrem wenig los!

Ich parkte das Auto, der Regen hörte wie auf Kommando auf, und ich machte mich auf den Weg zur Pointe du Raz. Schon von weitem sieht man den militärischen Turm (den man wiederum nicht fotografieren darf). An diesem vorbei gewandert kann man die atemberaubende Aussicht geniessen. Draussen im Meer stehen zwei Leuchttürme: La Vieille und La Plate. Am Horizont zeichnet sich in 8km Entfernung die Île de Sein ab.

Die Passage zwischen der Insel und dem Pointe du Raz ist auch in der heutigen Zeit noch eine Herausforderung. Die Gezeitenströmungen sind auch bei wenig Wind sehr anspruchsvoll. Mit Querwinden (in West oder Ost-Richtung zu den Gezeitenströmungen, welche in Richtung Süd oder Nord laufen) baut sich schnell eine tückische Kreuzsee mit bis zu 5m hohen Wellen auf. Oder man kommt in die brodelnden Gegenströmungen in Ufernähe.

Die drei Leuchttürme haben deshalb verschiedenfarbige Leuchtsektoren, die das Navigieren einfacher machen.

Im Winter können die Wellen sogar so hoch werden, dass der 33m hohe Leuchtturm La Vieille über die Hälfte in den Wellen verschwindet. Das sind dann die Fotos, welche man weltweit wiedererkennt…

Nach den Öltankerkatastrophen ist die Passage für Schiffe ab 90m aber gesperrt.

Die unzähligen Felsen und Untiefen sind über die Jahrhunderte sehr vielen Schiffen zum Verhängnis geworden. Das führte zum Namen Finistère für den Westen der Bretagne: Finis Terrae, La Fin de la Terre, das Ende der Welt.

Gegen Norden habe ich trotz des schlechten Wetters bis zum Cap de la Chèvre sehen können.

Ich bin hingegen wegen des rutschigen Gesteins nicht auf die allerletzten Felsen geklettert. Der Weg auf den Felsenklippen ist zuletzt nur noch mit Stahlseilen gesichert.

Zurück beim Auto konnte ich um 14 Uhr auf dem Beifahrersitz (ja, es regnete wieder) ein paar Sandwiches zusammenbauen und geniessen. Die Restaurants im Halbrund hatten nicht zum Verweilen eingeladen.

In meiner Sizun Rundreise von Pont-L’Abbé via den Südwesten und Nordwesten habe ich fast alles nur durch die Autoscheiben gesehen.

In der Mitte der Halbinsel herrscht sehr viel (touristisch nicht attraktive) Landwirtschaft vor.

Rund um die Halbinsel gibt es ein paar schöne Städtchen zu besichtigen: Quimper und Locronan sind dabei wohl die beliebtesten.

Ansonsten locken die zerklüftete Küste im Norden, die unendlichen Strände im Westen und der imposante Phare de Eckmühl im Südwesten. Letzteren konnte ich wenigstens aus dem Auto heraus anschauen. Und viele Dörfer haben ansehnliche, uralte Kirchen. Aber einige Dörfer sind auch recht verarmt und ziemlich heruntergekommen.

Das Unwettertief wird morgen wieder abziehen und schönerem Wetter Platz machen.

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