Intra Muros – Saint-Malo

Heute hat mich das Navi querfeldein nach Saint-Malo geführt. Irgendwie sollte ich wohl die Hauptstrassen vermeiden…

Ich wollte heute die stark befestigte Altstadt mitten im Hafen und am Meer erleben. Mit Navi findet man einfach zu den zahlreichen Parkplätzen, ohne wird man sich vielleicht in den etwas unansehnlichen Vororten verfahren. Die Beschilderung ist nicht gerade touristenfreundlich.

Wenn man das Auto geparkt hat, muss man zuerst einmal die gigantische Stadt quer von Intra Muros verdauen. Etwas Eindrucksvolleres kann man sich kaum vorstellen. Man kann auf der Stadtmauer die ganze Stadt umrunden und die tolle Aussicht in die Umgebung oder in die Stadt geniessen.

1142 siedelte sich der Bischof auf der Insel an, welche heute Intra Muros ist. Auf der Insel konnte man die Angriffe der Normannen wohl am besten abwehren. Man baute einen Dom und begann mit dem Bau der mächtigen Wehrmauer (Remparts). Die Stadt überdauerte alle Kriege. Man war von Fischerei und Handel abhängig, während den Kriegen widmete man sich halt erfolgreich der Seeräuberei (man nannte sich Korsaren oder Freibeuter). Bis ins 18. Jh. währte St-Malos Ruhm als Korsarennest, dann verlegte man sich auf den Export von Sklaven und Stoffen. Die Seeräuberei und der Sklavenhandel brachten grossen Wohlstand in die Stadt. Der Hafen blieb der bedeutendste Frankreichs, heute ankern hier Jachten, Fischerboote, Frachter und Fähren.

Und die Seeräuberei gab‘ im 20. Jh. Stoff für einige Kinofilme…

Die Mauer wurde zwischen dem 12. und 18. Jh. dauernd erweitert. Viele Kriege konnten der Stadt nichts anhaben. Zum Ende des 2. Weltkriegs verschanzten sich die deutschen Truppen nach der Landung der Alliierten 1944 in der Stadt. Beim heftigen Kampf wurde der ganze historische Stadtkern fast vollständig zerstört. Der originalgetreue Wiederaufbau gelang jedoch sehr gut und so merkt man heute nichts mehr davon, dass die meisten Gebäude des Stadtkerns nicht einmal 70 Jahre alt sind.

So kann man durch die vielen Gassen und über zahlreiche Plätze gehen und die Vielfalt der Gebäude bestaunen.

Es fällt mir richtig schwer, die schönsten Bilder meines Streifzugs auszuwählen. Es hätte so viele Motive, für die man sich viel mehr Zeit nehmen sollte.

Ausserhalb der Mauern könnte man bei Niedrigwasser die Île du Grand Bé besuchen. Ich hab’s aber beim Besuch des Fort National belassen. Die Ausblicke vom Fort waren fantastisch. Der Eintritt in das private Fort war mit 5€ etwas teuer.

Es gäbe in Saint-Malo noch unendlich mehr zu entdecken. Mich hat dieser erste Besuch sehr beeindruckt. Ich war fast überfordert. Da bleibt also noch etwas übrig für ein nächstes Mal.

Die Rückfahrt führte das Navi mich auf direktere Weg wieder zurück nach Erquy. Aber zwei Zwischenstopps machte ich trotzdem…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s