Playa de Famara am Weihnachtstag – nordische Sommergefühle…

Heute herrschte weiterhin blauer Himmel und der von gestern bekannte Wind (etwas stärker, 25-40km/h) aus OSO! Da habe ich mir vorgenommen, die vom Rother Wanderführer vorgeschlagene Rundwanderung (11.2km) rund um den Hausvulkan von Sóo und entlang der Westküste zu absolvieren. Sóo liegt komplett fernab jeglichen Tourismus. Der ursprüngliche, kleine Ort hat drei kleine Läden („Supermercado“) und zwei Käsereien, wenn ich richtig gezählt habe. Vor die Häusern sitzen die alten Herren mit schwarzem Hut und geniessen den Weihnachtstag. Radfahrer vom nahegelegenen Sportzentrum bei Caleta de Caballo machen Rast und fragen sich, welchen Weg sie heute nehmen sollen.

Und ich fragte mich, ob ich mir diesen nicht ausgeschilderten Rundweg in der relativ flachen Einöde (abgesehen vom Weg über die Flanke des Hausvulkans) und entlang der nicht wirklich spektakulären Küste antun soll. Nein, da hab ich mich lieber zur nahe gelegenen Playa de Famara aufgemacht. Auch dort schlägt der Wanderführer eine Wanderung vor: Die führt zuerst rund um die Urbanización Famara (sehr öde) und dann knapp die Hälfte des Weges entlang des unteren Drittels der Flanke des Famara-Kliffs. Der Weg liegt aber bis nach Mittag im Schatten. Da gehe ich lieber nur entlang des Strandes hin und zurück…

 

Die östliche Seite des Strandes erreicht man auf einer staubigen Wellblechpiste rund die Urbanización Famara und dann entlang des Strandes. Es hat Parkplätze entlang der gesamten Piste am nordöstlichen Teil der Dünen.
Wenn man den Strand bei niedrigem Wasserstand besucht und dann auf dem kilometerlangen, flach abfallenden und breiten Strand steht, die Rippel den Sandes unter den Füssen spürt, teilweise das flache Wasser auf dem festen Sand durchpflügt und einem die kühle Brise entweder von hinten anschiebt oder von vorne auskühlt, dann fühlt man sich wie an einem der unendlich langen Nordsee-Strände von Jütland (oder Sylt, je nach Vorliebe). Auch Temperatur, Sonnenstand, das klare Licht passen perfekt zu einem Sommertag im Norden. Und die wenigen anderen Strandspaziergänger tragen den selben Kleidermix zwischen Badesachen und Outdoor-Expedition wie in Dänemark (oder wo auch immer). Wenn nur nicht das imposante Famara-Kliff und die Vulkanberge den Horizont begrenzen würden! Die weissen Häuser von Caleta de Famara passen auch nicht ganz in diese Sommerfantasie. Das bringt dich dann doch wieder zurück in die Realität: Lanzarote, Playa de Famara, Weihnachtstag.

Vor dem Steinwall, der den Strand zu den Dünen hin abgrenzt, konnte ich nach dem ausgiebigen Strandspaziergang den Windschatten auf dem weichen Teil des Strandes geniessen. Jetzt schmeckten die mitgebrachten Brote und die Banane fast genauso gut wie nach einer 10km langen Wanderung.

Bei hohem Wasserstand und anderen Windverhältissen kann die Szenerie aber ganz anders aussehen: Die eindrücklichen Wellen branden bis auf die Steinreihe und der schmale Strand zieht sich auf einen kürzeren, mittleren Abschnitt zurück.

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