Filsø – das botanische Wunder

Der damals noch zur See offene Fjord bei Filsø hatte schon in der Wikingerzeit eine grosse Rolle gespielt. Bei Henne Kirkeby befand sich eine grosse Wikingerwohnsiedlung mit etwa 375 kleinen Werkstätten, in denen Wolle gewebt wurde. Der Fjord wurde im Verlaufe der Zeit durch Sandtreiben geschlossen und wurde dadurch zur Lebensgrundlage von Bauern, Fischern und Jägern. 1852 wurde der See von 2000 auf 750 Hektar verkleinert, um mehr Landwirtschaftsland zu gewinnen, obwohl dies im Konflikt zu den Fischern geschah. 1940 bis 1947 wurde der See nochmals verkeinert und mit Kanälen und Pumpstationen entwässert. 2011 jedoch wurde der Gutshof Filsø Gods durch eine Stiftung übernommen, 2012 wurde mit der Renaturierung begonnen. Kanäle wurden mit Erde gefüllt, Gebäude abgerissen und Vogelinseln erstellt. Dann wurde das Wasser in das Gebiet eingeleitet und es entstand im Herbst 2012 der neue See mit etwa 915 Hektaren.

Die Entwicklung des Sees verläuft sehr viel besser als erwartet, deshalb wurde die Renaturierung 2015 schon als „Das botanische Wunder“ bezeichnet. Der Filsø wurde in so kurzer Zeit mit 52 verschiedenen Pflanzenarten einer der artenreichsten Seen in Dänemark. Unter diesen Pflanzenarten befindet sich auch der Kriechende Igelschlauch, der das letzte Mal 1975 in Dänemark gefunden wurde.

Nachdem der See einen Drittel seiner ursprünglichen Grösse wiedergewonnen hat, ist er schon ein wichtiger Rastplatz für 12 Millionen Zugvögel geworden. Auch der Seeadler gehört neben den einheimischen Gänsen, Goldregenpfeifern, Blässhühnern und Schwänen zu den über 220 Vogelarten, welche den See bevölkern. Der See wurde deshalb zum europäischen Vogelschutzgebiet ernannt.

Auch Otter und Rothirsche, Dänemarks grösster freilebender Bestand, können am See beobachtet werden.

Gestern konnte man einen perfekten Sommertag am Strand verbringen, aber heute Morgen dominierte schon wieder Starkregen das Wetter. Zeit zum Schreiben eines Blogbeitrags und zum Füllen der Waschmaschine, denn am Nachmittag sollte es wieder sonniger werden.

So bin ich nachmittags die knapp 2 x 3km vom Parkplatz beim Filsøgård über den Damm zur Vogelbeobachtungsstation Langeoddetårnet gewandert. Von der Station war ich etwas enttäuscht, denn sie war kleiner als gedacht und man konnte nur durch ziemlich dreckige Scheiben nach draussen schauen. Zum Fotografieren leider nicht ganz so praktisch. Auf dem Rückweg musste ich gegen den sehr zügigen und kühlen Westwind ankämpfen; gut hatte ich meine Windshield-Weste dabei. Die Infrastruktur beim Parkplatz baut man gerade grosszügig aus.

Rund um den See gibt es diverse Parkplätze, Wegstrecken und Vogelbeobachtungsürme und -punkte.

Der See wird vom Fluss Henne Mølle Å entwässert, welche durch die weitläufige Heide Filsø Hede fliesst und durch die Dünen und den weissen Strand in der Nähe des Henne Mølle Å Badehotels, das vom berühmten Designer und Architekten Poul Henningsen entworfen wurde, in der Nordsee mündet. Das Hotel ist meiner ziemlich unbedeutenden Meinung nach von aussen nicht wirklich spektakulär, aber so in der Einsamkeit (2.5km Schotterpiste) ein Hotel und ein Restaurant/Café zu betreiben ist schon etwas Besonderes. Die Restaurations-Gäste kommen vielleicht auch über die Fussgängerbrücke von den gegnüberliegenden Ferienhäusern von Henne Strand?

An der Mündung des Flusses Henne Mølle Å war ich schon am 21. Juli.

Ein Gedanke zu „Filsø – das botanische Wunder

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