Gammelstan

Mal was Interessantes zum Lesen:

Bei der grossen Flurbereinigung 1827 im Dorfgebiet Norrboda waren 20 Besitzer registriert. Die Häuser lagen zerstreut, aber stellenweise auch 2 oder 3 Höfe dicht zusammen. Ein reiches Netz von eingehegten Dorfstrassen verband die Höfe untereinander. Die auf der Flurbereinigungskarte gefundenen Hofformen gehören alle dem nordschwedischen Hoftypus an, bei dem sämtliche wichtigen Gebäude um einen viereckigen Platz versammelt liegen.

Gammelstan besteht aus zwei Höfen, die an ihrem ursprünglichen Platz im Dorf stehen. Diese beiden, der Nissnisshof und der Finnhof setzen sich aus insgesamt 28 erhaltenen Gebäuden aus ungestrichenen Balken und mit Dächern aus Birkenrinde und Holz‚ Schindeln oder Brettern zusammen. Viele von den Häusem haben ein hohes Alter, etwa zehn stammen schon aus dem 17. Jh.
Gammelstan steht seit 1966 unter Denkmalschutz und wird von Ore Hembygsförening (dem Heimatverein von Ore) betreut.

Die Hauser von Gammelstan verweisen durch ihre Bautechnik und ihre Ausführung auf das Alter der Hofanlage. Die chronologische Bestimmung wird jedoch dadurch erschwert, dass in der Gegend von Ore Traditionen aus dem 16. Jh. und dem Spätmittelalter ein sehr zähes Leben hatten. Die Karte zeigt die ungefähre Altersbestimmung, die von der jeweils angewendeten Technik sowie von der unterschiedlichen Funktion der
Gebäude in dem Vielhaussystem ausgeht.

Tafel zu Gammelstan im Dorfgebiet Norrboda

Tafel zu Gammelstan im Dorfgebiet Norrboda

Die Wohnbauten der beiden Höfe sind Doppelhäuser in denen die beiden Räume zum Wohnen dienten. Die nördlichen Teile der Doppelhäuser stammen aus dem 17. Jh., die südlichen wurden dagegen im 18. Jh. angebaut. In der zweiten Hälfte des 19. Jhs. wurden die Höfe von jeweils zwei Familien bewirtschaftet. Das führte dazu, dass viele von den Gebäuden verdoppelt wurden.
ln einem Viehstall mit Wohnteil auf dem Nissnisshof wohnte „Nissnissfaster“ (Nissniss-Tante), Anna Hansdotter, vom Ende des 19. Jhs. bis 1909. Anna wurde 1833 auf dem Nissnisshof geboren. Sie heiratete 1862, wurde aber 1870 Witwe und blieb allein mit drei kleinen Söhnen. 1877 starben alle drei Söhne innerhalb von zwei Wochen an Angina und Scharlach. Daraufhin verkaufte Anna ihren Besitz und siedelte zu ihrem Bruder Erik Hansson auf den Nissnisshof über. Im Haus wurde es allmählich eng. Da beschloss Anna, mit einer Kuh und drei Ziegen zusammen in den Viehstall zu ziehen.

Der Vorratsspeicher auf dem Finnhof ist wahrscheinlich das älteste Gebäude in Gammelstan. Er steht auf Pfosten, die am oberen Ende schmal und viereckig und auf dem Boden in Schwellen eingelassen sind. Die oberen Schwellen wurden als „Mäusebretter“ ausgeführt, um die Vorräte des Hofes zu schützen. Die Balken sind unbehauen und an den Ecken durch Rinnenfugen verbunden.

Und so sah das dann in Realität aus:

Gammelstan im Dorfgebiet Norrboda

Gammelstan im Dorfgebiet Norrboda

Gammelstan im Dorfgebiet Norrboda

Gammelstan im Dorfgebiet Norrboda

Gammelstan im Dorfgebiet Norrboda

Solche versteckten Perlen findet man abseits der Schnellstrassen!

Ich bin überrascht, wie man in den Dörfern der Gegend immer noch in sehr ähnlichen, alten Gebäuden mit dicken Balken und ähnlichen Gebäude- und Hofstrukturen lebt. Nur sind im Gegensatz zu diesen Gebäuden die modernisierten/modernen Gebäude alle in Falunrød gestrichen…

Apropos: Gammel (dk, swe) = Alt (de)

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