Um im Norden vom Westen nach Osten zu fahren, empfehlen die Tourismusorganisationen den Savannah Way.
Der Savannah Way – eine 3’700 Kilometer lange Route, die die historische Perlenfischerstadt Broome in der Kimberley-Region Westaustraliens mit Cairns im tropischen Nord-Queensland verbindet und dabei die Naturwunder der australischen tropischen Savannen und des Top End des Northern Territory durchquert.
Für diese Strecke gibt es sogar eine kommerzielle Webseite in Englisch oder in Deutsch! Die Route ist in untenstehender Grafik dargestellt.
Von Broome nach Katherine bin ich ja schon fast vollständig der blau eingezeichneten Route des Savannah Way gefolgt. Das waren laut Grafik die ersten 1’450km, die bei mir aber etwas länger waren, da ich einen Teil der Gibb River Road (die rot gestrichelte Route) gefahren bin. Nun wollte ich, möglichst ohne „unsealed roads“ (also Strecken ohne Bitumenbelag) von Katherine in die Tablelands (Mareeba) westlich von Cairns kommen. Da die blaue Route aber ab etwa Roper Bar bis Normanton (über gut 1’000km) fast vollständig unbefestigt ist, habe ich ich ab Mataranka für den gelb eingezeichneten Umweg bis Normanton entschieden. Der führt von Mataranka über zuerst über 542km des Stuart Hwy zum Three Ways Roadhouse (NT) und von dort über 757km des Barkly Hwy bis nach Mt. Isa (QLD) und danach auf der NR83 nach Cloncurry (QLD). Von dort geht es über 382km der NR83 bis nach Normanton, wo mein Umweg wieder auf den Savannah Way (NR1) trifft. Anstatt 1’365km des „direkten“ Weges über die blau eingezeichnete Strecke sind es dann halt 1’680k über die gelb eingezeichneten Streckenabschnitte. Ich bin beim Nachrechnen nun ziemlich überrascht, dass der Unterschied nur gute 300km ist. Die gelbe Strecke ist halt schon sehr gerade und „effizient“ und kann im NT mit 130km/h und in QLD meist mit 110km/h befahren werden. Aber der Fun Factor ist natürlich ein anderer: Kein Staubbelag innen und aussen, keine Nationalparks zu besichtigen und sicher auch keine defekten Reifen oder beschädigte Frontscheiben. Also deutlich weniger Abenteuer.
Aber nachdem ich die Strecke nun gefahren bin, kann ich den Begriff „Savanne“ richtig einordnen. Es ist eine meist flache Landschaft mit mehr oder weniger Baumbestand aber mit sehr, sehr viel goldgelb gedörrtem Gras. Die Strasse ist meist komplett gerade und ermüdet den Fahrer sehr stark. Der Barkly Hwy ist ein Unfall Hotspot in Australien, obwohl er extrem übersichtlich ist und die Känguruhs, das Vieh, die Greifvögel am Roadkill und auch die Wildschweine im Tagslicht schon genügend früh erkennbar sind.
Ich habe die Strecke in vier Tagen „absolviert“ und die Random ausgesuchten Stücke der gespeicherten Spotify Longlist (mit 84h20′ Musik) wiederholen sich gefühlt schon ziemlich. Ich fasse
Tag 1 (Samstag): Von Katherine nach Renner Springs Desert Inn (540km)
Da ich auf dem Discovery Parks in Katherine schon kurz nach 7 Uhr nach dem Sonnenaufgang losgefahren bin, wollte ich auf jeden Fall die Mataranka Hot Springs im Elsey NP besuchen. Die andere Option wären die ganz in der Nähe gelegenen Bitter Springs gewesen, aber seit den Gesprächen im Pool des letzten Campingplatzes wusste ich, dass diese wegen eines gesichteten Krokodils gesperrt sind. Der Parkplatz der Thermal Pools und der Rainbow Spring war ja nicht weit vom Stuart Hwy entfernt. So früh am Morgen war noch fast nichts los. Der Bohlenweg führt nach dem Restaurant und dem Gift Shop des Mataranke Homestead (mit Caravan Park) durch einen verwunschenen Wald mit Palmen, der dieses Jahr vom Hochwasser der Regenzeit überflutet wurde. Ich ging mit meiner Pool Noodle zum hintersten Pool und hatte diesen ganz für mich alleine. Nach einem ausgiebigen Bad habe ich auf dem Rückweg noch die Rainbow Springs angeschaut und war ziemlich beeindruckt, wie viel Wasser da aus der Tiefe hinaufdrückt.
Um für weitere Abende und Ausflüge mit Mozzies, Midges und Co. besser gerüstet zu sein, habe ich mich im gut sortierten Gift Shop noch mit einem der langärmlichen T-Shirts ausgerüstet (siehe Bild weiter unten), mit dem hier fast alle rumlaufen. Meines ist aber etwas dezenter und weniger schreiend bunt gestaltet als die der weissen und aboriginal Aussies.
Nachdem ich im Womo wieder in trockene Sachen gewechselt hatte, war der nächste Stopp der berühmte Daly Waters Pub, der auch gleich neben dem Hwy liegt. Im Ort war sehr viel los, überall parkten Wohnmobile, Caravan-Gespanne und sogar ein Roadtrain. Der Ort ist aus meiner Sicht sehr lustig, aber auch sehr überbewertet. Es ist mehr oder weniger ein riesiger Schrottplatz (allerdings als Museum mit erklärenden Schildern bei jedem „Exponat“ getarnt) und der Pub ist ein riesiges Durcheinander. Die Esel haben mir am besten gefallen. Mich hat das eher abgeschreckt und mir war klar, dass ich im Pub keinen Lunch-Stopp machen würde.
Ich habe gleich danach am Daly Waters Hi-Way Inn angehalten um aufzutanken und einen Lunch zu verzehren. Allerdings wurde meine Bestellung eines Peri Peri Chicken Wraps vergessen und ich musste nach einer halben Stunde dann doch mal reklamieren. Nach 45′ erhielt ich dann meinen Lunch, den ich draussen im Schatten rasch – unter strenger Beobachtung eines Schwarms Vögel – verzehrte, damit ich endlich weiterfahren konnte.
Ich musste mich nun entscheiden, nach 238km in Renner Springs oder nach 297km beim Banka Banka Caravan Park anzuhalten. Ich habe mich für den näheren Stopp entschieden, denn ich war schon ziemlich müde.
Nach diesen 238km kam ich beim historischen Renner Springs Desert Inn an und habe eine Powered Site gebucht. Ich bekam eine schön weit vom Hwy entfernte Site gerade neben einem der beiden kleinen Seen. Ich war sehr positiv über die Qualität und Modernität der Duschen und WCs überrascht und fand auch das Angebot eines 12m Pools sehr überzeugend. Dafür war es aber zu spät. Dafür war aber die Temperatur sehr angenehm! Im Licht der untergehenden Sonne habe ich mir im schönen, historischen Inn ein Dinner bestellt und die hervorragend fritierte Meeresfrüchte-Platte auf der Aussenterasse genossen. Der Ausblick auf die untergehende Sonne und einen langen Roadtrain mit 18 Achsen hat mir sehr gut gefallen. Das ist doch spitzenmässig, wenn man mitten im Nirgendwo so viel Qualität antrifft.
Tag 2 (Sonntag): Von Renner Springs nach Mt. Isa (776km)
Da der nächste Streckenabschnitt der längste meiner bisherigen Reise ist, bin ich kurz nach Sonnenaufgang um 7 Uhr losgefahren. Im Three Ways Roadhouse, gleich beim Abzweiger auf den Barkly Hwy habe ich aufgetankt. Und dann nach weiteren 187km nochmals im Barkly Homestead Roadhouse, das extrem modern und neu war. Das komplette Gegenprogramm zu den meist historischen und alten Roadhouses!
Auf der Strecke habe ich dann bei einem Parkplatz mit einer schattigen Picknick-Bank angehalten und habe einen Lunch aus dem Kühlschrank verzehrt. Da die 100km/h und der stetige, recht heftige seitliche Gegenwind den Dieselverbrauch in die Höhe trieben, habe ich nach insgesamt weiteren 260km in Camooweal, dem ersten richtigen Ort seit Katherine(!), gleich nochmals aufgetankt. Jetzt war ich in Quensland (QLD) angelangt und musste die Uhren 30 Minuten vorstellen. Kurz vor 16 Uhr bekam ich von Discovery Parks Argylla in Mt. Isa eine SMS, den Code für mein Check-In Paket im Safe. Denn sonntags macht die Rezeption schon um 16 Uhr zu. Ich war bei Ankunft in der Bergbaustadt Mt. Isa froh, dass es Sonntag war: Kein Verkehr auf der Strasse, der meine Konzentration nach 9h Fahrt gefordert hätte. Die Fahrt über den fast schnurgeraden Barkly Hwy und durch die endlose Savanne hatte mich schon sehr müde gemacht. Das war eine brutal lange Strecke gewesen. Eine Viertelstunde vor 17 Uhr (inlusive 30′ Zeitverschiebung) war ich beim Campingplatz und habe meine grosszügige Site bezogen. Ich habe mich darüber gefreut, wie der etwas ältere Campingplatz sehr gut in Schuss gehalten wurde. So macht ein Zwischenhalt Freude.
Tag 3 (Montag): Von Mt. Isa nach Normanton (496km)
Auch in Mt. Isa fuhr ich gleich nach Sonnaufgang kurz nach 7 Uhr los. In Cloncurry (nach den ersten 119km) zweigt die Burke Developmental Road (NR81) nach Normanton ab. Ich fuhr aber noch rasch in den Ort und macht bei Caltex wieder einmal den Dieseltank voll. Nach 184km auf der NR83 machte ich beim historischen Burke and Wills Roadhouse einen Lunch-Stopp. Das war wieder einmal ein sehr schönes, charmantes und sauberes Roadhouse. Da sich an der Kasse mit der jungen Generation eine kleine Schlange gebildet hatte, hat (meine Vermutung) die schick im RInger-Style mit kariertem Hemd und Jeans gekleidete Oma eine weitere Kasse aufgemacht um der jungen Generation zu zeigen, wie effizient gearbeitet wird. Ich bestellte bei ihr einen Home Made Pie und eine Cola. Das hat nur AUD 14 (ca. CHF 8) gekostet. Die warme Pie war komplett mit würzigem und saftigem Hack gefüllt. Hier muss man keine Kartoffen beimengen, wie dies in GB oder Irland der Fall ist. Auf der Terrasse schmeckte dieser Lunch wunderbar. Und ich spürte schon wieder dieses unvergeichliche australische Outback-Feeling.
Mir kam da gleich der Witz in den Sinn, dass im NT jeder Lunch aus sieben Gängen besteht: One Pie and a Sixpack!
Gut gestärkt machte ich mich auf die restlichen 199km bis zum Normanton Tourist Park. Ich wunderte mich auf der Strecke, dass schon hier mehrere Single Lane Streckenabschnitte (bis zu 10km lang, total etwa 25km) gab! Das hätte ich nicht erwartet. Und auch schon der erste entgegenkommende Roadtrain durfte ich vorbeilassen. Wie zwischendurch Strassenschilder erklären, fährt man bei entgegenkommenden (oder zu überholenden!) Lastwagen ganz von der befestigten Strasse ab und überlässte dem Lastwagen die befestigte Strasse. Bei entgegenkommenden Autos oder Caravan-Gespannen fahren beide Fahrzeuge halb ab der Strasse auf der Strassenschulter. Das klappt bestens.
Im historischen Flusshafen-Städtchen Normanton hatte ich keine Nerven mehr, die Replika des riesigen Krokodils „Krys“ (Originalgrösse eines gefangenen Krokis) und den riesgen Barra (nicht Originalgrösse) zu besichtigen. Ich tankte das Womo beim Foodland voll und musste sagen, dass Normanton sich ganz schön herausgeputzt hat. Ich checkte im Normanton Tourist Park beim auch schon fast historischen, aber sehr netten, Besitzer ein. Er zeigte stolz auf den hohen Stapel an Quittungen der letzten zwei Wochen und meinte, dass er ganz schön viel Arbeit hätte. Ich durfte mir auf dem grossen Platz mit fast keinen Gästen eine Site aussuchen. Auf dem alten Platz musste ich im Sanitärgebäude zugeben, dass der alte Mann sich überraschend gut um die sehr alte Infrastruktur kümmerte. Und ich habe erst jetzt beim Schreiben gesehen, dass ich den grössten Resort Pool (mit Grundwasser gefüllt) im Nordwesten verpasst habe.
Nachts wurde es auch hier angenehm kühl, sodass ich tatsächlich die Bettdecke benutzte und am Morgen das erste Mal meinen Hoodie anzog. Auch wenn das Display meines Womos weiterhin 37° Innentemperatur anzeigte. Aber das kennen wir ja schon.
Wenn man in Normanton und Umgebund etwas mehr Zeit verbringen möchte, so könnte sich eine Fahrt mit dem Mittwochs ab Normanton fahrenden historischen Gulflander Zug nach Croydon lohnen. Am Donnerstag fährt der Zug aus den 1950ern dann wieder die 150km durch die langweilige Savannenlandschaft zurück. Wie man von Croydon am selben Tag wieder nach Normanton zurück kommt, habe ich nicht ganz begriffen. Man kann separat einen Bus bei Trans North Bus and Coach anfragen und buchen. Man kann die Strecke auch als Share Ride buchen, wo jemand parallel mit dem Auto bis nach Blackwell fährt und man dann die Plätze (Auto/Bahn) tauscht. So kann man dann selber wieder zurückfahren.
Die Gulf Savannah Region in Queensland ist ein faszinierendes Mosaik aus rauen Landschaften, reicher Geschichte und unvergleichlichen Erlebnissen. Mitten in dieser Region liegt der legendäre Touristenzug Gulflander. Der liebevoll „Blechhase“ („Tin Hare“) genannte Triebwagen aus den 1950er-Jahren verkehrt jedes Jahr von April bis Oktober (wetterabhängig) zwischen Normanton und Croydon.
Tausende Besucher aus ganz Australien und darüber hinaus zieht es jedes Jahr in die Gulf Savannah, sei es im Rahmen ihrer Wohnwagen- oder Mietwagenreisen – und der Gulflander ist dabei stets ein Höhepunkt ihrer Reise. Fahren Sie mit uns mittwochs und donnerstags von Normanton nach Croydon oder unternehmen Sie einen Abstecher zum Critters Camp oder Golden Gate. Entdecken Sie die vielfältigen Erlebnisse mit dem Gulflander.
Ursprünglich erbaut, um den einst geschäftigen Flusshafen Normanton mit den reichen Goldfeldern von Croydon zu verbinden, ist die Gulflander heute eine touristische Ikone und ein lebendiges Denkmal für die Einwohner des Golfs von Carpentaria. Die denkmalgeschützte Bahnstrecke, die angeblich „von Nirgendwo nach Nirgendwo“ führt, wurde 1891 eröffnet.
Die Strecke wurde so konstruiert, dass sie nahezu allen Widrigkeiten trotzt – sogar Überschwemmungen und Termitenbefall. Ihr Bau ist eine geniale Ingenieurleistung, und noch heute sind die meisten der originalen Schienen und Schwellen erhalten. Sie ist die einzige Eisenbahnstrecke in Queensland, deren Länge noch in Meilen gemessen wird.
Eine Fahrt mit der Gulflander ist mehr als nur eine Zugreise – sie ist ein lebendiges Stück Queenslander Geschichte, ein einmaliges Erlebnis für Jung und Alt.
Als weiter Ausflugsmöglichkeit bietet sich auch der 75km entfernte, kleine Küstenort Karumba am Golf von Carpentaria an. Dort kann man auch das Les Wilson Barramundi Discovery Centre besuchen. Dort kann man die erstaunlichen Geheimnisse des mächtigen Barramundi entdecken, der einzigen Barramundi-Brutstätte der Welt, die den südlichen Golf-Stamm dieses legendären Fisches züchtet.
Tag 4 (Dienstag): Von Normanton nach Georgetown (304km)
In Normanton bin ich dann mal wieder zur normaleren Abfahrtszeit losgefahren. Denn die Strecke bis zu meinem Ziel, den Talaroo Hot Springs, war „nur“ noch 365km.
Ab Normanton war ich nun wieder auf dem regulären Savannah Way, der NR1, unterwegs. Die Strasse heisst ab nun Gulf Developmental Road und führt über einige Single Lane Brücken über mehrere grosse Flüsse und kleine Creeks. Auch gibt es einige Singe Track Abschnitte, aber auch ein paar Baustellen zum Ausbau der Strasse.
Entlang der Strasse konnte ich wieder ein paar Kängurus weghüpfen sehen. Wenn es dann doch mal ein Wallaby oder ein Känguru in den Status Roadkill geschafft hatte, dann kann man das meist schon von weitem an den vielen Greifvögeln erkennen.
Dazu gibt es auch einen netten Witz: Wisst ihr, warum man auf der Strasse kaum tote Krähen sieht, die beim Aasfressen von Fahrzeugen überrascht wurden? Der Mob schickt jeweils eine Krähe auf einen nahen Baum zur Überwachung des Verkehrs. Wenn sich dann Gefahr nähert, warnt der Wachposten laut „Carrr, Carrr, Carrr“ und die Krähen machen sich von der Strasse. Wisst ihr aber, warum manchmal trotzdem Krähen getötet werden? Es war ein Lastwagen…
Entlang der Strasse konnte ich auch die vielen Rinder vor und hinter dem Zaun beobachten. Auch eine Rotte von Wildschweinen, mit vielen Jungen, hat gemütlich die Strasse überquert. Das gibt etwas Abwechslung in’s Einerlei der Landschaft und der geraden Strasse.
Ich habe mir auch überlegt, dass die Reise mit dem Gulflander auf der Strecke entlang dieser Strasse schon ziemlich eintönig sein muss. Auch wenn es ein paar Brücken über die Creeks gibt, welche etwas Abwechsung bringen. Da ist man vielleicht froh, nach 4 Stunden aus der Blechbüchste aussteigen zu dürfen.
Schon nach 156km habe ich beim nächsten Ort angehalten. Croydon ist ein schön herausgeputztes Örtchen aus der Goldgräber-Zeit. Im Croydon True Blue Information Centre habe ich mich mit einem Stapel Prospekten eingedeckt und mich von der freundlichen Mitarbeiterin beraten lassen. Sie hat mir weitere interessante Prospekte und Karten mitgegeben und wir haben auch etwas über die Schweiz gesprochen, welche sie sehr gerne mal besuchen würde. Im Information Centre hat mich dann ein junger, australischer Mann in Arbeitskleidung angesprochen, ob ich aus der Schweiz komme. Er meinte, ich solle doch sehr gerne draussen im Park bei seiner Frau (mit seinen beiden Kindern) vorbeigehen und ansprechen. Sie würde sich sicher darüber freuen, denn sie komme ursprünglich aus der Schweiz. Wir stellten dann rasch fest, dass eine Frau im selben Ort aufgewachsen ist, wo ich die letzten 8 Jahre wohnte. Wie klein doch die Welt ist. Ich ging dann raus in den Park und seine Frau staunte, zuerst etwas abwehrend, als ich sie ansprach. Aber wir hatten dann ein interessantes Gespräch auf Schweizerdeutsch über die australische und schweizer Mentalität und Kultur.
Nach dem Gespräch habe ich noch kurz den Heritage Precinct besucht, wo ein paar Häuser aus der Goldgräber-Zeit als Museum hergerichtet wurden. Die chnesischstämmige Mitarbeiterin des Information Centres hatte mir auch empfohlen, den schönen Lake Belmore zu besuchen und doch gerne beim Chinese Memorial das Räucherstäbchen anzuzünden, welches sie mir mitgab. Ich hatte aber den Drang, nun zu meinem Ziel, den Talaroo Hot Springs zu fahren.
Hinter Croydon verändert sich die Landschaft deutlich. Sie wird hügeliger und erinnert an die Landschaft, welche ich mir typischerweise als Goldsucher vorstellen würde. Das war eine sehr schöne Abwechslung zu der flachen Savanne der letzten Tage! Die vielen Brücken über Flüsse und Creeks brachten etwas Abwechslung. Und ich war schon Vollprofi im Ausweichen bei entgegenkommenden Verkehr auf den Single Lane Strecken. Bei der entgegenkommenden Trucks habe ich auch, wie auf den Schildern vorgeschlagen, brav auf der Schulter der Strasse angehalten und liess diese breiten Fahrzeuge auf dem Bitumen vorbeirauschen. Das funktioniert doch bestens, wenn es nicht geregnet hat.
Der abschliessende Ort meines Transfers von NT zu den Tablelands des tropischen nördlichen Queensland war dann nach weiteren 148km Georgetown. Ich tankte mal wieder beim „Friendly Grocer“ voll. Aber beim Blick in die Gaststätte war mir klar, dass ich in den Talaroo Hot Springs selber einen Lunch zubereiten würde. Denn es waren nur nch 51km bis zum Abzweiger und dann noch 10km Gravel bis zum Campground der Talaroo Hot Springs! Das werde ich dann im nächsten Beitrag beschreiben.
Ich war froh, diese sehr lange und langweilige Strecke durch die Savanne abhaken zu können und freute mich riesig auf das von mir noch nie bereiste Gebiet im nördlichen Queensland! Nachdem ich den dicken Stapel an Prospekten gebunkert habe und fast alle Campingplätze für die nächsten drei Wochen bestimmt und gebucht hatte, war ich überzeugt, dass sich diese lange Anreise gelohnt hat. Auch das Wetter ist und war sehr angenehm mit kühleren Tages- und Nachttemperaturen und einem angenehmen Wind. Das passte einfach wunderbar und machte mich total glücklich und erwartungsvoll.
Die endlose Weite in Zahlen
Um die endlose Weite der Savanne zu verstehen, hilft vielleicht die folgende Zusammenstellung:
- Von Katherine nach Renner Springs Desert Inn (540km): Mataranka (sehr kleiner Ort mit Tankstellen), Larimah (sehr kleiner Ort mit Tankstelle), Daly Waters Pub (sehr kleiner Ort mit Tankstelle) und gleich daneben Hi-Way Inn Daly Waters (Tankstelle), Dunmarra Roadhouse (Tankstelle), Elliot (sehr kleiner Ort mit Tankstelle), Renner Springs Inn (Tankstelle)
=> drei sehr kleine Orte und etwa alle 100km eine Tankstelle auf dem Stuart Hwy - Von Renner Springs nach Mt. Isa (776km): Threeways Roadhouse (Tankstelle), Barkly Homestead (Tankstelle), Camooweal (keiner Ort mit Tankstelle), Mt. Isa (grosser Oert mit vielen Tankstellen)
=> etwa alle 250km eine Tankstelle, nur ein Ort auf dem Barkly Hwy - Von Mt. Isa nach Normanton (496km): Cloncurry (kleiner Ort mit Tankstellen), Burke and Wills Roadhouse (Tankstelle), Normanton (kleiner Ort mit Tankstelle)
=> etwa alle 250km eine Tankstelle, nur ein Ort auf der Burke Developmental Road - Von Normanton nach Georgetown (304km): Croydon (kleiner Ort mit Tankstelle), Georgetown (kleiner Ort mit Tankstelle)
=> etwa alle 150km ein kleiner Ort mit Tankstelle auf der Gulf Develeopmental Road
Mehr Zivilisation (ausser zahlreichen Stations oder weiteren kleinen Ortschaften und Communities irgendwo in der Savanne) gibt es entlang dieser 1680km langen Strecke nicht!
Und mit den westlichen 1’450km zwischen Broome und Katherine, welche auch nicht mehr bevölkert sind als der östliche Teil, habe ich doch tatsächlich 3’130km des Savannah Way abgefahren. Das hatte ich mir doch gar nicht vorgenommen! Ich denke, das kann ich von der Bucket List streichen, denn die gut 1’000km Gravel des „richtigen“ östlichen Abschnitts werde ich mir auch zukünftig mit dem eigenen Fahrzeug nicht vornehmen.


































Hinterlasse einen Kommentar