Am Donnerstag hatte ich dir recht kurze Strecke vom Breeze Holiday Park (Discovery Parks Katherine River) zum Discovery Parks Katherine, der meiner Meinung nach am Anfang der Katherine Gorge lag.
Ich hatte ja schon am Mittwoch die Nachricht gekriegt, die die vierstündige Timeless Land Three Gorge Cruise (mit Schwimmen) aufgrund der Überschwemmungen im Nationalpark in den vergangenen Monaten beeinträchtigt sei. Denn in der achten Schlucht wurde (durch Kajaker) nochmals ein Salzwasserkrokodil gesichtet. Daher verzögert sich die eigentlich schon abgeschlossene Suche und Entfernung von Krokodilen um zwei bis sechs Wochen. Solange der Fluss nicht wieder sicher für Gäste ist, bleibt das Baden und das fahren mit den Kajaks in allen Schluchten verboten. Es sei noch unklar, wann die Schlucht wieder geöffnet wird, voraussichtlich jedoch ab dem 7. September. Aus den drei verfügbaren Optionen entschied ich mich für die dreistündige Timeless Land Three Gorge Cruise (ohne Schwimmen). Das passte mir sowieso in den Kram, denn dann konnte ich stressfrei danach gleich noch zum Wooli fahren und die Essensvorräte für die sehr lange Fahrt durch die Savanne bis nach Queensland aufstocken.
Und gestern im Breeze Holiday Park konnte ich mich auch noch um zwei Ärgernisse in meinem Wohnmobil kümmern:
- Seit Wochen ärgert mich ein Klappern in einem meiner Schränke während der Fahrt. Und seit Wochen habe ich auf der falschen Seite gesucht. Der Übeltäter ist nun gefunden : Die senkrecht gelagerte Induktionsplatte schlug an den Air Fryer im gleichen Fach im Schrank. Nun ist Ruhe beim Fahren! Das tut gut.
- Die Distribution Box (welche den 12V-Strom an die Verbraucher verteilt, absichert und schaltet) scheint sich tatsächlich im Bereich der analogen Eingänge aufgehängt zu haben. Wenn ich die vier Stecker (zwei Voltage Inputs, zwei Temperatursensoren) rausziehe, verändert sich an den Messwerten gar nichts. Und auch die Eingänge der beiden Temperatursensoren für das Equipment und den Innenraum stehen nun fix bei 27°/37°. Mein Händler hat mir empfohlen, doch mal das ganze System von der Batterie abzuhängen und neu zu starten. Das war auch der Ratschlag im Anwenderforum von Renogy. Da die Box ausser bei diesen nicht notwendigen Eingängen weiterhin funktioniert, werde ich diesen „Kaltstart“ erst dann machen, wenn ich in einer Stadt mit Caravan-Reparaturmöglichkeit bin. Never touch a running system when you’re in the outback. Einen Resetknopf gibt es leider nicht. So bleibt es also dauerhaft (laut Anzeige) 37° warm im Womo und den digitalen Rückspiegel schalte ich manuell vor der Abfahrt ein.
Fahrt zum Discovery Parks Katherine
Am Donnertagmorgen bin ich zuerst zu den Katherine Hot Springs gefahren, das habe ich aber schon im letzten Blogbeitrag beschrieben, da es thematisch besser passte.
Als ich auf dem Parkplatz der Hot Springs in Google Maps sah, wo Google den Discovery Parks Katherine verortete, vermutete ich einen Fehler. Ich dachte, ich hätte den Campingplatz im 18km entfernten Nationalpark gebucht und wunderte mich heute, warum das Navi mich an den Anfang der Strasse dorthin navigierte. Ich öffnete die G’Day App, wählte die Buchung aus und liess mir den Weg dorthin in Google Maps anzeigen. Der ging wieder an den „falschen“ Ort. Jetzt kann jeder Besserwisser sagen, dass der Discovery Parks liegt NICHT im NP liegt, sondern 18km entfernt an der Gorge Road. Dafür ist dafür aber günstiger. Ich konnte diese Fakten erst richtig glauben, als ich am Ender der Gorge Road im NP auf dem Parkplatz stand und sah, dass der Campground definitiv NICHT von Discovery Parks ist. Ich hatte so sehr daran geglaubt, dass ich den selben Campground wie beim letzten Besuch gebucht hatte. Da musste ich am Donnerstag halt 15′ mit dem Womo zum Bootsanleger fahren anstatt zu Fuss hinzugehen, wie beim letzten Mal.
Im Discovery Parks wurde ich wieder sehr freundlich empfangen. Inzwischen ist auf den Campingplätzen deutlich weniger los. Da mir der Platz wegen mangelndem Schatten nicht so gut gefiel, hat mir die Mitarbeiterin der Rezeption sehr zuvorkommend geholfen, draussen den allerbesten freien Platz herauszusuchen. Das fand ich sehr nett. Und so hatte ich einen Platz, wo ich den ganzen Tag im Schatten von Bäumen zum Beispiel an einem Blogbeitrag schreiben konnte.
Timeless Land Three Gorge Cruise
Am Donnerstagmorgen bin ich dann zügig aufgestanden, damit ich gegen 8 Uhr in den Nationalpark fahren konnte. Die Cruise sollte um 9 Uhr losgehen und man sollte 20′ vorher am Anleger sein.
Doch um 7 Uhr kam die SMS-Meldung, dass kurzfristig das Wasser abgeschaltet werden musste. Da ging natürlich auch die Toilettenspülung nicht mehr. Da fuhr ich noch etwas früher los, denn dieses Geschäft musste ich nun in der Toilette des NP-Besucherzentrums machen.
Ich war also genügend früh dort und konnte mich nach dem Toilettenbesuch am Anleger registrieren. Es gingen gleichzeitig zwei Cruises (2h und 3h) los. Unser Boot war etwa ein Viertel voll. Wir kriegten beim Boarding alle ein kleines Verpflegungspaket mit Wasser, Kuchen, Keks und Mandarine.
Den Angehörigen der Jawoyn Clans gehört diese Landschaft offiziell seit 1989, nachdem sie 1978 das erste Mal einen offiziellen Antrag gestellt hatten. Der Park wird gemeinsam von einem Board aus Jawoyn, Mitglieder der Parks und Wildlife Commission of the Northern Territory und einem Bürger aus Katherine geführt. Die Jawoyn leben hier seit tausenden von Jahren. Einige Aboriginal Stätten im Schluchtensystem sind Zeugen der Geschichte und von spiritueller Bedeutung. Einige Felsenmalereien sind mindestens 10’000 Jahre alt. Nitmiluk ist übrigens der Jawoyn Begriff für den „Ort der Zikaden“, denn diese machen „nitnit, nitnit“.
Die Cruise durch die drei Schluchten war noch einmal äusserst beeindruckend. Unser Guide war einfach Spitzenklasse: Er hatte eine richtige gute, professionelle Mischung von ernsthaft und interessant Fakten rüberzubringen und zwischendurch mit etwas Schalk auch mal etwas Lustiges zu erzählen. Ich fühlte mich als Gast ernst genommen und sehr wohl. Und er war als Halb-Aboriginal (halb Jamaikaner) auch in der Lage, viele Themen aus der Aboriginal-Welt gut und mit einer Verbidung zur heutigen Welt zu erklären.
Und die Schlucht ist sowieso unendlich schön und beeindruckend. Wir sehen auch eine Falle für die Salzwasserkrokodile. Und wenn auf den Bilder rote Bälle oder Bojen zu sehen sind, dann sind diese für das Krokodil-Monitoring überall angebracht: Die Salzwasserkrokodile sind nämlich neugierig und beissen in diese Kugeln. Wenn nun die Ranger Bissspuren sehen, dann wissen sie, dass es noch Salzwasserkrokodile im Wasser hat.
Zwischen der ersten und der zweiten Schlucht geht man ein gutes Stück zu Fuss zum zweiten Boot. Auf diesem Spaziergang erklärte der Guide uns die zahlreichen Felsmalereien.
Am Anfang der weiten Schlucht sehen wir noch das einzige sichtbare, kleine Süsswaserkrokodil zwischen den Felsen liegen. Alle anderen verstecken sich zu gut.
Auch zwischen der zweiten und dritten Schlucht mussten wir mit einem sehr kurzen Fussmarsch das Boot wechseln.
In der dritten Schlucht wäre oben in einer Nebenschlucht namens Lillypond eine Badestelle gewesen, wo früher die Frauen ihre Kinder gebärten. Diese dürfen jetzt offiziell auch Männer besuchen, inklusive Touristen. Aktuell kann man dort wegen des brackigen Wassers aber nicht baden.
Laut untenstehender Beschreibung hätte es mehrere Bademöglichkeiten gegeben:
Beim Besuch der dritten Schlucht haben Sie die Möglichkeit, an den saisonalen Wasserfällen von Lillypond oder in den flachen Felsenbecken zu schwimmen – eine tolle Abkühlung in der Mittagshitze. Je nach Jahreszeit können Sie möglicherweise auch in den ersten beiden Schluchten schwimmen.
Die dritte Schlucht ist recht kurz, aber trotzdem schön.
Zurück geht es dann denselben Weg mit Bootswechseln, nur sind auf der Rückfahrt sehr viele Touris zwischen der ersten und der zweiten Schlucht unterwegs, sodass das Kreuzen schon fast an Massentourismus erinnert. Wenn die vielen Touris aus dem Ghan (dem exklusiven Touristen-Zug zwischen Adelaide und Darwin) abgefertigt werden müssen, dann gibt es halt an diesen Stellen etwas ein Gedränge. Unser Guide nahm das aber mit Gelassenheit und gab uns dabei ein so gutes Gefühl, dass dies gleich wieder vergessen war. Und die Bootswechsel waren so perfekt zeitlich abgestimmt, dass es für niemanden eine Wartezeit gab.
Die Cruises in der Katherine Gorge werden das ganze Jahr, auch während der Regenzeit durchgeführt. Wir kriegten aucherkärt, wie die Logistik mit den Booten funktioniert, welche einmal im Jahr gewartet werden müssen und ansonsten das ganze Jahr in den Schluchten angetäut bleiben. Nur wenn in der Regenzeit das Wasser genügend hoch über die Felsbarrieren zwischen den Schluchtabschnitten fliesst, können Boote ausgetauscht oder in die zweite und dritte Schlucht gebracht werden. Bei genügend Wasser wird in der Regenzeit die Cruise mit einem Schnellboot durchgeführt, welches über die Stromschnellen zwischen den ersten zwei (oder drei?) Schluchtabschnitten fahren kann. Die Stromschnellen in die vierte Schlucht sind dann aber so stark und extrem, dass diese auch mit dem Schnellboot nicht erreicht werden kann. Somit können dort auch keine Boote platziert werden. Die Leinen für das Anbinden der Boote in der Regenzeit sind ganz schön lang und sehr weit oben an den Schluchtwänden angebracht. Was für ein Aufwand mit perfektem Timing getrieben werden muss, um solch ein Angebot das ganze Jahr ohne Unterbruch (nur nicht an Weihnachten) anbieten zu können! Das war sehr interessant zu erfahren.
Auf der Rückfahrt war dann der Lichteinfall in der ersten Schlucht besser für das Fotografieren der beeindruckenden Schluchtwände.
Für mich war diese Cruise der perfekte Abschluss meiner Touren im Top-End. Das wird mir sehr gut in Erinnerung bleiben. Da kann man der ganzen Nitmiluk-Crew nur garantieren, dass sie bei einem so beliebten Ausflugsziel so eine hohe Qualität aufrecht erhalten können. Ich bin begeistert.
Nachdem ich auf der Rückfahrt zum Caravan Park bei Wooli ausgiebig eingekauft hatte, konnte ich den Nachmittag auf meinem schattigen Platz nochmals geniessen. Am späteren Nachmittag ging ich nochmals zum Pool. Dort bildete sich eine recht grosse Gruppe von grauen Nomaden und mir, welche sich alle im Pool abkühlten. Wir hatten ein ziemlich langes und lustiges Gruppengespräch. Alle waren irgendwie aufgekratzt und gut drauf. Nachdem ich seh gut durchgeweicht war, habe ich mich abends geistig auf die kommenden vier Tage mit einer sehr langen Fahrt durch die Savanne bis in die Tablelands des tropischen Queensland vorbereitet. Die rund 2’200 langweiligen Kilometer mit vielen geraden Streckenabschnitten werden ziemlich anstrengend sein. Aber ich freute mich auf das nächste Kapitel der Reise!



























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