Nach dem äusserst beeindruckenden Besuch des weltgrössten Eisenerzhafend in Port Hedland heisst es am Freitagmorgen, die Pilbara zu verlassen und in die Kimberley zu fahren. Nach Broome sind es rund 600km auf dem grösstenteils geraden Great Northern Highway. Man könnte nun sagen, dass die einzgen beiden Roadhouses Pardoo und Sandfire genügend Abwechslung bieten. Und wenn man jünger wäre, würde man einfach die 600km durchfahren und einmal zum Tanken anhalten. Aber es gibt drei oder vier wunderbare Campingplätze, respektive Station Stays auf der Strecke: Pardoo Station, Cape Keraudren, 80 Mile Beach Caravan Park, Port Smith Caravan Park & Lagoon und Barn Hill Beachside Station Stay.
Da 80 Mile und Barn Hill die Strecke am besten aufteilen, habe ich vor einiger Zeit einen Buchungsversuch für jeweils zwei Nächte gestartet. In 80 Mile habe ich zwei Nächte Unpowered Site und in Barn Hill jeweilse eine Nacht Powered Site und eine Nacht Unpowered Ocean View gekriegt. Das waren aber schon die einzigen Lücken an den beiden Orten.
In Broome hatte ich daann anschliessend im etwas ausserhalb liegenden Broome Caravan Park als Anschluss zwei Nächte auf einer Powered Site gefunden. Doch dazu mehr im nächsten Blogpost.
Ich freute mich riesig auf die beiden Orte direkt an der wunderschönen Küste! Auftanken werdee ich rund 40km nach Barn Hill am Sandfire Roadhouse. Ansonsten würde ich wohl nicht bis nach Roebuck kommen, denn die beiden Stichstrassen ans Meer sind auch jeweils 10km lang. Also geht die Fahrt nach Broome alles in allem 640km.
Freitag und Samstag: Der perfekte Platz im 80 Mile Beach Caravan Park
Auf dem Great Northern Hwy wunderte ich mich über die unzähligen, mir entgegenkommenden Caravan-Gespannen, die nach dem Winterurlaub schon wieder in den Süden fuhren. Da ich mit 90km/h fahre, hatte ich mehr Überholmanöver erwartet, aber diese waren abzählbar. Ein entgegenkommende Gespann hat aber einen Stein auf meine Windschutzscheibe gespickt. Der Schaden ist aber klein, dass lasse ich dann in Broome kurz vom Fachmann prüfen.
Nach 243km kam schon der Abzweiger zu 80 Mile. Die 10km Schotterstrecke könnten in einem besserem Zustand sein. Aber als dann der Anstieg vor dem Campingplatz überwunden war, freute ich mich riesig auf das Wiedersehen des Parks. Die Checkin-Schlange war um 11 Uhr schon recht lange. Aber kein Wunder, wenn es sogar Leute gibt, die ohne Buchung hier ankommen. Aber auch für diese wurde eine Lösung gefunden. Mein Checkin ging sehr rasch und die Angestellte freute sich, dass ich ein wiederkehrender Kunde war. Bei der Ankunft an meiner Seite stellte sich heraus, dass ich wohl eine der schönsten Plätze am Ende einer Reihe im Schatten schöner Bäume und mit Blick auf die Düne erhalten hatte. Das freute mich ungemein. Ein Austausch mit dem Nachbar ergab, dass er ganze 11 Wochen auf diesem Camping war! Das sind ihre langen Winterferien.
Nach dem Einrichten des Campers und einem kleinen Lunch im Schatten der Markise habe ich mich dann auf einen Strandspaziergang (5.5km) gemacht und die unendliche Weite des Strandes genossen. Und am späteren Nachmittag habe ich mich gefreut, dass mich ein Känguru besucht hat.
Schwimmen kann man in dem sehr flachen Wasser übrigens nicht. Auch wurde das letzte Krokodil am 12. Juni am Strand gesehen. Daher geht entweder Fischen oder Strandwandern.
Am nächsten Morgen habe ich mich nach dem Frühstück auf eine weitere Strandwanderung gemacht. Halt nochmals die selbe Strecke, dafür aber fast 8km. Mein Wendepunkt war das Auto mit dem Angler ganz am Horizont. Dort angekommen, haben wir etwas gequatscht und der Angler war wohl ganz froh, dass er auf seinem einsamen Platz mal jemanden zum Erzählen seiner vielen Ankekdoten über seine (meist nicht erfolgreichen) Angelversuche an der Küste. Auf dem Rückweg konnte ich viele Vögel beobachten. Auch ein paar Pelikane und Möwen machten sich recht erfolgreich über einen Fischschwarm her! Beim 80 Mile Strandübergang habe ich dann noch meine Nachbarin Sarah getroffen, was ein weiteres nettes Gespräch ergab.
Der Strandabschnitt Eighty Mile Beach (WA 1965) erstreckt sich über 30km von der Nähe von Wallal Downs und dem Eighty Mile Beach Caravan Park bis zum nächsten Gezeitenbach bei Worroo Well. Das südliche Ende dieses Strandes ist der am besten zugängliche und am stärksten frequentierte Abschnitt des gesamten Strandes und wird jährlich von Tausenden von Menschen besucht. Der grosse Campingplatz direkt am Strand liegt 10km nördlich der Strasse. Er bietet Unterkünfte, Stellplätze und grundlegende Einrichtungen sowie einen einfachen Zugang zum Strand für Fussgänger, Fahrzeuge und kleine Boote. Der Strand in diesem Abschnitt ist typisch für das System: Ein muschelreicher, mässig steiler, 30m breiter Flutstrand, dem ein 200m breiter oberer Gezeitenbereich und ein sehr flacher unterer Gezeitenbereich vorgelagert ist, der sich mehrere hundert Meter seewärts erstreckt. Hinter dem Campingplatz erstreckt sich eine Reihe gut entwickelter Vordünen 500m landeinwärts. Diese Dünen verbreitern sich nach Nordosten und brechen dann ab, wobei sie am östlichen Ende des Strandabschnitts eine Breite von 3km erreichen. Mit zunehmender Verbreiterung prägt eine breite Senke zwischen den Dünen den Bereich hinter der Dünenbarriere. Bei der Mandora-Siedlung im östlichen Teil des Strandabschnitts ist die gesamte Senke hinter der Dünenbarriere 6km breit. Dieser Strandabschnitt war zudem von östlichen, küstenparallelen Sandtransporten betroffen, die sowohl die fächerförmigen Vordünenrücken als auch eine 4km lange Reihe von zurückgebogenen Nehrungen formten, welche den östlichen Bach um diese Strecke küstenparallel abgelenkt haben.
Vor dem Mittag kam dann wieder die SMS des Tagesprogramms: Heute war ab 14Uhr ein kleiner Markt auf dem Grün und Abends gibt es Fish&Chips auf Vorbestellung. Da ich gestern keine Pizza vorbestellt hatte, wollte ich es heute besser machen. Um 14 Uhr habe ich kurz den Markt inspiziert (eher Flohmarkt als Handwerkermarkt, dachte ich mir). Aber im Laden dann die Nachricht, dass schon alle Fish&Chips bestellt sind.
So habe ich zuerst mal den Abwasch in der kleinen Campers Kitchen gemacht und dann den Rest des Nachmittags nochmals mit einem kurzen Besuch des Strandes abgeschlossen und mich kurz vor Sonnenuntergang in die Duschen begeben. Das ist nämlich taktisch klug, da alle die immer perfekten Sonnenuntergänge anschauen gehen und die (wenigen) Duschen unbenutzt sind. Die Infrastruktur auf diesem Campingplatz ist recht minimalisitsch und schon etwas in die Jahre gekommen.
Sonntag und Montag: Der perfekt Aufenthalt auf dem Barn Hill Beach Station Stay
Am Sonntag bin ich wieder wie gewohnt nach 8 Uhr losgefahren. Nach 10km über die Rüttelpiste konnte ich nach 44km am Sandfire Roadhouse auftanken und die Toilette besuchen.
Nach weiteren 172km auf dem langweiligen Great Northern Hwy kam nach rund 2.5 Stunden nach Abfahrt „schon“ der Abzweiger zu Barn Hill. Und da macht das Herz einen kleinen Sprung, denn es gilt zuerst ein Gatter aufzumachen und nach Durchfahrt wieder zu schiessen. Und dann erwartet den Fahrer eine rote, sandige Piste, wie es nicht besser geht. Damit man nicht schneller als40km/h fährt, haben sie einige recht hohe Bumper eingebaut. Und es gibt auch zwei weitere Gatter. Denn die Station ist ja weiterhin aktiv und entlange der Piste sieht man auf der anderen Seite des Zauns ein paar (indische) Rinder.
Barn Hill hat einen sehr speziellen Ferien-Charme, der einem sofort abholt. Die Rezeption und der Tresen des Restaurants sind mit Containern gebaut. Und die Sanitärgebäude aus Wellblech geschustert, einige WCs und Duschen einfach „open air“, also ohne Dach. Bitte Kloklappe zu, wegen den Fröschen… Da ist auf dem Campingplatz während den Schulferien natürlich besonders viel los. Also nicht nur graue Nomaden und Pensionäre, die dem kühlen Winterwetter im Süden entfliehen.
Da jeden Tag, ausser Montag, Pizza-Abend (auf Vorbestellung) ist, habe ich dieses Mal gleich nach dem Check-In eine Pizza bestellt. Ich habe den 6:20pm Zeitslot bekommen, bin also schon recht weit hinten in der Schlange. Jeden Tag wird auch frisches Brot gebacken, welches man am Tag vorher bestellen kann! Also ideal für die Gäste, welche lange bleiben.
Ich habe für die erste Nacht eine Powered Site in der Nähe der Rezeption, im Schatten unter riesigen Bäumen erhalten. Das Konzert der vielen Vögel war einfach unbeschreiblich. Und zwischendurch mähten auch die paar Ziegen beim Spielplatz.
Nach dem Mittag hatte ich dann etwas zu viel Zeit zum Nachdenken über die Strom-Lademöglichkeiten. Da habe ich mir kurzerhand einen 30A MPPT Charge-Controller von Renogy nach Broome bestellt. Diesen kann ich in mein Stromsetup integrieren und kann daran ein faltbares Solarpanel mit bis zu 300W betreiben. Damit wäre ich strommässig deutlich besser autark und offgrid-fähig. Vielleicht schafft es ja der Lieferant der bestellten Induktionsplatte auch noch, diese bald mal loszusschicken, damit ich sie in während meinen Broome-Aufenthalten in der Post abholten kann. Das wären dann schon zwei Pakete. Und in Broome gibt es auch einen Solarladen, der laut Webseite viele faltbare Solarpanels hat. Das muss einfach hinter den Fahrersitz passen…
Nachmittags habe ich meinen Strandstuhl ausgepackt und mich über die Treppe an den Strand begeben. Da Hochwasser erst gegen 16 Uhr war, war das Wasser noch recht weit draussen. Ich habe mir einen noch freien Platz zwischen den zahlreichen Autos gesucht. Wenn die Aussies mal nicht mehr mit ihrem Auto auf den Strand fahren können, wird eine Welt zusammenbrachen. Aber die Szenerie mit den roten Klippen und dem hellen Strand war einfach genial. So stellt man sich die Küste im tropischen Norden von WA vor! Da gehen Träume in Erfüllung. Das warme Wasser habe ich dann auch ausprobiert, denn man kann hier gut baden.
Kurz vor Sonnenuntergang habe ich dann die rustikale Dusche besucht und auf meinen Pizza-Zeitslot gewartet. Um 18:40 war ich dann mit meiner grossen und leckeren Pizza im Camper. Da hat den Bauch ganz schön gefüllt.
Für den nächsten Tag mit Wechsel des Platzes habe ich mir folgendes überlegt. Da wir hier schon ein Stück weiter im Osten der Westqustralischen Zeitzone sind, geht die Sonne schon um 06:30 auf. Also kann ich wie gewohnt früh aufstehen und ab 08:00 bis 09:45 eine Strandwanderung am nördlichen Strand machen. Das habe ich dann auch gemacht und habe den Strand noch fast bei Hochwasser erleben dürfen. Bei gut 6m Tidenhub sieht das ganz anders aus! Aber auch Wandern am Strand ist durch den recht weichen Sand anstrengender. Die 3.75km gingen also recht in die Waden. Wenigstens konnte ich schon mal auskundschaften, wo man am nördlichen Strand über die Klippen zu den Camperplätzen an der Klippe kommt. Es gibt mehrere Wege. Auf dem Rückweg entlang der „Ocean View“ Sites hoffte ich, dass ich eine der schönen Sites am hinteren Ende kriegen werden.
Kurz vor 10 Uhr hatte ich dann meinen Camper bei der Rezeption abgestellt und checkte für den Sitewechsel ein. Ich kriegte Site 103, welche auf meine Favoritenliste ganz weit oben war. Und tatsächlich habe ich schon wieder eine der schönsten Sites mit der besten Aussicht und ganz Nahe am Weg runter zum Strand gekriegt. Da habe ich meinen Stuhl und Tisch im Schatten des Baumes aufgestellt und zuerst einmal die geniale Aussicht genossen.
Am Nachmittag habe ich mir den Strandstuhl gepackt und bin runter an die North Beach. Das Wasser war richtig angenehm! Da wollte man eigentlich gar nicht mehr raus.
Aber nach einiger Zeit war mir etwas langweilig. Da mir mein Nachbar bei der Powered Site empfohlen hatte, rund um Niedrigwasser (um 16 Uhr, Sonnenuntergan um 17:30) entlang des südlichen Strand bis zu den sehr schönen Klippen zu gehen, dachte ich mir, dass das auch auf dem nördlichen Strand gehen sollte. Also habe ich den Strandstuhl in den Rucksack gepackt und bin losgewandert. Durch den niedrigen Wasserstand kann man auf dem harten Sand natürlich viel schneller und einfacher gehen. So ging ich ganze 3km bis zu den Klippen. Diese kann man nur bei Niedrigwasser umgehen. Und dahinter habe ich dann die allerschönsten und faszinierensten Felsformationen bestaunen dürfen, die ich so gar nicht erwartet hatte. Das gab sehr viele Fotos.
Zurück an der North Beach leuchteten die Formationen im Abendlicht.
Ich war dann etwa um 17 Uhr wieder beim Camper, konnte die Open Air Dusche geniessen und war mit dem perfekten Timing für den immer wieder bezaubernden Sonnenuntergang auf meiner „Aussichtsterrasse“.
Das war wirklich ein kurzer, aber perfekter Aufenthalt! Daran werde ich mich noch lange erinnern.
Dienstag: Fahrt nach Broome
Am Dienstagmorgen bin ich dann wieder gegen 8 Uhr losgefahren und konnte die rotsandige Piste und die drei Gatter nochmals geniessen!
Mein nächster Stopp war um 11 Uhr dann Novus Auto Glass, wo ich den Chip auf der Scheibe prüfen liess. Alles in Ordnung, nur oberflächlich ganz wenig abgeplatzt. Kann und muss man nicht reparieren. Ist ja auch zum Glück am Rand des Sichtfelds und könnte auch ein totes Insekt sein… Da konnte ich ja beruhigt die geplanten Ausflüge rund um Broome in Angriff nehmen.
Und so hatte ich die öden 640km entlang der Great Sandy Desert total entspannt und mit vielen schönen Erlebnissen geniessen können. Die einen machen es in einem Rutsch, die anderen bleiben einige Wochen und ich tuckere in vier Tagen von Port Hedland nach Broome.





















































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