Dienstag: Anfahrt über die Rio Tinto Railway Access Road
Heute Dienstag geht es also weiter in den 180km entfernten Millstream Chichester Nationalpark. Vor der Abfahrt leere ich am Dump Point des Caravan Parks den Grauwassertank und die Kassette der Toilette. Ich nehme auch gleich die Gelegenheit war und reduziere den Reifendruck für den 80km langen Gravelabschnitt der Rio Tinto Railroad Access Road. Nach 20km erreiche ich den Abzweiger auf diese Strasse. Die ersten zwei Drittel der 80km unbefestiger Strasse sind mittelprächtig. Wohl wegen des vergangenen Regens wurde die Strasse nicht gegraded (bzw. gehobelt), daher war sie wenig bis mittel korrugiert (auch bekannt als Wellblech). Da konnte man eigentlich nicht anders und man musste die ausgeschilderten 80km/h erreichen, um einigermassen anständig über das Wellblech zu fliegen. Zwischendurch hatte es, vor allem in den Dips, ganz schöne Pfützen auf der Hälfte der Strassenbreite, die man meist umfahren konnte. Wenigstens waren die recht zahlreichen Züge eine schöne Abwechslung. Das letzte Drittel war dann in meist gutem Zustand und war deshalb eine schöne Erholung. Und dann kam auch schon der letzte, befestigte Strassenabschnitt. Auch der Red Dog Hwy ist inzwischen bis Karratha durchgehend befestigt. Und wenn ich das grosse Schild richtig gelesen habe, dann baut man den Hwy als Backup-Route nach Tom Price nun sogar weiter aus (siehe untenstehende Box).
Der Manuwarra Red Dog Highway wird in mehreren Schritten von Karratha bis Tom Price befestigt, dabei sind schon grosse Fortschritte erreicht worden.
Der Projektfortschritt istaktuell:
Stage 1: Beendet im Dezember 2003
Stage 2: Beendet imJuli 2008
Stage 3: Beendet im September 2020
Stage 4A-1: Fertigstellung gegen Ende 2026
Stage 4A-2: Wahrscheinlicher Start gegen Ende 2026
Stage 4B und 4C: Aktuell in Entwicklung
Damit soll folgendes erreicht werden:
Verbesserte Erreichbarkeit des Millstream-Chichester-Nationalparks und des Karijini-Nationalparks, was den Tourismus im Herzen der Pilbara-Region ankurbelt.
Zeitersparnis von über zweieinhalb Stunden im Vergleich zur alternativen asphaltierten Route.
Verbesserte Verbindungen zwischen Karratha, Roebourne, Tom Price, Paraburdoo und Newman.
Erhöhte Sicherheit.
Besserer Zugang zu Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen, lokalen Geschäften, Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungszentren.
Reduzierte Wartungs- und Reisekosten.
Verbesserte Möglichkeiten für den regionalen Tourismus.
Zuverlässigere Fahrten durch weniger Straßensperrungen, insbesondere während der Regenzeit.
Damit wäre dann die Fahrt über die Rio Tinto Railway Access Road nicht mehr notwendig!
Auf dem Asphalt meldete mir das „Popo-Meter“ jedoch, dass hinten rechts irgendwas nicht stimmt. Das Fahrzeug schien etwas schief und das Fahren war schwammiger, als ich durch den reduzierten Reifendruck erwartet hätte. Ich fuhr rasch links raus und sah sofort das Malheur: Hinten Links hatte ich einen Platten und ich hörte schon die Luft an einer Stelle der Lauffläche rauspusten. Bei diesem Geräusch war klar, dass ein Aufpumpen mich nicht sehr weitbringen würde. Man sah aber eigentlich kein grosses Loch oder einen Schnitt. Da hatte ich rechtzeitig, noch mit anständigen 16psi angehalten! Die verstärkten Flanken der LT Reifen haben wohl auch etwas geholfen.
Doch bevor ich mich an die Arbeit machte, musste ich schon noch die Gelegenheit nutzen, und einen nahenden Zug fotografieren.
So machte ich mich an das Ausräumen des benötigten Werkzeugs. Da gerade einer der recht häufigen Utes mit Minenarbeitern vorbeifuhr, winkte ich und schon wurde mir geholfen.
Mein Retter in der Not, Jason, hielt an und bot seine Hilfe an. Es sei jetzt schon das zweite Mal innerhalb zweier Wochen, dass er helfen würde. Er kenne sich aus mit dem Wechsel der Räder. Und so schauten wir zusammen,mit welchen Hilfmitteln wir das Ersatzrad runterlassen konnten. Jason setzte den Bottle Jack unter die Radnabe, und bockte das Womo auf. Er holte auch das Rad herunter, wechselte es und drehte das andere Rad wieder unter den Boden des Womo. In einer Stunde war alles von A-Z erledigt!
Nun wusste ich auch ganz genau, wie ich solch einen Räderwechsel das nächste Mal (hoffentlich jedoch gar nie mehr) durchführen kann. Ich dankte Jason sehr herzlich und er ezählte mir, dass er in Perth wohne und als Fifo (Fly-In-Fly-Out) jeweils 8 Tage hier arbeite und 6 Tage frei habe. Er hat in der Gegend noch keinerlei touristische Sehenswürdikeiten gesehen, und so konnte ich ihm wenigstens ein paar Touristen-Tipps geben. Das war aber nur wenig gegenüber der extrem freundlichen und kompetenten Hilfe!
Weitere Fotos von Zügen gab es nach der erledigten Arbeit nicht, denn alle vorbeifahrenden Züge fuhren auf dem dahinterliegenden, nicht einsichtigen Gleis. Jason bestätigte mir auch, dass die Züge automatisiert fahren und aus Perth ferngesteuert werden. Den ferngesteuerten Modus erkennt man am blauen Scheinwerfer/Licht an der vordersten Lokomotive. Da bringt es dann nichts, dem Lokführer zuwinken zu wollen. Die ersten und die letzten zwei Wagen sind übrigens immer farbig. Da weiss man wohl, dass unterwegs keine Wagen verloren gingen?
Jason hat übrigens zugestimmt, dass ich ihn hier erwähnen und zeigen darf.
Mit dem gewechselten Rad war ich dann eine Stunde später als geplant auf dem Miliyanha Campground beim Millstream Homestead angekommen. Hier hatte ich wirklich die perfekte Site #8 gebucht. Aktuell sind einige Trails und der 4WD Snappy Gum Tree Rundtrack wegen den Auswirkungen des Zyklons Narelle weiterhin geschlossen oder gesperrt. Das schränkt die Abenteuer, aber nicht den Genuss dieser paradiesischen Oase, etwas ein.
Wegen des Radwechsel-Abenteuers und mit dem immer noch mühsamen Husten habe ich mich den Rest des Tages auf dem wunderschönen Platz ausgeruht. Abends habe ich mir auf dem BBQ und den Gas-Kochstellen der perfekt ausgestatteten Camper’s Kitchen (warmes Wasser, Gas-Kochstellen, BBQ und elektrisches Licht) Kartoffeln gekocht und diese dann mit Zwiebeln, Paprika und zwei Veggie-Burgern auf dem BBQ gebraten. Die Zündhölzchen für die Gas-Burner musste ich mir vorher jedoch bei meinem Nachbarn aus Tassie ausleihen. Mit anderen Campern haben wir dann den faszinierenden Aufgang des Vollmondes bestaunt.
Die Geschichte von Millstream und Chichester Das Gebiet um Millstream und Chichester zählt zu den bedeutendsten Kultur- und Mythologielandschaften der Aborigines im nördlichen Westaustralien. Seine Bedeutung rührt von Jahrtausenden der Besiedlung und der Präsenz der Warlu her, der mythologischen Schlange, deren Einfluss noch heute stark mit dem Deep Reach Pool (Nhanggangunha) verbunden ist. Der Fortescue River (Yarnda Nyirranha) lieferte zudem Wasser und Nahrung, insbesondere in Trockenzeiten. Die Europäer erlangten erstmals 1861 durch die Expedition von F.T. Gregory Kenntnis von Millstream. Bald darauf folgte die Besiedlung durch Weidewirtschaft, als W. Taylor 1865 Land am Fortescue River in Besitz nahm. Im darauffolgenden Jahr verkaufte er die Pacht an Alex McRae und T.R. McKenzie, die in der Nähe des ersten Gehöfts einen großen Gemüsegarten anlegten. Dieses frühe Fachwerkhaus mit Strohdach wurde 1897 durch ein Feuer zerstört. Ein im darauffolgenden Jahr errichtetes neues Haus fiel 1908 einem Zyklon zum Opfer. Die erhaltenen Küchen- und Arbeitergebäude stammen vermutlich aus dieser Zeit. 1879 wurde die Pacht an die Herren Padbury und Loton verkauft und 1912 an die Gebrüder Cookson, die die Station bis zum Verkauf 1950 mit ortsansässigen Verwaltern betrieben. Claude Irvine, Verwalter von 1912 bis 1923, beaufsichtigte 1919 den Bau des heutigen Wohnhauses. Das Haus sei „wunderbar kühl“; es galt weithin als „das beste Haus im Nordwesten“. In den 1920er Jahren waren die Gärten für ihren grossen und ertragreichen Obstanbau bekannt. Ein Artikel der Sunday Times aus dem Jahr 1922 beschrieb Millstream als „den Garten des Nordens … ein Paradies auf Erden“. Les und Nellie Gordon lebten dort seit 1923 und erweiterten die Gärten weiter, indem sie Tabak und Wein anbauten. Ab 1964 hielt Reg Kennedy hier Schafe und Rinder, doch sinkende Rinderpreise in den 1970er Jahren führten zu einer Diversifizierung: Es wurden transportable Häuser als Unterkünfte aufgestellt, und das Wohnhaus wurde in eine Taverne umgewandelt. Das Dach wurde in dieser Zeit vollständig saniert, wobei Stahlträger die Holzkonstruktion ersetzten und eine abgehängte Decke eingebaut wurde. Die Taverne war bei Touristen und den örtlichen Bergleuten beliebt, bis die Besucherzahlen Mitte der 1980er Jahre zurückgingen. Im Jahr 1996 übernahm die Park- und Wildlife-Behörde die Kontrolle über das Gehöft, das heute als Besucherzentrum dient und regionale Geschichte und Artefakte präsentiert.
Mittwoch: Walks in das Wetland und zum Clifftop Lookout
Mittwoch Morgen lief mir die Nase ziemlich heftig und ich fühlte mich etwas energielos. Also hing ich am Morgen nur etwas rum und machte mir einen kleinen Lunch. Das Wetter war aber so schön, dass ich mich nachmittags doch nochmals aufraffte. Denn die Hosts hatte mir gesagt, dass auf die zwei Walks zwar abgesperrt und geschlossen sind, aber man diese trotzdem gefahrlos begehen könne.
Danach habe den Wetland Walk in Angriff genommen. Zwar waren bei diesem (wahrscheinlich schon seit langer Zeit) abgesperrten Walk die Gehwege ziemlich stark weggeschwemmt aber die Stege und die Aussichtspunkte waren in tadellosem Zustand. Der Gang durch den Urwald, in welchem man alle von den Siedlern eingeführten Dattelpalmen entfernt hat, über die gluckernden Bäche mit Quellwasser und an die zwei Pools war einfach bezaubernd. Auch die vielen schönen Blüten haben mir mal wieder sehr gefallen. Mit hat dieser Rundweg sehr gut gefallen und die erklärenden Tafeln haben einiges über die Geschichte und die Flora und Faune erzählt.
Dann habe ich mich überwunden und bin ab auch noch den Warrungunha Trail (8km hin- und zurück) in Angriff genommen. Der ist am Anfang auch etwas ausgewaschen, danach aber in gutem Zustand. Er führt zuerst entland des Wetlands, dann durch die Hügel der Spinifix-Landschaft und durch die Bäume und Palmen entlang des Tals des Fortescue Rivers rauf auf das Kliff. Von dort hat man einen wunderbaren Ausblick über das grüne Tal des Fortescue Rivers und die hügelige Spinifex-Halbwüste drumherum. Und auf dem Weg kann man wiederum schöne Blüten bewundern und zahlreiche Eidechsen verscheuchen. Zurück ging es dann wieder den selben Weg. Meine sehr stark laufende Nase ärgerte mich auf der 2h dauernden Wanderung schon ziemlich, aber ich war am Ende froh, diesen Ausflug gemacht zu haben. Ich glaube, an den Bildern sind man meine Faszination für diese Oase mitten in der tropischen Halbwüste der Pilbara.
Da ich aber ziemlich geschafft war, gab es diesen Abend nichts vom BBQ sondern nur ein in der Pfanne aufgewärmtes Mikrowellen-Currygericht.
Millstream Wanderwege
Der Millstream-Chichester-Nationalpark bietet eine Vielzahl von Wander- und Radwegen, die nach australischen Standards für Wanderwege klassifiziert sind. Bitte wählen Sie Ihre Wege sorgfältig aus. Wählen Sie Wege, die Ihrem Können und Ihrer Fitness entsprechen. Ihre Sicherheit liegt uns am Herzen, aber auch in Ihrer Verantwortung. Wetland Walk – 750m – 30-minütiger Rundweg – Schwierigkeitsgrad 2 Dieser Weg führt über einen befestigten Schotterweg durch die Millstream-Feuchtgebiete und ist für alle Fitnesslevel geeignet. Informationstafeln erzählen die Geschichte der Millstream-Feuchtgebiete. Baden ist in den Becken und Kanälen nicht erlaubt.
Warrungunha Wanderweg – 8km – 2.5 Stunden Hin- und Rückweg – Schwierigkeitsgrad 3 Dieser Wanderweg verbindet das Millstream Homestead mit dem Cliff Lookout (Warrungunha) und durchquert verschiedene Lebensräume – Melaleuca-Wälder, Hügelgrasland und Auwald. Informationstafeln geben Auskunft über diese Lebensräume. Der Weg verläuft 2.5km lang auf verdichtetem Schotter, bevor er auf den Red Roo Wander-/Radweg trifft, der die letzten 1.5km bis zum Cliff Lookout führt. Dieser Abschnitt ist steinig und uneben mit einigen leichten Steigungen und hat die Schwierigkeitsstufe 3.
Red Roo Trail (Wander-/Radweg) – 7.5km einfache Strecke – 45 Minuten Radfahren – Schwierigkeitsgrad: Mittel / 3 Std. Wandern – Schwierigkeitsgrad: 3 Dieser Weg beginnt am Parkplatz Millstream Homestead und endet am Parkplatz Deep Reach Pool. Der Untergrund ist leicht hügelig mit einigen Steigungen und flach bis steinig. Radfahrer müssen am Cliff Lookout absteigen und 300m zu Fuß gehen, da dieser Abschnitt nur für Fußgänger zugänglich ist. Der Weg ist breit, dennoch ist beim Radfahren Vorsicht geboten. Fußgänger haben Vorfahrt.
Stargazers Link Trail nach Deep Reach – 5km hin und zurück – Schwierigkeitsgrad: 2 Ein 500m langer Weg verbindet den Campingplatz Stargazers mit dem Red Roo Trail. Weitere 2 km entlang des Red Roo Trails liegt Deep Reach. Cliff Trail – 600m (Hin- und Rückweg), ca. 20 Minuten – Schwierigkeitsgrad 2 Ein 300m langer Weg entlang des Cliffs verbindet drei Aussichtspunkte, von denen aus man den Fortescue River und die fernen Hamersley Ranges überblicken kann. Dieser Weg ist von der Millstream Road aus mit dem Auto erreichbar.
Wanderwege in der Chichester Range
Mount Herbert und Python Pool gehören zu den Hauptattraktionen der Chichester Range. Die Landschaft ist geprägt von sanften Hügeln, Stachelgraswiesen, weißrindigen Eukalyptusbäumen im Hochland und blassen Coolabahs entlang der Bachläufe. Die Tier- und Pflanzenvielfalt ist in der Nähe der permanenten Wasserstellen hoch.
Python Pool – 100m – 20 Minuten hin und zurück – Schwierigkeitsgrad 3 Vom Parkplatz aus folgen Sie dem Pfad entlang eines ausgetrockneten Bachbetts zum Python Pool, einem permanenten Süßwasserbecken am Fuße einer Klippe im Steilhang der Chichester Range. Der Weg ist uneben und steinig. Gipfel des Mount Herbert – 600m – 25 Minuten hin und zurück – Schwierigkeitsgrad 3 Vom Parkplatz des Mount Herbert aus folgen Sie dem Chichester Range Camel Trail zum Fuss des Mount Herbert und dann dem Pfad zum Gipfel. Von dort aus genießen Sie einen Panoramablick. Es gibt kurze steile Abschnitte und einige Stufen. Der Boden ist uneben und mit losem Gestein bedeckt.
Chichester Range Camel Trail – 8km – 3 Stunden einfache Strecke, 16km – 6 Stunden Hin- und Rückweg – Schwierigkeitsgrad 4 Dieser Pfad durchquert das zerklüftete Basalt- und Sandsteingelände der Chichester Range. Er weist steile Anstiege, natürliche Hindernisse und unterschiedliche Untergründe auf, darunter loses Gestein. Eine gute Kondition ist erforderlich. Wenn Sie die Wanderung in beide Richtungen unternehmen, empfiehlt es sich, am Python Pool zu beginnen. Wenn Sie nur eine Strecke wandern, starten Sie am Mount Herbert und lassen Sie sich am Python Pool abholen.
McKenzie Spring – 4.5km – 2.5 Stunden Hin- und Rückweg – Schwierigkeitsgrad 3 Vom Parkplatz am Mount Herbert folgen Sie dem Chichester Range Kamelpfad zur McKenzie Spring. Diese Quelle war einst eine Wasserstelle für Kamel- und Ochsengespanne und ist eine angenehme Überraschung für Wanderer, die einen deutlichen Kontrast zu den umliegenden trockenen Hügeln bildet. Die Quelle ist nicht zum Schwimmen geeignet. Der Pfad weist kurze steile Abschnitte auf, und der Untergrund kann uneben und lose sein. Kehren Sie auf demselben Weg zurück. Eine mittlere Kondition ist erforderlich.
Cameleers Lookout Trail – 2.4km – 1.5 Stunden (Hin- und Rückweg) – Schwierigkeitsgrad 4 Folgen Sie dem Pfad in Richtung Python Pool, biegen Sie am Schild links ab und steigen Sie den Hügel hinauf. Dieser steile Pfad bereitet Kamel- und Ochsengespannen über die Jahre so manches Problem. Es gibt natürliche Hindernisse, darunter Auswaschungen an einigen Stellen, und der Untergrund ist locker und steinig. Nehmen Sie sich Zeit, die Arbeit zu würdigen, die in den Bau des Pfades geflossen ist. Stützmauern und Steindurchlässe zeugen von dem Aufwand, der für die Instandhaltung eines solchen Weges nötig ist.
Donnerstag: Die Ruhe und Szenerie am Deep Reach Pool geniessen
Am nächsten Morgen (Donnerstag) ging es meiner Nase schon wieder deutlich besser. Mein Plan war heute, an den Deep Reach Pool zu fahren, dort die Aussicht zu geniessen.
Nachdem ich den Camper auf dem Parkplatz geparkt hatte, habe ich die ganze Infrastruktur inspiziert. Die beiden Treppen ins Wasser sind sehr schön, es gibt zahlreiche überdachte Picknick-Tische und zwei Gas-BBQs. Das brachte mich auf die Idee, dass ich ja ein paar Veggie-Würstchen, Taco-Brote und Bohnen mit roter Sosse hatte. Also testete ich kurz, ob der schönere Gas-BBQ auch funktionierte. Ja, er sprang sofort an an heizte den Grill. So wusste ich, was ich am Mittag machen würde.
Aber zuerst ging ich zum hinteren Einstieg in’s Wasser, zog die Schuhe aus, sass auf die Treppenstufen und hielt die Füsse ins recht warme Wasser. Ich hatte natürlich, wie von den Camping-Nachbarn empfohlen, ein Stück Brot mitgenommen, um die vielen kleinen Fische anlocken zu können. Die rausgeworfenen kleinen Brotstücke wurden von einer Masse an kleinsten und kleinen Fischen genossen. Es wirbelte nur so. Plötzlich kitzelte mich etwas an der Ferse und ich dachte, dass die Fische auch meine Füsse mögen. Es stellte sich aber heraus, dass ein blauer Flusskrebs sein Habitat verteidigen wollte. Er hatte Glück, dass ich ihn als wildes Tier und nicht als potenziellen Leckerbissen (Foodchain) betrachtete. Also liess ich ihm seinen Platz und verschob meinen Hintern an das rechte Ende der Stufe. Nach einiger Zeit zog er sich dann wieder unter die nächste Trittstufe zurück.
Es war wunderbar, die vielen Corella-Paare in den Palmen des gegenüberliegenden Ufers zu beobachten. Sie ruhten sich, eng aneinander gekuschelt, aus. Nur zwischendurch gab es etwas Lärm, als zwei Touris auf einem SUP vorbeipaddelten.
Mittags ging ich dann zum Camper, packte das ganze BBQ-Zubehör und die benötigten Lebensmittel ein und startete den Grill. Was für ein Festessen, das ich in Ruhe und ganz alleine auf „meiner“ Seite der Anlage geniessen konnte. Alle anderen, nicht sehr zahlreichen Besucher scheinen ausschliesslich den rechten Zugang zu benutzen.
Mein BBQ habe ich dann mit einer weiteren Session am Einstieg in’s Wasser abgeschlossen. Ich traute mich jedoch nicht komplette alleine in das recht warme, aber braune Wasser hinaus. Auch war ich immer noch nicht wirklich fit und wollte meine Erkältung endlich ganz loswerden.
Zurück auf meinem schönen Platz, nun komplett ohne Nachbarn, konnte ich nochmals den Rest des schönen Tages geniessen, den vielen Vögeln zuhören und zusehen und in den grünen Urwald kucken. Und nach der verdienten warmen Dusche im Camper packte ich die übriggebliebenen Veggie-Grillwürstchen, die Tacos und weitere Zubehör und Lebensmittel zusammen und startete nochmals den maschinell sehr sauber geputzten BBQ in der Camper’s Kitchen. Heute (wie gestern) gab es kleine Live-Unterhaltung mit amerikanischer Country-Musik. Die Tacos, dieses Mal auch mit Käse, schmeckten auch beim zweiten Mal bestens. Wenigstens konnte ich nach dem Reinigen der Grillplatte noch den nächsten Camper am BBQ einweisen. Denn ihm wurde gesagt, dass dieser nicht funktioniere. Ich konnte ihm vom Gegenteil überzeugen. Gashahn an der Seite aufdrehen und dann gemäss Anleitung den vorderen (mit Piezo) und danach den hinteren Brenner zünden. Das ist bei diesen Grills immer gleich…
Freitag: Weiterfahrt nach Karratha
Am Freitag war ich um 8 Uhr bereit für die Weiterfahrt. Da konnte ich mich tatsächlich auf der anderen Seite des Campgrounds die beiden ansässigen Kängurus noch verabschieden (und ein Foto machen). Kängurus und Emus habe ich dieses Jahr erst extrem wenige gesehen!
Die Fahrt nach Karratha war dann insofern spannend, da sie durch die Chichester Range der Bahnlinie folgte, welche sich über die diversen Steigungen schlängelte. Mehrere Züge waren auf dem Rückweg in die Minen.
Den Abstecher in die Chichester Range (mit Python Pool und einigen weiteren Wanderungen) habe ich dieses Mal ausgelassen. Aber ich werde diesen fast magischen Nationalpark sicher noch einmal besuchen.
In Karratha hatte ich mich bei Tyrepower ja schon zur Reifenreparatur angemeldet. Doch vorher liess ich im Visitors Center noch meine Buchung auf dem Overflow Camping, wie verlangt, schriftlich bestätigen. Die Angestellte des Visitor Centres bestätigte mir auch, dass die Hafentouren nur Mittwoch bis Freitag durchgeführt werden. Sie war aber überrascht, als ich ihr auf meinem Smartphone zeigte, dass die täglichen Ranger-Führungen im Murujuga NP im ganzen Juli nicht stattfinden. Das wusste sie nicht.
Meine weiteren Erlebnisse zwischen Natur und Schwerindustrie dokumentiere ich dann im nächsten Beitrag. Solche Kontraste muss man zuerst mal aushalten und verarbeiten können…
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