Ankunft im Karijini National Park
Von Cheela Plains bis bis zum Dales Campgound gab es nur Regen. Sowas aber auch, mitten in der Trockenzeit der tropischen Halbwüste. Von der Landschaft hat man im Grau der Wolken nicht so viel gesehen. Nur ein sehr grosser Raubvogel wollte mir auf der Strasse nicht Platz machen, da er sein Roadkill-Büffet nicht verlassen wollte. Da hatte mindestens 1.5-2m Spannweite, die er dann doch noch nutzte, als ich um ihn herumkurven wollte.
Ich bin die etwas längere Strecke via Paraburdoo gefahren, da bei diesem Wetter die Gravelroad des letzten Abschnitts definitiv keinen Spass machen würde. In Tom Price habe ich dann zuerst wieder aufgetankt, denn es sind ja nochmals knapp 110km bis zum Dales Campground, die ich am Montag auch wieder zurückfahren werde. Ich habe dann im Coles auch gleich noch Lebensmittelvorräte aufgestockt.
Nach einem kurzen Zwischenstopp beim Karijini Visitor Centre (das immer noch genau gleich ist wie vor 6.5 Jahren) bin ich zum Dales Campground gefahren und habe mich bei den beiden freundlichen Hosts angemeldet. Ich habe eine sehr schöne, grosse Site am Ende des Warlu Loop mit Aussicht und in der Nähe einer Toilette. Da freute ich mich auf die zwei kommenden Tage. Hier bin ich noch vor dem stärkeren Regen und ohne Matsch angekommen. Aber nach meiner Ankunft hat es dann richtig geregnet.
Ab Sonntag sollte es jedoch wieder schön werden. Und mit dem schönen Wetter sollten auch wieder alle Gorges offen sein. Seit meinem letzten Besuch im November 2019 sind hier im NP alle Strassen befestigt worden, es gibt also fast kein Staub- oder Matsch-Abenteuer mehr. Und es gibt seit zwei Jahren am Joffre Gorge eine neue Aussichtsplattform.
Den Regentage nutzte ich dann gleich, um konzentriert den Blogbeitrg über die beiden Station Stays zu schreiben.
Karijini Nationalpark
Traditionelle Eigentümer und BedeutungDie Aborigines der Banyjima, Yinhawangka und Kurrama kennen die Hamersley Range als Karijini. Der Name des Parks würdigt die historische und anhaltende Bedeutung des Gebiets für die Menschen und ihre Beteiligung an der Parkverwaltung.
Beweise für die Besiedlung durch ihre Vorfahren reichen mehr als 30.000 Jahre zurück. Während dieser Zeit führten die Landbewirtschaftungspraktiken der Aborigines, wie z. B. die „Feuerstocklandwirtschaft“, zu einer Vielfalt an Vegetationstypen und Sukzessionsstadien und haben dazu beigetragen, die heute im Park vorkommende Pflanzen- und Tierwelt zu bestimmen.
Fern Pool und Circular Pool gehören zu den vielen besonderen Orten der Aborigines. Um das Erbe, die kulturellen und ökologischen Werte dieser Gebiete zu schützen, werden Besucher gebeten, leise ins Wasser zu gehen und laute Geräusche zu vermeiden. Der Zugang zum Bereich oberhalb von Fern Pool ist nicht gestattet. Am besten geniesst man diese einzigartigen Gebiete in Ruhe beim entspannten Hinhören und genauen Betrachten und Beobachten.
Klima
Der Park liegt nördlich des Wendekreises des Steinbocks und sein Klima lässt sich am besten als tropische Halbwüste beschreiben. Stark schwankende, hauptsächlich sommerliche Niederschläge von 250-350mm gehen oft mit Gewittern und Zyklonen einher, die spektakuläre Wassermassen in den Schluchten erzeugen. Im Sommer steigen die Temperaturen häufig über 40 °C; ideale Bedingungen zum Schwimmen in den Schluchtenbecken. Die Wintertage sind warm und klar, die Nächte jedoch kalt und manchmal frostig.
GeologieDie gebänderten Eisenformationen, die in vielen Gesteinen in und um die Schluchten freigelegt sind, entstanden vor mehr als 2500 Millionen Jahren, als sich eisen- und kieselsäurereiche Sedimentablagerungen auf einem alten Meeresboden ansammelten. Über Millionen von Jahren wurden diese Ablagerungen durch den Druck weiterer, darüber abgelagerter Sedimente verändert, wodurch eingeschlossenes Wasser herausgepresst wurde und die Sedimente allmählich in zähes, gut geschichtetes Gestein verwandelt wurden. Horizontale Kompression führte später dazu, dass sich die Gesteine verbogen und zahlreiche vertikale Risse entwickelten, bevor sie sich an die Oberfläche hoben und trockenes Land bildeten
Ein starker Rückgang des Meeresspiegels führte dazu, dass sich die Flüsse schnell durch das Land gruben und steilwandige Schluchten bildeten. Dies, zusammen mit Millionen von Jahren Erosion, hat die Felsen zur heutigen Landschaft geformt.
Die Schluchten
Im Norden des Parks stürzen kleine Bachbetten, die in den sanften Hügeln versteckt und die meiste Zeit des Jahres trocken sind, plötzlich 100 m tiefe Schluchten hinab. Weiter flussabwärts werden die Schluchten breiter und ihre Wände verändern sich von steilen Klippen zu steilen Hängen aus losem Gestein. Schließlich münden die Entwässerungssysteme als Schwemmfächer in das Fortescue-Tal.
Die Schluchten bieten einen erfrischenden Rückzugsort von den trockenen Ebenen darüber. Mit den zahlreichen Wanderwegen kann man die spektakuläre Landschaft, die dramatischen Wasserfälle und die klaren, frischen Becken.
Tierwelt
Die Wildblumen variieren in ihrer Häufigkeit mit den Jahreszeiten und von Jahr zu Jahr, aber es blüht immer etwas Interessantes. Viele Pflanzen im Park blühen nach Regenfällen üppig. In den kühleren Monaten ist das Land mit zahlreichen gelb blühenden Sennes (Kassien) und Akazien, nordischen Glockenblumen und purpurnen Mulla-Mullas bedeckt.
Im Park gibt es viele Vögel verschiedener Arten, insbesondere in der Randvegetation entlang von Teichen und Bächen. Wenn man aufmerksam ist, kann man auch Rote Riesenkängurus, Euros (Kängurus, die im felsigen Land häufig vorkommen), Rothschild-Felskängurus, Fledermäuse und Wildhunde antreffen.
Viele einheimische Nagetierarten und Beuteltier-Raubtiere wie der Pilbara Ningaui sind hier heimisch, aber nachtaktiv und scheu. Reptilien und Amphibien wie Frösche, Geckos, Warane, Dragons, beinlose Echsen, Pythons und andere Schlangenarten sind im Park reichlich vorhanden. Im Atlas of Living Australia kann man alles über die Flora und Fauna der Region erfahren.
Zwei interessante Lebensräume für Wildtiere sind die grossen Termitenhügel, die über das gesamte Hügelgrasland verstreut sind, und die Steinhaufen der Kieselhügelmaus. Deren Hügel befinden sich an steinigen Hängen, die man aber bitte nicht verändern soll.
Dales Gorge – die schönste und längste Wanderung
Heute Sonntag durfte ich nach einer sehr kalten Nacht bei blauem Himmel auftsehen und den wieder wunderbaren Sonnenaufgang bestaunen. Leider hattte ich mich wohl gestern beim konzentrierten Schreiben des letzten Blogbeitrags etwas erkältet, was sich nachts mit etwas Halsweh angekündigt hat. Das soll mich aber nicht abhalten, die geplante Wanderung durch und entlang des Dales Gorge zu machen. Mal schauen, wie sich das die nächsten Paar Tage entwickeln wird. Also zuerst mal einen grossen Becher heissen Kaffee trinken, sich geistig positiv einstimmen und den sonnigen Tag begrüssen.
Ngirribungunha (Dales Gorge)
Bewundern Sie die ruhigen versunkenen Gärten, die tiefen, von Seggen gesäumten Becken und die permanent herabstürzenden Wasserfälle.
Gorge Rim – Schwierigkeitsgrad 3, 2.4km hin und zurück, 1 Stunde 45 Minuten
Folgen Sie dem Rand der Dales Gorge zwischen dem Circular Pool Lookout und dem Fortescue Falls Lookout. Weißrindige Eukalyptusbäume wachsen auf dem Parkplatz und am Rand der Schlucht, und schattige Haine einheimischer Zypressen bieten Schutz an der Felswand. Geniessen Sie die herrliche Aussicht in die Dales Gorge. Es gibt sanfte Hänge und einige Stufen.
Jubula (Fortescue Falls) – Schwierigkeitsgrad 3, 800m hin und zurück, 1 Stunde
Folgen Sie vom Parkplatz dem Weg zum Fortescue Falls Lookout. Genießen Sie die Aussicht und nehmen Sie dann die Stufen hinunter zu den Wasserfällen. Sitzgelegenheiten laden zum Ausruhen und Geniessen der Aussicht ein.
Jubula (Fern Pool) – Schwierigkeitsgrad 4, 600m hin und zurück, 30 Minuten.
Optionaler Abstecher. Vom Fuß der Stufen an den Fortescue Falls aus können Sie einen kurzen Pfad zum Fern Pool nehmen.
Ngirribungunha (Dales Gorge) – Schwierigkeitsgrad 4, 1km einfache Strecke, 1 Stunde und 45 Minuten
Erleben Sie die Tierwelt der Schlucht aus nächster Nähe auf diesem Bachuferpfad zwischen den Fortescue Falls und dem Aussichtspunkt Three Ways. Der Pfad ist unwegsam und mit vielen Hindernissen versehen. Er schlängelt sich durch den Grund der Schlucht und führt oft über Wasserbecken. Es gibt auch eine Leiter und steile Treppen.
Um 10 Uhr hatte ich mich bereit gemacht für den etwas längeren Ausflug. Ich habe die vier Walks (siehe oben) zu einem Walk zu kombinieren. Denn zuerst ging es den recht langen Weg von meiner Site auf dem Dales Campground zu den Treppenstufen runter zu den Fortescue Falls (Jubula). Der Abstieg über die unzähligen Metalltreppen ist sehr einfach. Und unten sind dann auch entsprechend viele Touris anzutreffen, welche diesen rasch erreichbaren Insta-Hotspots besuchen wollen. Und natürlich müssen einige auch das um diese Jahrezeit sehr kalte Bad im Pool des Wasserfalls „geniessen“.
Bevor ich über die Felsen runter zum Grund der Schlucht gehe, besuche ich noch den Fern Pool (Jubura). Es geht durch einen sehr grünen Wald mit hohen Bäumen begleitet von sehr schönem Vogelgesang. Fledermäuse konnte ich dieses Mal keine beobachten. Der Pool lädt mit einer Plattform zum Bad ein, was auch hier ein paar jüngere Leute nutzen. Bei 35-40° sicher eine schöne Abkühlung wert, aber eher nicht bei 18° Lufttemperatur. Aber wenn es auf der Bucket-Liste war, dann muss es auch von dort gestrichen werden können. Das Schöne ist, dass sich die etwas grösseren Menschenmengen an diesen beiden Punkten konzentrieren.
Jubura (Fern Pool) – Ein besonderer Ort
Jubura, das Farnbecken, ist eine wichtige Kulturstätte für die Aborigines der Banyjima. Das „Yinda“ oder permanente Becken wurde von Thurru, der „spirituellen Schlange“, auf seinem Weg durch das Land geschaffen.
Thurru ist gefährlich. Er kann einen starken Wind entfesseln, wenn man ihn nicht auf die richtige Weise begrüsst. Wenn wir ihn besuchen, erweisen wir Thurru und Kajarling, der „Wasserschlange“, unseren Respekt, indem wir ihnen zeigen, dass wir zu diesem Ort gehören. Dies wird das Ullururujgarlu-Ritual genannt, bei dem wir einen Schluck Beckenwasser nehmen, es zurück ins Becken spritzen und dann Ngurrara yurlu baja sagen: „Dies ist mein Land.“
Die Ältesten der Banyjima identifizieren Yinda-Wasser und die Quellen in der Schlucht als kulturell bedeutende Orte von höchster Bedeutung, und das Wissen, wo Yinda existiert, ihre sprachlichen Ortsnamen und wie man sie schützt, wird von den Alten weitergegeben.
Für die Banyjima-Leute gelten beim Besuch eines Yinda besondere Protokolle. Für die meisten ist es in Ordnung, wenn sie das Ullururujgarlu-Ritual durchführen. Wir dürfen vor dem Besuch des Pools kein Bajarri (Bergkänguru) oder Gurrumanthu (Waran) essen, da sonst der Thurru sehr wütend wird. Jungen, die gerade erst die Gesetze erlernt haben haben, dürfen keinen Yinda besuchen.
Nach dem Beusch des Fern Pool geht es den recht einfachen Weg über die steilen Felsen runter in die Schlucht, an die Basis der Fortescue Falls (Jubula).
Hier folgt der Weg durch eine extrem grüne Landschaft mit viel Geplätscher von Wasser und faszinierenden Vogelgesängen. Ein paar Mal quert der Weg das Wasser über flache Steine oder entlang der Schluchtwände. Eine kurze Strecke steht das Wasser aber etwas tiefer als die dichten Schuhe es erlauben. Da heisst es, die Schuhe auszuziehen und ein paar Meter durch das kalte Wasser zu waten. Auf diesem Wegstück trifft man deutlich weniger Touristen an und ich konnte die abwechslungsreiche Szenerie mal wieder in vollen Zügen geniessen.
Ich glaube, die obenstehenden Bilder zeigen meine Begeisterung und Faszination für die Vielfalt und das kleine Paradies tief unten in der Dales Gorge, oder? Schade, dass man das Gluckern und Plätschern des Wassers und die Rufe der Vögel nicht hören kann. Das würde das Erlebnis etwas besser darstellen.
Beim Abzweiger zum Circular Pool, bei Three Ways, steht seit 2024 ein Schild, dass man diesen Teil der Strecke wegen Felssturzgefahr und freigelegtem Asbest nicht mehr nutzen kann. Daher geht es hier den steilen Weg rauf auf die Ebene. Dann geht der Weg kurz zuerst zum Ausblick auf Three Waye und dann zum Circular Pool Outlook, wo man den Circular Pool wenigstens von oben betrachten kann. Der liegt aber am Mittag im Schatten.
Von hier könnte ich nun den Weg zur Dales Picnic Area und von dort als Rundweg wieder zurück zum Campground nehmen. Ich entscheide mich aber für den Gorge Rim Weg zurück zur Treppe zu den Fortescue Falls. Auf dem Weg mache ich an einem Aussichtspunkt eine kleine Pause, trinke mein Wasser und esse die mitgenommene Banane.
Dann es es wiederum das Wegstück durch den Dales Campground zu meiner Site am Ende des Warlu Loops zurück. Auf dem Rückweg gefallen mir die Termitenbauten und die knallige Farbe der letzen Pfützen.
Den Nachmittag verbringe ich denn beim Camper und geniesse die Aussicht in den warmen Sonnenstrahlen.
Wieder mal eine kleine Umplanung
Mein Plan für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag war eigentlich, am Dienstag die 120km nach Tom Price zu fahren und auf dem Weg drei Gorges zu besuchen. Am Mittwoch würde ich wieder die 120km zurück zum Dales Campground zu fahren und auf dem Weg zwei weitere Gorges zu besuchen. Und dann am Donnerstag den ziemlich weiten Umweg über Auski Roadhouse und den Red Dog Hwy (Gravel Road) in den Millstream NP zu machen. Abends überlege ich mir dann wieder einmal, ob ich tatsächlich so viel fahren möchte. Besonders, da ich mit der Erkältung leicht angeschlagen war. Ich entschied mich, meinen Aufenthalt im Millstream NP um einen Tag zu verlängern und am Mittwoch direkt die deutlich kürzere Strecke über die Rio Tinto Rail Access Road in den Millstream Chichester NP zu nehmen. Also habe die entsprechenden Buchungen auf der Webseite der DCBA gemacht und war zufrieden mit meinem Entscheid.
Weano und Hancock Gorge
Heute Montag verlasse ich den Dales Campground nach zwei Übernachtungen also schon wieder. Ich wollte heute al erstes den Abstecher (Gravel) zu Kalamina Falls machen. Aber die Piste war so stark korrugiert, dass ich nach ein paar hundert Meter umkehrte und auf den Besuch verzichtete. Extra Luft ablassen wollte ich nicht.
Nhamarrunha (Kalamina-Schlucht)
Eine großartige Einführung in das Schluchtensystem mit seinem reizvollen Wanderweg und Picknickplatz.
Kalamina-Schlucht – Schwierigkeitsgrad 4, 3km hin und zurück, 3 Stunden
Steigen Sie die Stufen in die Schlucht hinab, um den Wasserfall flussaufwärts zu erkunden, oder wandern Sie leise auf dem zitronenduftenden Gras neben dem Bach. Vielleicht sehen Sie Fische in den Felsenbecken. Der Weg endet am Rock Arch Pool. Kehren Sie auf demselben Weg zurück, den Sie gekommen sind.
Beim Abzweiger zu Joffre und dem Knox Gorge Lookout habe ich entschieden, dass ich mich heute auf Weano Gorge und Hankock Gorge konzentriere. Denn an die Lookouts zu Joffre und Knox erinnere ich mich noch und möchte lieber die beiden anderen Schluchten gemütlich und ausführlich erkunden.
Jijingunha (Joffre Gorge) und Knox Gorge
Bewundern Sie die Kraft des Wassers, die die Landschaft formt. Es gibt beeindruckende Wasserfälle und tiefe, kalte Becken. Sehen Sie selbst, wie die Schluchten entstanden sind.
Joffre Aussichtspunkt – Schwierigkeitsgrad 3, 240m hin und zurück, 20 Minuten
Felsstufen führen hinunter zum Aussichtspunkt, von dem aus man diesen spektakulären, geschwungenen Wasserfall bewundern kann, der ein natürliches Amphitheater bildet und besonders nach Regenfällen beeindruckend ist. Etwas Wandererfahrung wird empfohlen.
Joffre Wasserfall – Schwierigkeitsgrad 5, 1.3km hin und zurück, 2 Stunden
Für sehr erfahrene Wanderer. Der Weg ist uneben und unbefestigt. Der Pfad überquert den Joffre Creek. Bei starker Strömung nicht weitergehen. Der Pfad wird zum Schwierigkeitsgrad 5, wenn er in die Schlucht hinabführt.
Joffre Aussicht (optional) – Schwierigkeitsgrad 4, 1.3km hin und zurück, 1.5 Stunden
Für erfahrene Wanderer. Der erste Abschnitt folgt dem Joffre-Wasserfall-Wanderweg (siehe oben). Anstatt in die Schlucht hineinzugehen, folgen Sie dem Rand, um die Aussicht weiter in die Joffre-Schlucht hinunter zu geniessen.
Knox-Aussichtspunkt – Schwierigkeitsgrad 3, 800m hin und zurück, 20 Minuten
Geniessen Sie atemberaubende Ausblicke und geologische Erläuterungen von diesem Aussichtspunkt.
Knox-Schlucht – Schwierigkeitsgrad 5.2km hin und zurück, 3 Stunden
Nur für sehr erfahrene und gut vorbereitete Wanderer. Ein hohes Mass an Fitness und Beweglichkeit ist erforderlich, da Sie über loses Gestein an der Schluchtwand hinunterklettern. Der Weg endet am Stoppschild. Kehren Sie auf demselben Weg zurück.
Die beiden Schluchten sind am nordwestlichsten Ende der befestigten Zugangsstrassen.
Ich parke den Camper auf einer der vielen freien Parkplätze, stelle meinen Rucksack zusammen und trage Sonnencreme auf.
Ich beginne mit dem Upper Weano Gorge, welcher zuerst zum oberen Ende der Weano Gorge führt und dann in dieser zurück führt. Dabei werden die Wände der Schlucht immer höher und die Schlucht schmaler. Dieser Teil der Wanderung hat mich etwas an die Alligator Gorge in den südlichen Flinders erinnert. Die Steigerung zu immer höheren und engeren Schluchtwänden macht diese Wanderung attraktiv.
Bei den steilen Treppen nach oben kann man entweder die Wanderung beenden oder in die Lower Weano Gorge und den Handrail Pool weitergehen. Da dies der attraktivste Teil der Wanderung ist, muss man diesen eigentlich weitergehen. Die Schlucht wird immer enger und höher und das Farbspiel der von der Sonne beleuchteten, der indirekt beleuchteten und der nicht beleuchteten Schluchtwände ist sehr beeindruckend! Am Ende erreicht man den Handrail Pool über eine dickes Eisenrohr (Handrail) an dessen beiden Seiten Tritte an der senkrechten Felswand angebracht sind. Das tönt schlimmer, als es ist. Nämlich ziemlich einfach. Unten angekommen kann man sich auf die Felsen setzen und die hohen Felswände rund um den Pool bewundern. Da es in dieser Schlucht kein fliessendes Wasser gibt, wird von Schwimmen abgeraten.
Danach geht es wieder zurück und über die Treppenstufen rauf zum Parkplatz.
Oben angekommen, habe ich mir zuerst im Camper einen Lunch zubereitet und diese auf einer der zahlreichen, beschatteten Picknickbänke zu mir. Dann packe ich meine „Wasserschuhe“ in den Rucksack und mache mich auf den Abstieg in die Hancock Gorge. Es geht über sehr viele steile Leitern runter auf den Grund der Schlucht. In der engen Schlucht geht es weiter, bis man zu einer Stelle kommt, wo man nur in gut knietiefem Wasser weiterkommt. Also Wanderschuhe ausziehen und die Badeschuhe für’s Wasser anziehen.
Richtig weit kommt man hier aber nicht, denn im nächsten Schluchtabschnitt steht das Wasser mindestens 1 bis 1.5m hoch. Man müsste im sehr kalten Wasser also schwimmen. Oder man macht den „Spider Walk“ entlang der fast senkrechten Felswand mit nur sehr schmalen Absätzen, wo die Füsse halt finden. Ich fand ds etwas zu spektakulär und risikoreich dafür, dass ich erst 6 Wochen meiner langen Reise hinter mir hatte. Hinter diesem Abschnitt ist der Weg am Kermits Pool dann auch schon zu Ende.
Ich bin also zurück durch’s Wasser gewatet und habe meine schon sehr kalten Füsse abgetrocknet wieder in die Wanderschuhe gesteckt.
Hancock- und Weano-Schlucht
Erleben Sie die spektakulären Ausblicke, steilen Klippen und engen Passagen. Gebänderte Eisenfelsformationen ragen über Ihnen auf.
Oxer Aussichtspunkt – Schwierigkeitsgrad 3, 800m hin und zurück, 30 Minuten
Folgen Sie dem abfallenden Zugangsweg am geschlossenen Aussichtspunkt vorbei und dann einem kurzen Pfad mit kleineren Hindernissen und einigen Stufen zur Aussichtsplattform des Oxer Lookout. Der Oxer Lookout ist auch von einem kleinen Parkplatz aus erreichbar für diejenigen, die die 800 m nicht wandern können.
Upper Weano Gorge – Schwierigkeitsgrad 4,.1km hin und zurück, 45 Minuten
Vom Parkplatz aus nehmen Sie den Weg nach Norden in Richtung des oberen Endes der Weano-Schlucht. Folgen Sie dem Weg die Schlucht hinunter und kehren Sie um, wenn Sie die Stufen erreichen.
Lower Weano Gorge, Handrail Pool – Schwierigkeitsgrad 5, 1.2km hin und zurück, 1 Stunde und 30 Minuten
Vom Parkplatz aus nehmen Sie den Weg in Richtung Weano-Schlucht. Lesen Sie das Wegweiserschild und die Sicherheitshinweise, bevor Sie die Stufen zum Grund hinuntergehen. Wandern Sie vorsichtig flussabwärts und benutzen Sie beide Hände am Handlauf, um zum Handrail Pool hinunterzusteigen.
Hancock-Schlucht, Kermits Pool – Schwierigkeitsgrad 5, 1.5km hin und zurück, 2 Stunden
Vom Ausgangspunkt aus folgen Sie dem Weg bis zum Rand der Schlucht. Steigen Sie Leitern zum Schluchtboden hinab und wandern Sie flussabwärts zum Kermits Pool. Es gibt zahlreiche natürliche Hindernisse
Das Durchqueren von Wasser ist erforderlich. Wechseln Sie Ihre Schuhe gegen solche, die auf rutschigen, nassen Felsen Halt bieten. Sobald Sie das Stoppschild erreichen, kehren Sie auf dem gleichen Weg zurück.
Oben am Parkplatz angekommen, habe ich mich auf die 90km lange Rückfahrt nach Tom Price durch die sehr faszinierende Landschaft gemacht. Unterwegs habe ich dann doch noch einen der angekündigten „controlled burns“, also das kontrollierte Abbrennen der Vegetation beim Vorbeifahren beobachten können.
Organisatorisches und Übernachtung in Tom Price
In Tom Price bin ich dann als allererstes in das Visitors Centre gegegangen. Es ist immer noch genau so wie bei den letzten Besuchen. Ich habe die Permit für die Rio Tinto Railway Access Road ausgefüllt und darf nun für die nächsten 90 Tage diese Strasse befahren. Ich musste das Video nicht mehr anschauen, da es immer nun schon 17 Jahre alt sei. Man kann die Permit übrigens inzwischen auch im Web ausfüllen. Die Strasse sei wegen des Regens am Samstag aktuell in der ersten Hälfte ziemlich korrugiert, da die Grader wegen der Nässe nicht hätten fahren können. Aber der Red Dog Hwy über das ehemalige Wittenoom sei in noch viel schlechterem Zustand, weil man dort nichts mehr machen würde.
Nach diesem Besuch, der alte Erinnerungen wachgerufen und schon fast etwas Euphorie erzeugt hat, bin ich noch rasch in den Coles und habe wenige Lebensmittel sowie Hustenbonbons und Pefferminzpastillen gekauft. Ricola fehlt mir hier fast als Einziges aus der Schweiz. Meine Erkältung hat inzwischen den Status trockener Husten erreicht. Das wird sich sicher noch etwas weiter entwickeln…
Und so bin ich zum Tom Price Tourist Park gefahren. An der Rezeption mussten wir lachen, da ich den Campingplatz schon sehr viel länger kenne als die beiden Mitarbeiterinnen, nämlich über 13 Jahre! Er ist immer noch genau der selbe, mit dem Kunstrasen vor den Amenities, dem eingepferchten Pool und der kleinen Camper’s Kitchen. Nur wurde am Rand ziemlich ausgebaut. Ich habe eine schöne Site mit betoniertem Slab gekriegt und konnte nach dem Auffüllen des Wassers mal ausprobieren, ob die Tipps des Herstellers des Flow-Meters tatsächlich etwas nützen. Die Android-App müsse neu installier und mit Location-Permission gestartet werden. Dann würde sie an das Flow-Meter korrekterweise melden, dass es Liter anstelle von Gallonen messen soll. Das sein ein Fehler der Android-App, der mit der iPhone-App nicht auftrete. Soweit ich das überblicke, hat das ganze Prozedere überhaupt nicht geholfen. Damit ich totzdem sinnvolle Messwerte kriege, habe ich inzwischen alles auf Gallonen umgestellt. Das ist doch echt unbrauchbare China-Ware. Ich bin etwas überrascht, dass ein etablierter Wohnmobil-Hersteller sowas als auswählbare Option in seine Fahrzeuge einbaut. Nicht alle Menschen haben ein iPhone! Einen Bugfix hat man wohl nicht vor, denke ich.
Trotz dieses kleinen Ärgernisses geniesse ich den Aufenthalt auf diesem Campingplatz wieder sehr. Ich habe Freude an den vielen Galahs, den paar Tauben und dem Yellow-throated Miner (alle Vögel siehe hier), welche sehr sorgfältig alle Plätze absuchen. Und eine Frau in einem Nachbar-Campervan ist noch viel mehr am Husten wie ich!
Nicht besuchte Sehenswürdigkeiten
Es gäbe im Karijini noch ein paar weitere Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Einerseits kann man den Mount Bruce halb oder ganz erklimmen. Die erste Hälfte hatte ich das letzte Mal bei starkem Wind schon mal in Angriff genommen.
Andererseits kann man den recht weiten Weg zur wunderschönen Hamersley Gorge auf sich nehmen. Das lohnt sich aber fast nur, wenn man gleich in der Nähe auf dem kostenlosen Buddhas Overnighter Campground mit wunderbarer Aussicht übernachtet, finde ich. Ich staune im Nachhinein, dass ich das das letzte Mal alles abgespult habe. Diese Mal ist mir das etwas zu anstrengend und zu weit. Vielleicht auch, weil ich diese Schlucht schon kenne.
Punurrunha (Mount Bruce)
Der zweithöchste Gipfel in WA liegt etwa 36km westlich des Rangerbüros. Eine grossartige Gelegenheit, die umliegende Landschaft zu überblicken.
Marandoo View – Schwierigkeitsgrad 2, 500m Hin- und Rückweg, 30 Minuten
Folgen Sie dem Weg vom Parkplatz Mount Bruce, um das Gelände der Marandoo-Mine zu besichtigen. Der Abbau von Erz für Überseemärkte begann im Juli 1994.
Honey Hakea Track – Schwierigkeitsgrad 3, 4.6km hin und zurück, 3 Stunden
Vom Parkplatz am Fuße des Mount Bruce nehmen Sie den Weg zum Marandoo View. Von hier aus folgen Sie dem Weg zu einem weiteren Aussichtspunkt weiter oben am Berg. Bewundern Sie die Vegetationsmuster der Mulga-Bäume auf den Ebenen rund um den Mount Bruce.
Punurrunha Summit – Schwierigkeitsgrad 5.9km hin und zurück, 6 Stunden
Nutzen Sie die frühen Morgenstunden, um den Pfad zu nehmen, der die Westseite des Berges hinaufführt, vorbei am Marandoo View. Dieser Weg sollte nicht vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang begangen werden.
Minhthukunbdi (Hamersley-Schlucht)
Diese Schlucht besticht durch dramatische Farben, Texturen und Spiegelungen.
Hamersley-Wasserfall – Schwierigkeitsgrad 4, 200m hin und zurück, 30 Minuten
Dieser Weg beginnt mit Stufen unterschiedlicher Höhe, die den meisten Besuchern den Zugang ermöglichen. Ständig wechselndes Licht und erstaunliche Farben und Spiegelungen heben die komplexen geologischen Kräfte in dieser spektakulären Landschaft hervor.
Spa-Pool – Schwierigkeitsgrad 5, 400m hin und zurück, 1 Stunde
Vom Hamersley-Wasserfall aus geht es über steil abfallende Felsen, gefolgt von einem Bad, hinauf zum malerischen Spa-Pool.
Weiterfahrt in den Millstream Chichester Nationalpark
Heute Dienstag geht es also weiter in den 180km entfernten Millstream Chichester Nationalpark. Vor der Abfahrt leere ich am Dump Point des Caravan Parks den Grauwassertank und die Kassette der Toilette. Ich nehme auch gleich die Gelegenheit war und reduziere den Reifendruck für den 80km langen Gravelabschnitt der Rio Tinto Railroad Access Road. Nach 20km erreiche ich den Abzweiger auf diese Strasse. Doch von diesem kleinen Abenteuer berichte ich im nächsten Post über den Millstream Chichester NP.
























































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