Cape Range National Park – Naturerlebnisse im Tourismusparadies zwischen den Schluchten und Höhlen des Karstgebirges, der vielfältigen Küste und dem küstennahen Saumriff

Nachdem ich am Freitagmorgen die Nachricht auf der Mailbox hatte, dass die Northern Access Road zur Warroora Station wegen des Regens geschlossen wurde, habe ich mich entschlossen, gleich 200km in Richtung des nächsten Reiseziels zu fahren und die 2 Nächte auf der Warroora Station an der Ningaloo Coast halt abzuschreiben. Das kommt auf die immer länger werdende Bucket List für den nächsten Besuch. Also fuhr ich über die endlos scheinende Strasse, durch ein paar Regenschauer und entlang unzähliger Termitenhügel nach Exmouth. Am Abzweiger zur Warroora Station stauten sich ein paar Caravans. Ob die wohl nur zur 14 Mile Beach wollten?

Freitag: Ankunft im durchnässten Exmouth nach der regenbedingten Planänderung

Ich bin am Mittag in Exmouth angekommen und habe gleich mal sicherheitshalber nachgefragt, ob im Exmouth Ningaloo Caravan & Holiday Resort eventuell doch noch am Freitag und/oder am Samstag ein Platz frei sei. Aber es war alles ausgebucht, und der RAC Campingplatz nebenan hatte wegen den Bauarbeiten immer noch nicht wieder geöffnet. Aber ich wusste, dass es noch eine Alternative gab: Das Overflow Camping des Exmouth Shire. Die Plätze kann man nur am Ankunftstag ab 14 Uhr mit täglich wechselndem PW bis zu 7 Nächte buchen. Ich war um 14:05 beim Visitor Centre und habe per Zufall einen der schönsten Plätze (mit Aussicht) für 2 Nächte gebucht.

Aber AUD 60 pro Nacht (bis 2 Reisende) ist Abriss für eine unpowered Site und zwei mobilen Wagen mit WCs und einzelnen Duschen. Sie wollen wohl den Campingplätzen keine Konkurrenz sein, dort kostet eine powered Site (für einen Reisenden) AUD 72.

Es hatte auch hier heftig geregnet, denn die unbefestigten Wege des Platzes sind zu kleinen Bächen mutiert und es hat überall Pfützen. Wenigstens war mein Grasplatz am Rande des Geländes einigermassen trocken. Und das Wetter besserte sich mit jeder Stunde. Den Rest des Tages habe ich einfach mit etwas Relaxen und dem Beobachten der Galahs und der Tauben genutzt. Die Galahs hatten so viel Freude an den vielen Grassamen, dass sie ungewohnterweise ganz leise waren und die üblichen Spässchen fast ganz ausblieben.

Samstag: Zu Fuss einkaufen gehen und den Strand erwandern

Den Samstag habe ich für einen Besuch im nahe gelegenen, kleinen Shoppingkomplex genutzt. Ich war ja immer noch auf der Suche nach einer anderen Gaskochstelle, welche an meinen Gasanschlussschlauch passt. Aber der Angel/Campingladen hatte nur eine zu grosse Kochstelle, wo ich gar nicht geschaut habe, ob mein Gasschlauch passt.
Auf dem Weg zu den Läden habe ich wieder gesehen, wie Verkehrsschilder nach einem Klasse 4 Zyklon (mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 208km/h) aussehen. Sie sind einfach ebenerdig 90° abgeknickt oder das Schild wurde um den Pfosten gefaltet!

Die Friseurin in Carnarvon hatte mir erklärt, dass nicht der strukturelle Schaden an Häusern das Problem sei, sondern Schimmel. Der Wind hat den Regen horizontal in jede Ritze gedrückt und nun sind die Häuser durch und durch feucht.
Ganz schön beeindruckt machte ich mir mittags einen feinen Lunch.
Am sonnigen Nachmittag bin ich dann am Golfplatz vorbei an den Strand gegangen und habe den Nachmittag mit einer langen Strandwanderung verbracht. Am Strand musste ich zwar mit der Vorbeifahrt mehrerer Autos leben, so wie das halt hier so ist. Aber ich hatte ihn grösstenteils und ich genoss es sehr, mal wieder am Meer zu sein.

Sonntag: Domestic Day (Wäsche, etwas Putzen) inklusive kleine Flutung des Camper

Sonntag hätte mein geplanter Ankunfstag in Exmouth sein sollen. Daher hatte ich für diese Nacht vorab schon im Exmouth Ningaloo Caravan & Holiday Resort gebucht. Das Resort ist ja gleich nebenan. Die Zeit bis um 11 Uhr nutzte ich zum Einkaufen von Lebensmitteln in einem der beiden IGA Supermärkten im kleinen Shoppingkomplex. Denn ich wollte bis Donnerstag genügend Esswaren gebunkert haben.
Nach dem Einchecken um 11 Uhr habe ich sofort meine benutzte Wäsche zusammengepackt und bin zur Laundry gegangen. Dort waren die meisten Maschinen ausser Betrieb, aber eine Waschmaschine mit Münzen (AUD 5) und eine mit Kreditkarte waren tatsächlich frei. Wenigstens waren es hier Frontloader, die in den üblichen 34 Minuten etwas besser waschen als die Toploader.
Beim Anschluss des Womo an das Wasser hört ich es drinnen plätschern. Und tatsächlich war der Wasserhahn in der Küche offen und das Wasser lief fröhlich auch über den Küchenblock in die Loungecke und runter in die Elektrik.
Da kam schon etwas Hektik auf. Aber es war nur halb so schlimm. Die Elektrik ist mit Abstand an der Wand montiert, so floss das wenige Wasser hinten durch. Die abnehmbaren Kissen der Loung trockneten draussen in der Sonne. Und mit dem ausgeliehenen Fön der Nachbarn habe ich das nicht abnehmbare Kissen ziemlich rasch trocken geföhnt gekriegt. Und der Rest des Campers war dann in diesem Aufwisch auch gleich richtig gut geputzt.

Dann war auch schon die Wäsche trocken und so konnte ich den Rest des Nachmittags verplanen. Ich ging rasch rüber zum Visitor Centre, holte mir ein paar Prospekte und liess mir bestätigen, dass die Buckelwalweibchen erst im August mit ihren Jungen kommen. Aktuell ist Saison der Whale Sharks, den grössten Fischen der Welt. Aber solch eine Tour wollte ich aus vielen Gründen nicht machen: Hohe Wellen beim meist vorherrschenden starken Wind, Unsicherheit beim Schwimmen im freien Meer, hohe Kosten und dann einfach auch ethische Gründe. Weshalb kann man diese Tiere nicht einfach in Ruhe lassen?

Am Abend gab es dann zur Feier der bewältigten Überflutung mexikanische Tacos aus dem Air Fryer! Den Air Fryer werde ich die nächste Woche nicht mehr nutzen können, denn das Yardie Homestead hat nicht genügend elektrische Leistung, um solche Geräte der Gäste zu betreiben.

Montag: Fahrt zum Yardie Homestead, das Buschcamping für eine Woche

Vor der Fahrt zum Yardie Homestead habe ich zuerst Exmouth Caravans besucht, denn es war Montag und der Laden war offen. Nun habe ich am Donnerstag einen Termin beim Caravan Mech gebucht wegen der leckenden Wasserleitung vor dem Durchlauferhitzer. Der Mech hätte das auch heute irgendwann zwischen zwei Arbeiten gemacht. Ich hätte aber eventuell den ganzen Tag irgendwo im Ort warten müssen, bis er eine Lücke findet. Und es hätte trotzdem die Minimalkosten für eine halbe Stunde (AUD 90) gekostet.

Die Verkäuferin hat natürlich sofort angemerkt, dass sie die blauen Rohre nicht mehr verwenden, weil die sich über die Zeit „auflösen“? Na dann.. Sunliner wird ja schon wissen, was sie einsetzen.

Auf der Fahrt zum Yardie Homestead, welches für die nächsten sieben Nächte meine Basis sein wird, habe ich zuerst mal beim Leuchtturm Vlaming Head die Aussicht genossen und nochmals die vielen Erklärungen auf den Schildern gelesen.

Dann musste ich einen der „Turtle Beaches“ besuchen. Die Schildkröten-Saison ist zwar von Oktober bis April, aber die tiefsandigen Strände mit ihren Dünen sind auch in den anderen Monaten wunderbar. Aber was sehe ich da? Zwei offensichtliche Schildkrötenspuren vom Wasser in die Dünen? Zwei Schildkröten scheinen sich ausserhalb der Saison nachts einfach nur in den Dünen ausgeruht zu haben, meinte später eine Rangerin im Milyering Discovery Centre.

Bei der Ankunft im Yardie Homestead Caravan Park fluteten sofort wieder die allerschönsten Erinnerungen meine Synapsen. Es ist immer noch alles genau so wie Ende 2019. Nur die Schranke in der Ein-und Ausfahrt ist neu. Ich habe einen schönen Platz ganz hinten mit Aussicht Richtung Osten auf den Busch bekommen. Das ist Buschcamping, wie ich mir das wünsche. Die Bandbreite an Gästen ist sehr breit, es hat Platz für alle. Das passt. Die Camper’s Kitchen ist rustikal, aber sauber. Der Ablution Block ist auch etwas rustikal, aber die separaten Dusch/WC-Räume sind sauber und praktisch. Das Wasser an den Plätzen ist auch von guter Qualität. Mir gefällt das sehr gut. Das Restaurant ist allerdings nur noch ein Café mit etwas unklaren Öffnungszeiten. Hier kann ich im Windschatten meinen externen Burner Stove schon fast exzessiv nutzen. Nur habe ich halt das Barramundi Filet nicht im indischen Ozean, sondern in der Gefrierschrank des Supermarkts gefischt. Schmecken tut es trotzdem. Und es erzeugt schon etwas Aufmerksamkeit bei den ansässigen Galahs.

Der Platz mit freiem Blick nach Osten hat auch die zwei Vorteile, dass ich jeden Morgen einen fantastischen Sonnenaufgang beobachten kann und dass der Camper ab 7 Uhr durch die Sonnenstrahlen schön aufgewärmt wird.

Der Plan für diese Woche ist:

  • Mittwoch: Yardie Boat Tour und Yardie Gorge Trail
  • Donnerstag: Kurzer Womo-Mech Termin wegen einer leicht undichten Verbindung in Wasserleitung.
  • Zwischendurch: Schnorcheln, Strand, Wanderung Mandu Mandu Gorge, Chillen

Dienstag: Ausflug an mehrere Buchten und Strände

Heute war es nachts so richtig kalt, dass ich sogar kurz die Dieselheizung angeworfen habe, um innerhalb weniger Minuten von 16° im Camper auf mindestens 18° Grad zu heizen. Sobald die Sonne aufgeht, wird es dann im Camper schnell wärmer, da ich direkt zum östlichen Horizont sehen kann und der Camper sofort wärmende Sonnenstrahlen abbekommt. Nur zum Abwasch in die Camper’s Kitchen braucht es dann noch den Hoodie und lange Hosen.

Der Cape Range Nationalpark liegt im Weltnaturerbegebiet der Ningaloo-Küste, das 2011 aufgrund seiner vielfältigen und beeindruckenden Naturmerkmale zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Die Kalksteinböschungen und Brandungsterrassen der Cape Range bieten einen einzigartigen Einblick in die Region und veranschaulichen die Geschichte der Korallenriffe der letzten 26 Millionen Jahre. Die faszinierenden Prozesse, die hier stattfanden, sind das Ergebnis der Hebung des urzeitlichen Meeresbodens durch Bewegungen der Erdkruste. Das Gebiet beheimatet eine unglaubliche Vielfalt an Pflanzen, Vögeln und Reptilien, von denen einige nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen.

Eine weitere Besonderheit des Kaps ist sein ausgedehntes unterirdisches Karstsystem – ein Gebiet mit Höhlen und Gewässern. Die Höhlen der Cape Range sind bekannt für ihre vielfältige Landfauna (Troglofauna) und Wasserfauna (Stygofauna), die in den stabilen, feuchten Temperaturen tieferer Höhlen und in wasserführenden Höhlen gedeihen. In diesen Höhlen leben blinde Tierarten wie Tausendfüssler, Grillen, Spinnen, Fische und Aale. Darunter befindet sich die Blindgrundel (Milyeringa veritas), die äusserst selten, nur auf der Südhalbkugel vorkommt und nachweislich schon vor 5 Millionen Jahren existierte.

In einer Höhle der Mandu-Mandu-Schlucht, die einst von den Yinigurdira, den Ureinwohnern der Region, genutzt wurde, wurden 22 Muschelperlen und Hunderte von Steinartefakten entdeckt, die auf ein Alter von etwa 34’000 Jahren datiert werden. Damit zählen sie zu den ältesten Schmuckfunden der Welt.

Heute wollte ich schauen, ob ich vielleicht bei Lakeside einen Schnorchelversuch starten könnte. Denn um 10 Uhr wäre Hochwasser. Doch die Strasse dahin ist gesperrt. Auch das Milyering Discovery Center besteht aktuell nur aus zwei Containern mit dem kleinen Laden und mit Toiletten. Im Laden habe ich mir eine Pool Noodle gekauft (eher für die Pools im Top End gedacht) und Prospektmaterial (Karte und Beschreibung, welche ich schon digital hatte) mitgenommen.

Da bin ich halt als Alternative zur Turquoise Beach gefahren und habe es mir am Strand im Windschatten gemütlich gemacht. Und ich habe die Gelegenheit genutzt, um meine neues Neopren-Shirt und die Schnorchelmaske auszuprobieren. Klappte wunderbar! Nur habe ich ausser viel weissen Sand am Boden keine Tiere entdecken können. Die wären auf der anderen Seite zu entdecken gewesen, dort ist der Drift-Schnorchel-Bereich. Das traute ich mir aber ohne Flossen und Übung nicht zu. Den Lunch habe ich mir dann auf dem Parkplatz zubereitet und im Campingstuhl vor dem Camper im Windschatten genossen. Gieichzeitig konnten die nassen Sachen im Wind trocknen.

Auf dem Rückweg habe ich dann noch bei Mangrove Bay angehalten und eine der anderen Landschaftsformen, nämlich die mit den Mangroven, begutachtet.

Da mir das immer noch nicht genug war, habe ich dann noch die hohen und eindrücklichen Dünen besucht, die sich gleich gegenüber dem Yardie Homestead befinden. Von den hohen Dünen hat man einen fantastischen Blick auf die Landschaft und die Küste der Cape Range. Nur wurde ich oben durch die 44km/h starken Windböen fast schon sandgestrahlt. Diese Windstärke ist auch morgen zu erwarten.
Bei dem guten Überblick kann man von hier oben zwischen Oktober und April sehr gut die Schildkröten beim „Maten“ beobachten und entscheiden, wo man das Schauspiel etwas näher, aber mit dem geforderten Abstand beobachten kann. Oder man kann ab August die Buckelwale beobachten. Ich musste mich mit dem Ausblick ohne tierisches Schauspiel begnügen.

Mit so vielen Eindrücken war ich dann rasch wieder im Yardie Homestead und musste beim rückwärts Einparken mit Erstaunen bemerken, dass der Busch neben meinem Platz geschnitten worden war. Das brachte mir aber nicht mehr nutzbaren Raum, denn ich musste mich nach der Länge meines Grauwasserschlauchs positionieren. Dessen Länge musste ich voll ausnützen, damit das Grauwasser am andern Ende meines Platzes abfliessen kann. Das benötigte halt je nachdem eine Korrektur beim Einparken, um den nutzbaren Platz vor dem Camper zu optimieren.

Mittwoch: Bezaubernde Yardie Creek Boar Tour und Creek Trail mit unzähligen Rock Wallabys

Die Yardie Creek Bootstour mache ich nun schon zum dritten Mal, so gerne mag ich diese einstündige Bootsfahrt in den Creek. Daher hatte ich sie auch sofort bei Ankunft in Exmouth gebucht und vor zwei Tagen bestätigt erhalten. Um 11 Uhr werde ich heute die Botsfahrt machen und danach die Wanderung entlang das Creeks.

Als ich den Yardie Creek im Blickfeld habe, bin ich total erstaunt. Denn nach dem Zyklon Narelle ist der Creek seit 11 Jahren wieder einmal mit dem Meer verbunden. Das sieht komplett anders aus als Ende 2019! Da um 10:30 auch gleichzeitig Hochwasser ist, steht das Wasser im Creek sehr viel höher als bei meinen letzten beiden Besuchen. Die Überquerung des Creeks mit Fahrzeugen ist daher aktuell höchstens bei tiefem Niedrigwasser denkbar, aber auch dann äusserst schwierig. Aber der gegenüber liegende Nyinggulu Nationalpark ist sowieso noch offiziell geschlossen.

Yardie Creek Boat Tours ist die perfekte Art, den wunderschönen Yardie Creek zu erkunden.


Nach 12 Saisons im Betrieb von Yardie Creek Boat Tours haben Boxy (Peter) & Mandy Maier das Unternehmen 2024 an ein tolles junges Paar aus der Region verkauft – Mikhali & Amelia Kaleyias. Peter und Mandy haben somit die nächste Lebensphase als Rentner gestartet! Mikhali und Amelia bieten diese unvergesslichen Touren nun seit Oktober 2024 an.

Seit 35 Jahren begeistern diese Touren Besucher. Zunächst wurden sie von der einheimischen Familie McGregor, dann vom Department of Biodiversity, Conservation and Attractions (DBCA) und später von den beliebten Einheimischen Peter und Mandy Maier durchgeführt. Jetzt, mit Mikhali am Steuer, freut er sich darauf, unseren Gästen die atemberaubende Landschaft zu präsentieren.


Mikhali lebt seit 15 Jahren in Exmouth und begann seine Karriere als Tauchlehrer am Navy Pier. Er verliebte sich Hals über Kopf in die Stadt und natürlich in seine wundervolle Frau Amelia. Gemeinsam ziehen sie ihre bezaubernde Tochter Poppy gross. Mit seiner langjährigen Erfahrung aus 10 Jahren in der Tourismusbranche und 12 Jahren in der Offshore-Industrie freut sich Mikhali darauf, Ihnen die unglaubliche Tierwelt und die atemberaubenden Landschaften des Creeks näherzubringen.

Kurz vor 11 Uhr empfängt uns Jade am Boot. Sie wird uns heute durch den Creek führen, denn Peter (mit welchem ich die letzten Male die Tour machte) hat sein Business 2024 an die Locals Mikali und Amelia verkauft und ist in Rente gegangen (siehe untenstehende Box). Das Boot war komplett besetzt, was mich für das lokale Business sehr freut.

Dieses Mal war die Anzahl und Vielzahl von beobachteten Tieren riesig. Da gerade die Nestsaison vieler Vögel beginnt, haben wir sehr viele verschiedene Vögel gesehen. Sehr beeindruckend waren die beiden Fischadler (Osprey) in ihrem Nest. Einer kam gerade mit einem Fisch im Schnabel angeflogen. Die Fischadler können überaus gut tauchen, das hätte ich nicht erwartet. Und dann haben wir sooo viele Black Flanked Rock Wallabys gesehen, wie noch nie. Die Kinder haben 11 gezählt. Auch die Fledermäuse, welche Früchte essen und wichtige Bestäuber von Blüten sind, waren beeindruckend. Jade hat uns auch sehr viel über die Geologie, die Pflanzen und die Nutzung des Creeks durch die Aboriginals sowie die Entdeckung durch die Europäer erzählt.

Die vielen Eindrücke und die unzähligen Informationen musste ich zuerst einmal verarbeiten.Das konnte ich am besten bei einem kleinen Lunch im Camper verarbeiten.

Danach habe ich gestärkt den Creek Trail gestartet. Es hatte sehr viele Touris, die unterwegs waren. Besonders eine grössere, spanisch sprechende Gruppe war mit ihren lauten Gesprächen sehr ärgerlich. Die musste ich zuerst überholen. Den Weg kannte ich ja, er geht nach dem ersten flachen Wegstück ziemlich steil in mehrere kleine Einschnitte runter und wieder rauf. Am Ende des Weges genoss ich die Aussicht in alle Himmelsrichtungen. Auf dem Rückweg habe ich mir dann viel mehr Zeit genommen. Auf dem letzten Teilstück bin ich leise an die Kante der Schlucht gegangen und konnte so an einigen Stellen sehr nahe und lange viele Rock Wallabys beobachten: Junge, ausgewachsene, eine Mama mit Joey im Beutel. So viele Rock Wallabys und so nahe habe ich sie noch nie gesehen. ich war total verzaubert. Die anderen Leute gehen einfach daran vorbei und wissen zum guten Glück nicht, was sie verpassen. Ich habe es für mich selber sehr genossen.

Auf der recht langen Fahrt (56km) zurück in’s Yardie Homestead konnte ich die vielen Endrücke schon mal etwas verarbeiten. Das war heute echt speziell und ein riesiges Geschenk.

Donnerstag – Eine kleine Reparatur und die Läden in Exmouth besuchen

Für heute Donnerstag habe ich um 09:30 den Reparatur-Termin meiner leckenden Wasserleitung im Camper vereinbart. Vorher ging ich aber noch im zweiten IGA von Exmouth meine Essensvorräte aufstocken und ich nahm gleich noch die Gelegenheit wahr, mir im Angel/Camping/Tauch-Laden Flossen zum Schnorcheln zu kaufen. Vielleicht wollte ich ja tatsächlich mal Lakeside oder den Drift bei Turquoise Bay ausprobieren, wenn ich genügend mutig und sicher bin und die Bedingungen stimmen.

Dann war ich pünktlich bei Exmouth Caravans und wir vereinbarten den Ersatz des undichten T-Stücks. Und ich ging während der Reparatur mal wieder zu Fuss los in den Mitre 10 in der nächsten Strasse (warum: siehe nächster Absatz).

Nach der vereinbarten halben Stunde war das undichtes T-Stück in der Wasserleitung ersetzt und es ist dicht! Und es ist nun sogar mit einem schwarzen Rohr ausgeführt, welches ja nicht wie die blauen Leitungen über die Jahre „degenerieren“ soll. Na, dann schauen wir mal, wie die vielen bauen Wasserleitungen in ein paar Jahren ihre Arbeit machen. Wenigstens die weissen Rohre und das 5cm schwarze Rohr werden bestimmt noch perfekt funktionieren.

Nach der Reparatur habe ich gleich noch den Tank gefüllt, denn auch wenn ich stationär im Yardie Homestead bin und sich dieses fast am Eingang zum Nationalpark befindet, fahre ich jeden Tag zwischen 60 und 120km zu den Attraktionen im Nationalpark. Wenn ich in Exmouth stationiert wäre, kämen täglich weiter 60km dazu. Die Fahrerei leert den Tank ganz schön. Ein Fahrrad würde da auch nicht helfen, denn die Strecken sind zu weit und der Wind zu stark.

Den Rest des Tages habe ich dann wiederum chillend am „Schildkröten-Strand“ verbracht, da dieser auf dem Weg von Exmouth zum Yardie Homestead liegt. Etwas Reisezeit und Diesel sparen!

Die kleinen Verbessungsideen, welche das Camperherz beschäftigen, oder wie ich fast alle Läden von Exmouth kennenlernte

Da im Yardie der selbsterzeugte Strom nicht für Kochen und Kühlen benutzt werden darf, beschäftigt mein Camperherz noch etwas: Ich hatte ja in Carnarvon den richtigen Gas-Anschlussschlauch (mit Bajonett) und einen Single Burner Stove gefunden, an welchen der Schlauch passte. Denn ich würde gerne draussen kochen können, auch wenn ich nicht am Landstrom bin.
Irgendwie passte mir der Burner aber nicht, da er einfach einen zu grossen Durchmessern für meine kleinen Pfannen hat.
Da hatte ich über die Tage alle vier potenziellen Läden abgeklappert und musste feststellen, dass jedes der vielen Geräte einen anderen Anschluss hat und es keine passenden Adapter gibt. Bei Mitre 10 hatte ich online gesucht und es wurde angegeben, der gesuchte Dual Burner (der blaue von Companion) sei nicht vorrätig. Im Laden hatten sie aber zwei stehen. Der Anschluss ging aber auch nicht, einen Adpater zwischen die beiden Schläuche gab es auch nicht.
Also habe ich nun den Burner wieder zusammengesetzt und mal richtig ausprobiert.
Zum Zmittag gab es ein auf der Haut gebratenes Barramundi Fillet mit Bratkartoffel-Mix. Das Barramunde-Filet (und ein Lachsfilet aus Tasmanien) hatte ich mir aus der Tiefkühltruhe des Supermarktes geangelt.
Und ich muss sagen, dass der Burner genial ist, denn es brennt sehr gleichmässig und flächig. Man kann sogar nur den inneren Brenner betreiben. Man muss halt auch mal die Bedienungsanleitung lesen.
Wasser wird sehr viel rascher geheizt als drinnen, und es geht gefühlt weniger Hitze verloren. Also eigentlich ein Volltreffer, den ich nicht erkannt hatte. Da hätte ich mir viel Zeit ersparen können. Es ist sozusagen Liebe auf den zweiten Blick. So funktioniert ein Profi-Burner.

Die vielen kleinen Businesses hier im Ort sind übrigens echt cool. Ich kenne jetzt schon einige: Beide IGA (Lebensmittel, vielleicht 20m voneinander entfernt), den Hardware-Laden (Mitre 10, 2x besucht), beide Outdoor-Läden (Angeln, Camping, Tauchen/Schnorcheln), den Garten/Haushalts/Geschenkeladen, den enttäuschenden Betta Shop (der zu kaufen wäre), eine der drei Tankstellen (aktuell mit 2.35/Liter Diesel die günstigste) im Ort, die Caravan-Werkstatt (mit Camping-Laden) und das Visitor Centre (da habe ich mein neues Lieblings-T-Shirt gekauft). Die Läden sind alle ziemlich/sehr klein, haben aber ein grosses Angebot. Nur einen passenden Deckel für meine grössere Bratpfanne habe ich in keinem der Läden gefunden. Und auch keine Halterung für meine Markisen-Kurbel.

Also fehlen mit mir weiterhin ein Windschutz für den externen Burner, ein Deckel für die grosse Bratpfanne und ein Topper für die etwas harte Matratze. Die nächste grössere Stadt mit mindestens einem Kmart wird Karratha oder Port Hedland sein. Also muss ich diese Begehren noch etwa 2-3 Wochen auf der Pendenzenliste halten.

Die Halterung für die Markisenkurbel habe ich inzwischen selber kreativ gelöst. Manchmal kommen einem so Blitzideen in den Sinn. Warum kompliziert, wenn es mit einem von zuhause mitgebrachten Haken funktioniert?

Die andere Seite von Exmouth: Die unübersehbaren militärischen Einrichtungen

Auf der Fahrt von Exmouth zurück zum Yardie Homestead musste an meine berufliche Vergangenheit denken: Nördlich von Exmouth stehen zwei Arrays mit riesigen Parabolantennen.
Auf den Satellitenaufnahmen in Google Maps ist davon gar nichts zu sehen, nur ein paar Gebäude an der Strasse. Das hat mich neugierig gemacht.

Die auch nicht übersehbaren, gigantischen Ultralangwellenantennen der Harold E. Holt Communication Station (die zur Kommunikation mit U-Booten unter Wasser dienen und mit 387m höher als das Empire State Building sind) sind jedoch öffentlich dokumentiert. Auch die Geschichte der Rolle von Exmouth WW2 kann man im Internet oder auf den Tafeln beim Leuchtturm lesen. Exmouth/Learmonth war damals eine strategisch sehr wichtige Stellung der Alliierten. Man muss sich vorstellen, dass der Ort damals komplett am Ende der Welt war, die Strapazen sind heute kaum mehr vorstellbar.

Die Satellitenarrays muss man aber etwas intensiver im Internet recherchieren. In den gefundenen Informationen steht, dass es gemeinsam mit der USA betriebene, militärische Infrastrukturen sind. Es gibt ein Teleskop auf den Hügeln und je einen Sende- und einen Empfangs-Array für eine „Deep-Space Advanced Radar Capability“. Die Arrays wurden erst 2025 fertiggestellt, daher sind sie wohl auf Google Maps noch nicht zu sehen.

Freitag: Eine Wanderung in den Mandu Mandu Gorge und einen weiteren Strand erkunden

Heute Freitag war ich schon recht früh unterwegs, um den Mandu Mandu Gorge Trail zu erwandern. Der geht zuerst über den Schotter des Flusses in die Schlucht hinein und dann nach einem Stück ziemlich steil etwa 60 rauf auf die Oberkante der Schlucht. Von dort hat man wieder eine sehr schöne Aussicht über einen grossen Abschnitt des Kaps. Zurück geht es dann über mehrere Abstiege und Aufstiege durch Querschluchten bis zum Parkplatz.

Unterwegs habe ich viele versteckte und gut riechende Blüten von Pflanzen und Büschen und einige schöne Cape Range Kurrajong Bäume (endemisch) entdeckt und bewundert. Die Fruchtschalen des Kurrajong und ein paar Buschfrüchte (die ich dann auch real am Busch sah) hatte uns Jade ja auf der Bootsfahrt im Yardie Creek schon gezeigt. Jetzt ist mir klar, dass die Fledermäuse recht viel Nahrung finden können.

Bei der abgebildeten Pflanze handelt es sich um einen Kurrajong-Baum (Gattung Brachychiton), genauer gesagt um den Cape Range Kurrajong (Brachychiton obtusiloba), der in der Cape Range-Region in Westaustralien endemisch ist.

  • Samenkapseln: Große, holzige, bootsförmige, dunkelbraune Balgfrüchte, die sich bei Reife an einer Seite öffnen.
  • Innenstruktur: Die innere Schicht offenbart eine wabenartige Struktur, die mit Samen gefüllt ist, welche von feinen, reizenden Härchen umhüllt sind.
  • Laub: Hellgrüne, tief gelappte Blätter, typisch für an Trockenheit angepasste Brachychiton-Arten.

Im einem Felsunterstand der erwanderten Höhle hat man übrigens eine Muschelkette gefunden, die wohl zu den weltweit ältesten Schmuckstücken gehört (siehe untenstehende Box).

Muschelkette, gefunden in einem Felsunterstand des Mandu Mandu Creek, nahe Exmouth, 32’000 Jahr alt

Diese Muscheln zählen zu den ältesten Schmuckstücken der Welt. Sie wurden in der Nähe von Exmouth in Westaustralien gefunden.


Stellen Sie sich vor, wie die Menschen vor etwa 32’000 Jahren diese Muscheln als Perlen trugen – um den Hals, an den Armen oder im Haar. Die Muscheln wurden aus dem Meer gesammelt und durchbohrt. Als wertvolle Objekte gingen sie vielleicht verloren oder wurden absichtlich mehrere Kilometer landeinwärts vom damaligen Meeresufer vergraben.

Das Sammeln, Tragen und Wertschätzen von Muscheln ist eine Tradition, die uns seit Zehntausenden von Jahren begleitet.

Am Mittag wollte ich versuchen, in der Osprey Bay zu schnorcheln. Neben dem für Besucher nicht zugänglichen Campingplatz hat es nur die Boat Ramp mit sehr wenigen Parkmöglichkeiten als öffentliche Infrastruktur. Ich habe dort aber keinen freien Parkplatz in genügender Länge gefunden, daher bin ich zur Sandy Beach nebenan gefahren. Dort hat es viele Parkplätze, aber fast keine Fahrzeuge. Die Leute gehen halt alle an die bekannteren Hotspots Turquoise Bay und Oyster Stacks. Es hatte aber weiterhin viel Wind, daher habe ich eine Strandwanderung in beide möglichen Richtungen gemacht und habe am Anfang der wingeschützten Osprey Bay dann als Hghlight noch eine Schildkröte entlang des Strandes begleiten können.

Dann bin entlang des Strandes wieder zum Camper zurück, um einen Lunch vorzubereiten. Da habe ich aber beim Toilettenhäuschen einen Wegweiser gesehen: Es gibt einen 625m langen, breiten Weg zu Osprey Bay. Nach etwa 400m kann man auf die Osprey Bay abbiegen. Da habe ich mein Lunchpaket eingepackt und habe es ganz alleine an einem der beiden Picknicktische zu mir genommen. Das Wasser war mir heute irgendwie zu kalt für einen Schnorchelversuch.

Am Freitag Abend sass ich dann im Yardie noch etwas draussen, denn es windete fast nicht mehr. Dann hörte ich die Nachbarfamilie über Midges/Sandflys reden und kurz danach bemerkte ich selber eine dieser winzigen Fliegen auf meinem Handgelenk. Da bin ich schleunigst rein und habe alle Fenster und die Tür geschlossen, denn die winzigen Fliegen lassen sich durch Fliegengitter nicht aufhalten.

Am nächsten Morgen hatte ich nur zwei Stiche am Arm entdeckt, ich scheine aus Neuseeland schon eine gewisse Toleranz entickelt zu haben. Beim morgendlichen Abwasch habe ich mit einem Dachzelt-Camper gesprochen, der mir erzählte, dass seine Partnerin total verstochen wurde. Das tut echt lange weh und kann sich sogar zu einer schlimmen Allergie entwicklen. Also am besten Anthistamine einnehmen, wenn es sich verschlimmert oder sogar präventiv…

Biting Midges (Sand Flies) / Beissende Fliegen

Biting Midges, die kleinsten blutsaugenden Fliegen, gehören zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera) und zur Familie der Gnitzen (Ceratopogonidae).

Sie werden häufig, aber fälschlicherweise, als Sand Flies bezeichnet. Stechmücken sind so klein (1,0–3,0 mm), dass sie von den Gestochenen oft unbemerkt bleiben.

Über 200 beissende Fliegenarten kommen in Australien vor, aber nur wenige davon sind für Menschen wirklich lästig. Biting Midges können unbedeckte Hautstellen in großer Zahl befallen, und ihre Bisse können jucken und schmerzhaft sein.

Biting Midges übertragen in Australien keine Krankheiten auf den Menschen. Ihre Bisse können jedoch häufig eine starke lokale (allergische) Reaktion auslösen und für manche Menschen schmerzhaft und/oder juckend sein.

Der Schweregrad der Reaktion ist individuell unterschiedlich. Menschen, die regelmäßig von Biting Midges gebissen werden, können mit der Zeit eine Desensibilisierung entwickeln und schliesslich nur noch eine sehr leichte oder gar keine Reaktion mehr verspüren. Andere, darunter auch Touristen, können eine starke Reaktion mit roten, geschwollenen Stichen von mehreren Zentimetern Durchmesser erleiden. Manche bemerken den Biss erst Stunden später, da der Juckreiz erst nach einigen Stunden einsetzt.

Die Bisse sind in der Regel schmerzhaft und jucken. Es können sich auch Bläschen bilden, die nässen und tagelang oder wochenlang bestehen bleiben. Kratzen kann zu einer bakteriellen Sekundärinfektion führen.

Eine symptomatische Behandlung, wie das Auflegen eines Eisbeutels und die Einnahme eines Antihistaminikums, kann die Schmerzen der Bisse lindern. Bei einer bakteriellen Sekundärinfektion kann die Anwendung einer antiseptischen Creme oder die Einnahme von Antibiotika erforderlich sein.

In schweren Fällen ist ärztlicher Rat ratsam.

Der Nyinggulu (Ningaloo) Marine Park schützt eines der längsten Saumriffe der Welt mit einer Länge von 300 Kilometern und eines von nur zwei Korallenriffen weltweit, die sich an der Westseite eines Kontinents gebildet haben. Das Besondere am Nyinggulu-Riff ist seine Nähe zur Küste – in vielen Bereichen liegt es nur 5–10 Meter vom Ufer entfernt. Es bietet eine schier endlose Liste spektakulärer Schnorchel- und Tauchplätze. Die aussergewöhnliche Artenvielfalt der Meeresbewohner zieht jährlich Tausende von Besuchern in dieses besondere Paradies.
Im Folgenden finden Sie einige Informationen zu den Tieren, denen man begegnen kann:

Das Ningaloo-Riff beherbergt über 250 Korallenarten und über 500 Fischarten. Zahlreiche Studien werden in diesem Gebiet durchgeführt und weiterentwickelt.

Die Korallen des Ningaloo-Riffs sind eine wichtige Quelle für Korallenlarven, die sich über die Abrolhos-Inseln und sogar bis zur Rottnest-Insel verbreiten. Sowohl Weich- als auch Steinkorallen sind in diesem Gebiet heimisch, von Kohlkorallen, Hirnkorallen und Lavendelkorallen bis hin zu zarten, farbenprächtigen Astkorallen, die in den flachen Lagunen ganze Gärten bilden. Der Ningaloo Marine Park beherbergt eine schier endlose Vielfalt an Weichtieren, Krebstieren und Algen. Über 500 der prächtigsten und beliebtesten tropischen Fische der Welt sind hier anzutreffen, darunter Riesen-Kartoffelbarsche, Süßlippen, Glanzkaiserfische und Feuerfische, um nur einige zu nennen.

Das Riff ist auch die Heimat von Dugongs, die eng mit den Seekühen verwandt sind und ihnen in Aussehen und Verhalten sehr ähnlich sehen. Manchmal werden auch sie als „Seekühe“ bezeichnet. Die Dugongs verbringen ihre Tage mit dem Grasen von Seegras, das im Nyinggulu-Riff vorkommt.

Diese Säugetiere können bis zu sechs Minuten unter Wasser bleiben und die Luft anhalten, bevor sie auftauchen. Es ist bekannt, dass sie sogar atmen, während sie auf ihrem Schwanz stehen und den Kopf aus dem Wasser strecken. Dugongs leben meist einzeln oder paarweise, können bis zu 3 Meter lang und fast 500 kg schwer werden und bis zu 70 Jahre alt werden! Der WWF stuft Dugongs als extrem gefährdet ein, daher ist eine Begegnung mit ihnen ein ganz besonderes Erlebnis, da sie sehr scheue Tiere sind.

Das Ningaloo-Riff ist außerdem Heimat von drei der weltweit sieben Schildkrötenarten: der Grünen Meeresschildkröte, der Unechten Karettschildkröte und der Echten Karettschildkröte. Man kann sie oft auf der Suche nach Nahrung im Riff beobachten.

In den Monaten November, Dezember und Januar beginnen sie, an den Küsten und Inseln des Ningaloo-Riffs zu nisten. Schildkröten nisten an genau dem Ort, an dem sie selbst geboren wurden. Das bedeutet, dass manche Schildkröten weite Strecken zurücklegen, nur um ihre Eier abzulegen. Aus diesem Grund gibt es viele Freiwillige, die diese Strände überwachen und die Eier schützen, wenn sie im Februar/März schlüpfen.

Den Katalog zur Identifikation vieler mariner Tierarten im Nordwesten von WA findet man in dieser Publikation des DBCA.

Samstag: Weiterhin kein Schnorcheln wegen zu viel Wind

Heute Morgen habe ich beim Öffnen des Kühlschranks ich erstes festgestellt, dass ich den Kühlschrank wohl zu hoch eingestellt hatte. Oben im Kühlbereich hat sich ganz schön viel Eis gebildet. So eine kleine antarktische Eisplatte. Das ist ja nicht der Sinn der Sache und kostet viel Energie. Also hiess es, den ganzen Inhalt in eine Einkaufstasche zu packen, den Kühlschrank abzustellen und unten ein paar Küchentücher reinzulegen. Die Eisplatte hat sich aber sehr rasch lösen lassen. Die Eisscholle darf sich jetzt in der Spüle langsam auflösen. Den Kühlschrank habe ich jetzt etwas runterestellt. Das braucht auch weniger Energie. Mal schauen, wie sich das Eis in der Antarktis nun entwickeln wird.

Hier hat es die letzten zwei Tage unangenehm aus N/NW gewindet, sodass ich meine Anfänger-Schnorchelpläne weiterhin nicht so richtig realisieren konnte. Dafür habe ich aber ja zwei Parkplätze (Sandy Bay und Mandu South) entdeckt, von denen aus tolle und tourifreie Schnorchelreviere (Oyster Bay und der Strand bei Sal Salis) mit Seegraswiesen über einen kurzen Fussmarsch erreichbar sind. Ich habe auch heute wegen des Windes einfach den Strand im Windschatten genossen. Bin aber schon etwas frustriert.

Daher ging es heute einfach zum South Mandu Parkplatz und von dort Richtung Sal Salis Resort in den Windschatten. Es ist ja schon so, dass man einen solchen Resort nur an einem perfekten Strand mit Schnorchelmöglichkeit platziert…

Abends kann ich wegen des Windes aus N/NO nicht einmal meinen Single Burner Stove draussen nutzen und darf somit drinnen kochen und essen.

Sonntag: Schnorcheln in Osprey Bay und dann einfach wieder Strand geniessen

Heute scheint es etwas weniger windig zu sein. Am Morgen ist es mit 18° auch schon ungewöhnlich warm. Also fahre ich zur Sandy Bay und gehe an den Strand beim Osprey Bay Campground.
Da habe ich tatsächlich schnorchelnd die strandnahen Seegraswiesen erkunden können und war total überrascht, wie viele kleine und grosse Fische sowie Seegurken ich entdecken konnte. Ein grosse blauer und runder Fisch hat mich ebenso überrascht angeschaut, wie ich ihn.

Mein Versuch mit den Flossen war aber nicht so erfolgreich. Das muss ich mal in Ruhe ausprobieren und/oder mir zeigen lassen.

Mein etwas längerer Schnorchelausflug hat daher ohne Flossen stattgefunden. Nach einiger Zeit wird einem im etwa 23° warmen Wasser aber trotz Neopren-Shirt ziemlich kühl. Ich war froh, mich am Strand in der Sonne aufwärmen zu können. Jetzt verstehe ich die vielen Leuten, die in kompletten Neoprenanzügen auf ihre längeren Schnorchelausflüge gehen. Und gegen eventuelle Strömungen kommt man sowieso nur mit Flossen an.

Ich habe aber diesen Ausflug genossen, staune immer noch über die gesehene Fischvielfalt und werde mir für das nächste Mal mehr vornehmen.

Am Nachmittag habe ich dann einfach nochmals den Strand im Windschatten genossen. Und nochmals konnte ich eine Schildkröte am Strand begleiten, die dieses Mal in die andere Richtung schwamm.

Montag: Im Sturmwind das Camping am Tulki Beach geniessen

Heute Montag ist mein letzter „richtiger“ Tag in der Cape Range. Ich hatte ja mit viel Hartnäckigkeit und Glück einen Platz für eine Nacht auf dem Tulki Beach Campground buchen können. Um 11 Uhr habe ich dort meinen Camper abgestellt. Das Wetter war recht wolkig und (wen überrascht es) sehr windig. Im Windschatten des Womo konnte ich etwas die Aussicht geniessen. Am Nachmittag habe ich mir dann eine einigermassen windgeschützte Ecke am Strand gesucht. ich war wiederum der einzige Strandbesucher mit dieser Idee. Fantastisch war der Seeadler, welcher die ganze Zeit auf seinem Ast sass und den Strand beobachtete. In der Ferne sah ich auch mal einen Delfin vorbeischwimmen. Und ich konnte nochmals die sich an der nahen Riffkante brechenden Wellen bestaunen. Heute Nachmittag war am Himmel und vor dem Riff sehr viel los. Wahrscheinlich waren gerade vor Tulki Beach Whale Sharks, die besucht werden mussten. Auch surrten den ganzen Nachmittag laut zwei Ultraleicht-Flugzeuge über das Riff.

Spätabends hörte ich dann noch ein paar Regentropfen auf dem Camperdach. Später liess ich michdurch die Böen in den Schlaf schaukeln. Ich bin schon sehr froh, einen fest gebauten Camper ohne Popup-Dach zu haben.

Da es wegen der vielen Wolken keinen letzten Sonnuntergang über dem Meer im Cape Range gegeben hat, konnte ich am nächsten Morgen wenigstens einen der wunderschönen Sonnenaufgänge geniessen.

Dienstag: Einkaufen und „Domestic Day“ in Exmouth

Der Wettergott hat schon einen etwas schrägen Humor, dass er heute an meinem letzten Tag in Exmouth (reserviert für Wäschewaschen und etwas Innenreinigung) den allerschönsten Tag des ganzen Aufenthalts (blauer Himmel, 25°, kein Wind) stattfinden lässt.
Wenigstens trocknete die Wäsche super.
Und mein kleiner Tornado-Handstaubsauger gibt sich richtig viel Mühe. Habe übrigens immer noch irgendwo Sägespäne wegzusaugen. Und dass in einem so kleinen Fahrzeug sich so viel Staub ansammeln kann, ist sowieso ein Physik-Wunder.

Da in „meinen“ Amenities-Block (einer von dreien) im Camping nur zwei Waschmaschinen (von 4) und kein Trockner betriebsbereit waren (davon nur eine WM mit Kreditkarte und diese besetzt) ging ich in den nächsten Block. Same same, aber wenigstens mit freier (respektive durch mich leergeräumte) Kreditkarten-Waschmaschine. 
Da könnten sie im Exmouth Ningaloo Caravan & Holiday Park die vielen defekten Geräte doch einfach in den Schuppen versorgen (oder entsorgen), das würde einen besseren Eindruck machen.

Dieses Mal habe ich einen Platz direkt bei der Einfahrt erhalten. Das hat mir nicht wirklich gefallen, dafür konnte ich sehr viele einfahrende Fahrzeuge beobachten. Man muss halt das Positive sehen… Ich bin aber schon etwas erschüttert, mit was für teurem Material und welcher Materialschlacht viele Aussie-Touris hier aufkreuzen. Nur das Beste vom Besten scheint gut genug, so im Sinne von „meiner ist grösser als deiner“. Nicht so ganz mein Ding, dieser schon fast extreme Materialismus.
Dafür sind aber in anderen Ecken des Parks auch die ganz normalen Camper, in ihrer ganzen Bandbreite zu beobachten. Das tröstet etwas.

Morgen geht es dann auf die dreitägige, lange Reise in den Karijini Nationalpark mit zwei Station Stay Zwischenstopps auf der Bullara Station (zwei Nächte) und auf der Cheela Plains Staition (eine Nacht). Beide Male habe ich eines der schnell ausgebuchten Dinner gebucht. Und am Donnerstag ist auf der Bullara Station immer Pizza Night mit Live Musik, da muss man nicht buchen! Auf die Dinners und die Station-Atmosphäre freue ich mich. Und ich lasse mich überraschen, wie viel (und ob) es am Samstag in der Pilbara regnen wird. Hoffentlich wird es maximal ein kleiner Schauer sein.

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