Der Besuch des Kalbarri Nationalparks ist etwas geprägt vom wechselhaften Wetter zwischen Regengüssen und einem angekündigten schweren Winterunwetter!
Beeindruckende Klippen an der Küste des Kalbarri Nationalparks
Vor der Ankunft in Kalbarri habe ich am Mittwoch das noch schöne Wetter genutzt und habe die verschiedenen Aussichtspunkte an der hohen Steilküste des Kalbarri NP besucht. Es ist immer wieder beeindruckend, diese Sandsteinformationen aus langer Vergangenheit zu bestaunen.






Gestärkt durch einen kleinen Lunch im Womo habe ich dann zum Schluss noch den Loop Walk zwischen Rainbow Valley und Mushroom Rocks in Angriff genommen. Der Pfad geht an verschiedenen Felsformationen runter zur Brandung. Entlang des Weges erklären interessante Schilder die Herkunft der Formationen, die ich untenstehend in der Textbox zusammengefasst habe. Das man so viel auf dieser interessanten Rundwanderung lernen kann, hätte ich nicht gedacht.
Erklärungen zu den Bildern des Rainbow-Valley / Mushroom Rocks Rundgangs
Dieser aussergewöhnliche „Pfeifenfelsen“ besteht aus versteinerten Gängen, die von urzeitlichen wurmartigen Organismen namens Skolithos angelegt wurden. Sie lebten in einer flachen, sandigen Meeresumgebung, und der Bau der Gänge dauerte wahrscheinlich Minuten bis Stunden. Ähnliche Gänge, die zur Nahrungsaufnahme und zur Flucht vor Wellen genutzt wurden, finden sich heute in der Murchison-Flussmündung.Die Gesteine entlang dieses Teils der Kalbarri-Küste gehören zum Tumblagooda-Sandstein, der während des Silurs vor etwa 420 Millionen Jahren abgelagert wurde. Er bildete sich als Schichten aus Sand und Schluff in Flüssen, Buchten und flachen Meeresumgebungen. Die Pflanzenwelt war zu dieser Zeit sehr primitiv, und Tiere begannen gerade erst, das Wasser zu verlassen. Die heute sichtbaren Gesteinsschichten repräsentieren wahrscheinlich mehrere Millionen Jahre der Sand- und Schluffablagerung
Diese abgerundeten Blöcke aus grauem Sandstein sind deutlich jünger als der umgebende rote Tumblagooda-Sandstein. Sie wurden während der Kreidezeit vor etwa 130 Millionen Jahren als Sandschichten am Fuss einer alten Meeresklippe aus Tumblagooda-Sandstein abgelagert. Der graue Sandstein repräsentiert vermutlich mehrere hunderttausend Jahre andauernde Sandablagerungen. Ähnliche Ablagerungen finden sich auch am Fuss heutiger Meeresklippen.
Diese ungewöhnliche Ansammlung trogförmiger Strukturen war einst ein System alter Flussläufe, die in eine Küstenbucht mündeten. Hinter Ihnen bilden dieselben Kanäle Gruppen von gebogenen Sandsteinrücken.Solche Ansammlungen von sandigen Kanälen brauchten wahrscheinlich Monate oder Jahre, um sich zu bilden. Ähnliche gebogene Formen bilden sich heute im sandigen Bett des Murchison River
Die sichtbaren weissen Kreise im Tumblagooda-Sandstein wurden wahrscheinlich von Bakterienkolonien gebildet, die in Flusssand lebten, der vor 400 Millionen Jahren abgelagert wurde. Indem sie sich von organischem Material ernährten, „bauten“ die Bakterien das rote Eisen aus dem Sand ab und konzentrierten es in einem dunklen Zentrum. Der umgebende „Halo“ ist aufgrund dieser Eisenentfernung weiss. Wissenschaftler haben diese Strukturen als wichtige Beweise für frühes Leben auf der Erde identifiziert, die auch bei der Suche nach Beweisen für Leben auf dem Mars verwendet werden könnten
Das stufenförmige Aussehen des Tumblagooda-Sandsteins wird durch unterschiedliche Verwitterungsraten verursacht. Härtere Sandsteinschichten sind widerstandsfähiger gegen Verwitterung und neigen dazu, Absätze zu bilden, während die weicheren Siltsteinschichten leichter verwittern und Kerben bilden. Die markante Form des „Pilzfelsens“ / „Mushroom Rock“ (in Richtung Meer und links) entstand auf diese Weise und benötigte wahrscheinlich Tausende von Jahren, um sich zu entwickeln.
Robuste, salztolerante Gehölze sind entlang der rauen Küste von Kalbarri weit verbreitet. Obwohl Pflanzen den dünnen Bodenhorizont stabilisieren, beschleunigen ihre Wurzeln den Verwitterungs- und Erosionsprozess, indem sie in Risse im Gestein eindringen. Sehr langsam trägt dieser Prozess dazu bei, das Gestein zu zerkleinern und aufzulösen
Unten an der Brandung war es wie immer beeindruckend, die brechenden Wellen zu beobachten. Das Brausen und die hochspritzende Gischt sind einfach fantastisch und ich könnte lange zusehen. Auf den Felsen in der Brandungszone konnte ich viele verschiedene Krabben beobachten, wie sie die Felsen abgrasten. Als ich näher kam, verschwanden sie ganz schnell in den Schutz einer Felsspalte. Gut habe ich das 5x Zoom meiner Pixelkamera. Beim Aufstieg zurück zum Parkplatz flohen zwei Kängurus in den Busch und beägten mich und eine Gruppe von Schülern aus der sicheren Entfernung.
Regentag und angekündigtes schweres Winterunwetter
Nach diesen kleinen Ausflügen habe ich meine Site im Kalbarri Anchorage Holiday Village bezogen. Hier bleibe ich für drei Nächte. Ab heute Mittwochabend und am Donnerstag ist Regen vorhergesagt. Kurz nach meiner Ankunft hat der Regen dann auch schon begonnen. Da kriegt am Donnerstag mein Blog endlich das benötigte Update.
In der Regennacht sind auf dem Camingplatz und in der Gegend tausende, 12cm langer Regenmotten aus dem Boden gekrochen. Einige lagen noch halb lebend auf dem Rasen oder vor dem Sanitärgebäude. Die Motten können keine Nahrung mehr aufnehmen sondern leben nur zur zur Fortpflanzung! Und ich habe mich über die die beiden Vögel gefreut, welche unermüdlich ihr Junges mit Insekten gefüttert haben.
Und dann konnte ich in der abendlichen Regenpause auch meinen neuen, grösseren Air Fryer erfolgreich in Betrieb nehmen!
Gestern Freitagabend habe ich in Kalbarri bis Montag verlängert und bin heute Samstagmorgen vom Anchorage zum Tudor umgezogen. Ab Samstag Nacht rauscht ein schwerer Wintersturm die südliche Westküste runter und könnte mit Tornados die Auswirkung eines Kategorie 4 Zyklons haben. So einen schlimmen Sturm gibt es nur alle 3-4 Jahre. In Kalbarri sind wir gerade an der nördlichen Grenze des Unwettergebiets und werden wohl nur Wind bis 45km/h (Böen bis 65km/h) abkriegen. Da wollte ich lieber nicht irgendwo in Shark Bay offgrid stehen, wenn man weiss ja nie, wie genau die Vorhersage ist. Und ich wollte keinen 500-1000km Umweg über Carnarvon fahren oder offgrid an der Küste im Sturm stehen.
Perfekter Wandertag am Murchison River
Gestern Freitag war (nach dem Regen in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag) der perfekte Wandertag am Murchison River: Etwas schwüle 21° mit recht vielen Wolken waren bedeutend verlockender als die 30° bis 35° bei früheren Besuchen (2013, 2019). Ich habe jedoch fast verschlafen, da ich nach fast 9.5h Schlaf erst um 07:30 aufgewacht bin. Also habe ich rasch ein Frühstück zubereitet, mich zurecht gemacht, alle Anschlüsse am Womo abgehängt und bin gleich die 35km zum Natures Window Parkplatz im Nationalpark gefahren.
Als erstes habe ich den 9.5km Loop Hike beim Natures Window angesteuert. Zum zweiten Mal habe ich diesen Trail sehr genossen. Ich habe extra Gartenhandschuhe für die einzige kritische Stelle entlang des Kliffs am Fluss mitgenommen. Da musste ich aber schon wieder kurz überlegen, wie man die auf den ersten Blick unüberwindbare Stelle in den senkrechten Felsen am Fluss überwinden kann: Nämlich zwei Stufen runter zum Fluss und dann wieder raufklettern (siehe Bild). Ich habe viele verschiedene Tiere gesehen (Echidna, Adler, Reiher, schwarze Schwäne, Kängurus, grüne Papageien, viele Ziegen und sehr viele Fliegen) und konnte mich sogar auf einem Teilstück nett mit einem Paar aus Perth unterhalten! In der Stille sind die Rufe der Vögel in der Schlucht schon sehr beeindruckend. Die Farben und Strukturen der steilen Klippen, der ruhige Fluss und die Ghost Gum Trees am Fluss und in den Klippen sind einfach überwältigend schön. Der Loop ist immer noch einer meiner Lieblinks-Hikes in WA.
Die beiden nahe gelegenen Skywalks hatte ich nach dem Lunch beim Womo dann überraschenderweise ganz für mich alleine! Das Bauwerk und die Aussicht ist genial. Ich wunderte mich, dass ich keinerlei Höhenangst empfand. Lag das nun am stärkenden Lunch oder an der erfolgreich bestandenen Rundwanderung? Als Belohnung habe ich mir eine kleine, emaillierte Espressotasse gegönnt. Die fehlte mir nämlich noch in meinem Emailgeschirr-Sortiment.
Ich bin dann gegen 14:30 noch nach Z-Bend gefahren und bin runter in die Schlucht gegangen, respektive geklettert. Es ist ein genialer Weg (2.5km return) durch eine Felsschlucht mit vielen Leitern.
Machmal staune ich schon über meine Leistungen an einem Tag. Heute Morgen hatte ich nur ganz minimales Muskelkater im hinteren Oberschenkel. 😆
Abends habe ich dann wieder meinen neuen Air Fryer draussen aufgestellt. Dieses Mal gab es superfeines indisches Curry (Eigenbau) mit vegetarischem Crispy Chicken (Convenience). Da Curry Paste ist hier sehr viel besser als bei uns: Das hat wie beim Inder geschmeckt. Ich liebe den Air Fryer jetzt schon. Er passt auch hervorragend auf den Ausklapptisch und an die 230V Aussensteckdose.
Heute Samstag habe ich dann beim IGA getankt (recht günstige 2.25/L, laut Fuelwatch WA der günstigste Sprit in Town) und noch ein paar Sachen eingekauft, um die Essensschubladen und den Kühlschrank auch immer schön voll zu halten. Heute und Morgen werde ich den Regen und den Sturm sicher in Kalbarri überstehen: Ich habe ja alle Entertainment-Möglichkeiten im Camper. Dann ist heute noch Footy (Australian Football) im Sports Oval um 14:30. Es ist DAS lokale Event, wo alle im Dorf hingehen. Wenn es nicht regnet, werde ich auch am Oval mitfiebern. Von welcher Mannschaft (Northampton Rams oder Geraldton Railway FC V) soll ich Fan werden? Der Sturm kommt erst gegen Abend und wird wohl am Sonntag andauern. Am Sonntag wäre ab 16:00 noch das Sonntagskozert im Finlays, das ich ja auch schon mal erleben durfte. Hoffentlich wird das Wetter trocken bleiben.
Dann geht es am Montag Morgen 380km Richtung Shark Bay. Da dieses Wochenden ein langes ist (WA Day am Montag), habe ich erst ab Dienstag Platz im RAC Monkey Mia Dolphin Resort gefunden und werde am Montag Abwns im Whalebone Campground offgrid am Meer übernachten.




































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