Doubtful Sound – zweifellos einer der schönsten Fjorde im Fiordland NP

Heute Morgen hätte das Wetter etwas zweifelhaft (doubtful) ausgesehen, würde man nicht die offizielle Wetterprognose kennen. Aber das Wortspiel sei mir (doppelt) erlaubt, denn so kam der Doubtful Sound, der eigentlich ein Fiord ist, zu seinem Namen. Doch dazu später mehr. Aber es war heute morgen schon fast winterlich kalt und ich bedauerte fast, meine Wintermütze nicht eingepackt zu haben. Aber etwas Trotz gegenüber den herrschenden Bedingungen ist angebracht, finde ich.

Wir wurden ab 7 Uhr an verschiedenen Station in Te Anau abgeholt und nach Manapouri gebracht. Das hiess für mich, um 05:30 aufzustehen um gemütlich den Tagbetrieb des Campervan einzurichten und mit einer heissen Tasse Kaffee zu frühstücken. In Manapouri warten bei der Ankunft im Real Journeys Visitor Center schon die bestellten Lunch-Pakete, aber unten an der Anlegestelle auch der Hochgeschwindigkeitskatamaran Titiroa.

Mit ihm rasten wir über einen sehr ruhigen Manapouri-See und begutachteten Reste von tief an den hängen angeschmiegten Wolkenstreifen. Draussen war es viel zu kalt, deshalb sucht ich mir einen Platz im Innern des Schiffes. Massive, vergletscherte Gipfel und Bergketten blickten über diese Wolkenreste. Vor 20’000 Jahren waren die Gletscher keine kleinen Reste wie heute, sondern sie füllten die steilen Täler und die Seen des Fiordlands mit ihrem fliessenden Eis.

Auf halbem Weg über den See lugte die Sonne schon mal zaghaft durch die Wolken und warf ihre Strahlen über das Wasser und an die mit grünem Regenwälder bewachsenen Berghänge. Das war doch schon mal ein hoffnungsvolles Zeichen, dass die Wetterfrösche recht haben wollten. Aber für Wetterwechsel ist dieses Gebiet ja bekannt.

Fiordland ist mit rund 200 Regentagen pro Jahr eine der regenreichsten Regionen der Welt. Die jährlichen Niederschlagsmengen reichen von einem Meter in der Gemeinde Manapouri über drei Meter in West Arm und acht Meter in Deep Cove bis zu 16 Metern in First Arm im Doubtful Sound.

Ich und die Mitreisenden waren offensichtlich auf das Schlimmste vorbereitet und trugen von Winterklamotten über Wintermützen bis zu mehrtägigen Outdoorkleider alles. Naja, Trainerhosen und ähnliches war auch zu beobachten. Nur mit Schnorcheln und Taucherbrille war niemand dabei, aber das wäre auch etwas sehr übertrieben. Schlittschuhe wären eine schlechte Wahl, denn das Klima ist zu ausgeglichen, dass das Wasser frieren würde. Die Nebelschwaden verzogen sich weiter und wir düsten an wunderschöne bewaldeten Inseln und entlang eines von dichtem Scheinbuchenwald (beech forest) gesäumte Seeufer.

In West Arm, am anderen Ende des Sees, warteten wir im Besucherzentrum auf das Boarding der 3 Busse. Beim Verlassen des Schiffes fallen einem natürlich die Hochspannungsleitungen und die oberirdischen Gebäude das Manapouri Wasserkraftwerks auf.
Im Besucherzentrum erklären ein paar Schautafeln die faszinierende Geschichte der Region und die Maori Schöpfungs-Legenden mit ihren wohlklingenden Ortsnamen, die immer viel poetischer klingen als die englischen Versionen. Manawapore oder Manawapouri, was so ungefähr See des schmerzenden Herzens heisst: Er wurde durch die Tränen zweier Schwestern, Motorau und Korowae, Töchter eines alten Maori-Häuptlings in der Region, gebildet.

Weitere Schautafeln erläutern die Save Manapouri Campaign (1959-72), welche als Geburtsstunde des neuseeländischen Umweltschutzes angesehen wird. Der ursprüngliche Plan des Manapouri Wasserkraftwerk hätte eine Anhebung des Seespiegels um 30 Meter vorgesehen. Dies wäre durch eine Verbindung des Te Anau Sees mit dem Manapouri See entstanden. Grossflächig wären die Küstenwälder überflutet worden und die meisten der 34 Inseln des Sees wären in den Fluten versunken. Dagegen gab es gewaltige, weit verbreitete Proteste: 10% der Einwohner von Neuseeland unterschrieben eine Petition. Und tatsächlich hat die Regierung 1972 bestätigt, dass, während das Kraftwerk gerade fertig gebaut worden war, das Niveau des Sees nicht angehoben werden würde. 1973 wurde ein unabhängiges Gremium namens Guardians of the Lakes gegründet, um die Wasserstände der Seen zu kontrollieren und das Gebiet zu schützen. Heute erhält die Leslie Hutchins Conservation Foundation (Leslie Hutchins war einer der Eigentümer des Tourismusunternehmens Real Journeys) jährlich mehr als 50’000 NZD für Forschung, Schutz und Bildung gesprochen.

Das Kraftwerk bei West Arm ist jedoch eine geniale technische Meisterleistung. Im Innern des Granitgesteins wurden in 174m Tiefe eine Kaverne mit den Turbinen und Generatoren des Kraftwerks, dahin führende, senkrechte Wasserleitungen, ein 2km länger und 9m breiter Versorgungsstollen, sowie ein 10km länger Ausflusstunnel in den Doubtful Sound gegraben. Das resultierte im grössten Wasserkraftwerk Neuseelands. Die Fertigstellung des Projekts dauerte acht Jahre. Da man wegen zu schwacher Brücken die Bauteile des Kraftwerk nicht auf dem Landweg und dann über den See zur Baustelle schaffen konnte, wurde zuerst der Weg über den Wilmot Pass als Strasse ausgebaut. Während des Baus der Strasse über den Wilmot Pass, der West Arm am Lake Manapouri mit Deep Cove am Doubtful Sound verbindet, starben wegen den extrem rauen Bedingungen 16 Männer bei den Arbeiten am Kraftwerk und Wilmot Pass. Das 1971 fertiggestellte Kraftwerk wurde grösstenteils für die elektrische Versorgung der Tiwai Point Aluminiumschmelze in der Nähe von Bluff sowie für die Einspeisung in das Übertragungsnetz der Südinsel gebaut. 4800GWh durschnittliche Energieproduktion werden mit 510 Kubikmeter Wasser pro Sekunde erzeugt.

Man muss bedenken, dass in Neuseeland jährlich etwa 20’000 Erdbeben stattfinden. Und der Ort hier ist mitten in der weiterhin ablaufenden Alpenfaltung (unsere Fingernägel wachsen etwa gleich schnell), wo die indo-australische Platte unter die pazifischen Platte taucht. Aber ein starkes Fiordland-Beben mit Magnitude 7.8 im Jahr 2009 verursachte keine Schäden am Kraftwerk und war von den Arbeitern, die unterirdisch arbeiten, kaum zu spüren.

Leider konnten wir diese ganzen Tatsachen nur im Kommentar auf dem Schiff und auf den Schautafeln verinnerlichen. Ein Besuch des Kraftwerks ist auf diesem Ausflug nicht vorgesehen.

Der nächste Teil unseres Abenteuers war die Busfahrt über den Wilmot-Pass. Der Landvermesser Ernest Wilmot musste seinen Namen für diese Meisterleistung hergeben. Allerdings gab es diesen Pass schon früher: Robert Murrell entdeckte die Route 1888 und half beim Bau der Strecke nach Deep Cove im Jahr 1901.

Die 22km lange Strasse zwischen Doubtful Sound und Lake Manapouri, einer der meistbesuchten, abgelegenen Strassen in Neuseeland, wurde für Kraftwerksbau Mitte der 1960er Jahre gebaut. Überschwemmungen, Schnee, Schlamm und Erdrutsche verlängerten das Projekt von 12 Monaten auf zwei Jahre. Es war damals die teuerste Schotterstrasse, die jemals in Neuseeland gebaut wurde: Sie kostete ungefähr 2 Dollar pro Zentimeter oder 80 Dollar pro Quadratmeter. Es ist die einzige Staatsstrasse in Neuseeland, welche nicht mit dem restlichen Strassennetz verbunden ist.

Man kann sich die Grösse der damaligen Baustelle kaum mehr vorstellen: Während des Aufbaus des Energiesystems pendelten tagtäglich 300 (verheiratete) Männer zur Arbeit hierhin. Es lebten 900 alleinstehende Männer aus Manapouri in West Arm in einem Dorf mit einer Post, einem Fitnessstudio, einer Kneipe und einer sehr geschäftigen Polizeistation. Weitere 500 Männer lebten auf der Wanganella, einem umgebauten ehemaligen Kreuzfahrtschiff, das in Deep Cove in 45m tiefem Wasser vor Anker lag. Als sie mit dem Kraftwerksbau fertig waren, fanden Taucher einen 40m hohen Berg von Bierflaschen unter dem Schiff…
Aber mir gefielen die verschiedenartigen Moosteppiche auf den senkrechten Felsen entlang der Strasse fast mehr als diese spannenden und lustigen Fakten. Ich finde immer wieder faszinierend, wie stark die Bäume auch in diesem Regenwald mit Moosen, Flechten, Farnen und anderen Pflanzen bewachsen sind. Man sieht die eigentliche Stämme und Äste kaum mehr!

Der Fiordland-Nationalpark ist mit über 12’500km² Fläche der grösste Nationalpark Neuseelands. Er umfasst den grössten Teil Fiordlands, die gebirgige Südwestspitze der Südinsel, die an der Westküste von Fjorden wie dem Milford Sound und dem Doubtful Sound, im Osten von weitverzweigten Seen geprägt ist. Die bis zu 2’746m hohen Berge des Parks sind bis zur Baumgrenze von gemässigtem Regenwald bedeckt, da die Westseite der Gipfelkette zu den regenreichsten Gebieten der Erde gehört. Der Nationalpark wurde 1952 eingerichtet und ist bis heute der unzugänglichste Teil Neuseelands. Seit 1990 gehört das Gebiet zum Weltnaturerbe der UNESCO. Besonders die Fjorde sind wichtige Ziele des neuseeländischen Tourismus. Im Nationalpark finden Wanderer rund 500km Wanderwege mit einer grossen Anzahl Hütten vor: Die 4 beliebtesten Tracks (Routeburn 36km, Kepler 60km, Milford 53km, Hollyford 53km) sind alle in mehreren Tagen zu bewältigen. Die Hütten müssen in der Saison auf jeden Fall vorgebucht werden.

Unser Fahrer erklärte auf der Fahrt die Vielfalt der Bäume: Dazu gehören Rimu, Sträucher und Farne im gemässigten Podocarp-Regenwald. Auch hier sieht man viele Fallen, um die nichteinheimischen Raubtiere und Nager zu fangen. Das sollte dann helfen, dass sich einheimische Vogelarten wieder besser etablieren können.

Die Aussichten auf die Berge und die Wasserfälle an der Strecke sind fantastisch. Aber das Ziel ist ja die Cruise auf dem Fjord. Deshalb fahren die drei Busse recht zügig vorbei.

In Deep Cove erwartet uns dann das Schnellboot/Katamaran Patea Explorer. Als wir losfuhren war auf dem kleinen, offenen Teil des Oberdecks recht schnell klar, dass es bei der schnellen Fahrt zu kalt werden wird. Ich verzog mich auf den offenen Teil ein Stockwerk tiefer, wo es aber durch den Motorenlärm leider sehr laut war. In den Innenraum mit Bänken und Tischen wollte ich mich nicht begeben, denn es galt ja die Natur zu bewundern.
Doubtful Sound ist, nach Dusky Sound, der zweitgrösste der 14 Fjorde des Fiordland-Nationalparks. Deep Cove, an der Spitze des Sounds, ist 40km vom offenen Meer entfernt. Diese Strecke und ein Abstecher in einen Seitenarm mit besonders steilen Wänden gilt es in 2.5h hin- und zurück zu überwinden. Kein Wunder müssen wir in so hohem Tempo fahren. Schade! Der Maori Name für Doubtful Sound, Patea, heisst übersetzt The Place of Silence (Der Ort der Stille). Das ist irgendwie ein recht grosser Widerspruch zur gewählten Reiseart, war mein Empfinden.
Obwohl Fiordlands Fjorde offiziell Sound heissen, sollten sie korrekterweise als Fjorde bezeichnet werden. Ein Fjord ist ein vergletschertes Tal – typisch schmal und steil – das nach dem Rückzug der Gletscher und dem daraus folgenden Anstieg der Meeresspiegels vom Meerwasser überflutet wurde. Ein Sound hingegen ist ein Flusstal, das nach einem Anstieg des Meeresniveaus vom Meer überflutet wird. Den namensgebenden Entdecker war dieser Unterschied wohl zu wenig oder gar nicht bewusst: Alle drei Arme des Te-Anau-Sees heissen nun Fjorde – North Fiord, Middle Fiord und South Fiord – was sie nicht sind. Und die Fjorde heissen allesamt Sound. Sehr rätselhaft.

Als sich die Wolken während der Fahrt doch noch weiter verzogen, fühlte ich mich trotz des Motorenlärms überwältigt von der Unermesslichkeit der Landschaft, die um uns herum vorbeizog. Die kolossale Tektonik und die Kräfte der Eiszeit, welche die Fjorde geformt und die hohen Berge geformt hatten, sind kaum zu fassen.

Hunderte von Wasserfällen, die vom vielen Regen grosszügig nachgefüllt werden, stürzen sich atemberaubend hohen Überhängend ausgeradewegs nach unten in das Meer oder oder tanzen mit Gischtfahnen die
Berghänge in mehreren Ebenen runter, verschwinden zeitweise tief im Regenwald und tauchen danach noch mit grösserer Energie weiter unten auf und sprudeln schliesslich mit grosser Kraft und Lust in den Sound (oder Fiord).

Viele schmale Baumlawinen ziehen wir Kratzer die Steilhänge hinunter. Die Bäume, Moose und Farne halten sich nur mit einem sehr dünnen Wurzelgeflecht auf dem rohen Granit. Reisst ein Geflecht wegen des hohen Gewichts der wachsenden Bäume auf, stürzt die Lawine aus Bäumen den Abhang hinunter und reisst weitere Bäume mit. Einige dieser schmalen Schneisen sind noch frisch und roh, manche beginnen sich mit Moosen und Gebüsch zu regenerieren; dieser Prozess kann mindestens 80-100 Jahre dauern. Es ist ein grosses Wunder der Natur, wie dieser Wald und die Moose jede Stelle des Granits überwuchern, nur Wasserläufe und die Lawinen bilden Schneisen im Grün.

Je nach Niederschlagsmenge schwimmt im Fiord auf dem Meerwasser eine 10m tiefe Schicht aus Süsswasser. Dieses ist durch Tannine des Waldes dunkelbraun gefärbt. Die dunklen Tannine machen es den vielen Tieefseearten schwer, sich im Fiord anzusiedeln, da kaum Licht in die Tiefe dringt. Korallen wachsen in den Sounds in vergleichsweise geringen Tiefen. In 20m Tiefe hört die Schicht mit Leben schon auf, das der Lichteinfall zu gering wird.

Im Fiord können drei seltene Tierarten beobachtet werden. Eine davon sind die neuseeländischen Robben, welche es sich auf den Felseninseln an der Mündung des Fiords bequem machen. Heute herrschte erwartete uns magischerweise ein fast spiegelglatte Tasmanischen See, obwohl man hier nicht unüblich 7m hohe Wellen erwarten könnte. Es war wie immer ein toller Anblick, wie sich die Robben auf den Felsen bewegten oder einfach nur schliefen. Die grosse Menschenmenge auf dem Schiff versuchte einen Blick auf die Kolonie zu erhaschen und sogar noch ein paar schöne Fotos zu machen.

Als wir so in der unüblich stillen See langsam schaukelten und dann die Rückreise in den Fiord antraten, könnte nun die Namensgebung des Sounds noch geklärt werden.

Captain James Cook war verantwortlich für den Namen. Er segelte in der Endeavour im Jahr 1770 entlang der Küste. Er nannte den Fiord Doubtfull Harbour, nachdem er sich nicht sicher war, ob er nach dem Befahren der Bucht auch wieder zurück käme. In die Bucht hinein würde es genügend Wind haben, um das Schiff zu manövrieren, aber im Fiord selber würde es schon schwieriger werden. Zurück wäre das Schiff aber auf Ostwind angewiesen, welcher nur alle paar Wochen zu erwarten war. Deshalb war es zweifelhaft (doubtful) diese Bucht zu befahren: Er verzichtet darauf. 1793 war es dann der italienische Entdecker, Kapitän Alessandro Malaspina, welcher den Kartographen Don Felipe Bauza in einem Langboot in den Sound schickte. Bauza erstellte eine bemerkenswerte Karte, die zu vielen spanischen Ortsnamen führte, darunter eine grosse Insel namens Bauza.
Auf der nun folgenden Rückfahrt zog ich mich dann ganz in die Wärme der unteren Kabine zurück und konsumierte mein bestelltes Lunchpaket.

Doch zurück zu den Tierarten: Die zweite Tierart ist der vom Aussterben bedrohte Dickschnabelpinguin. Es ist einer der seltensten Pinguine der Welt. Diese Tierart bekamen wir nicht zu Gesicht, das war aber auch nicht zu erwarten. Da müsste man wohl die Overnight Cruise buchen.

Jedoch trafen wir tatsächlich die ansässige Gruppe von 60 Tümmlern an. Sie jagten im fast spiegelglatten Wasser und wir sahen schon von weitem die Fontänen ihrer Atmung. Als dann der Skipper tatsächlich für ein paar Minuten alle Motoren und Generatoren ausschaltete, ergab sich doch tatsächlich ein magischer Moment der Stille, den ich mir für diese Cruise mehr erhofft hatte. Man hörte die Blasgeräusche der Tümmler (Delfine), die jedoch keine Anstalten machten, sich dem Schiff zu nähern. Wir fuhren deshalb langsam etwas näher hin und würden von den Tümmler kurz umschwommen. Sie hatten aber keine Lust zum Spielen mit dem Boot, sondern wollten wohl weiter nach Fisch jagen. Im tanningetränkten, braunen Wasser sind die Tiere auch nicht sehr gut zu fotografieren oder zu beobachten.

Wir mussten auch wieder los, denn der recht enge Zeitplan müsste eingehalten werden: Denn drei mal täglich, alle 2.5h, möchte eine neue Touristengruppe die Cruise mit Real Journeys absolvieren.

Auf unserer Rückreise kam die Sonne schön hervor, und bei unserem Abstecher in einen steilen Seitenarm des Sounds konnten wir die Majestät der Szenerie nochmals in vollen Zügen geniessen. Es ist ja gar nicht selbstvertändlich, den Fjord bei so schönem Wetter erleben zu können. Wenn es regnet, kann (ausser den prächtigeren Wasserfällen) das Erlebnis ganz schön enttäuschend sein.

Mit dem Bus fuhren wir dann wieder zurück über die nun abgetrocknete Schotterpiste. Der Bus stoppte die Fahrt kurz an mehreren Aussichtspunkten und die drei Busse liessen uns auf der Passhöhe raus, um ein letztes Mal einen Blick und die Fotokameras über den sonnigen Fjord Streifen zu lassen. Aber ich konnte das nicht so richtig geniessen: Stellt euch drei Busladungen Touristen vor, welche gleichzeitig alle ein Foto machen wollten. Das war aber das letzte Gedränge an diesem Tag.

In West Arm bestiegen wir wieder den schnellen Katamaran, welcher uns in 50′ zurück nach Manipouri brachte. Inzwischen war es so schön warm dass man auf dem seitlich offenen Oberdeck ohne Jacke sitzen konnte. Lake Manipouri ist mit seinen zahlreichen Inseln und den (seit dem Schneefall vor 3 Tagen noch schöner) schneebedeckten Gipfeln sehr malerisch.

Ich schätzte diesen Augenblick sehr: Fiordland lächelte uns an diesem Tag an, trotz seiner unberechenbarer, mysteriösen und manchmal unwirtlichen Natur. Das nächste Mal würde ich die Grösse dieser Landschaft wohl eher in einer Overnight Cruise geniessen wollen.

Wer nach diesem Ausflug noch nicht genug hat, kann die Eindrücke bei eventuelle Regenwetter noch im Kino von Te Anau vertiefen. Mir wird morgen aber ein sonniger Ruhetag vergönnt sein, bevor ich in einem weiteren, sehr langen und befruchteten Tagesausflug den Milford Sound besuchen werde. Ich habe es ja selber so ausgewählt. Wenigstens muss ich die je 120km hin- und zurück zum Milford Sound nicht selber fahren.