Kurzbesuch von Greifswald

Heute fuhr ich bei Sommerwetter (allerdings getrübt durch böigen und kalten Wind) von Prerow zur letzten Station meiner Sommerferien: Karlshagen auf Usedom. Auf Usedom war ich noch nie, daher freue ich mich, die Kaiserbäder und den Rest der Insel zu erkunden.

Da ich bis zur Übernahme des Schlüssels der Ferienwohnung noch Zeit hatte, besuchte ich die sehenswerten und betuliche Provinzstadt Greifswald. Mit seiner Lage im ländlichen und fast vergessenen Vorpommern und mit seiner Grenzlage zu Polen ist die Stadt sehr weit weg vom Geschehen. Trotzdem darf man sich nicht täuschen lassen, denn Greifswald beherbergt die zweitälteste Universität Norddeutschlands. Die Studenten halten die Stadt wohl sehr lebendig: Es ist also nicht nur eine historische Kulisse, sondern lebt mit den jungen Einwohnern und der dazu passenden modernen Infrastruktur! 

In den Semesterferien kann man diese Lebenslust aber nur erahnen und geniesst die Idylle.

Den ehemaligen Reichtum der Stadt kündigen schon von weitem die drei mächtigen Kirchtürme an. Der ausladende Marktplatz, die Fassaden der hanseatischen Kaufmannshäuser und der Giebelspeicher, das mächtige Ratshaus und auch die drei Kirchen beeindrucken wohl jeden Besucher. Mir gefielen auch die Cafés und die alten Schiffe am Museumshafen entlang der Ryck, welche die Stadt umfliesst.

Pommern war ja leider der Schauplatz vieler Kriegshandlungen, was man den Ortschaften auch gut ansieht. Aus dem 2. Weltkrieg kam Greifswald jedoch relativ unbeschädigt heraus: Laut Befehl hätte die Stadt bis zum Schluss der Winteroffensive als Festung verteidigt werden sollen. Der verantwortliche Oberst nahm aber auf eigene Faust Kontakt mit der anrückenden Sowjetarmee auf und übergibt die Stadt am 30.4.1945 kampflos. Damit rettete er wohl Greifwalds historisches Erbe.

1978 wollte man aber dann doch noch grosszügig viele alte Gebäude mit historisierenden, modernen Gebäuden (Plattenbauten!) ersetzen: Ein paar Beispiele kann man in der Stadt begutachten…

Fazit: Ein Besuch von Greifswald lohnt sich, besonders wenn man eine Capuccino- oder Eis-Pause an der Ryck einplant.

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