Bullara und Cheela Plains Station Stays – Relax, Rewind, Socialize

Die Strecke von Exmouth (Cape Range NP) zum Dales Campground (Karijini NP) ist mit 675km ein gutes Beispiel der ultralangen Strecken im Nordwesten von Westaustralien. Und als Europäer kann man sich gar nicht vorstellen, dass es auf dieser Strecke nur das Nanutarra Roadhouse gibt! Wenn es regnet oder man keine Gravelroads fahren möchte, dann wird man vor Tom Price den Umweg über Paraburdoo nehmen. Dann hat man in Paraburdoo (81km vor Tom Price) zwar noch eine weitere Tankmöglichkeit, aber die Strecke ist dann 720km weit. Also heisst auf jeden Fall, beim Nanutarra Roadhouse aufzutanken (engl. „to top up“). Ich komme mit einer Tankfüllung (80 Liter) maximal 625-650km weit. Mein Camping-Nachbar Lance hat mir erzählt, dass er mit dem Caravan und einem Long Range Tank (150 Liter) kommt damit auch „nur“ 800km weit. Ich fahre generell nicht mehr so lange Strecken und begrenze die notwendigen langen Reisetagen auf 4 bis maximal 4.5 Fahrstunden, das sind mit meinen 90km/h (um Diesel zu sparen) rund 350 bis 380km. Man ermüdet halt auch auf den langen, fast geraden Strecken mit 100% Tempomat nach einiger Zeit. Da fahre ich viel lieber nur einen halben Tag und entspanne und geniesse den Nachmittag irgendwo an einem schönen Ort.

Daher habe ich in meiner Planung die beiden Station Stays in Bullara (nur 80km von Exmouth entfernt, aber von Chrigel und vielen andern Leute unbedingtestens empfohlen) und Cheela Plains (genau in der Mitte zwischen Bullara und Dales Campground) fix eingeplant und gebucht (2 Nächte Bullara, eine Nacht Cheela Plains). Da die Shared Dinners beliebt sind, habe ich gleich an beiden Orten noch ein Dinner gebucht (digital in Bullara, mündlich in Cheela Plains). Denn die Gelegenheit, mit Aussies am langen Tisch zu „socializen“ (im Deutschen gibt es dafür gar keinen treffenden Begriff) muss ich einfach wahrnehmen, denn ich liebe solche Gelegenheiten einfach auf meiner Solo-Reise!

So bin ich am Mittwochmorgen gemütlich in Exmouth losgefahren, habe bei der günstigsten Tankstelle kurz ausserhalb des Ortes getankt und dann nochmals die hunderte, wenn nicht tausende, grossen Spinifex-Termitenhügel bestaunt. Man muss bedenken, dass die bei dem kleinen Grössenwachstum alle mindestens mehrere hundert Jahre alt sind!

Bullara Station Stay – ein perfekt orchestrierter und organisierter Wohlfühl-Aufenthalt

Dann kam auch schon bald der Abzweiger zur nahe gelegenen Bullara Station. Da ich schon um 10:15 da war, aber Check-In erst ab 11 Uhr möglich ist, habe ich den Camper in einer der Check-In-Lines ganz vorne stehen gelassen und habe mir einen Kaffee im Woolshed Café gegönnt.


Ich habe schon mal nicht schlecht gestaunt, dass man von der extremen Überschwemmung des Geländes von etwa 2.5m (meine Schätzung) durch den von Zyklon Narelle ab 28.3.2026 verursachten etwa 400mm Regen (siehe untenstehende Box, Bullara ist ziemlich genau in dem Gebiet, wo es am meisten Niederschlag gab). Das muss eine Herkules-Aufgabe gewesen, alles wieder herzurichten, um wenigstens das wichtige Tagesgeschäft mit den Touristen kurz vor dem Saisonstart an Oster wieder zu ermöglichen. Am Dienstag wurde beim Station Talk erzählt, dass man immer noch nicht wisse, wie viele ihrer Tiere auf dem riesigen Gelände überlebt haben. Ich habe (ausser der Wassermarke auf dem Bullara Station Logo des Cafés) nirgends irgendeinen Hinweis gesehen, dass dieses Jahrhundertunwetter vor wenigen Wochen stattfand. Das ganze Gelände ist einfach in einem perfekten Zustand im „Station Look“ aufgebaut, so wie es sich der Tourist vorstellt. Sogar die beiden Walks waren perfekt hergerichtet.

Zyklon Narelle in der Cape Range Region

Der schwere tropische Wirbelsturm Narelle war ein langlebiges Ereignis, das mit hoher Intensität die Küsten des äußersten Nordens von Queensland, des Northern Territory und Westaustraliens traf. Der schwere tropische Wirbelsturm Narelle war der zehnte tropische und der sechste schwere tropische Wirbelsturm in der australischen Region in der Saison 2025/26. Narelle war jedoch der erste tropische Wirbelsturm, der Queensland, das Northern Territory und Westaustralien seit dem schweren tropischen Wirbelsturm Ingrid im Jahr 2005 nacheinander traf.

Das tropische Tiefdruckgebiet 34U bildete sich am 15. März in der Nähe der südlichen Salomonen und zog in den folgenden Tagen in westlicher Richtung.

Narelle entwickelte sich am frühen Morgen des 25. März nordwestlich von Broome erneut zu einem tropischen Wirbelsturm und erreichte noch am selben Tag nördlich von Port Hedland rasch die Kategorie 3, während er sich west-südwestlich parallel zur Pilbara-Küste bewegte.

Am 26. März drehte Narelle nach Südwesten und näherte sich der Westküste von Pilbara, wobei er die Kategorie 4 erreichte. Der tropische Wirbelsturm drehte dann nach Süden und passierte am frühen Morgen des 27. März Exmouth westlich. Anschließend drehte Narelle nach Südosten und traf südlich von Coral Bay auf Land, östlich von Carnarvon. Der tropische Wirbelsturm schwächte sich rasch ab, als er sich in Richtung Südosten bewegte und am frühen Morgen des 28. März, als er östlich von Kalbarri und Geraldton über Land zog, auf unter die Kategorie tropischer Wirbelstürme herabgestuft wurde.


Exmouth erlitt flächendeckende und erhebliche Schäden, als Narelle in nur 35 Kilometern Entfernung westlich der Stadt vorbeizog. Bei Wingeschwindigkeiten von 200km/h wurden Dächer von Häusern gerissen, und Gebäude wurden durch den vom Wind getriebenen Regen überflutet. Der Küstenabschnitt zwischen Onslow und Ningaloo erlebte eine hohe Sturmflut, die in Exmouth mit 3 Metern gemessen wurde und die Küste überschwemmte, obwohl sie mit einem Niedrigwasserstand deutlich unterhalb des Höchststandes zusammenfiel. Die Weideflächen im westlichen Pilbara und Gascoyne waren von erheblichen Überschwemmungen, Gebäudeschäden und Viehverlusten betroffen.


Obwohl sich der Sturm Narelle auf seinem Weg nach Süden abschwächte, richtete er beträchtliche Schäden an den Bananenplantagen bei Carnarvon an; die Stadt selbst erlitt jedoch nur geringe Schäden. Der starke Regen verursachte Überschwemmungen und Strassenschäden zwischen Carnarvon und Exmouth, was zu Strassensperrungen führte.

Nach dem Check-In hat mich einer der Hosts auf dem Fahrrad zu meinem Platz geführt. Und kurz vor meinem Platz hörte ich jemanden meinen Namen rufen: Auf dem übernächsten Platz waren tatsächlich Lance und Meghan (welche ich in Sandy Cape am Anfang der Reise getroffen hatte) mit ihrem Gespann! Was für ein Zufall, dass wir auf dem riesigen Gelände mit 150 Sites Nachbarn waren. Da freute ich mich schon auf gute Gespräche!

Nach einem Lunch habe ich mich am Nachmittag dann an das Fertigstellen des Blogbeitrags zu Cape Range gemacht. Draussen im Schatten war der Wind nach einiger Zeit etwas zu kühl, sodass ich drinnen weitergeschrieben habe. Um 17:30 habe ich mich dann umgezogen und bereit für das Shared Table Dinner um 18 Uhr gemacht.
Ich habe mir dann an der Woolshed Bar ein Bier gekauft und es mir draussen gemütlich gemacht. Die Witze des Busch-Poeten auf der Bühne habe ich aber nur teilweise verstanden. Um 18:15 wurden dann alle Gäste ihrem Tisch zugewiesen, vorab habe ich mir noch ein zweites Bier gekauft. Meine direkten Tischnachbarn waren dann ein junges, (human und veterinär) Medizin studierendes Paar und ein Paar mit einem pensionierten Fischer, der mir gegenüber sass.
Etwas später hat uns der Koch stolz sein kleines Team vorgestellt und die zwei Gänge und die genaue Herkunft des Hühnerfleisches (wie früher unbeschränktes „free range“ mit Hirtehund, da hatten die Hühner sicher ein schönes, kurzes Leben) beschrieben. Wasser konnte man sich selber am Spender abholen. Dann kamen die Zutaten des ersten Ganges zum Teilen an den Tisch. Und weil die Australier einfach unheimlich gut socializen können, haben wir unheimlich viel zu erzählen und zu diskutieren gehabt. Der Hauptgang und das Dessert (Sorbet mit Crumble) waren sehr fein und hochklassig. Kein Wunder, haben sie dieses Jahr eine Auszeichnung für das Erlebnis und einen Stern in Westaustralien erhalten!

Ganz positiv gestimmt habe ich dann mit dem Headlight den Weg zurück zum Camper gesucht und bin dann am Campfire von Lance und Meghan sowie den beiden Nachbarn zwischen uns noch bis 21:30 hängen geblieben. Dann machten auch wir Schluss, denn hier wird die Nachtruhe und das Lichterlöschen um 22 Uhr immer und überall komplett eingehalten.

Am nächsten Morgen habe ich dann gemerkt, dass ich nicht nur viele tolle Erinnerungen vom letzten Abend mitgenommen habe, sondern in der Dämmerung vor dem Woolshed Café/Bar auch etwa 30 Bisse von Midges, vor allem an den Oberarmen. Gut hatte ich wegen der zu erwartenden Kühle lange Hosen und geschlossene Schuhe an…
Das hielt mich aber nicht ab, etwa um 10 Uhr die beiden Walks (Tin Can mit 2.1km und Windmill mit 2.2km) zu einem 3km langen Rundgang zu kombinieren. Ich habe mich über das viele Grün, über den feinsandigen roten Weg und die vielen zu beobachtenden Vögel gefreut. Und ich habe mich gewundert und gefreut, dass die alten rostigen Fahrzeuge alle für die Kinder als Abenteurspielplatz aufbereitet wurden. Der alte Bühnentruck am Woolshed wurde von den Kindern total geliebt.

Bullara Station Stay

Bullara ist eine aktive Rinderfarm, etwa 100 km südlich von Exmouth und rund 20 km südlich des südlichen Endes des Exmouth Gulf. Die Familie Shallcross besitzt die Farm seit den späten 1950er Jahren. Zahlreiche Haus- und Wildtiere streifen frei auf dem Gelände umher.

Die Farm, die sich über 250.000 Acres erstreckt, ist bei den einheimischen Yingarrda als Punurrba oder „Meeresbrise“ bekannt. Der Name Bullara stammt jedoch von einem frühen staatlichen Boot, das Anfang des 20. Jahrhunderts entlang der Küste segelte.

Über drei Generationen hinweg züchtete die Familie Shallcross Merinoschafe zur Wollproduktion und stellte später, je nach Marktlage und Dingo-Population, auf Damara-Schafe (Fleischschafe) um. Aktuell züchtet die Familie Droughtmaster-Rinder, die für die Produktion von hochwertigem und schmackhaftem Rindfleisch unerlässlich sind.

Was kann man als Gast auf der Bullara Station alles erwarten und erleben?



Social Gathering
Es gibt viele Möglichkeiten, andere Reisende auf der Bullara Station zu treffen. Der Woolshed-Treffpunkt ist ein großartiger Ort, um sich mit Freunden zu treffen oder neue kennenzulernen. Behalten Sie unsere Informationstafeln für wöchentliche Veranstaltungen im neuen Sportschuppen im Auge. Für besondere Sportveranstaltungen steht ein Fernseher zur Verfügung, und die Gemeinschaftsküche ist immer ein großartiger zentraler Ort, um ein offenes Feuer und gute Gespräche zu genießen. Ein Muss ist die Reservierung von THE TABLE, einem kulinarischen Erlebnis, an das Sie sich von Samstag bis Mittwoch erinnern werden. Kommen Sie einfach an die Rezeption, um sich Ihren Platz zu sicher

Sunset Hill Walk – 2,6 km
Ein grossartiger Ort, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Schnappen Sie sich Ihre Kamera, gehen Sie zur Rückseite des Woolshed und folgen Sie dem Wanderweg hinauf zu den atemberaubenden roten Sanddünen. Ein gemütlicher Spaziergang, der durch Eukalyptuswälder und einheimische Flora und Fauna führt. Folgen Sie dem gleichen Weg zurück. Vogelliebhaber können das Nest des Laubenvogels in der Nähe der Feigenbäume entdecken. Genießen Sie den Sonnenuntergang bei einem kühlen Getränk. Ziehen Sie unbedingt Ihre Schuhe aus und bestaunen Sie den weichen, leuchtend roten Sand. Die Zeit vergeht wie im Flug, während Sie auf den Dünen sind. Vergessen Sie nicht, eine Taschenlampe mitzunehmen, um den Weg nach Hause zu finden.

Tin Can Walk – 2,1 km (Kombination mit Windmill Walk möglich)
Gehen Sie westlich an den Gum Tree-Campingplätzen entlang des Station Tracks vorbei. Der Tin Can Walk zweigt nach rechts ab. Folgen Sie den alten Blechdosen und Fässern und erkunden Sie den Gumtree Creek. Es gibt viele Kängurus zu sehen, sowie Kakadu- und Adlernester. Dieser Weg führt Sie zurück zum Hauptcampingplatz am Homestead vorbei, oder man kann dem Windmühlenweg für eine längere Strecke folgen oder für eine kürzere Wanderung zurück zum Homestead gehen.

Windmill Walk – 2,2 km
Fortsetzung des Tin Can Walk. Vergessen Sie nicht, oben auf dem Hügel anzuhalten. Hier haben Sie eine großartige Aussicht auf Bullara. Beachten Sie die Felsformationen beim Aufstieg und die spektakulären roten Dünen auf der anderen Seite der Straße. Folgen Sie dem Weg weiter, er führt Sie in die Nähe der Viehhöfe. Wenn Sie an den wunderschönen Eukalyptusbäumen vorbeiwandern, werden Sie eine Fülle von Vögeln, Eidechsen und vielen anderen Tieren entdecken, die die Bullara Station ihr Zuhause nennen.

Gulf Track (4WD only) – 20km // Aktuell GESCHLOSSEN!
Buschpiste (nur mit Allradantrieb); ca. 20 km einfache Fahrt, die Sie zum Grund des Exmouth Gulf führt. Picknicken Sie unter dem Unterstand und bewundern Sie die Wildblumen (saisonbedingt). Angeln Sie in den Gezeitenbächen in der Nähe der Bootsrampe oder lassen Sie ein kleines Boot zu Wasser (mindestens 1,5 m Tidenhub erforderlich, um das Boot zu Wasser zu lassen und den Golf zu erreichen) und fahren Sie in Richtung der Inseln. Die Meeres- und Vogelwelt ist spektakulär. Erkunden Sie den Bereich vor dem Boot in der Nähe des Decks und Sie werden Schlammspringer, Rochen, Krabben und vieles mehr zwischen den sandigen Mangroven entdecken. Ein Ausflug in die Golfregion bietet einen Einblick in die Weideflächen für Rinder und andere einheimische Wildtiere. Bevor Sie mit Ihrem Boot oder Ihren Angelleinen hinausfahren, überprüfen Sie die Gezeiten.


Danach habe ich mir einen Fruchtsalat mit gebratenem Halloumi gemacht und genossen. Dann habe ich dem Blogbeitrag noch die ganzen Bilder hinzugefügt. Um 15 Uhr war ich damit fertig und Meghan, Lance und ich haben abgemacht, dass wir um 15:45 zur Bar gehen und dann dort die Musik anhören und den Pizza-Foodtruck austesten werden. Heute habe ich aber ein langärmliges Hemd und lange Hosen an! Allerdings haben wir die durch den frühen Besuch angestrebte „Happy Half Hour“ verpasst, da diese nur Samstag bis Mittwoch stattfindet.

Mit guten Getränken, einer Pizzabestellung kurz vor Sonnenuntergan (mit 40 Minuten Wartezeit) und dem Besuch eines weiteren Paars an unserem Tisch waren wieder ein paar Stunden „Socializing“ mit weiteren guten Geschichten und Gesprächen angesagt. Irgendwann um 8 Uhr wurde es mir dann aber zu kalt und ich machte mich auf den Weg zum Camper, wo ich über das Erlebte und die geniale, offene Kultur der Australier nachdenken konnte.

Mir hat dieser Station Stay überaus gut gefallen. Bullara hat sehr professionelle und gelungene Art, um ihre Gäste glücklich zu machen.

Der kleine Wasserverbrauch gemäss der Messungen des Flow-Meters

Am nächsten Morgen ging mir immer noch nicht aus dem Sinn, warum der Füllstand meines Frischwassertanks realistische 25% anzeigte, aber mein Flow-Meter erst 20 Liter (von 90 Litern) Verbrauch in der App meldete. So habe ich mal 3 Pfannen mit je 2 Liter gepumpt und in den Abfluss gegossen und gesehen, dass das Flow-Meter nur 2 Liter gemessen hat. Das misst also tatsächlich seit Anbeginn nur ein Drittel des gepumpten Wassers. Das würde ziemlich genau dem entsprechen, was ich erwarten würde. Mir war der berechnete Verbrauch immer als sehr klein erschienen, durch das dauernde Wiederauffüllen des Tanks aber halt wenig nachvollziehbar geblieben. Jetzt wusste ich, dass da was nicht stimmt und habe mir vorgenommen, das in nächster Zeit zu klären. Sowas ärgert mich ziemlich. Dann lieber kein Flow-Meter und nur die ungenaue Tankanzeige (100%/75%/50%/25%/0%) als solch ein nicht funktionierender „China-Schrott“.
Irgendwie scheinen meine einzigen Probleme mit dem Wasser zu sein, denn auch der Druckminderer am Einfüll-Stutzen für den Wassertank oder zum Anschluss ans Gemeindewasser leckt ein wenig. Da hatte ich mich auch schon gewundert, wo das Wasser herkam. Jetzt weiss ich es. Das müsste dann auch bei Gelegenheit mal als Garantiefall repariert werden. Bis dann behelfe ich mir mit einem Tuch unter der Wasseranschlussbox, wenn ich Wasser einfülle oder den Camper an das Gemeindewasser anschliesse.

Cheela Plains Station Stay – sich als Gast auf einer authentischen Station wilkommen fühlen

Auf der 370km langen Fahrt nach Cheela Plains habe ich zuerst mal beim Nanutarra Roadhouse angehalten, um Diesel nachzutanken. Dort habe ich mich gewundert, warum es eine lange Schlange vor einer Dieselzapfsäule (Bowser) gab und die anderen Dieselzapfsäulen nicht benutzt wurden. Ich dachte mir, dass wohl nur eine funktionieren würde. Als ich aber sah, dass ein anderes Fahrzeug an einer anderen Zapfsäule tankte, machte ich mir ein paar Gedanken. Dann wurde es mir zu dumm in der Schlange, ich habe den Rebellenmodus aktiviert, schwerte aus der Schlange aus und konnte problemlos an einer der zahlreichen anderen Zapfsäulen tanken. Wenigstens konnte man hier vorab am Automaten die Zahlung autorisiseren und musste nicht mit dem Ausweis zuerst an die Kasse, um die Säule freizuschalten. Aber ich lernte aus dieser Episode, dass der Mensch ist schon irgendwie ein Herdentier und sich konform benehmen möchte.

Auf der weiteren Fahrt ging mir schon ziemlich das Herz auf, als sich die Landschaft immer wieder veränderte. Von den hohen roten Dünenkämmen über welche die Strasse rollte, zu riesiegen Steinhaufen einfach so hingeworfen, zu Ebenen in verschiedensten Farben und dann immer mehr die ersten Ausläufer der Hamersley Range. Teilweise blutrot gefärbt! Da hat sich der Sauerstoff beim Oxidieren des Eisens und die Erosion im ältesten Gebirge der Welt über hunderte Millionen Jahre schon sehr viel Mühe gegeben. Einfach total schön.

Auf der Cheela Plains Station wurde ich sehr freundlich begrüsst. Ich hatte zur Sicherheit eine Powered Site gebucht. Diese sind alle im Kreis um das zentrale, mit Trinkwasser (!) bewässerte Grün befanden. Da nimmt man die Wassersparhinweise schon etwas weniger ernst.

Cheela Plains Station Stay
Cheela Plains ist eine familiengeführte, 138’000 Hektar grosse Rinderfarm mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 257mm. Die Rinder werden saisonal gehalten und sind ein integraler Bestandteil der Vision, das Weideland zu erhalten und zu verbessern. Der Aufenthalt auf der Farm begann 2012 und wächst und gedeiht jedes Jahr weiter.

Das Maskottchen der Cheela Plains Station ist der Pilbara Sand Monitor Lizard.

Die unten aufgeführten Selbstfahrer-Safaris kosten AUD 25 pro Fahrzeug. Für beide Strecken ist ein Allradfahrzeug erforderlich.

  • Beasley River Gorge (4h, 85 km Hin- und Rückweg für die gesamte Runde, Abfahrt vor 14 Uhr): Gäste haben privaten Zugang zu dieser spektakulären Schlucht, die einen einzigartigen Einblick in die alten geologischen Formationen der Erde bietet. Zu den Highlights gehören: Karte und Wegbeschreibungen mit Details zur einzigartigen Geologie der Beasley-Schlucht, Schwimmen im Mussel Pool, Erkundung der Wall, des Perentie Falls und der kürzlich eröffneten Quartzite Gorge.
  • Cheela Spring (2h, 44km hin und zurücl): Die Gäste können den Namensgeber der Station besuchen! Cheela leitet sich vom Aborigine-Wort „Cherlah“ ab, was Kalkstein (weißes Gestein) bedeutet. Nehmen Sie sich Zeit, um die vielfältige Vogelwelt der Region zu beobachten. Die Quelle befindet sich im Cheela Creek, einem Nebenfluss des mächtigen Ashburton River.


Wanderwege

Der Sunset Lookout ist in 30 Minuten zu Fuß vom Campingplatz aus zu erreichen und bietet einen atemberaubenden 360°-Panoramablick auf die Cheela Plains im Süden und die Ausläufer der Hamerlsey Ranges im Norden. Der Cave Walk ist eine einfache 6 km lange Rundwanderung. Es sind 2 Stunden für den Hin- und Rückweg einzuplanen. Hier fand 2019 sogar eine Familienhochzeit statt.

Red Plains Café
Das Red Plains Café ist täglich von 7:00 bis 14:00 Uhr geöffnet und bietet Barista-Kaffee, Tee, Kaltgetränke, Kuchen, Gebäck, Sandwiches und wechselnde Tagesangebote.

Shared Table Dinner
Von Montag bis Samstag wird jeden Abend um 18:20 Uhr im Red Plains Café ein Abendmenü serviert.
Die Gäste können authentische, rustikale Outback-Küche unserer Köche, inklusive Hauptgericht, Dessert und einem kostenlosen Getränk (Bier, Wein oder Softdrink) geniessen. Die Gäste können eigene alkoholischen Getränke mitbringen. Eine Reservierung für das Abendessen ist erforderlich.

Burger-Abend am Sonntag

Reservierungen sind bis 15:00 Uhr an der Rezeption notwendig. Die Burger werden um 18:30 Uhr am Lagerfeuer zubereitet und serviert. Vegetarische und glutenfreie Optionen sind verfügbar. Die Gäste bringen ihren eigenen Teller und Stuhl mit.

Ich habe den Camper geparkt, mir zwei Brote als Lunch gestrichen und dann die Wanderschuhe angezogen und mich eingekremt. Denn ich habe das 28° warme Wetter mit einem angenehm warmen Wind genutzt, um die 6km (hin und zurück) zum The Cave zu gehen. Die Höhle ist sehr beeindruckend, aber der grösstenteils schnurgerade Wirtschaftsweg eher nicht. Dafür hatte ich mir mit etwas Bewegung schon mal das gebuchte Dinner erarbeitet. Und in den untenstehenden Bilder kann man ganz gut einen Eindruck der „Red Plain“ zwischen den Ausläufern der Hamersley Range kriegen.

Und ich habe nochmals mein Flow-Meter getestet, im Internet in der FAQ nach einer Lösung gesucht und eine Email an den australischen Importeur dieser kleinen „Black Box“ (made in Shenzen) mit einem einzigen Reset-Knopf aber ohne richtige Anleitung geschrieben. Ich habe mir geschworen, mich darüber nicht mehr aufzuregen und habe das verbrauchte Wasser (das wiederum nur zu einem Drittel gemessen worden war) wieder mit dem gefilterten Stationwasser aufgefüllt.

Um 18:20 fand ich mich beim Red Plains Café ein. In Cheela Plains ist das Dinner ganz anders: Es ist eher eine authentische Station-Kantine als ein professionelles, award-winning Dining, wie in Bullara. Aber mit viel Station Charme und halt auch paar Nummern kleiner. Man sollte also mit der richtigen Erwartung hierher kommen. Schön ist, dass jeder auch hier einen Tisch zugewiesen kriegt. An meinem Tisch waren 5 Motorradfahrer aus Perth, die in der Minenindustrie arbeiten. Sie machen 600-800km/Tag (!) auf ihrem kurzen Rundtrip. Und am Tisch sass auch ein jüngeres Paar aus Irland, wo ich nicht ganz mitkriegte, ob sie hier arbeiten oder Urlaub machen. Aber mit viel Witz und Eloquenz mitdiskutieren konnte die bekennende Irin auf jeden Fall.
Man kann sich vorstellen, dass das eine sehr, sehr lustige Runde war. Die Leute haben sehr viel Schalk und Witz. Konnte ich auch zwischendurch mithalten. Den einzigen Harley Fahrer bashen und so. Er ist auch gleich mit Fussball-WM und dem heute nicht gewonnenen Schweden-Spiel ins Abseits geraten. Socializing können sie schon perfekt. Und Alkohol wird generell überraschend wenig getrunken.
Die Biker haben (glaube ich) auch versucht, mit mir etwas „verständlicher“ zu sprechen, als untereinander. Aber beim Thema Fussball komme ich auch auf Deutsch nicht draus.

Das sind wieder Erinnerungen, die bleiben. Mir ist geblieben, dass sich die Kultur der Witze und Neckereien sich fast nicht unterscheiden. Da findet man sich sehr schnell zurecht.

Nachts hat es dann zu regnen begonnen und der Regen hat auch nicht mehr aufgehört. Ich denke, die Leute der Station freuen sich nach der langen Trockenheit über etwas Regen. Es sind zwar nur ein paar Millimeter.

Fahrt zum Dales Campground

Von Cheela Plains bis bis zum Dales Campgound gab es nur Regen. Sowas aber auch, mitten in der Halbwüste. Von der Landschaft hat man im Grau der Wolken nicht so viel gesehen. Nur ein sehr grosser Raubvogel wollte mir auf der Strasse nicht Platz machen, da er sein Roadkill-Büffet nicht verlassen wollte. Da hatte mindestens 1.5-2m Spannweite, die er dann doch noch nutzte, als ich um ihn herumkurven wollte.
Ich bin die etwas längere Strecke via Paraburdoo gefahren, da bei diesem Wetter die Gravelroad des letzten Abschnitts definitiv keinen Spass machen würde. In Tom Price habe ich dann zuerst wieder aufgetankt, denn es sind ja nochmals knapp 110km bis zum Dales Campground, die ich am Montag auch wieder zurückfahren werde. An der Servo hatte es lustigerweise fast nur Aboriginals als Kunden. Wohl, weil gerade auch ein Community-Bus (mit einem fast platten Reifen) zum Tanken hielt. Ich habe dann im Coles auch gleich noch Lebensmittelvorräte aufgestockt. Der Laden hatte eine schön grosse Auswahl, das braucht es auch für die Ansprüche der vielen Minenarbeiter. Und ich habe tatsächlich eine Pfanne mit einem gläsernen 24cm Topfdeckel entdeckt, die ich natürlich sofort kaufen musste. Die Pfanne habe ich dann gleich ausserhalb des Ladens in einem Abfallkübel entsorgt und freue mich auf den Deckel für meine „grosse“ Bratpfanne. Da kann ich draussen super was kochen/braten oder sogar Pizza machen! Die Liste der noch zu kaufenden Gegenstände wird immer kleiner!

Nach einem kurzen Zwischenstopp beim Karijini Visitor Centre (das immer noch genau gleich ist wie vor 6.5 Jahren) bin ich zum Dales Campground gefahren und habe mich bei den beiden freundlichen Hosts angemeldet. Ich habe eine sehr schöne, grosse Site am Ende des Warlu Loop mit Aussicht und in der Nähe einer Toilette. Da freue ich mich auf die zwei kommenden Nächte. Hier bin ich noch vor dem stärkeren Regen und ohne Matsch angekommen. Aber nach meiner Ankunft hat es dann richtig geregnet. Die Gelegenheit habe ich positiv wahrgenommen, und das hintere grosse Panoramafenster endlich mal geputzt.

Ab heute Nacht soll es jedoch wieder schön werden. Aktuell (es ist Samstagabend) regnet es aber wieder ganz schön heftig. Aber ich bleibe ja 4 Nächte in der Gegend. Und mit dem schönen Wetter sollten auch wieder alle Gorges offen sein. Seit meinem letzten Besuch im November 2019 sind hier im NP alle Strassen befestigt worden, es gibt also fast kein Staub- oder Matsch-Abenteuer mehr. Und es gibt seit zwei Jahren eine neue Aussichtsplattform.
Die beiden Hosts haben etwas darüber gestaunt, dass ich schon zum dritten Mal hier bin und einen ziemlich guten Plan habe, wann und wie ich alles besuchen möchte!

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