Wilkommen im Lucky Country Australien

Meine Anreise nach Australien ging am Freitag eigentlich damit los, dass meine Identität beim westaustralischen „Strassenverkehrsamt“ erfolgreich bestätigt wurde, sodass mein Wohnmobil am Montag registriert werden kann. Plötzlich war ich total positiv aufgeregt, denn das war ein wichtiger Schritt, der nicht immer beim ersten Mal erfolgreich ist.

Am Freitag Abend bin ich gegen 18 Uhr die kurze Strecke von Oerlikon zum Flughafen gefahren, habe im fast leeren Flughafen meine zwei Koffer abgegeben, bin aus der Schweiz ausgereist und habe es mir in der Business Lounge bei den E-Gates gemütlich gemacht. Um 20:40 ging mein SWISS Flug nach Singapur!

Ich bin manchmal selber erstaunt über mich, wie ich einfach so um die Welt tuckere mich fast wie in einem wunderschönen Film fühle.

Ich konnte auf dem Flug nach Singapur einigermassen schlafen, das Bett in der alten Business Class von Swiss ist aber eng und ziemlich hart, besonders wenn die Sitzfläche des Sitzes die Luft verliert…

In Singapur bin ich nach der etwas zu frühen Landung mit dem Skytrain einfach zu T3 durchgerauscht (am Gate warteten schon Mitarbeiter und haben das Anschlussgate und den Weg erklärt), konnte dort fast sofort ins Gate rein und hatte gerade noch Zeit, in Ruhe die Zolldeklaration / das Einreiseformular (mit den unzähligen „No“) auszufüllen. Dann wurde schon Business geboardet! Der Flug mit SIA war dann nur noch knapp 4.5h lang, also genügend Zeit für das sehr feine Mehrgang-Menü und nach einem Willkommens-Champagner ziemlich viel französischen Rotwein. Der Service des SIA Personals ist einfach super. Auch in Perth war die Ankunft gut 10 Minuten vorzeitig.

In Perth ging es gegen 24 Uhr nach der digitalen Einreise und der zügigen Gepäckübernahme mit den dem Einreiseformular und der Quittung der digitalen Einreise sehr rasch weiter zu Immigration.  Die junge Immigrations-Beamtin hat mich nur gefragt, ob ich alleine unterwegs sei und ob ich 12 Monate in Australien sei. Beides konnte ich bejahen und war dann schon wilkommen im Lucky Country. Die Biosecurity-Hunde müssen wohl nachts nicht arbeiten, das ging extrem einfach und rasch.

Die Reihe der wartenden Taxis hatte ich rasch gefunden. Der indischstämmige Taxifahrer hat mir dann seine Situation mit 8 Kindern (und weiteren Enkelkindern) erzählt, die sich nicht wie in Indien um ihren Vater/Opa kümmern, seitdem er geschieden sei und doch gar nicht kochen könne! Nun ernährt er sich halt mit Sandwiches. Ich musste ihm auf seinem Handy auf Google Maps das Hotel eingeben, damit er den Weg fand. Den Anweisungen von Maps wollte er aber nicht immer ganz folgen. Das war interessant zu verfolgen, aber die Strassen waren ja fast leer. Da lag vielleicht ein kleiner Umweg mit drin.

Kurz vor 01:00 war ich dann schon im Hotel. Biologisch war es für mich ja erst 18 Uhr. Daher war ich ziemlich gut drauf und habe mich köstlich mit dem Mann an der Reception unterhalten. Ich sei sein allererster Schweizer Gast, meinte er. Nummer zwei und drei (aus der Schweiz) standen aber direkt neben mir an der Rezeption bei seinem Kollegen. Zufälle gibts, die beiden waren auf Asien-Tour und kamen aus Bali. Ich kriegte gleich ein Late-Checkout geschenkt und zwei zusätzliche Flaschen Wasser.

Nach ein paar Stunden guten Schlaf (ab irgendwann zwischen 01:30 und 02:30) bin ich dann um 9 Uhr zum Frühstück. Das war schon fast leer gegessen, aber für ein warmes Frühstück (Bohnen mit Tomatensauce, Rührei und Co.) und ein paar Früchten mit einem kleinen Rest griechischen Joghurt reichte es. Da der Mobile-Laden (Telstra) für meine neue eSIM in der Fussgängerzone sonntags erst um 11 Uhr aufmacht, habe ich mein Gepäck an der Rezeption deponiert und etwas die nähere Umgebung erkundet. Es waren ja schon sonnige knapp 20° draussen. Dann habe meine neue Mobilenummer erhalten – so einen kundenfreundlichen Prozess von A-Z habe ich selten (eigentlich noch nie) erlebt.

Nach dem erfolgreichen Kauf der eSIM habe ich in der U-Bahnstation um die Ecke am Automaten (noch ohne Gepäck) kurz nachgeschaut, mit welchem Ticket ich denn nach Rockingham komme. Ich scheine einen etwas ratlosen Eindruck gemacht zu haben, denn da kam schon ein freundlicher Mitarbeiter und hat mir erklärt, dass seit Oktober der ganze ÖV am Sonntag gratis sei, ich könne daher mit meiner Bankkarte an den Schränken oder im Bus ein- und auschecken. Unter der Woche kostet ein Ticket für das ganze Netz für 3h Fahrt AUD 3.50 (CHF 1.90) und für 24h AUD 7.00 (CHF 3.80). Es gibt nur eine Zone, nämlich das ganze Netz. Ein immer kostenloser Service von Transperth sind die drei Linien der sogenannten CAT Busse im Zentrum (CBD) von Perth. Diese fahren alle 15 Minuten und bewegen sich auf einer Kreisroute. Tagsüber wäre ich auch vom Flughafen in die Stadt (20km) mit ÖV gefahren.

Als ich dann etwas später mit den beiden Koffern wieder im nahen U-Bahnhof ankam, wurde ich gleich nochmals von einem anderen Mitarbeiter freundlich empfangen und zum Lift und Perron 2 geleitet.
Dort sah mich der andere Mitarbeiter von vorhin und wir haben 10 Minuten äusserst nett geplaudert, bis die nächste U-Bahn nach Rockingham kam. Die Fahrt in der fast leeren Bahn ins rund 40km entfernte Rockingham war sehr angenehm.

Dort stand dann eine der beiden Buslinien an der Haltestelle und ich fragte die Busfahrerin, ob ihre Linie auch zu meinem Hotel fahre. Auch sie war total kundenorientiert und hat mir dann auf der Fahrt nach hinten gesagt, wann meine Station kommt. Mit ihrer Linie kriegte uch eine kleine Sightseeing-Tour entlange der Foreshore (aka Promenade) von Rockingham. Ich fühlte mich auch dort wie ein VIP.

Nun war ich in meinem grossen Apartment (Quest Rockingham) angekommen, nur eine Strasse vom langen Strand entfernt. Nördlich ist übrigens ein grosser Hafen (Kwinana), unter anderem mit der grössten Naval Base der australischen Armee (mit U-Booten). Die grossen Getreidespeicher sehe ich von meinem Balkon. Das Apartment ist viel grösser und angenehmer, als ich es erwartet hatte. So macht das richtig Spass!


Ich war gleich am Sonntag schon für die nächsten Tage im lokalen, etwas teureren IGA einkaufen. Da muss ich mir keine Sorgen mehr machen, hungern zu müssen. Ansonsten hätte es an der Promenade viele Restaurants. Mal schauen, zu was ich Lust haben werde.

Es war richtig schön warm in Rockingham, aber eben gab es nach (!) meinem Einkaufsspaziergang einen kurzen Regenschauer. Ab Montag ist dann nur noch blauer Himmel angesagt. Es herbstelt, viele Bäume verlieren ihre Blätter. Und ich habe mich schon daran gewöhnt, dass links gefahren und englisch gesprochen wird. Und das Gezwitscher und Geschrei der Vögel hebt auch die Ferienstimmung.

Am Montag Morgen habe ich dann mit Rob, meinem Womo-Händler von RV Centre WA (etwa 3km entfernt vom Hotl) gesprochen. Er hat sich die letzten Monate die ganze Zeit hervorragend darum gekümmert, dass die Übergabe und die Ausstattung meines Womos termingerecht ablaufen und einfach perfekt sein wird! Wir haben kurz den Ablauf der nächsten drei Tage besprochen und abgemacht, dass er kurz vorbeikommen würde. Dann haben wir uns in der Hotellobby seit September das erste Mal real gesehen! Das war ein lustiger Moment. Ich unterschrieb die benötigten Formulare für die Registration des Wohnmobils und wir haben letzte Details der Installationen, der Zahlung und den Ablauf bis Mittwoch besprochen. Am Nachmittag werden die besprochenen, etwas breiteren 5 AT-Reifen von Bridgestone aufgezogen. Und das Fahrzeug kann dann eingelöst werden. Am Dienstag findet die Reinigung statt und der 12V-Elektriker installiert die zwei von mir gelieferten 12V-Anschlussbuchsen (PD 100W) sowie den DC-DC Konverter für Starlink, wenn ich das Starlink Mini draussen aschliessen möchte. Am Mittwoch Morgen haben wir den Termin für die Übernahme vereinbart. Danach habe ich gleich noch telefonisch eine Vollkaskoversicherung bestelt und bezahlt. Der Rest des Montags war zum Ausruhen gedacht, denn nach so vielen emotionalen Erlebnissen war ich ziemlich platt.

Am Dienstag Morgen bin ich dann zuerst mal die 2km bis Rockingham Shopping Centre gegangen und habe bei Kmart alles eingekauft, was ich für das Schlafzimmer, die Küche und das Bad an Textilien und Zubehör benötige. Die zwei grossen Taschen und den Rucksack habe ich dann nach Hause ins Apartment geschleppt. Dann ging es nochmals los zum 2.5km entfernten BCF (Boating Caming Fishing), denn dort habe ich mir einen faltbaren Tisch, einen faltbaren 240V-Wasserkocher und ein kleines CB-Funkgerät gekauft. Nach dieser fast 4-stündigen Wanderung habe ich mir ein feines Fish&Chips Dinner und einen Ausflug an die Foreshore von Rockingham gegönnt.

Am Mittwoch Morgen gab es dann doch noch einen kleinen Dämpfer in der ganzen Euphorie. Rob rief mich um 8 Uhr an und teilte mir mit, dass die Zulassungsstelle den Umlaut meines Nachnamens nicht als „UE“ sondern als „U“ registrieren wollte. Als mussten der Kaufvertrag sowie das Zulassungsformular angepasst und nochmals unterschrieben werden. Aber schon vor dem Mittag kriegte ich dann den Anruf, dass alles geklappt hat und die Übernahme am Mittag stattfinden kann!

Rob holte mich am Mittag ab und da stand dann tatsächlich mein eigenes Wohnmobil. Es war einfach perfekt und vor allem drinnen deutlich grösser als ich mir das vorgestellt hatte. Das Gefühl war unbeschreiblich gut.

Wir haben noch die letzte Zahlung der 12V-Installation abgewickelt. Dann habe ich den finalen Kaufvertrag, die Quittungen und die Registrationsunterlagen erhalten und Rob hat mir sehr ausführlich das ganze Wohnmobil vorgestellt. Die ganzen Features und der Luxus sind schon genial. Und die Qualität des Aufbaus und der Installationen scheinen top zu sein. Die Platzverhälnisse innen sind richtig gut. Ich habe gleich noch einen Kompressor bei Ironman 4×4 gekauft und man hat mir am Kompressor auch gleich noch den passenden 12V Anderson Stecker für den vorhandenen Aussenanschluss montiert. Dann haben wir noch die paar Pakete ausgepackt, welche ich zu Rob geschickt hatte: Reoveryboards, Campingstuhl mit Zubehör und ein Starlink Mini.

Diese komplette „Customer Journey“ von meiner Anfrage letzten September bis zur heutigen Übergabe des Wohnmobils hätte man nicht perfekter machen können. Ich bin total begeistert.

Und so bin ich dann einfach losgefahren, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Ich habe meinen C281 auf dem Parkplatz des Hotels geparkt und dann alles im Apartment zwischengelagerte Material (welches ich aus der Schweiz mitgenommen und was ich in Rockingham gekauft hatte) mal provisorisch eingeräumt.

Ich bin der stolze und begeisterte Besitzer eines in Westaustralien registrierten Sunliner C281 Wohnmobils!

Morgen Donnerstag geht die australische Reise dann entlang der westaustralischen Küste Richtung Norden los. Ich freue mich gigantisch und werde sicher wieder wunderbar schlafen können.

4 Antworten zu „Wilkommen im Lucky Country Australien“

  1. Avatar von tenaciouspeachbebd2b617a
    tenaciouspeachbebd2b617a

    Hallo Michael

    Schön, hat alles so gut geklappt. Wir wünschen Dir eine sichere und spannende Reise und freuen uns über Deine ausführlichen Berichte!

    Viele Grüsse, Thomas

    1. Danke Thomas! Es fühlt sich richtig gut an, wieder hier unterwegs zu sein.

  2. Avatar von Catherine Martin
    Catherine Martin

    Welcome back Michael. I’m looking forward to being a “back seat” virtual traveller via your blog!

    Cathy

    1. Thanks, Cathy!
      I will certainly be able to share numerous beautiful experiences.

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