Regen im Urwald, daher nochmals Götakanal

Heute hatte ich vor, im Urwald Tived, dem jüngsten Nationalpark Schwedens, einen Besuch abzustatten. Der Wald ist übersät mit riesigen Steinbrocken und lebt jetzt noch von schaurigen Erzählungen über Trolle, Räuber, Bären und Wölfe. Die südlichste Wildnis Schwedens!
Aber es ist schon fast Tradition: Wenn ich einen Urwald besuchen möchte, regnet es in Strömen. Ich war heute Morgen froh, dass ich nach dem ausgiebigen nächtlichen Regen das Dach meines Fahrzeugs trocken einklappen konnte, bevor der Regen weiter ging. So musste halt der Urwald unbesucht bleiben.

Am Mittag kam ich in Motala an, wo der Götakanal aus dem Vättern sich auf den Weg zur Ostsee macht. Da es auf dieser Strecke zwei imposante Schleusentreppen gibt, wollte ich diese als Ersatzprogramm besuchen. Und siehe da: Schönes, sonniges Wetter! Aber in den Urwald hätte ich bei dem Pflotsch trotzdem nicht gehen wollen.

In Berg sind es 11 Schleusen!
Berg : 2 Schleusen mit 5,6m
Oscar: 2 Schleusen mit 4,8m
Carl Johan: 7 Schleusen  mit 18,8m

So sieht das dann aus:

Götakanal-Schleusen bei Berg

Götakanal-Schleusen bei Berg

Das sind die 7 Carl Johan Schleusen am Roxen (See).

Danach kommt ein kleiner Warteraum/Hafen und die weiteren beiden Schleusenpaare. Im Bild der Warteraum von den Oscar Schleusen her gesehen.

Götakanal-Schleusen bei Berg

In Borenshult gibt es eine Schleusentreppe mit 5 Schleusen (15.2m) zum Boren (See) zu bestaunen. Das ist auch ganz nett, da etwas weniger touristisch ausgeschlachtet.

Götakanal-Schleusen bei Borenshult

Götakanal-Schleusen bei Borenshult

Götakanalschiff Wilhelm Tham in Motala

Mit solchen historischen und auch neuen Schiffen, kann man Tagesausflüge von Motala nach Borensberg oder von Berg nach Borensberg machen (je 20km und rund 7h). Die Cruise ab Motala hatte ich vor 8 Jahren schon mal gemacht. Wenn ich nochmals wählen müsste, dann würde ich wohl ab Berg fahren: Mehr im Kanal und wohl auch mehr Schleusen. Dafür weniger über die Sehenswürdigkeiten am Ufer zu erzählen.

Zu den bekanntesten Kanalschiffen gehören Juno, Diana und Wilhelm Tham (auf dem Bild). Die Juno wurde 1874 dem Dienst übergeben und ist damit eines der ältesten im Dienst stehenden Passagierschiffe der Welt.

Der Götakanal war übrigens nie wirtschaftlich bedeutend. Wer hätte beim Bau des Kanals gedacht, dass wenige Jahrzehnte später die Eisenbahn das wichtigste Transportmittel werden würde?

Nach dem Besuch der Schleusentreppen bin ich in Motala auf einem schon fast historisch anmutenden Campingplatz (auf/an einem Sportplatz) am längsten Binnenstrand Schwedens (2km), dem Varamobad. Trotz knappen 17-18° und sehr frischem Wind sind die Kinder in Badekluft die Strasse entlang gekommen!

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