Tagesausflug zum Cape Reinga mit dem 4WD Bus

Cape Reinga könnte man mit dem eigenen Fahrzeug erfahren. Da würde eine Fahrt auf dem Strand wegfallen und der Tag bestünde vor allem aus 200km Fahrt auf einer kurvenreichen Strasse. Daher habe ich mich für einen Tagesausflug mit dem Bus entschieden.

Cape Reinga befindet sich an der Nordwestspitze der Aupōuri Peninsula, 95km nordwestlich von Kaitaia, dem letzten grösseren Ort im Far North District. Das Cape bildet den nördlichsten Öunkt von Neuseeland
In der Verlängerung des Cape Reinga nach Norden vereinigen sich die westlich des Kaps liegende Tasmansee und der nördlich und östlich des Kaps erstreckenden Pazifische Ozean.
Für die Māori treffen Te Tai o Rehua von Westen, das männliche Prinzip verkörpernd, auf Te Moana Nui a Kiwa von Osten, das weibliche Prinzip verkörpernd, am Cape Reinga aufeinander und symbolisieren damit die Entstehung des Lebens.
In der Mythologie der Māori besitzt Cape Reinga eine besondere Bedeutung. Es wird erzählt, das über das Kap und der Untiefe von Te Nuku-o-Mourea die Seelen der Verstorbenen sich auf die Suche nach dem Gipfel Ōhau der Insel Manawatāwhi (Three Kings Islands) begeben und von dort aus, nach einem letzten Blick zurück in Richtung Aotearoa (Neuseeland), sich aufmachen auf ihren letzten Weg nach Hawaiki, dem Ort ihrer Ahnen.

Unser kleine Gruppe vom Holiday Park in Ahipara wurde um 08:30 von einem Kleinbus abgeholt und Kaitaia gebracht. Dort warteten auf dem Parkplatz einer Schreinerei, welche versunkene, 45’000 Jahre alte Kauri-Bäume zu Tischen und Kunsthandwerk verarbeitet werden, schon mehrere grosse 4WD Busse. Der Laden der Firma zeigte sehr teure Tische und als Highleugt nich ein Treppenaufstieg in einem alten Baumstamm (aus einem Stück)!

Denn die 90 Meilen lange Halbinsel besteht komplett aus Sand einer Vulkaneruption und die auf der Westseite befindliche 90 Mile Beach kanb bei Niedrigwasser befahren werden!
So brausten wir also nach einer kurzen Anfahrtsstrecke über mindestens 60km auf dem Strand dahin. Nach einem Stopp zum Fotografieren der riesigen Dünen fuhren wir in einer Furt zum Fuss einer der hohen Dünen.

Denn dort konnte man über den sehr steilen Abhang Sandboarden. Nach einer Instruktion und dem Aufruf zum Einhalten der Regeln ging die Truppe den steilen Dünen Abhang rauf. Beim Runterschlittern könnte man mit den Füssen bremsen. Zum Fotografieren fand ich das ziemlich lustig. Aber selber ausprobieren hatte ich keine Lust. Das war mir etwas zu steil.

Danach fuhren wird zum Kap und dachten auf der Fahrt alle sehr ei dringlich an blauen Himmel. Denn die Wolken drückten an die Dünen und wir befanden uns mitten im Nebel. Die Gedanken nutzten aber nichts und so machten wir den Weg zum Leuchtturm im Nebel. Wegen der spirituellen Bedeutung des Ortes, es ist ein Versammmungsplatz (Marae) der Māori, darf man kein Essen und Trinken mitnehmen.

Um die Bedeutung des Ortes für die Māori den Besuchern des Kaps zu verdeutlichen, wurde am Zugang zum Kap ein Eingangstor errichtet. Sobald ein Besucher den Eingang erreicht, ertönen mystische Klänge, die akustisch die Seelenwanderung verdeutlichen und den Ort für Besucher als einen heiligen Ort erkennbar machen sollen. Auf dem dann folgenden Weg zum Cape Reinga Lighthouse erklären weitere Info-Tafeln etwas zur Mythologie des Ortes und zur umgebenen Natur.

Das Cape Reinga Lighthouse wurde im 1941 in Betrieb genomen. Es ist inzwischen vollautomatisiert und nun eine gut beworbene Touristenattraktion am Kap. Ein Hinweisschild vor dem Leuchtturm zeigt die Entfernung wichtiger geographischer Ort und Städte an.

Wir haben am Kap zwar den Leuchtturm und den Wegweiser und ansatzweise ein paar Wellen der Tasmanischen See gesehen, aber ansonsten nur graue Nebelsuppe.

Wieder zurück beim Bus wurden wir auf einem Picknickareal mit einem sehr feinen Lunch verköstigt. Leider auch hier sozusagen im Nebel.

Auf der langen Rückfahrt über die Strasse machten wir noch kurz in der wunderbaren Rarawa Beach im Sonnenschein halt. Deren Sand besteht nicht aus Vulkanasche, sondern aus Korallenkalk, welcher von den Fischen beim Fressen der Polypen ausgeschieden würde. Daher ist der Sand auch so schön weiss.

Nach der Ankunft in Kaitaia ging es dann wieder zurück nach Ahipara.

Schade, dass das Wetter nicht mitgespielt hat. Bei schönerem Wetter wäre dieser günstige (nur nz$ 70.-) Ausflug mit Dune Rider Tours sichernoch schöner gewesen. Aber so habe ich nebenbei auf der Fahrt auch noch sehr viel über die lokalen Gegebenheiten (Entwicklung der Landwirtschaft, das tägliche Leben der Leute) und die Kultur der Māori lernen dürfen. Sehr viel Agrarland gehört früher dem Staat. Nachdem dieses in eine privatrechtliche Firma überführt wurde, welche den Bauern gehört, verändert sich einiges. Die übliche Vieh- und Milchwirtschaft wird immer mehr durch Gemüse-, Früchte- und Beerenanbau abgelöst. Avocado-Farmen sid überall sichtbar, es werden Blaubeeren, Kürbisse, Erdbeeren und vieles mehr angepflanzt. Es gibt ja keinen Frost und Niederschlag hat es auch genügend. Nur Ananas wächst hier nicht.

Und ich hatte ein langes Gespräch mit meiner Sitznachbarin aus Kanada über dieses und jenes…

Abends habe ich mich im gemütlichen Ahipara Holiday Park dann von den Strapazen der langen Busfahrt erholt…