Rottnest Island mit dem Fahrrad erkunden

Rottnest Island, 30 Schnell-Fähr-Minuten vor Perth gelegen, wurde von den Holländern so genannt, weil sie glaubten, auf der Insel ein ganzes Nest von Ratten entdeckt zu haben. Dabei waren das die kleinste Känguru-Art: Quokkas!

Die Quokkas sind natürlich die allerbeste Werbeikone für diese Insel. Aber ich glaube, die Bewohner von Perth schätzen die Insel mehr wegen den unzähligen, genormten Ferienhäuser entlang der ersten von vielen schönen Badebuchten. Diese liegen, mindestens bis am Mittag, im Windschatten.

Die Insel mit ihren zwei Leuchttürmen lässt sich mit einem alle paar Minuten fahrenden Linienbus oder mit einer Bustour erkunden. Letztes Mal hatte ich eine Bustour gebucht (das ist der damalige Beitrag, die Linienbusse gab es meines Erachtens noch nicht) und wollte nun bei weiterhin perfekten Wetterbedinungen, eigentlich die bessere Art der Inselerkundung wählen: Das Fahrrad!

Ich buchte also ein Kombiticket mit dem Rottnest Express und einem Fahrrad. Der Hotelbus holte mich und ein paar weitere Gäste um 0830 am Fremantle Village ab und fuhr uns zum B Shed am Hafen. Vor der Abfahrt könnte ich also noch etwas die Schiffe im Hafen bewundern. Die Schnellfähre ging um 0930 los und benötigt 30 Minuten bis zur Insel.

Dort angekommen, fasst man gerade beim Aussteigen ein Fahrrad ab der Fähre und kann sogleich losfahren. Ich dachte mir, dass ich zuerst entlang der windgeschützten Strände gegen die Windrichtung bis zum West End fahre und dann einigermassen mit dem (ab Mittag immer sehr stark werdenden) Wind zurück entlang der anderen Küste zum Settlement fahre. Für die gut 25km hatte ich fünf Stunden Zeit.

Und schon ging es los mit dem ersten Leuchtturm, sehr vielen Ferienhäusern und den paradiesischen Buchten.

So geht es weiter bis zum West End. Ich habe mich dann für eine der letzten Buchten entschieden und habe dort etwas die Sonne genossen. Das Wasser war mir zum Schwimmen aber etwas zu kalt, muss ich zugeben. Es würde sich aber toll zum Schwimmen und Schnorcheln anbieten.

Bis zum West End muss ich dann ziemlich gegen den starken Wind und die Höhendifferenzen über die Dünen kämpfen. Ich muss sogar bergabwärts ziemlich treten und komme kaum aus dem ersten zum zweiten Gang.

Beim West End kann man die Kolonie der New Zealand Fur Seals (neuseeländische Pelzrobben) besuchen. Immer wieder faszinierend, den Tieren zuzusehen, wie sie auf der Seite schwimmend schlafen können. Oder wie sie sich um die Achse drehend die Zeit vertreiben.

An den Ufern und in den umliegenden Gewässern von Rottnest leben neuseeländische Pelzrobben und australische Seelöwen. Diese aussergewöhnlichen wilden Tiere können von Besuchern gefunden und beobachtet werden. Aber sie können gefährlich und leicht gestört werden. Sie sollten daher immer aus sicherer Entfernung bewundert und vorsichtig mit dem Boot oder Kajak angefahren werden. Bei Cathedral Rocks lebt eine Population von New Zealand Fur Seals auf den exponierten Felsen. Sie gehen hauptsächlich nachts auf Futtersuche, oft am Rande des australischen Festlandsockels, und jagen nach kleinen Schulfischen und Tintenfisch. Die Rottnest Island Authority fördert den Schutz und die Erhaltung der neuseeländischen Pelzrobben.

Am West End wir dann man dann fast vom Boardwalk geblasen.

Es ist nun schon 13 Uhr und es wird Zeit, den Rückweg anzugehen. Wie toll ist doch etwas Rückenwind. An der schmalsten Stelle, bei Rocky Bay, wartete dann endlich eine kleine Bank auf mich. Dort konnte ich meinen kleinen mitgebrachten Lunch (zwei Bananen und einen Müesli-Bar) verzehren. Entlang den gut 10km Küste auf der windzugewandten Seite reihen sich auf viele schöne Buchten. Von einer sieht man sogar bis zur Skyline von Perth. Und man kann den zweiten Leuchtturm sehen und besuchen.

Im Settlement angekommen, kann ich dann auch noch ein paar Quokkas fotografieren. Die sind hier ziemlich von den Menschen verdorben und suchen sich alles zusammen, was essbar ist. Wenn sie irgendwo eine Frucht riechen, dann betteln sie ungeniert. Nur darf man sie weder füttern noch berühren: Das ist bei Strafe verboten.

Schade nur, dass meine Handykamera beim frech guckenden Quokka nicht auf den Kopf scharf gestellt hat…

Die 4.5h Fahrradrundfahrt über 30 windige und hügelige Kilometer hat richtig viel Spass gemacht!

Im Ort habe ich mir einen warmen Pie und ein Getränk in der sehr gut sortierten Bakery erlaubt. Die Krähen dort sind extrem frech, und würden Dir in Sekundenschnelle das Essen wegklauen. Mir hat die Krähe die nach dem Essen zusammengeknüllte Papiertüte entrissen und auf dem Baum feinsäuberlich die paar wenigen Saucenflecken aus dem Papier rausgehackt!

Dann ging es um 1530 mit der Fähre wieder zurück. Das hat ganz schön geschaukelt und gespritzt, als die Fähre mit voller Geschwindigkeit zurück nach Fremantle fuhr.

Da der Hotelbus erst nach der 1630 Fähre um 1700 fuhr, habe ich den am Morgen angekommenen japanischen Eisbrecher und das schöne Segelschiffe bestaunt.

Es hat nach den paar recht bewegungsarmen Strandtagen wieder einmal richtig gut getan, sich etwas zu bewegen und den Kreislauf anzuregen. So kann man nachts richtig gut schlafen…

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