Ein abgebrochener Ausflug ans Cape Peron ist auch ein Abenteuer…

Heute Morgen habe ich meinen Ausflug (mit Übernachtung) in den Francois Peron NP an das Cape Peron in Angriff genommen.

Der Francois-Peron-Nationalpark umfasst 52’000ha trockenes Buschland, flach hügelige Sandebenen und kreisförmige Vertiefungen, begrenzt durch eine spektakuläre Küstenlandschaft auf der Halbinsel Peron.
Weltkulturerbe
Der Park liegt innerhalb der Shark Bay World Heritage Area. Seine
Küstenlandschaften und vielfältige Lebensräume für Wildtiere gehören zu den vielen
Gründen für die Auflistung des Kulturerbes.
Erbe der Ureinwohner und Geschichte
Shark Bay ist das traditionelle Land der drei Aborigines
Gruppen: die Malgana, Nhanda und Yingkarta.
Malgana-Sprecher haben den zentralen Teil
von Shark Bay, einschliesslich der Peron-Halbinsel, während etwa 25’000 Jahren besiedelt. Wulyibidi ist der malganische Name für Peron Peninsula und
Gutharraguda, was „zwei Buchten“ bedeutet, ist der Name für Shark Bay.
Französische Entdecker waren die ersten Europäer, die Berichte über
Malgana im frühen 19. Jahrhundert vorlegten: François
Perons akribisch dokumentierte Anthropologie, Ozeanographie,
Meteorologie und Zoologie in den Jahren 1801 und 1803 der Expeditionen von Nicholas Baudin. Der Park trägt den Namen von Peron in Anerkennung seines Beitrags zur Erfassung der australischen Natur- und Sozialgeschichte.
In den späten 1880er Jahren wurde in Herald Bight ein Perlenlager gegründet: Die Perlmuttschalen liegen immer noch am Strand.
Dort befand sich auch eine Konservenfabrik, deren Überreste
noch heute sichtbar sind. Die ganze Peron-Halbinsel
wurde als 100’000ha grosses Schaffarm geführt. Die
Station existierte bis 1990: In diesem Jahr wurde sie
von der Landesregierung gekauft.
Der François-Peron-Nationalpark wurde danach im Jahr 1993 offiziell gegründet.

Der Weg besteht ab dem ehemaligen Peron Homestead aus einem einspurigen, rund 45km langen Track, der sandig bis tiefsandig ist. Also nur für 4WD mit genügend Bodenabstand geeignet.

Beim Start der Piste hat es zwei Luftpumpstationen, damit man für den Sand die Luft auf 20psi ablassen und nach dem Abenteuer wieder aufpumpen kann. Es gibt extra einen Flyer, wie man sich verhalten soll.

Das habe ich dann gemacht, habe aber eine Marge für die inzwischen heissen Reifen eingerechnet. Im Nachhinein weiss ich, dass das ein Fehler war. Die warmen/heissen, nicht die kalten, Reifen soll man auf 18psi (oder 20psi) ablassen.

Die ersten gut 30km waren cool, die Teilstrecken entlang der Salz- und Schlammseen waren auch beeindruckend.

Nur die Elektronik für die Spurhaltung hat sich immer wieder eingeschaltet und das ABS hat geregelt. Das war ärgerlich.

Aber dann habe ich meinen Cape Peron Ausflug nach gut 2/3 der 45km langen Strecke doch abgebrochen. Denn in einer längeren, tiefsandigen Stelle standen zwei Autos und ich musste anhalten. Ein Auto war eingegraben und eines hat geholfen. Damit war’s dann auch aus mit meiner Fahrt: Festgefahren. Es ging weder vor- noch rückwärts. Reifendruck stark reduzieren, Buddeln und Hilfe einer Winde machten mein Auto nach einiger Zeit wieder flott. Über die fremde Hilfe war ich sehr froh. Ich bin dann rückwärts (mit Untersetzung) die wenigen hundert Meter zurück zum nächsten Salzsee gefshren, wo es Platz zum Parken und Durchatmen gab und pumpte die Reifen wieder wieder auf 18psi auf. Ein Tourguide hielt an und wollte mich zur Weiterfahrt animieren. Aber auch ein vorbeifahrender Ranger konnte mich nicht überzeugen, es nochmals zu versuchen.

Knapp bis zu South Gregories (siehe Karte) bin ich gekommen.

Ich entschied für mich, zurück zu fahren und in Ruhe den Nachmittag zu geniessen. Ein Gelingen jedes Vorhabens muss ja nicht erzwungen werden.

Aber sehr schade für die Szenerie mit den tiefroten Kliffs am Kap; sicher besser für meine Nerven. Und ich muss ja auch noch ein Ziel für das nächste Mal haben: Wie es richtig geht, weiss ich jetzt…

Den 10km langen Abstecher nach Big Lagoon nahm ich als Alternative nicht unter die Räder.

Für einen Besuch des Homestead inklusive Warmwasser-Pool hatte ich auch keine Lust mehr. Ich kann mir gut vorstellen, wie die ehemalige Schaffarm ausgesehen hat. Das Gebiet ist ja inzwischen durch einen elektrischen Zaun an der schmalsten Stelle bei Shell Beach abgetrennt und man hat mit dem Project Eden versucht, alle nicht einheimischen, eingeführten Säugetiere (12’500 Ziegen, 15’000 Schafe, Rinder, Hasen, Füchse und Katzen) zu eliminieren. Das war wohl erfolgreich (nur nicht bei den Hasen), aber der erhoffte Effekt auf die Vielfalt der wieder neu angesiedelten einheimischen Tierwelt war recht gering. Von sechs wieder eingeführten Arten haben zwei sich einigermassen erfolgreich verbreitet: Malleefowl (Leipoa ocellata) und Greater Bilby (Macrotis lagotis).

Jetzt versucht man das selbe Vorgehen nochmals mit der westlich liegenden Dirk Hartog Insel. Die ist übrigens per kleiner Autofähre auch erreichbar und soll auch ein Nationalpark werden. Dort sind die Dünen aber weiss. Und man kann den westlichsten Punkt Australiens besuchen.

Wer weiss, wie das in zehn Jahren aussehen wird? Wird man diese Wildnis auch besser für den Tourismus erschliessen?

Ich habe dann den Boardwalk am Eagle Bluff besucht und die sehr vielen Haie sowie einzelne Schildkröten, einen Rochen und ein paar Greifvögel von weit oben beobachtet. Shark Bay heisst definitiv aus gutem Grund so.

Das hat die Nerven unheimlich schnell beruhigt. Vielleicht waren’s aber auch die je zwei Bananen und Mandarinen.

Dafür schwimme ich jetzt im überraschend grossen Pool des schön renovierten Shark Bay Caravan Park mitten in Denham. Die erhöhte Lage im Ort hält auch gut den weiterhin recht starken Wind ab. Und ich habe einen der seltenen schattigen Plätze bekommen.

Da kann ich morgen entspannt die (letzte) sehr lange Strecke nach Kalbarri absolvieren. Dort ist die Wildnis inzwischen gezähmt und es hat keine Gravel Roads mehr. Vor 6 Jahren konnte man in diesem NP nur einen einzigen Lookout auf asphaltierter Strasse erreichen. Den hatte ich damals umso mehr genossen.

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