Dugongs im Shark Bay Marine Park auf einer Katamaran Tour entdecken

Ich fange mal wieder mit den lehrreichen Fakten an:

Was ist ein Dugong? Der Dugong (Dugong Dugon) ist ein faszinierendes Meeressäugetier, das bis zu drei Meter lang werden kann, über 400 Kilogramm wiegt und über 70 Jahre lebt. Es wird oft als „Seekuh“ bezeichnet, da es das einzige Meeressäugetier ist, das ein Pflanzenfresser ist und fast ausschließlich von Seegras lebt. Der Dugong ist mehr mit Elefanten verwandt als mit Delfinen oder Walen.

Wie sehen Sie aus? Dugongs haben eine rundliche Körperform und sind hellbraun, während die jungen Kälber ein noch helleres braun haben. Sie haben einen abgeflachten Schwanz (wie ein Delphin), aber (im Gegensatz zu Delphinen) keine Flosse am oberen Rücken. Sie haben auch paddelartige Flossen und eine markante Kopfform. Ihre Münder sind gross und die Oberlippe ist mit Borsten bedeckt, die zum Auffinden und Knabbern von Seegras verwendet werden. Ihre Nasenlöcher befinden sich in der Nähe der Vorderseite des Kopfes, wodurch auch dann atmen können, wenn sie mit dem grössten Teil ihres Körpers unter der Oberfläche sind. Die Ohren und Augen des Dugongs befinden sich auf der Seite seines Kopfes.

Wo leben sie? Australische Dugongs leben im seichten, warmen Wasser Nordaustraliens, vom Shark Bay Marine Park in Westaustralien, im Norden und bis zur Moreton Bay in Queensland. Es wird angenommen, dass es in australischen Gewässern 80’000 Dugongs gibt. Der Shark Bay Marine Park hat mit mehr als 10’000 Einwohnern die grösste Dugong-Population der Welt hat. Die meisten wichtigen Dugong-Lebensräume in Westaustralien sind in Meeresparks, Meeresschutzgebieten oder geplanten Meeresparks geschützt. Neben dem Shark Bay Marine Park sind Dugongs auch im Ningaloo Marine Park, im Montebello Islands Marine Park, im Barrow Island Marine Park, im vorgeschlagenen Dampier Archipelago Marine Park und im Lalang-garram / Camden Sound Marine Park verbreitet.

Was sie essen und wie? Sie ernähren sich von Seegras, normalerweise in recht flachem Wasser mit einer Tiefe von 1 bis 5 Metern. Es ist jedoch bekannt, dass sie sich von Seegras in Tiefen von über 20 Metern ernähren können. Dugongs „spazieren“ mit ihren Flossen über den Meeresboden, während sie Seegräsern grasen. Sie graben eine ganze Seegraspflanze einschließlich der Wurzeln aus und schütteln den Kopf, um den gesamten Sand von ihrem Futter zu bekommen. Sie essen jeden Tag ungefähr 50 Kilogramm Seegras.

Bedrohungen: Zu ihren natürlichen Raubtieren zählen Haie, Krokodile und Killerwale. Menschen sind jedoch die grösste Bedrohung für Dugongs. Da sie sich nur langsam bewegen, sind sie häufig Opfer von Booten und werden gelegentlich von Propellern schwer verletzt. In vielen Teilen der Welt jagen die Menschen sie nach Nahrung. In Australien sind sie eine traditionelle Nahrung für die Aborigines.

Verhalten: Dugongs leben in kleinen Gruppen, die Herden genannt werden, und kommunizieren mit Zwitschern, Triller und Bellen. Ihrer Bewegung über ein Gebiet kann die Sandwolke folgen, die sie machen, wenn sie sich entlang des Meeresbodens bewegen. Ihre Bewegungen sind langsam und anmutig. Die durchschnittliche Schwimmgeschwindigkeit beträgt 10km/h, aber bei kurzen Ausbrüchen können sie auf bis zu 22km/h beschleunigen. Dugongs bleiben je nach Aktivität zwischen 30 Sekunden und mehr als sechs Minuten abgetaucht: Die Tauchgänge dauern in der Regel aber 1-3 Minuten. Im Gegensatz zu anderen Meeressäugern können Dugongs nicht lange unter Wasser den Atem anhalten.

Aufzucht und Pflege von Jungtieren: Dugongs können sich in der Regel mit neun oder 10 Jahren fortpflanzen, manchmal jedoch erst mit 15 Jahren. Ein weiblicher Dugong bringt alle 3-7 Jahre nur ein Kalb zur Welt und die Schwangerschaft dauert 12-14 Monate. Um das neugeborene Kalb vor Haien zu schützen, bewegt sich das Weibchen in seichtes Wasser, wenn es zur Geburt bereit ist. Die geschätzte Größe eines Neugeborenen liegt bei etwas mehr als einem Meter Länge und zwischen 20 und 35 Kilogramm Gewicht. Mütter stillen ihre Jungen bis zu 18 Monate und das Kalb kann bis zu zwei Jahre bei seiner Mutter bleiben. Es saugt Milch von den Zitzen der Mutter und es gibt eine Zitze unter jeder Flosse. Sobald die Mutter das Kind nicht mehr säugen möchte, und es selbständig werden soll, wird die Milch sauer. Dugongs paaren sich nicht fürs Leben und männliche Dugongs helfen nicht, die Jungen zu erziehen.

Da obenstehend nun alle Fakten bekannt sind, kann man vielleicht besser verstehen, dass die Beobachtung von Dugongs in Shark Bay eigentlich ganz einfach ist. Sie müssen häufig auftauchen, leben in flachen Gewässern mit Seergras und heben sich mit ihrer braunen Farbe deutlich vom, durch den vielen aufgewirbelten Schlick, türkisen Wasser ab.

Man muss sich aber fragen, wie sich ein für diesen Lebensraum eigentlich so untaugliches Tier hier behaupten kann. Es hat sehr schwere Knochen (sinkt zum Boden), muss häufig auftauchen, hat fast keine Nachkommen und diese haben sogar noch gefährliche Fressfeinde (Haie – Shark Bay!). Was ist nur den Vorgängern der Elefanten vor sehr langer Zeit in den Sinn gekommen, das Land zu verlassen und im Flächen Gewässer Seegras zu essen?

Solche Tiere muss man einfach mögen, oder?

Also habe ich heute Morgen nach der Begegnung mit den Delfinen für 10 Uhr die dreistündige Katamaran-Tour ab dem Pier von Monkey Mia gebucht. Das Schiff ist das einzige mit der Lizenz zum Befahren des Meeresparks. Das zweite Schiff, welches täglich Katamaran-Touren anbietet, darf das nicht.

Die Skipperin Mel und ihre Kollegin haben uns empfangen und schon bald setzten sie die Segel (fuhren aber vorwiegend mit dem Motor), um zuerst einmal die Delfine in der Bucht zu beobachten. Wie immer schön anzuschauen. Dann ging es langsam etwas weiter raus in die seichten Gewässer, um die Dugongs zu finden. Zuerst einmal sahen wir aber nur vereinzelte Kormorane und eine Schildkröte.

Dann jedoch tauchten allerorts Dugongs auf. Oft mit ihren kleinen Nachkommen. Zum Fotografieren ohne riesiges Teleobjektiv schwierig, aber ein sehr tolles Erlebnis.

Nachdem wir mehr als genügend Dugongs gesichtet hattet, ging es langsam entlang der Küste wieder zurück nach Monkey Mia. Das Farbenspiel des türkisen Wassers, des weissen Strandes und der leuchtend roten Klippen fasziniert immer wieder. So stellt man sich Australien vor.

Die vor sechs Jahren auf der selben Tour besuchte Perlfarm existiert nicht mehr. Nur das kleine Fabrikschiff liegt noch in der Bucht auf Anker.

Mich faszinierte die Begeisterung und Lockerheit unserer Skipperin. Sie schaute oben aus dem Fenster des Führerstands nach Tierbegegnungen aus und steuerte das Boot mit den Füssen. Ich finde es toll, wenn jemand so offensichtlich seine Berufung gefunden hat.

Zum Ausflugspaket gehört auch die Sunset-Cruise. Wir liefen um 17 Uhr bei sehr starkem Wind aus udn genossen bei ein paar Bier und dem heftigen Wind die untergehenden Sonne. Da es so stark windete, war es leider keine reine Segeltour, sondern der Motor musste etwas mithelfen. Das Schiff darf bis 35 Knoten segeln, der Wind war wohl mindestens 40km/h, also noch weit darunter…

Verrückt waren in der Nähe des Hafens die kleinen Schwalben (auf einem Bild zu sehen), welche in immer grösserer Anzahl dem Schiff folgten. Am Heck des Katamaran ist zwischen den Rümpfen ein Netz aufgehängt, das man zum Baden benützen kann. Dieses hängt nur knapp über dem Wasser. Zuerst könnte ich es kaum glauben, aber die Vögel flogen immer wieder unter diesem Netz und dem ganzen Boot durch. Das muss ja einen Riesenspass machen. Sowas habe ich noch nie gesehen. Scheinbar nutzen die Vögel das Boot nachts auch zm Übernachten…

Diesen Abend habe ich das erste Mal meine Daunenjacke angehabt und im etwas wärmeren Campervan mein in der riesigen Campers Kitchen aufgewärmtes Nachtessen verzehrt.

Jetzt fehlen mir auf der Liste der zu besuchenden Tiere eigentlich nur noch Manta Rays und die grossen Haie…

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