Dichtestress für Süsswasserkrokodile in der Windjana Gorge

Der Windjana Gorge National Park befindet sich 145 km entfernt von Derby (und dem westlichen Ende der Gibb River Road) im Gebiet der Kimberleys. Das wird mein letzter Stopp entlang der Gibb River Road sein. Eine 20km lange Schotterstrasse in guter Qualität führt zunächst zur Windjana Gorge, dann 30km weiter zum Tunnel Creek und dann nochmals weiter zum Great Northern Highway,

Als ich am Campground ankomme, sehe ich, dass die Batterie meines Campers total entladen ist und nicht während der recht langen Fahrt von der Manning Gorge bis hierher geladen wurde. Zum guten Glück war ich früh dort und habe auf dem Generator-Teil des Campgrounds einen netten Camper gefunden, bei dem ich mich auch an seinen laufenden Generator anschliessen konnte. Das Problem war also mal kurzfristig gelöst.

Die Attraktion des NP ist die Windjana-Schlucht ist eine etwa 3.5km lange Schlucht in der Napier Range, durch die der Lennard River während der Regenzeit fliesst. Die Wände der Schlucht sind bis zu 100 m hoch und sehr fotogen.

Ursprünglich war diese Formation ein großes Korallenriff, welches im Devon, vor mehr als 300 Millionen Jahren, von Wasser bedeckt war. Spuren von Fossilien devonischer Meerestiere lassen sich in den Schluchtwänden finden.

Die Entstehungsgeschichte umfasst zwei Schritte: Uierst eerfolgte die Anhebung des devonischen Meeresbodens vor ca. 250 Millionen Jahren mit nachfolgender Kalksteinbildung. Das Riff wurde dann durch jüngeres Sedimentgestein überdeckt. Vor ca. 20 Mio. Jahren gab es eine zweite Anhebung mit nachfolgender Erosion des jüngere Gesteins, so dass der zu Grunde liegende ältere Kalkstein, den Kalkalgen, Stromatoporen und Korallen geformt hatten, wieder zum Vorschein kam.

Der Lennard River fliesst bei Regenwetter durch die Windjana-Schlucht, bildet jedoch in der Trockenzeit von Bäumen und Sträuchern umgebene Becken. In den Pools tummeln sich Süsswasserkrokodile, in den Bäumen am Wasser halten sich Fruchtfledermäuse und Korellen auf.

Früh am nächsten Morgen habe ich dann den Gorge Walk begonnen, der am Campingplatz beginnt und sich 3.5km (hin und zurück) durch die Schlucht führt.

Wunderbar schattig geht es durch die Wald am Ufer des nun total ausgetrockneten Flusses. Aber schon nach 2.5km ist es Schluss, ein Schild markiert das Ende des Wanderweges.

Die grosse Attraktion ist aber das letzte übriggebliebene Wasserloch am Ende der Schlucht (respektive am Anfang der Wanderung). In diesem Wasserbecken haben sich alle Süsswasserkrokodile versammelt, welche zur Regenzeit de ganze Schlucht bewohnen. Es sind wohl etwa 40-60 Krokodile, die man ganz gut beobachten kann. Das ist eine der wenigen Gelegenheiten, wo man Süsswasserkrokodile überhaupt zu Gesicht bekommt. Faszinierend.

Die Krokodile sind müssen wohl ziemlich hungrig sein, denn man erzählt sich, dass sie sogar nach den Fledermäusen schnappen, welche im Wasserloch im Vorbeiflug trinken wollen.

Die Schlucht hat natürlich auch einen geschichtlichen und spirituellen Hintergrund: Der Anführer der lokalen Aborigines, Jandamarra, benutzte die Schlucht als Versteck und wurde 1894 bei einem Schusswechsel mit Europäern auf Pigeon’s Rock erschossen. Die Windjana-Schlucht ist für die Bunuba ein äusserst spiritueller Ort. Daher der Name Windjana, der von William Forrester (falsch) aufgezeichnet wurde, der 1884 ein nahe gelegenes Pachtverhältnis aufnahm und das Lillimooloora Homestead errichtete. Man kann die Ruinen dieses Gehöfts besichtigen.

Zurück Campground war dann klar, dass ich bei dem tuefen Batteriestand nicht mehr den Tunnel Creek besichtigen werde, sondern die restlichen 150km der Gibb River Road (rund 100km davon asphaltiert) rasch fahren werde und dann in der Nähe von Derby bei Apollo wegen der Batterie und dem bekannten Problem der Kühlbox anrufen werde. Apollo hat mir dann erklärt, dass die Zusatzbatterie während der Fahrt nicht aufgeladen wird, aber die Kühlbox läuft dann wohl über das 12V Boardnetz. Da man am gleichen Tag (Freitag) noch das Problem mit der Kühlbox nochmals anschauen wollte, fuhr ich direkt nach Broome. Dort traf ich um gegen zwei Uhr ein.

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