Yellow Water Cruise: Traumhafte Stimmung bei Sonnenaufgang

Heute habe ich den Wecker auf 05:30 gestellt, bin aber schon um 05:15 wach gewesen, da ich früh in’s Bett ging und sehr gut geschlafen habe. Nachts ist es angenehm frisch, die Temperatur sinkt bis Sonnenaufgang auf unter 20°, weshalb dann irgendwann nachts die wärmende Bettdecke zusätzlich zum Leintuch angesagt ist. Das ist dann auch meist die Zeit, wo ich die lärmige Kühlbox bis zum Aufstehen abschalte. Einschlafen geht inzwischen gut mit den Geräuschen der Box. Und auch die dopellagige Matratze (die Hälfte des breiten Doppelbetts) macht das Liegen nun sehr komfortabel und gemütlich. Aber zurück zum heutigen Tag: Da ich früh genug auf war, konnte ich noch schnell meinen eigenen kleinen Gaskocher nutzen, um eine grosse Tasse Kaffee zu brühen und eine Banane zu essen.

Um 06:25 fuhr dann der Bus mit allen Gästen die 2km zur Anlandestelle des Yellow Water Billabong. Gerade ging der Fast-Vollmond unter und die Morgendämmerung wurde immer stärker und farbiger.



Was für eine geniale Stimmung. Wunderbare Farben, leichte Morgennebel über dem Wasser und die Tierwelt war schon munter.
Die Krokodile (Ginga auf aboriginal) tauchen nun auf, um sich an den Sonnenstrahlen zu wärmen. Denn sie sind ja wechselwarm. Dafür haben sie diese vielen Zacken auf dem Rücken, die extra stark durchblutet sind und es dem Krokodil erlauben, die Wärme mit dem Blut im Körper gut zu verteilen. Haben sie zu heiss, öffnen sie das furchterregende Maul und kühlen sich mit Luft.



Wir haben uns nach den üblichen Sicherheitshinweisen (Gebrauch der Schwimmwesten für den Krokodilfluss!!!) auf den Weg gemacht und der Guide hat uns sehr viel erzählt. Aber irgendwie war die Aufmerksamkeit eher auf die Tierwelt und die Landschaft gerichtet. Der Guide hat uns aber super zu vielen Gingas, Vogelarten, Wallabies und einen Büffel herangeführt und perfekt sehr vieles erklärt.
Beeindruckenste Pflanze war definitiv die wunderschöne Wasserlinie mit ihren grossen Blüten und Blättern.



Der Kakadu Nationalpark ist der einzige Nationalpark der Welt, welcher ein ganzes Einzigsgebiet eines Flusses, den South Alligator River, umfasst. Der South Alligator River, an den das Yellow Water Billabong angebunden ist, eines der grössten Fluss Systeme des Norther Territory.
Er ist einer der fünf Flüsse, welche man auf dem Arnhem Highway von Darwin nach Jabiru überquert. Die Flüsse umfassen riesige Flutebenen in ihrem Eimzugsgebiet. Diese weitläufigen Feuchtgebiete gehören zu den bedeutendsten tropischen Feuchtgebiete der Erde.

Neben den wilden, einheimischen Tieren und Pflanzen gibt es leider auch viele verwilderte, domestizierte Tiere: Büffel, Pferde, Wildschwein, usw. Die Aborigines sind hier zu wahren Pferdenarren und -profis geworden. Sie sind daher einverstanden, wenn diese eingeführten Tiere dezimiert werden. Nur die Pferde möchten sie gerne behalten…


Zur Jagdausnahme gehört auch das Fischen: Man braucht dazu keine Erlaubnis. Das Fischen der beliebten Barramundi ist aber stark reglementiert (Anzahl und Grösse) und wird bei Zuwiderhandlungen gebüsst. Die meisten Fischer sind aber sowieso Sportangler, welche die Beute nach einem Foto als Fangbeweis wieder in’s Wasser lassen.

Auf der schnellen Rückfahrt haben wir dann doch nochmal kurz angehalten, um das heute einzige Krokodilmännchen mit den Wellen des Bootes etwas zu ärgern. Die Weibchen hören nach einiger Zeit mit dem Wachsen auf, die Männchen werden mit dem Alter immer riesiger. Auf dieser Cruise hatten wir es bis zuletzt nur mit Weibchen zu tun. Ein altes Weibchen liess sich vom Boot nicht aus der Ruhe bringen und schwamm ruhig an der Seite des Bootes den Fluss hinauf.

Als dann die Sonne gegen 9 Uhr  schon recht hoch stand, war der Zauber der Morgenstimmung schon fast wieder verschwunden.

Wir Frühaufsteher wurden mit dem Bus wieder in das Resort gefahren, wo uns ein schönes Frühstücksbuffet zur Verfügung stand. Diese ist bei der ersten Cruise inklusive: Gute Idee, finde ich.

Heute hatte ich einen „lazy day“ geplant und wollte eventuell noch Wäsche waschen. Das war aber nicht nötig, daher habe ich in Ruhe Bilder gesichtet und sortiert. Ich bin total begeistert, was für herausragende Fotos ich gemacht habe. Ein paar der Fotos habe ich der Rezeption gezeigt, welche auch begeistert war und diese gerne den Verantwortlichen weitergeben würde. Ein Foto mit einer Ginga mitten in den farbigen Spiegelungen der Bäume im spiegelglatten ist wohl eines der Fotos, welche man nur einmal im Leben schiesst. Die Fotos mit den Nebelschwaden über dem Wasser sind mindestens so schön geworden wie die Profifotos der Plakate.

Wiederum kann man den Aboriginies danken, dass wir diese schöne Erfahrung machen durften.

Diese frühe Cruise kann ich also total empfehlen. Tagsüber ist es definitiv nicht spannend. Ich bin um 17 Uhr zu Fuss nochmals an die Anlegestelle gegangen (leider der Strasse entlang, weil der offizielle Track gesperrt ist), und es sah total anders aus. Keine Gingas zu sehen, nur ganz wenige Vögel. Daher ist wohl auch die als Alternative empfohlene 16 Uhr Cruise nicht halb so interessant, wie die am Sonnenaufgang.

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