Burrunggui und Anbangbang (aka Nourlangie): Noch mehr Kunstgalerien in einer bezaubernden (und heiligen) Umgebung

Heute wollte ich einen etwas längeren Ausflug zu den Jim Jim Falls unternehmen. Diese eindrücklichen Wasserfälle haben zwar am Ende der Trockenzeit im schlimmsten Fall gar kein Wasser mehr, aber wenigstens gibt es dann noch einen grossen Plunge Pool.

Etwa 16km ab Cooinda geht die Jim Jim Road über 55 unasphaltierte Kilometer zu den Wasserfällen. Die ersten 45km sind als breite Kiespiste ausgebaut, die letzten 10km (ab dem grossen Campground) ist es eine teils sandige 4WD-Piste. Es zeigte sich jedoch schnell, dass die Piste in einem schlimmen Zustand war. Die tiefen und breiten Wellblechrinnen konnten auch durch schnelles Fahren (40 bis max. 60km/h, bin ja nicht lebensmüde) nicht überflogen werden. Da waren 20-25km/h angesagt. Nach 10km habe ich aufgegeben und bin umgekehrt. Das hätte ja locker 2 x 3h gedauert, inklusive höchster Aufmerksmkeit. Nein, das tue ich mir nicht an, habe ich mich entschieden. Hoffentlich sind dann die anderen Pisten im Süden des Parks in besserem Zustand. Mindestens die Kiespiste nach Gunlom (dort, wo Teile von Crocodile Dundee gedreht wurden) sollte laut offizieller Einschätzung 2WD-tauglich sein.

Als Ersatz bin ich weitere 15km Richtung Jabiru gefahren und habe die 13km lange Strasse in das Nourlangie-Gebiet Gebiet genommen. Die Hauptattraktion sind die sich in den Felsformationen befindlichen Shelter mit (relativ neuen) Felszeichnungen.

Der Name ist allerdings irreführend, da er gar nicht das besuchte Gebiet benennt, sondern ein daneben liegendes. Die Hauptattraktion sind Anbangbang und Burrunggui. Ich habe die Tafel mit der Bitte um korrekte Nennung gelesen und daher den Titel des Beitrags richtig benannt.

Nach den Yellow Water Wetlands, die ich morgen besuchen werde, ist Burrunggui in der Hochsaison die am zweitmeisten besuchte Stätte in Kakadu! In der Nachsaison bedeutet dies, dass etwa 30 Leute auf den Start einer Ranger Führung gewartet haben. Diese habe ich ausgelassen, und alleine die Shelter und Zeichnungen besucht. Es hat ja überall ausführliche Erklärtafeln.

Die meisten Fotos von Felszeichnugen, welche man in Prospekten findet, stammen aus diesem Gebiet. Eine Rundwanderung geht entlang der Shelter und auf einen Aussichtspunkt.

Der Anbangbang Shelter ist der erste auf dem Rundkurs. Die geschützte, kühle und trockene Lage und die Grösse machen sofort klar, warum hier gerne gelebt wurde. Seit 20’000 Jahren bis in unsere Zeit wurde diese Shelter genutzt. Vor 10’000 Jahren, während der Eiszeit, war das Meer aber rund 200-300km weiter entfernt als heute, da der Meeresspiegel sehr viel tiefer war! Weiter geht es durch das zerklüftete Gebiet an mehreren Sheltern vorbei, bis am Ende des Weges die vielfach reproduzieren Bilder der Gestaltenden Vorfahren (Creating Ancestors)
Namondjok and of Namarrgon und des Lightning Man zu sehen sind. Der Blitz-Mann soll weiter hinten in diesem Felsformationen wohnen und darf nicht gestört werde, da sonst sehr grosses Unheil drohen würde.

Am Ende des Pfades entlang der Shelter führt ein weiterer Pfad Rauf zum Gunwarddehwarde Lookout. Von dort hat man einen faszinierenden Ausblick auf die Nourlangie Felsformationen und die Kakadu-Ebene. Auf Tafeln ist die mythische Bedeutung jeder dieser Felsformationen beschrieben. Ich glaube den Ausführungen am Ende des Runweges, dass dies ein grosses Geschenk an uns ist, dass wir diese heiligen und geschichtsträchtige Orte der lokalen Clans besuchen dürfen. Das ist wohl nur möglich, da der eigentliche Clan ausgestorben ist und sich die Nachbar-Clans um den Erhalt der Stätten kümmern.

Der wohl beste Walk des Kakadu National Park is the Barrk Bushwalk: Er startet auch hier und führt über 12km durch schwierigere Terrain. Bei dieser Hitze kein einfaches Unterfangen, dass ich den Profis überlasse.

Ich nahm dann noch die Abzweigung zum Anbangbang billabong. Hier kann man sich zum Lunch niederlassen und die Szenerie mit unzähligen Vögel beobachten. Die Kakadus bilden wie immer die Soundkulisse. Es führt auch ein 2.5km langer Walk rund um den Billabong.

Beim nächsten Parkplatz könnte man auch noch 600m auf den Nawurlandja lookout raufsteigen. Das habe ich auch sein lassen, denn vor dem Mittag wollte ich lieber den Mirrai Lookout über einen 850m langen, moderat ansteigenden felsigen Weg erklimmen. Die Rundumsicht vom Mount Cahill ist von einer Aussichtsplattform (mit Schatten spendendem Dach) fantastisch. Zum Fotografieren stören leider die Bäume, welche höher als die Plattform sind. Runter geht’s dann in der Mittagshitze etwas einfacher.

Den Nachmittag habe ich am und im Pool genossen. Abends habe ich mir beim Food Truck (Fr und Sa) Fish and Chips mit lokalem Barramundi gegönnt. Somit war der Tag, auch ohne Jim Jim Falls, ein schönes Erlebnis.

2 Gedanken zu „Burrunggui und Anbangbang (aka Nourlangie): Noch mehr Kunstgalerien in einer bezaubernden (und heiligen) Umgebung

  1. Unsere Aussiefieberkurve steigt wegen deinen super Berichten wieder massiv schnell an.
    Und dazu noch die mega schönen Fotos, ist fast etwas frech Michael 😉
    Have save trip, wir freuen uns auf die nächsten Berichte

    1. Das mit den Posts ist halt etwas unregelmässig. Optus hat ausserhalb der Ortschaften kaum Coverage. Hätte eine Telstra SIM kaufen sollen. Nur hier im Purnululu hat es überraschenderweise Empfang. Mehr Berichte sind vorbereitet, werden aber erst nach der Gibb River Road kommen.

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