Leliyn (Edith Falls) Loop Trail im Abendlicht

Nach dem Erklimmen der Gunlom Falls geht es, mit einem kurzen Zwischenstopp im etwas skurrilen Pine Creek zu den Edith Falls (respektive Leliyin) welche sich schon im Nitmiluk NP befinden. Den Kakadu NP habe ich beim gepflegten Mary River Roadhouse nach 5 erlebnisreichen Tagen verlassen.

Die korrekten Jahreszahlen im untenstehenden Beitrag muss ich nachträglich nochmals korrigieren, denn diese stammen aktuell ausschliesslich aus meinem Gedächtnis. Bitte Fehler daher verzeihen, die grobe Linie stimmt sicher.

Pine Creek ist deshalb etwas skurril, weil von wiederholten Versuchen zu. Errichten gab, eine Bahnlinie von Darwin bis in die Wüste (und weiter zu bauen). In den bahneuphorischen 1840ern wollte man sogar eine transkontinentale Eisenbahn von London/Paris bis Adelaide bauen. Die Versuche endeten aber immer kümmerlich. In Pine Creek sind daher noch ein Bahnhof und ein paar kümmerliche (romantische?) Reste der Eisenbahn zu besichtigen. Inklusive dem perfekt dazu passenden Herren, der zum Rechten schaut. Im Gebäude scheint im Durcheinander die Zeit seit Jahrzehnten still zu stehen. Die $2 für einen Eintrag in’s Gästebuch zahlte ich gerne. Nur schon wegen des unüblichen Erlebnisses.
Der Bau der Eisenbahniline (The Ghan) wurde dann aber erst 1972 fertiggestellt.


Gleich nebenan kann man noch ein paar Überreste des Gold Rush besichtigen. Verrostete Dampfmaschinen und anderes Gerät stehen herum. Auch der Minen-Hype erfolgte ein paar Wellen. Zuerst Gold, dann Eisenoxid: Das nun mit einem See gefüllte Tagebauloch kann man besichtigen. Aber auch diese Wellen endeten und man wartet auf den nächste Hochpreisphase eines Bodenschatzes. Im Hintergrund sind aber spezialisierte Firmen weiterhin am Abbauen, einfach nicht so im grossen Stil. In der Stadt sieht man einige Containerartige Häuser und es fahren einige Autos von Contractors rum.

Ich hab‘ meinen Camper beim „Friendly Grocer“ aufgetankt und ein paar wenige Lebensmittel für den Aufenthalt in Edith Falls gekauft. Meine Kühlbox leert sich, das Brot ist aus. Beides wird morgen in Katherine nachgefüllt.

42km nördlich von Katherine geht die 19km lange Strasse nach Edith Falls. Ein grosses Picknickareal und ein sehr gepflegter, gemütlicher, einfacher Campground mit Kiosk und Imbiss erwarten einem. Edith Falls wurde mir von allen Seiten sehr empfohlen.

Edith Falls hat nämlich einen dreiteiligen Wasserfall, welcher einen grossen Plunge Pool, umrandet mit Bäumen und Rasen, speist.

Jetzt in der Nachsaison ist erfreulich wenig los.

Nach der notwendigen Siesta am Nachmittag, begleitet von Kakadus in den Schatten spendenden Bäumen über mir. Die Kakadus halten auch Siesta bei dieser Hitze.



Gegen halb Sechs probiere ich mal den Plunge Pool aus, der mich aber nicht so überzeugte. Ich hätte mir am Kiosk auch eine Pool Nudel für 6.50 kaufen sollen. So haben nur die Fische meine Beine und Füsse angeknabbert. Ich habe mich dann entschieden, den 2.6km langen Loop Trail im Abendlicht zu absolvieren und mal den oberen Pool auszuprobieren.



Der Leliyn Loop Trail (oder Edith Falls Loop Walk) nimmt einen rauf auf das Escarpment, durch abwechslungsreiches hügeliges Geländer zu einem ersten Ausblick über den Wasserlauf im Creek oberhalb des ersten Wasserfälle. Die aufgeheizten Steine brennen ganz schön von unten, auch wenn die Sonne schon etwas tiefer steht. Im Creek folgen weitere Pools bei den oberen beiden Wasserfälle. Steil ist es vor allem zwischen dem ersten Aussichtspunkten und den Pools der oberen Fällen. Aber es lockt ja der obere Pool zu einer Abkühlung. Der obere Pool ist echt genial. Das Abendlicht lässt die Feelswände aufleuchten und es hat kaum mehr andere Badegäste. Ich geniesse den Schwumm im warmen Wasser sehr. Vom Pool geht man über zwei Brücken auf der anderen Seite über die Felsen zum zweiten Aussichgspunkt. Dann geht’s wieder gemütlich durch lichten Wald zum Parkplatz runter.



Nach etwa zwei Stunden Wanderzeit (inklusive kurzen Schwimmen und Ausblicke geniessen) hat man den Loop Trail geschafft. Ich war um 18:15 gerade zur richtigen Zeit wieder beim Camper, um ein Abendessen beim Sonnuntergang zu geniessen. Bei meinem Camper ist einer der Trinkwasserhahnen mit feinem Wasser. Da freue ich mich auf eine gute Tasse grünen Tee… Gekocht wird ja draussen mit Gas, aber wenn es einen BBQ in der Nähe gibt, stelle ich meine Pfanne(n) auch gerne auf eine dieser Grillplatten zum Kochen. Das klappt wunderbar und spart nicht nur Gas sondern erspart auch den Aud- und Abbau der Aussenküche (mit dreckigen Gasflaschen) . Bevor es komplett dunkel wird, liegen nach dem Abendessen sogar ein schneller Abwasch und eine warme Dusche drin.

Dann geht’s morgen weiter nach Katherine zum Einkaufen, vielleicht auch zum Updaten des Blogs in einem Gebiet mit Optus-Empfang und dann für ein bis zwei Nächte zur Katherine Gorge.

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